CAVANIS FRISEUR 110 – Rechtsaußen

Adama // 21 // Middlesbrough

„A bit of Messi, a bit of Ronaldo“ – so wurde Adama Traore, zehn Millionen Euro-Neuzugang von Aston Villa, im Sommer 2015 vom damaligen Trainer Tim Sherwood beschrieben. Mit gerade mal 19 Jahren und solche Vorschussbeeren, war es fast vorhersehbar, dass Adama Traore bei Aston Villa wenig Erfolg haben sollte. Nichtsdestotrotz war Sheerwoods Vergleich keineswegs so abwegig. Der Spanier mit malischen Wurzeln besuchte seit seinem achten Lebensjahr La Masia, die berühmte Jugendakademie von Barcelona, und wurde in der B-Mannschaft zu einem der Leistungsträger. Sein Spiel erinnert tatsächlich stark an das von Cristiano Ronaldo, doch aufgrund seines Größe von 1,71m wirkt er deutlich flinker und wendiger und damit deutlich Messi-esk. Adama Traore ist unglaublich schnell und hat eine Auge für die richtigen Laufwege. Der Flügelspieler ist sehr verspielt und hat einen beeindruckenden Antritt. Als inverted Winger fehlt ihm jedoch die Beidfüßigkeit, da er als Rechtsfuß auf der rechten Seite wenig Torgefahr auszustrahlen weiß. Zwar weiß er sich mit seinem bulligen Körper und seinem Antritt gegen Verteidiger oft durchzusetzen, muss jedoch die Zeit haben, um sich den Ball auf den rechten Fuß zu spielen, sodass er mit seinem starken Fuß abschließen kann. Oft hilft er sich daher mit einem Außenristschuss oder gar einem Lauf Richtung Stange, um einen kurzen Pass auf einen freilaufenden Stürmer zu spielen. Vorigen Sommer folgte sein Wechsel zu Premier League-Aufsteiger Middlesbrough und stieß wenig später auf erste Probleme, die ihn daran hindern sich zu entfalten. Bei Boro ist der 21-Jährige oft zur Eigensinnigkeit gezwungen, denn seine Kollegen sind wenig aktiv in ballfernen Räumen. Damit fehlen dem Flügelspieler, der oft in der eigenen Hälfte bereits mit einem Dribbling die Konter einleitet, die nötigen Anspielstationen. Daher sucht Traore oft das 1-gegen-1, weiß sich nicht immer durchzusetzen und versucht dann einen schlechtstehenden Kollegen anzuspielen. Mit 5.6 erfolgreichen Dribblings pro Spiel ist er zudem der erfolgreichste Dribbler aller Top 5-Ligen. Unter Boro-Trainer Aitor Karanka ist er zwar als Rechtsaußen aufgestellt, doch fast überall auf dem Spielfeld zu finden. Middlesbrough hat einen genialen Spieler mit unglaublichen Talent und Kampfgeist, doch unter Karankas Spielstil und dem Spielstil seiner Kollegen kann er sein volles Potential nicht entfalten oder der Mannschaft weiterhelfen.

