Der Erfolgslauf der Gunners

13. April 2013 – Der Arsenal FC schaffte den Sprung auf Platz vier und konnte diesen bis Ende der Saison verteidigen. Nach 38 Runden lag man dank einem Punkt mehr vor den Tottenham Hotspurs. Ein Happy End, trotz einer anfangs schlechten Saison.

Im Sommer zuvor verließen wichtige Spieler den Verein. Starstürmer Robin van Persie kehrte den Gunners nach acht Jahren den Rücken zu, auch Mittelfeldstratege Alex Song verließ den Verein und wechselt nach Katalonien zum FC Barcelona. Herbe Rückschläge für den AFC, die nicht leicht zu verkraften waren. Ersatz musste her. Lukas Podolski, Santi Cazorla und ein damals wenig bekannter Olivier Giroud wechselten zu den Hauptstädtern. Die Verpflichtungen wurden von den englischen Medien gelobt, doch die Integration dieser Spieler erwies sich schwieriger als gedacht. Das Uhrenwerk der Mannschaft lief zwar noch nicht geschmiert, doch es funktionierte. In den ersten beiden Spielen der neuen Saison reichte es zwar nur zwei torlosen Unentschieden gegen Sunderland und Stoke City, aber dann kam ein kleiner Erfolgslauf der Gunners. Ein 1:2-Auswärtssieg gegen den FC Liverpool, ein unglaublicher 6:1-Heimsieg gegen Southampton FC und ein 1:1 gegen Manchester City.

Doch dann kamen die Blues. Ab der Niederlage gegen Chelsea geriet die Mannschaft ins Schwanken. Ständig lagen die Gunners zwischen Genie und Wahnsinn, nach einer schwachen Niederlage folgte meist ein hoher Sieg, doch diese Inkonstanz machte der Mannschaft zu schaffen. Hinzu kamen noch die Kritiken der Medien, der Fans und die Verletzungen wichtiger Spieler. Mittelfeldspieler Jack Wilshere fiel für Monate aus. Der schnelle Offensivfußball schien den Spielern nicht zu liegen. Neuzugang Olivier Giroud fand selten bis nie ins Spiel und war vor dem Tor zu hektisch, Gervinho zeigte trotz spektakulärer Dribblings nur wenig. In der Defensive kam es Spiel für Spiel zu Missgeschicken. Frust und Verunsicherung machten sich breit. Das Vertrauen in Arsene Wenger sank.

Nach dem 18. Spieltag überwinterten die Gunners gerade noch am 4. Platz. Doch die Pause tat der Mannschaft gut. Zurück aus der Winterpause zeigte sich die Mannschaft wie ausgewechselt, das Offensivspiel schien plötzlich zu greifen. Das Spiel gegen West Ham United musste wetterbedingt abgesagt werden, doch schon in der Folgewoche feierte der Arsenal FC einen 7:3-Heimsieg gegen Newcastle United und schien aus der Lethargie erwacht zu sein. Vor allem die Formschwachen Theo Walcott und Olivier Giroud spielten so gut wie schon lange nicht mehr. Der Franzose erzielte dabei einen Doppelpack, Walcott gar einen Hattrick.

Die drei neuen Stars der Mannschaft: Özil, Giroud und Ramsey

Die drei neuen Stars der Mannschaft: Özil, Giroud und Ramsey

Die Mannschaft schien (zusammen)gewachsen zu sein und spielte wieder ansehnlichen Fußball. Der bisher enttäuschende Aaron Ramsey etablierte sich in der Mannschaft, und hatte großen Anteil an vielen Toren der Gunners. Neben ihn fanden sich mit Santi Cazorla und Mikel Arteta wichtige Stützen. Doch auch in der Defensive gab es einen Aufschwung, der anfangs stark kritisierte Per Mertesacker, den Londonern besser bekannt als „Big Fucking German“, fand zu alter Stärke und erwies sich als guter Neuzugang. Unterstützt wurde er hierbei von Laurent Koscielny, der Thomas Vermaelen auf die Bank verwies und mit „BFG“ herrlich harmonierte. Letztendlich stand mit Szczesny ein Mann im Tor, der diese Mannschaft perfekte abrundete und mit einige grandiose Paraden viele wichtige Punkte sicherte.

