Der FC Bayern München ist seit geraumer Zeit auf der Suche nach einem Offensivspieler, der die Nachfolge von Robben und Ribéry antritt. Dem Vernehmen nach sind die Münchener bei Celta Vigo fündig geworden.

Bei den Celtiñas spielte sich Brais Méndez in der vergangenen Saison mit 13 Torbeteiligungen ins Rampenlicht und war ein Mitgrund für den knappen Klassenerhalt seines Teams.

Wir stellen euch den 22-jährigen Offensivmann von Celta Vigo vor.

Bayern Transfer? Brais Méndez im Porträt

Brais Méndez ist in der Offensive vorrangig auf dem rechten Flügel und als Zehner einsetzbar. Der Linksfuß ist allerdings auf keine der beiden Positionen wirklich beschränkt. Er driftet gerne zwischen Flügel, Halbraum und Zentrum und versucht sich hier ins Spiel zu bringen.

Mit 1,83m Körpergröße bringt er eine optimale Größe mit, um sich einerseits gegen physisch starke Gegenspieler zu behaupten und andererseits in engen Räumen wendig zu sein.
Méndez besitzt relativ kurze Beine, weshalb er kleiner wirkt als er tatsächlich ist. Im Zentrum und den Halbräumen erinnert er mit seiner Ballführung und seinen schnellen Bewegungen an James Rodríguez.

Spielt der 22-Jährige als Rechtsaußen, zieht er mit dem Ball am Fuß nicht so häufig in die Mitte, wie man es vielleicht noch von Arjen Robben kannte. Stattdessen spielt er vom Flügel sehenswerte Chip-Bälle hinter die Abwehrkette oder Lochpässe in die Schnittstellen.

Zieht er doch einmal in die Mitte, sucht er zielstrebig den Weg zum Tor und sucht den Abschluss. Hier ist seine Schusstechnik besonders auffallend, die ein wenig an die des jungen Cristiano Ronaldo erinnert.

Der Celta-Youngstar schwingt beim Abschluss sein Bein nicht komplett durch, sondern nutzt eine kurze, zackige Beinbewegung, um dem Ball eine für den Keeper unangenehme Flugkurve zu geben.

Dadurch ist er zudem in der Lage aus dem Nichts einen schnellen Schuss abzufeuern, ehe der gegnerische Torhüter sich in Position begeben hat.

Im Passspiel ist er raffiniert und weiß sich mit sehenswerten One-Touch-Pässen und Ablagen mit der Hacke aus dem Druck zu befreien. Weiterhin hat der Spanier bei Verlagerungen eine sehr gute Reichweite und kann seinem Team dadurch auch in tieferen Zonen weiterhelfen.

Méndez‘ Mehrwert für den FC Bayern

Brais Méndez ist kein klassischer Flügelspieler, wie ihn die Bayern derzeit mit Kingsley Coman oder Serge Gnabry im Kader haben. Vielmehr ist er eine Light-Version von James Rodríguez.

Laut whoscored.com spielte er in der vergangenen Saison 1,5 Key Passes pro Partie und gewann 0,6 Dribblings. Darüber hinaus gab er im Schnitt 2,3 Schüsse ab, wenn er auf dem Platz stand.

All diese Werte, die für Offensivspieler zweifelsohne von hoher Wichtigkeit sind, ähneln eher dem Kolumbianer, als sie es Ribéry oder Robben tun. Das wäre auf jeden Fall ein Indiz dafür, dass man sich an der Säbener Straße nach spielerischen Alternativen zum klassischen Flügelstürmer á la Leroy Sané umschauen will.

Méndez bringt jedoch schon vieles mit, um künftig beim Rekordmeister eine gute Rolle zu spielen und sich wie andere Spanier vor ihm schnell in München einzuleben. Seien es sein feines linkes Füßchen, mit dem er Abwehrlinien urplötzlich aushebeln kann, sein Zug zum Tor oder seine positionelle Flexibilität.


Er würde nochmal eine andere Dimension in den Münchner Kader bringen, die Gnabry und Coman so nicht bieten. Andererseits muss Méndez noch an körperlicher Robustheit zulegen, um in der vergleichsweise robusten Bundesliga, in der Fitness eines der wichtigsten Attribute ist, bestehen zu können.

Es spricht in diesem Fall für das Scouting der Bayern, dass man den jungen Spanier bekommt, bevor der Hype um ihn zu groß wird. Zudem hätte man mit Méndez drei Außenstürmer, die etwa im gleichen Alter sind und auch gemeinsam auf dem Platz stehen könnten.

Die kolportierte Ablöse von 25 Mio. Euro ist definitiv gerechtfertigt und verursacht beim Verein auf den ersten Blick keine finanziellen Bauchschmerzen. Da soll noch einer sagen, Brazzo wisse nicht was er tut…

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Written by Sascha
Ist für Taktikanalysen, Scoutingberichte und schlechte Wortspiele zuständig. Eigene Grammatik ist so ausbaufähig wie Swanseas letztjährige Tabellenplatzierung – und entsprechend ist hier keine Aussicht auf Besserung.