Man City sicherte sich am Deadline-Day 2019 die Dienste von Pedro Porro. Der junge Rechtsverteidiger kommt für etwa 12 Millonen Euro von La Liga-Absteiger FC Girona nach Manchester.

Mit ihm verpflichten die Citizens nicht nur ein Versprechen für die Zukunft, sondern ein Talent, das ihnen sofort weiterhelfen kann und mit dem anderen Neuzugang auf dieser Position – João Cancelo – um einen Platz auf der rechten Seite streiten kann.

Man City kann ich auf jeden Fall auf eine echte „Rakete“ auf der rechten Defensivseite freuen, die sich langfristig zu einem Stammspieler entwickeln kann.

Bereits vor einigen Monaten stellten wir Pedro Porro im Rahmen unserer Talente-Serie näher analysiert.

Pedro Porro

Pedro Antonio Porro Saucedo, kurz Pedro Porro, erschien diese Saison so unerwartet auf der Bildfläche – ihn gibt es noch nicht einmal bei FIFA 19.

Dem 19-jährigen Rechtsverteidiger gelang in dieser Spielzeit der Schritt in den Profibereich: Von der zweiten Mannschaft des FC Girona, CF Peralada, kam er diese Saison in die erste Mannschaft.

Dort benötigte er keine Anpassungszeit und stieg direkt zum Stammspieler auf. Porro besticht dort besonders mit seinem Bewegungsspiel in der Offensive: Er positioniert sich sehr gut für Spielverlagerungen, er findet das passende Timing fürs Hinter- und Vorderlaufen und sorgt für saubere Staffelungen bei kleinräumigen Kombinationen.

In den weiträumigen Aktionen kommt besonders seine starke Dynamik zum Tragen. Bei den kleinräumigen Aktionen weiß er mit seinem ordentlichen Passspiel und seiner guten Ballführung zu gefallen. Wenn Porro unter Druck gerät, kann er das Pressing sauber mit Dribblings oder präzisen langen Bällen auflösen.

Seine bevorzugte Dribblingsrichtung ist diagonal und treibt ihn so häufig in den Halbraum, aus dem er manchmal gefährliche Flanken anbringen kann. Das defensive Spiel – für einen Rechtsverteidiger nicht gänzlich unwichtig – ist bei dem 1,76m großen Spanier ebenfalls ordentlich.

Besonders stark ist Porros Antizipation: Er erkennt mögliche Pässe des Gegners bereits im Voraus und fängt viele Pässe zu seinem „Gegenspieler ab“.

Seine Positionierung und Vororientierung ist in solchen Situationen ausgesprochen gut. Der Spanier lässt ein mögliches Gegenpressing gar nicht erst zu, weil er die abgefangenen Bälle mit einem Kontakt zum nächstbesten Mitspieler spielt.

Diese One-Touch-Pässe zeigen Porros hohes technisches Potenzial. Außerdem verhält er sich in Laufduellen extrem clever: Sobald die Möglichkeit da ist, schiebt Porro seinen Körper zwischen Gegner und Ball.

Diese Erfahrung musste auch Gareth Bale nicht nur einmal machen (auch wenn er dann noch ein Tor erzielt und eine Vorlage gegeben hat).

Die Schwächen des Spaniers sind die typischen Schwächen eines jungen Spielers: Die Konstanz (in quasi allem). Er rückt häufig zu früh bzw. zu spät raus und hat dementsprechend keinen Zugriff auf seinen Gegenspieler.

In der direkten Zweikampfführung hat er ebenfalls seine Probleme, weil er den Gegner zu frontal anläuft und ihn somit kaum lenkt. So können seine Gegenspieler nach innen ziehen, was ein Außenverteidiger eigentlich verhindern sollte.

Mit dem Ball ist Porro noch zu hektisch: Seine Pässe spielt er häufig hoch und weit in Situationen, die auch mit einem Dribbling oder Kurzpass gelöst werden könnten.

Nichtsdestotrotz besitzt Porro großes Potenzial, wenn er etwas an seiner Konstanz arbeitet. Und wer weiß: Vielleicht gibt’s ihn ja bald bei Ultimate Team.


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Written by Sascha
Ist für Taktikanalysen, Scoutingberichte und schlechte Wortspiele zuständig. Eigene Grammatik ist so ausbaufähig wie Swanseas letztjährige Tabellenplatzierung – und entsprechend ist hier keine Aussicht auf Besserung.