Ligue 1 – Die Spieler des Jahres

Spieler des Jahres: Kylian Mbappe | AS Monaco

Ein Phänomen, anders kann man ihn nicht beschreiben. Die Ligue 1 hat in den letzten Jahren ihren Standard angehoben und man ist jetzt immer öfter mit Spielern von Weltklasse konfrontiert. Aber, dass da ein 18-Jähriger einfach mal durchmarschiert und alles kurz und klein schießt, darauf war keiner gefasst. Eine Saison wie diese sieht man nicht alle Tage, genauer genommen hat man das Gefühl sowas seit 20 Jahren nicht gesehen zu haben. Ob Ligue 1 oder Champions League, Mbappe hat sein Talent bei jedem Spiel zur Schau gestellt. Ein Ballgefühl und ein Gespür fürs Toreschiessen, die wesentlich zur Meisterschaft von Monaco beigetragen haben, sowie zum exzellenten Parcours in der Champions League. Kein Wunder, dass sich jetzt bei Monaco die Transferangebote häufen. Aber der junge Mann hat auch jenseits des Platzes gezeigt, dass er einen kühlen Kopf behält. Das wilde Medieninteresse um ihn herum begegnete er mit ernüchternder Gelassenheit: auch eine Gabe der ganz Großen.

 

Trainer des Jahres: Lucien Favre | OGC Nizza

Es ist nicht einfach, die Pläne der französischen Trainerzunft zu durchkreuzen. Favre war eine erstaunliche Trainerwahl für Nizza, ein Klub der sonst eher auf klassische französische Trainerprofile stand; Favre ans Mittelmeer zu holen war schon richtungsweisend für den Mentalitätenwechsel bei Nizza. Er brachte frische Luft ins französische Oberhaus, vollendete die Nachwuchsarbeit von Claude Puel und zeigte Nerven im Duell gegen die Hochburgen Paris und Monaco: bis zum Ende der Saison konnte Nizza den Höllentempo der Favoriten mithalten, gegen allen Erwartungen. Eine hervorragende Leistung für Favre, der er ein extrem junges Team mit wenig Budget aufgebaut hat und an die Leistung seiner besten Gladbacher Jahre anknüpfen konnte. Auch in der Ligue 1 stellte der Schweizer seine Mannschaft im raumorientierten 4-4-2 gegen den Ball auf. Dass sich beim Favre-Pressing alle Spieler zu beteiligen haben, musste selbst das Enfant terrible des Fußballs, Mario Balotelli, feststellen. Favre schaffte es jedoch den Italiener passend einzubinden und um ihn herum ein passendes Gerüst zu zaubern. Nizza schaffte weiterhin den Spagat auf erfahrene Spieler wie eben Balotelli, Belhanda und Favre-Liebling Dante zu setzen und dabei talentierte Jungspieler wie Koziello, Cyprien, Seri oder Sarr zu entwickeln. Favre kompensierte erfolgreich die individuelle Unterlegenheit mit taktischer Finsesse und ist daher völlig zurecht unser Trainer des Jahres.

 

Youngster des Jahres: – Maxime Lopez | Olympique Marseille

Es gibt viele Vereine in der Ligue 1, die gewöhnt sind regelmässig Talente zu fördern. Marseille gehört nicht dazu, der Leistungsdruck der auf die Mannschaft und das Vereinsmanagement schwebt lässt sehr wenig Raum für Experimente und Jugendspieler werden oft lieber an andere Vereine überlassen. In solch einem Kontext seine ersten Schritte ins Profifussball zu laufen, ist schon eine Leistung an sich. Lopez ging aber darüber hinaus, seine erste Saison als Profi erwies sich einwandfrei als Erfolg. Sein überraschendes Auftreten, mitten in der Saison, trug massgeblich an der Leistungswende des Teams unter Rudi Garcia. Er nahm direkt eine wichtige Verantwortung im Zwischenspiel von OM ein, als kreativer Mittelfeldspieler unter erfahrenen Offensivkräften. Der junge Bursche gab seinen Teamkollegen eine Lektion in Sachen Spielbereitschaft, Risiko und Lauffreude. Wenn er sich in den nächsten Jahren weiterhin so gut entfaltet hat er das Zeug zum Internationalen.

 

Newcomer des Jahres: Jean-Michael Seri | OGC Nizza

Eigentlich hätte die ganze Mannschaft von Nizza als Newcomer des Jahres fungieren können. Seri steht stellvertretend für die neuen Geist von Nizza. Er kam als absoluter Unbekannter von Paços Ferreira, nur kühne Experten hätten auf solch einen Transfer gesetzt. Doch unter Favre entwickelte sich der junge Mann prächtig, trug massgeblich zur Stabilität und defensiven Sicherheit der jungen Mannschaft. Ein Stil, den man in Frankreich vor ein paar Jahren von Ngolo Kanté kannte. Ob sich bei ihm auch dieselbe Zukunft abzeichnet? Seri hat jedenfalls viele Angebote aus dem Ausland, und dieser Abgang wäre für Nizza schwer zu verkraften. Vor allem, weil Seri in Sachen Kreativität weitaus effizienter ist als der Mann von Chelsea. Seit der Verletzung Cypriens im Frühjahr ist Seri selbst als kreativer Passgeber in Erscheinung getreten. Die Frage, ob sich Nizza von Newcomer zum dauerhaften Kandidaten für das Podium entwickeln kann, entscheidet sich im wesentlichen durch solche Personalfragen.

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