CAVANIS FRISEUR 110 – Offensives Mittelfeld

Nadiem Amiri // 20 // TSG Hoffenheim

Straßenfußballer, dieses Prädikat haftet Nadiem Amiri an, seit er sich selbst einmal im Interview so bezeichnet hat. Die Geschichte könnte auch besser nicht sein. Kind afghanischer Einwanderer, geboren in der Industriestadt Ludwigshafen, erste fußballerische Schritte auf Sandplätzen, dann entdeckt, in der Jugend bei mehreren Großen der Region aktiv, Waldhof Mannheim, Kaiserslautern, dann mit 15 Jahren schließlich Hoffenheim. Dort A-Jugendmeister, Juniorennationalspieler und schließlich Profi. Als im Sommer 2015 Superstar Roberto Firmino den Club verließ hagelte es Kritik, weil die TSG auf seiner Position nicht nachrüstete. Tatsächlich hatte man zu diesem Zeitpunkt anscheinend schon den damals 18-Jährigen als Nachfolger im Auge. Es sollte ein bisschen dauern, bis es dazu kam, doch unter dem jungen Julian Nagelsmann gelang Amiri vergangenes Jahr endgültig der Durchbruch. Die häufige Beschreibung als Instinktfußballer, meist in einem Atemzug genannt mit Straßenkicker, trifft dabei nur bedingt zu. Tatsächlich ist Amiri ein moderner 10er, der klug die Räume findet, die Bälle zwischen den Linien fordert und dann gerne mit Tempo auf die Abwehr läuft und dabei die Pässe in die Spitze sucht. Die Gabe, die Lücke dann auch zu finden, hat er, der Rest ist harte Arbeit, für die sich Amiri auch auf seiner Position nicht zu schade ist. Auch wenn er kein ausgewiesener Defensivkünstler ist, auch gegen der Ball ist er immer mit vollem Einsatz bei der Sache, einen Schlendrian kann dem ehrgeizigen Jungen, dessen erklärtes Vorbild Cristiano Ronaldo ist, niemand vorwerfen.

Marco Asensio // 21 // Real Madrid

Die aktuell vielleicht größte Zukunftshoffnung des spanischen Fußballs heißt Marco Asensio. Der Mallorquiner in Diensten von Real Madrid hat die bekannten Stärken in Technik und Passspiel spanischer Mittelfeldspieler, vereint diese aber mit hoher Geschwindigkeit und Zug zum Tor, was ihn auch für den Flügel interessant macht. Nach dem Durchbruch bei seinem Heimatverein RDC Mallorca 2014/15 und der U19-EM im Sommer 2015, wo er das spanische Team zum Titel führte und zum Spieler des Turniers gekürt wurde, sicherte sich Real Madrid seine Dienste. Aufgrund einer Ausstiegsklausel zahlte man gerade einmal 3,5 Millionen Euro. Für den Youngster kein zu großer Schritt. Seine erste Erstligasaison verbrachte er leihweise bei Espanyol. Beim Club aus Barcelona legte er mit seinen Tiefenpässen und gefährlichen Standards auf Anhieb 13 Treffer auf, Bestwert für einen Spieler außerhalb der großen drei Clubs, erzielte zudem vier Treffer selbst. Eine weitere Bewerbung für seinen Stammverein, wo er diese Saison dann auch seine Chance erhielt. Ob als Backup von Ronaldo und Bale auf den Flügeln oder auch in der Zentrale, Asensio kommt auf Spielzeit und kann immer wieder glänzen. Wenn er Fahrt aufnimmt, sucht er gerne den Weg selbst Richtung Tor, kann dabei aber auch jederzeit bei höchstem Tempo den tödlichen Pass spielen – eine Kombination, die ihn jederzeit gefährlich macht.