Oliver Burke // 19 // RB Leipzig

Der Schotte war bei Nottingham Forest in der Championship, der zweiten englischen Liga, einer der Shootingstars. Trotz seiner erst 19 Jahre erzielte der Rechtsaußen in seinen ersten fünf Spielen in dieser Saison gleich vier Tore und verzauberte die Forest-Fans. Und die Leipzig-Scouts. Diese wurden direkt auf den Schotten aufmerksam, der in der Vorsaison mit 18 Jahren auf ganze 18 Einsätze kam. Oliver Burke galt bereits nach kurzer Zeit im Profifußball als großes Talent und soll zu einer neuen Generation von Schotten zählen, zu der auch Ryan Gauld von Sporting Lissabon gezählt wird. Und es stimmt. Seine Bewegungen und sein Spielstil wirken ganz und gar nicht „schottisch“, man möchte vergleichsweise schon fast brasilianisch sagen. Dennoch kam es für viele auf der Insel überraschend, dass Oliver Burke für stolze 17,5 Millionen Euro wechselte und dann auch noch in die Bundesliga, immerhin waren mit Arsenal, Tottenham und Chelsea, viele große englische Vereine hinter dem Talent her. Doch Burke passt perfekt zum Spiel der Leipziger. Mit seiner engen Ballführung, seinem Antritt, seinem unglaublichen Tempo und seinem Zug zum Tor passt er ideal ins moderne Spiel Hasenhüttls. Der Schotte zieht zwischen die Linien und antizipiert Laufpässe, die er mit seiner ausgezeichneten Technik ideal annimmt und auch im Tor unterzukriegen weiß. Bei Leipzig muss sich Burke jedoch erst einfinden. Der Schotte ist ohne Frage ein großes Talent, jedoch muss er den Spielstil und das Pressing erst verinnerlichen. Wenn man Oliver Burke etwas mehr Zeit gibt, kann er sich in der deutschen Bundesliga zu einem fantastischen Spieler entwickeln.

Kingsley Coman // 20 // Bayern München

Seine Kindheit und Ausbildung genoss der heute 20-jährige Kingsley Coman in der berühmten Schule von Paris Saint-Germain. Im Alter von nur 16 Jahren und 8 Monaten debütierte der Offensivspieler unter Carlo Ancelotti für die Profimannschaft der Pariser. Der Italiener war sich jedoch sicher, dass Coman noch nicht soweit war und setzte wenige Vertrauen in den Flügelspieler. Ähnlich wie Pogba zog es den Franzosen damals kurz nach seinem 18. Geburtstag nach Italien und wechselte ablösefrei zu Juventus. Diese machten mit dem Flügelspieler einen genialen Deal, denn bereits ein Jahr später klopfte der deutsche Rekordmeister Bayern München an, lieh den Franzosen für eine Leihgebühr von sieben Millionen Euro und zogen die Kaufoption in Höhe von 21 Millionen Euro. Zwar entging den Italienern damit ein großartiges Talent, jedoch gewann die deutsche Bundesliga einen flinken, agilen, dribbelstarken Flügelspieler – und Juve immerhin 28 Millionen Euro. Unter Pep Guardiola wurde Coman zu einem wichtigen Spieler der Münchner und sorgte Woche für Woche für Torgefahr. Vom talentierten, verspielten Flügelflitzer wurde ein reifer Offensivspieler, der mit seinen Dribblings und seinen Torschüssen für viele Offensivaktionen sorgt und zukünftig Franck Ribery beerben soll. Während er unter Pep Guardiola sogar zum Nationalspieler avancierte, kam er unter Carlo Ancelotti derzeit selten zum Einsatz – unter anderem auch bedingt durch eine hartnäckige Kapselverletzung.

Breel Embolo // 20 // Schalke 04

Mit 17 Stammspieler bei einem Champions League-Teilnehmer, mit 18 das Debüt für das A-Team der Schweiz, mit 19 der Wechsel in die Bundesliga, für kolportierte 22 Millionen Euro. Breel Embolo, geboren in Kamerun, aufgewachsen in Basel, legte einen Karrierestart nach Maß hin. In der aktuellen Saison durch eine Sprunggelenksverletzung langfristig außer Gefecht gesetzt gilt er weiterhin als eine der großen Sturmhoffnungen weltweit. Seine Physis ist für seine 19 Jahre beeindruckend und wird dabei von ihm auch noch offensiv wie defensiv erstaunlich geschickt eingesetzt, sodass er im direkten Zweikampf nur schwer vom Ball zu trennen ist. Rein technisch sticht er nicht wirklich heraus und dennoch gelingen ihm teils spektakuläre Dribblings, starke Pässe und teilweise gar Kabinettstückchen durch geschicktes Ball abschirmen, Übersicht und eine schnelle Auffassungsgabe. Egal ob als mitspielender Stürmer oder torgefährlicher Flügel: Embolo weiß, wie er seine Fähigkeiten einbringen und seinem Team helfen kann. Ein Spieler, an dem man nicht nur auf Schalke noch viel Freude haben wird.