Seit dem 2:0-Rückspielsieg gegen den FC Bayern München am 13. März ist Arsenal in der Premier League ungeschlagen, und holte von allem Premier League-Vereinen die meisten Punkte. Die Spieler wussten zu überzeugen, der Endspurt der Saison überwältigend.

Die Saison war vorbei, der Transfermarkt erneut offen. Die Fans freuten sich auf die neue Saison, vor allem da das Präsidium Wenger viel Geld für den Transfermarkt versprach. Zuerst wurde Deadwood wie Chamakh, Gervinho, Andre Santon, Squillaci, Arshavin und Denilson abgegeben. Trotz bekannter Namen in der Gerüchteküche blieben namhafte Transfers anfangs aus, einzig Emiliano Viviano wurde ausgeliehen und Mathieu Flamini unterschrieb erneut bei den Gunners. Dabei hofften viele Fans auf einen neuen Star, einen wie Benzema oder Higuain, die beide häufig mit Arsenal in Verbindung gebracht wurden. Solch ein Transfer schien auch durchaus möglich, hat Arsenal doch die größten Geldreserven der Liga, allerdings blieb Benzema bei Real und Higuain entschied sich für den SSC Napoli und Rafa Benitez.

Es sah daher wirklich lange Zeit so aus als würden Viviano und Flamini die einzigen Neuzugänge bleiben – logischerweise eine große Enttäuschung für die Fans der Gunners. Bei vielen sank deshalb auch das Vertrauen in Coach Arsene Wenger, der anscheinend weiterhin auf große Stars verzichten wollte. Am letzten Transfertag gab es aber doch einen großen Transfercoup: Mesut Özil wurde für 50 Millionen Euro von Real Madrid verpflichtet und löste damit José Antonio Reyes als teuerste Verpflichtung der Vereinsgeschichte ab. Ein hoher Preis, doch die Fans sind sich einig, dass Özil sein Geld wert ist.

„Was dieser Kauf für eine Wirkung auf Arsenal hat, kann ich ehrlich gesagt noch gar nicht vollständig abschätzen. Fest steht, dass dieser Kauf gesessen hat und ein Fingerzeig an die Konkurrenz war“

Zum gut funktionierenden Werk aus London kommen nun auch noch Mesut Özil variantenreiche Dribblings und seine gefährlichen hohen Pässe. Die Mannschaft ist noch gefährlicher als in der Rückrunde der Saison zuvor. Hinzu kommt noch ein Aaron Ramsey, der bisher die Leistung seines Lebens abruft und im September zurecht zum Premier League Spieler des Monats ernannt wurde. Dem Waliser gelingt einfach alles. Jeder Pass kommt an, jeder Zweikampf wird gewonnen, jeder Schuss landet im Tor. Wengers Vertrauen in Ramsey wird nun belohnt. Auch er erhielt übrigens im September einen Preis. Der Franzose wurde zum Trainer des Monats ernannt.

Im Mittelfeld findet man dazu noch den jungen Jack Wilshere. In der Vorsaison nach seinem Comeback noch ein Schatten seiner selbst, ruft er diese Saison deutlich bessere Leistungen ab, und trägt Woche für Woche an den Siegen der Gunners bei. Als Backup hat man mit Mathieu Flamini einen Rückkehrer in der Mannschaft, aber die Fans waren nicht überzeugt. Vor einigen Jahren war er noch ein wichtiger Spieler im Mittelfeld der Londoner, allerdings lief es in Italien alles andere als gut. Wenig Spielzeit, einige Verletzungen und schon war der Franzose weg vom Fenster. In London angekommen hat sich Flamini schnell wieder eingelebt und zeigt sich als der neue Antreiber der Mannschaft. Wichtig, vor allem da Mikel Arteta zu diesem Zeitpunkt verletzt ausfiel. Die Fans wurden eines Besseren belehrt.

„Ich würde soweit gehen und sagen, dass Flaminis Wechsel fast so wichtig war wie der von Özil.“

Die Mannschaft ist in der Breite sowie in der Tiefe stark aufgestellt. Das Werk unter der Ägide Wengers funktioniert sehr gut, doch wird von Verletzungen immer wieder gebremst. Derzeit sind Podolski und Oxlade-Chamberlain bis mindestens November außer Gefecht. Wenn diese erstmal wieder zurück sind, kann man Arsenal garantiert zu den Titelanwärtern zählen, vor allem da die großen Favoriten aus Manchester mit Problemen zu kämpfen haben.

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