Gabriel Boschilia // 20 // AS Monaco

Der offensive Mittelfeldspieler genoss seine Ausbildung beim FC Sao Paulo und war bei den U17-Südamerikameisterschaften im Jahr 2013 in Argentinien einer der auffälligsten Spieler des Turniers. Bei Sao Paulo bekam er – wie viele andere – unter Trainer Muricy Ramalho keine Chance, konnte sich 2015 bei den U20 Campeonato Sudamericano wieder ins Rampenlicht spielen, während Ramalho Sao Paulo verließ und sich damit das Blatt für Boschilia wenden sollte. Unter dem neuen Trainer blühte Boschilia auf und im Sommer folgte ein neun Millionen-Transfer zum AS Monaco. Der mittlerweile 20-jährige offensive Mittelfeldspieler ist unglaublich schnell, dribbelstark, flink und beidfüßig. Der Brasilianer steht jedoch nicht für Kreativität und großartige Pässe, dafür brilliert er umso mehr mit toller Übersicht in Form eines idealen Blicks für geniale Laufwege. Bereits früh antizipiert er freie Zonen oder Pässe seiner Kollegen und ist damit immer am richtigen Ort für einen Torschuss. Wenn er selbst am Ball ist spielt er seine Gegner mit seinen schnellen Beinen aus und verdreht ihnen mit seiner unglaublichen Beinarbeit und seinen Körpertäuschung den Kopf. Alleine vor dem Tor kann Gabriel Boschilia links wie rechts ein Tor erzielen, aber auch aus der Distanz weiß Boschilia den gegnerischen Tormann zu überraschen und den Ball im Netz unterzubringen. Voriges Jahr wurde er im Frühling an Standard Lüttich verliehen, um mehr Spielzeit zu bekommen, doch richtig durchstarten konnte er diesen Herbst in Frankreich. Beim AS Monaco hat er zwar starke Konkurrenz und kommt daher nicht so oft zum Einsatz, wie er es gerne hätte, jedoch erweist sich der Brasilianer als effektiv und erzielte in seinen 368 Ligaminuten sechs Tore und machte eine Vorlage. Gabriel Boschilia hat großes Talent und weiß nun auch in Europa zu treffen. Er braucht jedoch mehr Spielzeit, um sein volles Potential ausschöpfen zu könnten, jedoch fällt er derzeit mit einem Kreuzbandriss aus, den er sich vor ein paar Wochen zugezogen hat, gerade als er mehr in Fahrt kam.

Ante Ćorić // 19 // Dinamo Zagreb

Ante Ćorić wechselte, trotz Interesse von großen Vereinen wie Ajax und Barcelona, mit 12 Jahren in die Akademie von Red Bull Salzburg um jedoch im Sommer 2013 mit 16 Jahren wieder nach Kroatien zurückzukehren – dieses Mal zu Dinamo Zagreb, seine Heimat verließ er 2009 von NK Zagreb. In dieser Saison feierte der kreative Offenspieler auch zwei Tage nach seinem 17. Geburtstag sein Profidebüt gegen RNK Split, fünf weitere Einsätze folgten. In der Folgesaison wuchs er immer mehr ins Team und konnte sich einen Stammplatz beim kroatischen Serienmeister erspielen. Auch in der Saison 2015/16 ging es so weiter: 28 Einsätze in der Liga, Meistertitel und Ante spielte in der Champions League gegen Arsenal, Bayern München und Olympiakos. In den Vorbereitungsspielen zur EM debütierte er auch im Nationalteam und schaffte es in den Kader von Cacic, für Einsatzminuten in Frankreich reichte es aber leider nicht. Diese Saison läuft bei Dinamo alles drunter und drüber: es ist bereits der dritte Trainer im Amt und man könnte das erste Mal seit 2004/05 den Meistertitel verpassen (sechs Punkte Rückstand auf HNK Rijeka). Ćorić ist mit 19 Jahren Leistungsträger, aber der nächste Schritt lässt irgendwie auf sich warten. Nun muss man erwähnen, dass Luka Modric zum Beispiel erst mit 22 Jahren seine Heimat verlassen hat, aber ein gut überlegter Wechsel im Sommer wäre womöglich kein Fehler. Ćorić ist technisch hochgradig talentiert und spielt auch sehr intelligent. Er weiß wo seine Mit- und Gegenspieler sind und trifft dadurch sehr oft die richtige Entscheidung. Ecken mit dem linken Fuß wie bei Santi Cazorla sieht man von ihm zwar nicht, aber er kann auch seinen an sich schwächeren Fuß sehr natürlich einsetzen. Zwischen den Linien bewegt er sich gut und dadurch, dass er eigentlich jeden Pass im Repertoire hat, ist er auch sehr kreativ. Seine besten Aktionen starten oft im linken Halbraum, aus dem er gern präzise und druckhaft diagonal andribbelt. Einige Schwächen sieht man im Spiel gegen den Ball: auch wenn er sich intelligent bewegt im Moment des Ballverlusts und Passräume versperrt, fehlt da teilweise die Intensität beziehungsweise auch die „Bereitschaft“ mehr Raum zu überbrücken oder rückwärts zu pressen. Der 19-jährige Kroate ist zweifellos ein Spieler für eine Mannschaft mit Ballbesitzfokus – ob er da für seine Entwicklung die richtige findet beziehungsweise gefunden wird, wird maßgeblich über seine Karriere entscheiden.