Gabriel Barbosa // 20 // Inter Mailand

Bereits seit langer Zeit gilt Gabriel Barbosa als eine der großen Hoffnungen des brasilianischen Fußballs. Groß geworden ist er beim FC Santos, dem Klub, der bereits mit Pelé, Robinho und zuletzt Neymar eine Reihe an hochbegabten Angreifern hervorbrachte. „Gabigol“, so sein Spitzname, durchlief alle Jugendmannschaften der Seleção und debütierte am 30. Mai 2016 gegen Panama in der A-Nationalmannschaft. Er wurde seinem Namen gerecht und erzielte den Treffer zum 2:0 Endstand. Seither war Gabriel stetiger Bestandteil im Kader der Seleção, er war sowohl bei der Copa Ámerica Centenario 2016 als auch bei den Olympischen Spielen von Rio dabei. Mit der Goldmedaille im Gepäck war Gabigol nun bereit für den Schritt nach Europa. Seit geraumer Zeit war hatte eine Vielzahl europäischer Top-Klubs Interesse, der FC Barcelona sicherte sich gar ein Vorkaufsrecht. Das Rennen machte um seine Unterschrift machte im vergangenen Sommer aber Inter Mailand und zahlte fast 30 Millionen Euro. Bei den Nerazzurri wurde Gabriel in einer spektakulären Pressekonferenz der Öffentlichkeit präsentiert, die Tifosi schwelgen seitdem in Erinnerungen an Ronaldo, der im Trikot der Mailänder einst der beste Spieler der Welt war. In Italien hatte der Linksfuß aber mit Anlaufschwierigkeiten zu kämpfen, erst der Trainerwechsel von Frank De Boer zu Stefano Pioli sorgte für etwas mehr Einsatzzeiten. „Ich war körperlich anfangs nicht bereit für die neue Aufgabe“, resümierte der Brasilianer in der Winterpause. Doch nicht nur physisch hat Gabriel Nachholbedarf, auch taktisch wirkt er in der Serie A noch überfordert. Woran es ihm aber nicht mangelt, ist Selbstbewusstsein. Gabriel fordert auch bei Inter jeden Ball und zeigt immer wieder seine technischen Fähigkeiten, er ist stark im Dribbling und kann in höchstem Tempo auf die gegnerische Abwehr zumarschieren. Als reiner Linksfuß ist der Brasilianer in seiner Spielanlage aber nicht ganz so vielseitig wie sein Namensvetter Gabriel Jesus von Manchester City. Trotz Anlaufschwierigkeiten ist Gabigol auf einem guten Weg, erst kürzlich erzielte er gegen Bologna sein erstes Pflichtspieltor für Inter. Und wieder erinnerten sich die Tifosi an den großen Ronaldo: Auch „Il Fenomeno“ markierte einst gegen die „Rossoblu“ seinen ersten Treffer in Italien.

