Bayer 04 Leverkusen sichert sich die Dienste von Moussa Diaby. Der mittlerweile 20-Jährige Offensivmann schließt sich dem Team von Peter Bosz an. Für 15 Millionen Euro hat die Werkself dennoch ein echtes Schnäppchen geschlagen.

Wir haben den Flügelspieler bereits vor einigen Monaten im Rahmen unserer Talente-Serie genauer analysiert.

Moussa Diaby im Porträt

Dan-Axel Zagadou, Stanley N’Soki, Antoine Bernede, Yacine Adli oder Timothy Weah. Die Jahrgänge 1999 und 2000 der PSG-Nachwuchsabteilung gehören zu den stärksten der jüngeren Vergangenheit. Einer der besten und reifsten Spieler aus diesen Altersklassen ist zweifellos der 19-jährige Moussa Diaby.

Nach einem wenig erbaulichen Halbjahr beim italienischen FC Crotone hatte sich im letzten Sommer der HSC Montpellier über die Möglichkeit einer erneuten Ausleihe erkundigt. Doch zur Überraschung vieler lehnte der neue PSG-Coach Thomas Tuchel ab und versprach Diaby, ihn langsam an das hochkarätige Profiteam heranzuführen.

Und zur Hälfte der Saison lässt sich klar erkennen, dass Tuchel Wort gehalten hat. Wettbewerbsübergreifend kommt der Pariser malischer Abstammung auf über 1000 Minuten Spielzeit in 23 Partien (Stand: 25.02.2019).

Dabei gelangen dem Flügelspieler drei Tore und sechs Assists. Neben Christopher Nkunku, der ebenfalls an der PSG-Akademie ausgebildet wurde, gilt Diaby als Lieblingsschüler seines detailverliebten deutschen Trainers.

Zu den Stärken des 1,70 Meter großen Energiebündels zählen in erster Linie Antritt, Schnelligkeit und Dribbling-Stärke. Der linksfüßige Angreifer operiert am liebsten weit außen auf den Flügeln, vornehmlich auf dem rechten, von wo aus er Geschwindigkeit und Technik nutzt, um in die Mitte zu schneiden.

Seine Dribblings sind geprägt von Kreativität und einem spektakulären Flair, wobei dem Jungspund seine überdurchschnittliche Balance und Körperbeherrschung zugutekommt. Diabys risikoreiche Tricks resultieren jedoch noch zu oft in vermeidbaren Ballverlusten.

Dabei ist der Franzose auch ein guter Passgeber, der es exzellent versteht seine Mitangreifer insbesondere mit kürzeren Steilpässen in Szene zu setzen. In der laufenden Saison verbucht Diaby daher trotz seiner limitierten Spielzeit 0,9 Key Passes pro Spiel und kann mit 82,2% eine sehr ordentliche Passquote aufweisen.

Diese Passsicherheit, die auch im Angriffsdrittel noch zum Tragen kommt, macht ihn kombiniert mit seinem Tempo und seiner Stärke im Dribbling, zu einem mehr als brauchbaren Konterspieler. Durch seine Unberechenbarkeit ist Diaby zudem ein guter Strafraumspieler, der einen guten Riecher für den Ball besitzt.


Eine Schwäche im Spiel des quirligen Talents ist das Schlagen von Flanken. Des Weiteren sollte man von der Nachwuchshoffnung lieber keine allzu große Unterstützung bei der Defensivarbeit erwarten.

Wenn Diabys gute Entwicklung anhält und Tuchel auch weiterhin genügend Vertrauen in seine Nachwuchsspieler setzt, könnte sich Nummer 27 genau wie einst Adrien Rabiot, Alphonse Aréola oder Presnel Kimpembe eine gewichtige Rolle im Team erspielen.

Ob es aber zum Stammspieler reicht ist angesichts der starken Konkurrenz und der hohen Ambitionen bzw. der fehlenden Geduld seitens der katarischen Eigentümer ungewiss. Die Anlagen dazu hat der Hauptstädter jedenfalls.

Dieses Potenzial schien man bei Bayer Leverkusen wohl in Diaby gesehen zu haben. Nach dem Abgang Julian Brandts hat man sehr schnell einen passenden Nachfolger gefunden, der binnen kürzester Zeit für Furore in der Bundesliga sorgen könnte.

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Amadeus Marzai
Written by Amadeus Marzai
Die-Hard Fan von La Celeste, Edinson Cavani und den Toronto Raptors. Schaut auch gerne mal über den europäischen Fussball-Tellerrand hinaus.