Gerson // 19 // Roma

Fast 17 Millionen Euro ließ sich der AS Rom die Verpflichtung von Gerson im vergangenen Sommer kosten. Der brasilianische Spielmacher spielte zuvor für Fluminense und ist fester Bestandteil der U20-Nationalmannschaft der Seleção. In Italien kommt Gerson aber noch nicht so wirklich zurecht und muss sich taktisch erst noch an die neue Liga gewöhnen. Auch physisch wirkt der schmächtige Offensivspieler hier und da noch überfordert. Neben der großen Konkurrenz im Mittelfeld der Römer sind das wohl die Hauptgründe für die bislang dürftigen Einsatzzeiten. Da der technisch versierte Gerson aber ohnehin eher ein Versprechen für die Zukunft als eine sofortige Verstärkung sein sollte, sieht er die Situation gelassen: “Ich spiele erst seit einigen Monaten in Italien. Dank der Hilfe des Klubs werde ich stetig besser. Mein Ziel ist es, der Roma in dieser Saison zu helfen“, so der Linksfuß. Um der Roma in dieser Spielzeit noch zu helfen, muss Gerson aber noch an seinen Defensivqualitäten feilen. Die sind in der Serie A nämlich auch für einen brasilianischen Offensivspieler unerlässlich.

Gonçalo Guedes // 20 // Paris Saint-Germain

Gonçalo Guedes wurde erst 20 Jahre alt, ist aber bereits jetzt Publikumsliebling bei den Adlern. Das liegt vor allem an seinem rasanten Karrierestart. Im Alter von nur 18 Jahren und 275 Tagen avancierte er zum jüngsten portugiesischen Torschützen in der Geschichte der Champions League, als er den 1:2-Treffer für Benfica gegen Atletico Madrid erzielte und dem portugiesischen Rekordmeister den ersten Sieg in Spanien seit 1983 brachte. Im Alter von zehn Jahren schloss er sich dem Verein aus Lissabon an und debütierte mit fast 18 Jahren erstmals für die Profimannschaft. Seitdem machte der junge Portugiese eine tolle Entwicklung durch. Vom egoistischen, verspielten Flügelflitzer, der denn Ball am liebsten über die Linie tragen würde, wurde ein schlauer, effektiver Spieler mit Spielverständnis und Übersicht, der weiß seine Kollege in Szene zu setzen und auch defensiv mitzuarbeiten. Aus dem dünnen Gonçalo Guedes wurde ein physisch starker und robuster Spieler, der sich immer öfter mit seinem Körper durchzusetzen weiß. Dies und dass er einer von nur wenigen portugiesischen Talenten von Benfica ist, machten ihm trotz seiner wenigen Einsätze bereits früh zum Publikumsliebling. Doch nun kommt ihnen ihr Lieblingsspieler abhanden, denn „the next Ronaldo“, wie ihn internationale Medien gerne bezeichnen, soll bereits auf dem Weg nach Paris sein. Die Pariser ergattern damit einen schnellen, technisch versierten Spieler, der mit seinem Antritt und seinen Dribblings, viele Verteidiger zur Weißglut treibt. Der mittlerweile 20-jährige kommt über den Flügel oder durch die Halbräume, um mit seinem Antritt schnell zum Tor zu kommen und aus der Diagonale entweder trotz spitzen Winkels aufs Tor zu schießen oder einen freilaufenden Kollegen anzuspielen. Im Laufe seiner Karriere wurde er immer variabler und ist auf beiden Flügeln und oft auch im Zentrum zu finden, mit seiner Beidfüßigkeit daher ein ein extrem gefährlicher Spieler.