Alen Halilović // 20 // UD Las Palmas/Hamburger SV

Das Wunderkind, der kroatische Messi, der Gescheiterte. Alen Halilovic hat mit seinen 20 Jahren schon einiges erfahren. Dass der Junge ein hervorragender Fußballer ist, ist zuweilen fast untergegangen im Mix aus eigener Limitiertheit und teils absurd überzogenen Erwartungen. Wenn der Kroate auf dem Feld steht, sieht man schon im Ansatz seine technische und spielerische Überlegenheit. Kurz darauf seine an dieser Stelle mal wohlwollend mit „mäßig“ umschriebene Defensivarbeit. Im heutigen Fußball muss man schon sehr herausragen, um so eine Vernachlässigung defensiver Pflichten rechtfertigen zu können. Das wiederrum ist für einen Teenager in einer europäischen Topliga auch bei Alens Talent keine Selbstverständlichkeit. Aus der Jugend von Kroatiens Dauermeister Dinamo Zagreb heuerte Halilovic 2014 beim FC Barcelona an, wo er vertraglich zugesichert nur ein Jahr in der B-Mannschaft verbringen sollte. Er war zu diesem Zeitpunkt der Star des Teams, lief mit spielmachenden Aufgaben auf dem rechten Flügel auf und zeigte weitestgehend starke Leistungen. Nichtsdestotrotz stand am Ende der letzte Platz und der Abstieg aus Liga Zwei. Seine erste Erstligaerfahrung sollte er im Jahr darauf bei Sporting Gijon sammeln. Die Asturier, frisch aufgestiegen, galten zu diesem Zeitpunkt als Abstiegskandidat Nummer eins. Halilovic stellte sich auch hier schnell als der potenteste Offensivspieler heraus – und hatte dennoch die komplette Saison keinen sicheren Stammplatz. Man kann nur ahnen, wie Trainer Abelardo vor jedem Spiel zwischen defensiver mannschaftlicher Geschlossenheit und einem Schuss offensiver Extraklasse abwog. Halilovic jedenfalls wurde je nach Spielsituation ein- oder ausgewechselt, bestritt fast alle Spiele, davon allerdings kaum eines über 90 Minuten. Dazu stellte ihn Abelardo nur noch teilweise auf Rechtsaußen auf, teilweise ließ er mit Halilovic ein 4-4-1-1 spielen und gab seinem jungen Kreativen als hängende Spitze alle Freiheiten. Vor allem in der Hinrunde zeigte Halilovic, dass er der Spieler war, der den Unterschied ausmachen konnte und trug dazu bei, dass Sporting letztlich überraschend die Klasse hielt, doch gänzlich überzeugen konnte er die Verantwortlichen bei seinem Heimatverein nicht. Vergangenen Sommer ließ man ihn zum Hamburger SV ziehen, auch wenn man sich die obligatorische Rückkaufklausel sicherte. In Deutschland lief es für Halilovic dann überhaupt nicht mehr, nach durchwachsenem Saisonstart unter Bruno Labbadia wurde er von Neu-Trainer Gisdol gänzlich ausgemustert und in der Winterpause zurück nach Spanien verliehen. Das Ziel ist Las Palmas, die mit ihrem spielerisch starken, auf Ballbesitz fokussierten Fußball sehr gut zu Halilovic passen dürften und wo er wohl wieder auf dem rechten Flügel eingeplant ist. Bleibt zu hoffen, dass er die Kurve bekommt und sein Talent einmal dauerhaft zeigen kann.

Malcom // 19 // Girondins Bordeaux

Malcom wurde in Brasilien bei Corinthians ausgebildet und durfte dort schon früh, mit 17 Jahren, in der Profimannschaft auftreten. Der junge Flügelspieler konnte dort Spielpraxis einsammeln und stieß natürlich bei europäischen Klubs auf Interesse. Anfang 2016 kam endlich der Wechsel jenseits des Atlantiks, nach Bordeaux, für 5 Millionen Euro. In seiner ersten Saison kam er sehr regelmäßig zum Einsatz, allerdings eher als Ersatzspieler, um die üblichen Flügelspieler Ounas oder Rolan zu entlasten. In 2016-2017 ist er zum Stammspieler avanciert, der hinter den zwei Spitzen die Bälle verteilt, alleine oder rechts neben Ounas. Ein echte Herausforderung für einen jungen Spieler, vor allem in einer Mannschaft die manchmal das Toreschießen verlernt. Der Brasilianer ist unglaublich schnell, verfügt über eine fantastische Technik und bringt bei Schüssen, Flanken und Pässen viel Gefahr. In Brasilien dagegen scheint er den Anschluss an der Nationalelf momentan verloren zu haben. In der U20 war er in 2015 regelmäßig dabei, in letzter Zeit ist er aber eher aus dem Blickfeld gerückt. Malcom ist ein unglaublich athletischer und talentierter Spieler, der in ein paar Jahren bei vielen großen Vereinen Thema sein könnte.