Diogo Jota // 19 // FC Porto/Atletico Madrid

Besser kann man eine Karriere wohl kaum starten: gleich bei seinem Liga-Debüt im Alter von 18 Jahren und 5 Monaten erzielte er einen Doppelpack. Der letzte Spieler dem dies gelang war Cristiano Ronaldo im Jahr 2002. Seitdem ging es für den Offensiv-Allrounder steil bergauf. Nur wenig später sollte halb Europa hinter dem Portugiesen her sein, entschied sich jedoch für einen Transfer nach Spanien und wechselte von Pacos de Ferreira zu Altetico Madrid, die ihn direkt an den FC Porto verliehen. Mit der Ablösesumme von 7,2 Millionen Euro wurde er zum Rekordtransfer von Pacos. Während er früher öfter am Flügel zu finden war, hat er sich beim FC Porto nun als Zehner durchgesetzt. Aufgrund seines Spielstils wird von einigen Portugiesen mit dem ehemaligen Benfica-Topspieler Simao verglichen. Jota hat eine unglaubliche Technik und ist vor allem aufgrund seines Antritts und seiner Agilität ein sehr gefährlicher Spieler. Der beidfüßige Zehner erzielte in dieser Saison in 18 Spielen bereits sechs Tore und bereitete mit seiner überragenden Übersicht auch vier Tore vor. Aber nicht nur sein Spielstil gleicht dem von Simao, denn sie haben noch mehr gemein: der Benfica-Spieler war der erste Spieler in Portugal, der mit 19 Jahren bereits zweistellig getroffen hatte – Jota ist der zweite Spieler, dem dies ebenso gelang. Er hat nicht nur das nötige Talent, um ein großartiger Spieler zu werden, sondern auch die richtige Einstellung. Jota zählt als ehrgeizig und reife Person, die sich ganz darauf konzentriert jeden Tag besser zu werden und sich nicht unterkriegen oder zurückschlagen lässt und beeindruckt so immer wieder Spieler und Mitarbeiter des FC Porto. Im Sommer geht es für den Portugiesen wieder zurück nach Madrid, wo er hoffentlich die nötige Spielzeit bekommt, um sogar noch besser zu werden.

Bartosz Kapustka // 20 // Leicester City

Der junge Pole sorgte mit seinem Wechsel zum englischen Meister Leicester City zum ersten Mal auch medial für Aufsehen. Bei seinem vorherigen Verein Cracovia Krakau bestach er in der letzten Saison mit fünf Toren und zehn Assists in 35 Spielen. Allein die Anzahl der Spiele sagt einiges darüber aus, wie schnell der 20-Jährige im Profibereich Fuß fassen konnte. Seine Spielweise ist sehr auf Durchschlagskraft und Tempo gedrillt, was diese 35 absolvierten Partien umso erstaunlicher macht. Kapustka spielte in seiner Heimat auf sämtlichen offensiven Mittelfeldpositionen und teilweise sogar als hoher Achter, wie bei der EM gegen Nordirland. Seine Stärken liegen zum einen in seinem Zug zum Tor, den er mit seiner Geschwindigkeit immer wieder fokussiert und gerne nach innen zieht, wenn er auf dem Flügel spielt. War er als Zehner eingesetzt, verstand er es sehr gut den Flügel zu überladen und immer aktiv zu sein. Er verschiebt als Zehner gerne nach links, macht Raum für seine Kollegen im Zentrum frei und kann das Kombinationsspiel suchen oder eben selbst durchbrechen. In der Regel wählt er Option Nummer 2. Häufig sieht man ihn auch als linken Außenstürmer breit stehen, um den Verteidiger gegen ihn zu isolieren, um anschließend ins Eins-gegen-Eins zu gehen. In den direkten Duellen ist er aber zuweilen noch zu sehr auf sein Tempo bedacht. In der polnischen Liga konnte er sich meist den Ball mit einer einfachen Körpertäuschung vorbeilegen, was in der Premier League nicht mehr so einfach ist. Das Gesamtpaket stimmt aber beim jungen Polen. Er ist vor dem Tor bereits jetzt sehr abgezockt und hat sein linkes Bein nicht nur zum Stehen. Seine angesprochenen Schwächen im Dribbling hat er in seinem ersten Halbjahr auf der Insel zu spüren bekommen. Kapustka ist von der Anlage her ein sehr flexibler Spieler, der keine Probleme damit hat, in großen Spielen groß aufzuspielen. Leicester Citys Spielweise ist allerdings nicht die beste, um seine Stärken zur Geltung bringen zu lassen. Eventuell würde ihm eine ballbesitzorientiertere Spielweise besser zu Gesicht stehen. Er hat in jedem Fall das Potenzial der nächste polnische Superstar zu werden.