Emre Mor // 19 // Borussia Dortmund

Spätestens seit der Europameisterschaft im letzten Sommer ist Emre Mor hinlänglich bekannt. Kaum ein Zuschauer war von Sätzen der Kommentatoren, die den Türken in den Himmel lobten befreit. Es gab ihn wieder: den „neuen Messi“. Um es vorwegzunehmen: Keiner wird wie Messi werden, nicht einmal ein so talentierter Spieler wie Emre Mor. Dennoch haben die Spielweisen beider Spieler in vielen Punkten Gemeinsamkeiten. Ähnlich wie der Argentinier ist der 19-Jährige klein gewachsen und besitzt einen entsprechend tiefen Körperschwerpunkt, der es ihm ermöglicht, den Ball zu behaupten ohne, dass er aus der Balance gebracht wird. Seine kurzen Beine sorgen beim schnellen Dribbling für eine schnelle Schrittfolge und dadurch zu vielen Ballkontakten während der Ballführung. Dadurch kann er den Ball immer wieder neu ausrichten und einen heranstürmenden Gegner aussteigen lassen. Emre Mor ist einer der Spieler, die immer für eine verrückte Idee gut sind. Er zieht als Rechtsaußen gerne nach innen, um aus dem Halbraum oder gar dem Zentrum heraus kreativ Bälle zu verteilen. Dabei verwendet er neben gut getimten Schnittstellenpässen gerne Lupfer über die Abwehr oder spielt Verlagerungen. In engen Räumen findet er sich dank seiner Übersicht und Koordination sehr gut zurecht, wodurch er geradezu prädestiniert für eine Position im Zentrum ist. Seine Entscheidungsfindung ist hierfür jedoch noch nicht auf allerhöchstem Niveau. Manchmal ist der türkische Nationalspieler noch zu sehr auf den tödlichen Pass fixiert oder sucht zu früh aus ungünstiger Position den Abschluss. Er muss dahingehend schlichtweg noch geduldiger in seinen Aktionen werden. In Dortmund hat er aber alle Voraussetzungen, um genau diese kleine Schwäche noch wettzumachen. Mit 19 Jahren ist das aber irgendwo normal und er wird dieses Problem in etwa zwei Jahren bei entsprechender Entwicklung womöglich sogar abgelegt haben. Bis dahin heißt es: Gimme Mor!

Christian Pulisic // 18 // Borussia Dortmund

Vor rund einem Jahr feierte der US-Amerikaner im zarten Alter von nur 17 Jahren unter Thomas Tuchel sein Profidebüt bei Borussia Dortmund. Nur drei Monate sollte es dauern, bis er sein erste Profitor erzielen sollte. Seitdem ging es für das junge Talent aus den Vereinigten Staaten steil bergauf. Vor allem in seinem Heimatland kommen sie gar nicht mehr aus dem Schwärmen heraus. „Talent of the century“, also ein Jahrhunderttalent soll er sein. Trotz seines jungen Alters bricht er bereits jetzt viele Rekorde und weiß auch in der deutschen Bundesliga aufzuzeigen. Der flinke, wendige Flügelflitzer verdreht den Verteidigern mit seinem Spielwitz den Kopf und läuft ihnen dann wortwörtlich davon. Christian Pulisic ist trotz seines jungen Alters nicht nur extrem laufstark – er läuft durchschnittlich knapp 12km pro Spiel – sondern auch phsyisch bereits sehr weit. Der 1,73m große Flügelspieler sieht auf dem ersten Blick zwar wie ein Leichtgewicht aus, weiß sich aber immer öfter bei Zweikämpfen durchzusetzen. Hinzu kommt noch eine beachtliche Technik und Ballführung mit der er viele Löcher aufzureißen weiß und ideale Pässe, mit denen er seine Kollegen in Aktion bringt. Wenn Christian Pulisic aufs Feld kommt, fügt er sich nahtlos ins Spiel ein und wirkt abgebrüht und erfahren. Bei Kontern wartet er im Halbraum und läuft sich mit seinem Antritt frei, um mit dem langen Pass vom Flügel Richtung Tor zu laufen, um für Gefahr zu sorgen. Zwar leitet er mit seinen schnellen Dribblings viele Angriffe der Dortmunder ein, spielt jedoch noch zu oft einen unsauberen Pass zu seinen Kollegen. Für umso mehr Gefahr sorgen dafür seine Ballannahmen. Mit seinem First Touch reißt er Löcher in der gegnerischen Verteidigung auf, schafft damit Räume für seine Mitspieler, die er mit einem gefährlich Pass in Szene setzen zu versucht. Diese Ballannahmen sind eine seiner größten Waffen und einer der Gründe, was ihn so gefährlich macht. Wenn der US-Amerikaner es noch schaffen würde noch konstanter zu werden und noch bessere Hereingaben zu machen, könnte er sich zu einem großartigen Spieler entwickeln. In Dortmund brachte er es in dieser Saison auf bisher 25 Einsätze (Stand: 24.02.2017) und brachte es dabei auf neun Scorerpunkte (zwei Tore, sieben Vorlagen). Christian Pulisic ist erst 18 Jahre alt aber bereits jetzt unglaublich weit für sein Alter. Mit ihm hat Borussia Dortmund ein riesiges Talent in ihren Reihen, dass in den nächsten Jahren zu einem großartigen Spieler werden könnte.