Giovani Lo Celso // 20 // Paris Saint-Germain

In den letzten Jahren war Giovani Lo Celso der mit Abstand beste Spieler seiner Altersklasse in der argentinischen Primavera. Nicht grundlos waren viele europäische Größen hinter dem argentinischen Spielmacher her. Schließlich setzte sich Paris Saint-Germain mit einer zehn Millionen Euro-Offerte für den 20-Jährigen durch und verlieh ihn direkt wieder an Rosario. Der offensive Mittelfeldmann verfügt über eine beeindruckende Technik und Übersicht. Seine aber wahrscheinlich größte Stärke sind seine beachtlichen Lochpässe, mit denen er seine Mitspieler in Szene setzt. Mit seinem Spielverständnis und seiner Übersicht wurde er in Argentinien zum idealen Bindeglied mit seinen Offensivakteuren, leitete viele Angriffe ein und verhalf seinen Kollegen zu Großchancen. Lo Celso zeigt immer wieder mit seiner Kreativität und seinen Geniestreichen auf, mit denen er die gegnerische Verteidigung zur Verzweiflung treibt. Nun lief seine Leihe aus und er ist zurück in Paris. Mit Julian Draxler und Goncalo Guedes hat er aber starke Konkurrenten bekommen. In Paris findet man zudem ein etwas defensiveres Pendant von Lo Celso: Marco Verratti. Sie sind beide nicht vom Ball zu trennen, spielen unvorstellbar geniale Pässe, verfügen über eine tolle Ballführung, nur ist Giovani Lo Celos, aufgrund seiner Position, öfter bei Offensivaktionen zu sehen als der Italiener. Lo Celso hat das Potential ein sensationeller Spieler zu werden, jedoch ist die Konkurrenz in Paris zu groß, weshalb ein Wechsel zu einem anderen Verein wahrscheinlich die bessere Lösung wäre.

Martin Ødegaard // 18 // sc Heerenveen/Real Madrid

Als Martin Ødegaard am 10. Januar unter großem Medienaufkommen als Neuzugang des sc Heerenveen vorgestellt wird, wirft er zunächst einen Blick zurück: „Ich bereue es nicht, mich für Real Madrid entschieden zu haben. Ich habe mit großen Spielern und tollen Trainern gearbeitet und bin ein besserer Fußballer geworden.“ Zwei Jahre ist es her, dass die europäische Fußball-Elite Jagd auf den damals 15 Jahre alten Norweger machte, der in der Heimat durch die erste Liga wirbelte und noch vor seinem 16. Geburtstag für die Nationalmannschaft debütierte. Am Ende sicherte sich Real Madrid für 2,8 Millionen Euro die Dienste des offensiven Mittelfeldspielers, der Anfang 2015 in die spanische Hauptstadt wechselt und von den Königlichen sogleich für die Champions League nominiert wird. Doch so schnell, wie es manch einer erwartet, geht es nicht voran. Ødegaard debütiert zwar als jüngster Spieler in der Geschichte des Klubs, doch die Wunderdinge, die viele von ihm zu erwarten scheinen, kann er verständlicherweise nicht vollbringen. Nach zwei Jahren in Madrid, in denen er sein Talent bei der zweiten Mannschaft in der dritten Liga immer wieder aufblitzen lässt, ohne durchgehend herauszuragen, entschließt man sich zu einer anderthalbjährigen Leihe nach Heerenveen. Ødegaard bezeichnet den Wechsel als „richtigen Schritt“ und hat damit Recht. Der offensive Stil der Eredivisie kommt ihm entgegen, die spielstarke und technisch versierte Mannschaft ist genau das richtige Umfeld, in dem sich der wendige und dribbelstarke Mittelfeldspieler mit dem feinen linken Fuß entfalten kann. Mit gerade einmal 19 Jahren wird Martin Ødegaard im Sommer 2018 nach Madrid zurückkehren. Für die ersehnten Wunderdinge bliebe von da an noch mehr als genug Zeit.
* Name // Alter // aktueller Verein (Leihe)/Stammverein

 

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