Leroy Sané // 21 // Manchester City

Der Schalker wechselte im letzten Sommer nicht ganz überraschend für eine stattliche Summe von 50 Millionen Euro auf die Insel. Unter Pep Guardiola hat er gute Voraussetzungen sein Spiel weiterzuentwickeln. Bis zu seinem Wechsel war Sané der Shootingstar auf Schalke und gehörte zu den besten Außenstürmern der Liga. Sein Spiel ist sehr aufs Dribbling fokussiert, das er mit seinem ungeheuren Tempo kombiniert. Erstmal nichts Ungewöhnliches für einen Flügelspieler. Was den 21-Jährigen aber von den meisten seiner Kollegen unterscheidet, ist die Fähigkeit auch in engen Räumen noch im allerhöchsten Tempo zu dribbeln. Er ist gerade im Konterspiel dazu in der Lage, mit Tempo auf die Verteidiger zu zulaufen und Chancen zu kreieren. Im Schnitt bestreitet er alle 90 Minuten 4,3 Dribblings, wovon er 2,6 gewinnt. Zunächst kein überragender Wert, aber betrachtet man die Umstände unter denen er diese Duelle führt, so ist dieser recht beachtlich. Sané sucht immer das Risiko. Aggressiv dribbelt er seine Gegenspieler an und geht bis zur Grundlinie oder zieht in den Halbraum. Als rechter Flügelstürmer ist der Linksfuß häufig etwas limitiert, da er nicht so häufig ins Zentrum zieht und sich dabei auf simple Flügeldurchbrüche mit seinem schwachen Fuß beschränkt. Auf der linken Seite zeigte er besonders im Trikot des Schalke 04 ansprechende Leistungen, da er hier häufiger in den Halbraum zog und von dort aus kreativ agieren konnte. Bei den Citizens kam er in dieser Saison 20-mal zum Einsatz, flexibel auf beiden Außenpositionen. An das Positionsspiel Pep Guardiolas musste er sich insbesondere nach seiner Verletzung zu Saisonbeginn noch gewöhnen. Es war und ist wichtig, dass er sich sauber im Raum positioniert, womit er vereinzelt noch Probleme hat. Generell hat er sich aber diesbezüglich schon gebessert. Unter Guardiola stehen die Flügelspieler meist breit, um nach Verlagerungen in ein isoliertes Dribbling gegen den Außenverteidiger gehen zu können – eine Rolle, die gut zu ihm passt. Er muss in Zukunft nur seine Dribblings noch konsequenter anbringen, eine Erfolgsquote von über 60% sollte ihm dahingehend jedenfalls Mut machen. Wie wichtig er für seine Mannschaft sein kann, zeigte der deutsche Nationalspieler in den letzten Spielen für Manchester City und vor allem in der Champions League gegen Monaco. Leroy Sané ist in jedem Fall ein aufregender Mann für die Zukunft, der künftig zu den besten Flügeldribblern Europas gehören wird.

 

 

 

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