Premier League – die Spieler des Jahres

 

Spieler des Jahres: Eden Hazard | Chelsea FC

Kaum ein Spieler hätte diesen Award in der abgelaufenen Saison mehr verdient. Obwohl Teamkollege Kanté diese Ehre offiziell seitens der FA anerkannt wurde, war Hazard die prägende Figur der Saison. Nachdem man ihn in der vorherigen Saison beinahe als vermisst gemeldet hatte und er 2015/16 nie so wirklich in Tritt kam, avancierte Hazard unter Neu-Trainer Antonio Conte zum Herzstück der Chelsea-Offensive. Im neuen 3-4-3/5-3-2 war Hazard bei eigenem Ballbesitz Antreiber aus dem linken Halbraum oder dem Zentrum. Das Zusammenspiel mit Hintermann Alonso ermöglichte ihm ebenso eine breitere Position nahe der Seitenlinie. In seiner Positionsfindung war der Belgier flexibel. Flexibel gestaltete sich auch seine Beteiligung in der Defensive: Gegen den Ball rückte er häufig neben Costa und bildete eine Zweierreihe im Angriff oder er verteidigte passiv den linken Flügel. In diesen Szenen zockte Hazard vielfach und lauerte auf Konter. In Zahlen ausgedrückt erzielte der 26-Jährige in seinen 36 Partien 16 Treffer und bereitete 5 weitere vor. Seine Wichtigkeit für Chelsea ging aber weit über diese Zahlen hinaus: Hazard war stets das kreative Element. Seine wuchtigen, zielgerichteten Dribblings verbunden mit seiner guten Übersicht und seinem Spielwitz waren ständiger Gefahrenherd für den Gegner. Insbesondere das Zusammenspiel mit Pedro funktionierte hervorragend. Ich gehe sogar noch einen Schritt weiter und sage, dass Pedro mindestens zur Hälfte dafür gesorgt hat, dass Hazard in diesem Jahr so stark aufspielte. Seine klugen Laufwege und seine Intuition wenn es darum geht Angriffsrouten vorauszuahnen waren für den Belgier enorm wichtig. Ohne Hazards Leistungen schmälern zu wollen. Das geht schon so in Ordnung. Der kleine Belgier stand in diesem Jahr über Allen (auch über Joe…) und ist nicht nur einer der besten Spieler der abgelaufenen Premier-League-Saison gewesen sondern eine der prägenden Spieler seiner Zunft.

Trainer des Jahres: Antonio Conte | Chelsea FC

Der Italiener übernahm mit Chelsea einen Verein, der vom Vorjahr noch einiges wieder gutzumachen hatte – doch Conte übertraf alle Erwartungen. Mit der Dreierkette brachte er eine solide Defensive an die Stamford Bridge. Unter anderem dadurch fanden andere Spieler, die im Vorjahr noch stark schwächelten, zu alter oder gar besserer Form. Pedro, Hazard, Fabregas oder die beiden Neuzugänge Kanté und Alonso sorgten für hervorragende und vor allen konstante Leistungen über die ganze Saison hinweg und machten Chelsea so zur dominanten Vormacht Englands. Durch die starken Teamleistungen und das eingespielte Auftreten fanden viele Spieler neues Selbstvertrauen und profitierten von ihren neu oder anders interpretieren Rollen. Natürlich, kam Conte sehr entgegen, dass Chelsea sich durch die Nicht-Qualifikation für einen internationalen Bewerb vollends auf die Liga konzentrieren konnte und außerdem stets fitte Spieler zur Verfügung hatte. Einen großen Anteil an diesen Leistungen hatte Trainer Antonio Conte, der es durch seine Umstellungen und seine Taktiken wusste, den Spielern neues Leben einzuhauchen und sie zum Meistertitel zu führen. Wenn man bedenkt, wie schnell Antonio Conte aus einer Mannschaft, die vorige Saison am Sand war, ein funktionierendes und dominierendes Team machen konnte, kann die Wahl eigentlich nur „Conte“ sein.

Youngster des Jahres: Dele Alli| Tottenham

Der junge Tottenham-Mittelfeldspieler zählt bereits jetzt zu den besten Mittelfeldspielern der Welt. Der Engländer hat die Technik, das Spielverständnis und den Überblick dafür, seine Kollegen mit starken Aktionen noch besser in Szene zu setzen. Dele Allis Pressingresisstenz und Ruhe auf dem Platz ist beeindruckend, vor allem wenn man bedenkt, dass der junge Bursche erst seine ersten Schritte in der Premier League macht. Der 20-Jährige ist ein Allrounder, wie er selten in der Premier League zu finden ist. Gar nicht, aufgrund der Bandbreite seiner Fähigkeiten, sondern viel eher aufgrund der Art, wie fantastisch er all diese Fähigkeiten umsetzt. Dele Alli ist vielseitig und das auf höchstem Niveau. Sei es als Verbindungsgeber oder durch sein Movement in der Box – der Engländer macht das Spiel der Spurs zu etwas ganz Besonderem und damit brandgefährlich. Der Mittelfeldspieler hat den Blick für starke Situationen und das richtige Gespür, um atemberaubende Chancen zu kreieren oder sich selbst so freizulaufen oder zu positionieren, dass er selbst gefährlich werden kann. Alli ist ein Meister seines Werkes und daher fiel uns die Wahl zum Youngster des Jahres nicht sehr schwer.

Newcomer des Jahres: Alfie Mawson | Swansea

Als der junge Engländer im Sommer für fast 6 Millionen Euro zu Swansea City wechselte, rümpften einige die Nase. Zuvor war er bei Barnsley in der zweiten Liga aktiv und zeigte seine Klasse punktuell. Eine sofortige Stabilisierung der wackligen Swansea-Defensive war mit ihm nicht zu erwarten. Er sollte zunächst nur eine Investition für die Zukunft sein und mittel- bis langfristig eine Stütze bei den Swans werden. Dass er prompt zum Stammspieler avanciert, konnte sich der damals 22-Jährige wohl selbst kaum erträumen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten und wenig Einsätzen unter Trainer Guidolin, der auf Erfahrung setzte, war Mawson spätestens seit dem 15. Spieltag nicht mehr aus der Elf der Waliser wegzudenken und verpasste von da an keine einzige Minute mehr. Zwischenzeitlich entdeckte er sogar seine Torjäger-Qualitäten, als er im Frühjahr vier Treffer erzielte. Mawsons Stärken liegen neben dem Blocken von Schüssen (im Schnitt 1 Block pro 90 Minuten) und klärenden Aktionen (6,15 pro 90 Minuten) vor allem in den Luftduellen, wo er im Schnitt 64% seiner Zweikämpfe gewinnt. Weiterhin ist er stark darin, Pässe abzufangen und den einfachen Pass zu spielen. Wenngleich er aktuell nur auf eine Passquote von 82% kommt, ist er in seinen Kurzpässen sehr konstant und eignet sich gut als Zuarbeiter für die Mittelfeldspieler. Mawson ist dann am besten, wenn er sich auf klassische Verteidigeraufgaben konzentrieren kann und wenig komplexe Aufgaben einzunehmen hat. In seinen Fähigkeiten ist er jedoch sehr verlässig; es gab in der vergangenen Saison kaum Szenen in denen ihm ein Stockfehler unterlief oder er einfache Fehler in der Verteidigung machte. In seinem Alter sicher keine Selbstverständlichkeit. Mawson ist kein Van Dijk oder Koscielny, der die Abwehr in vielen Spielphasen alleine trägt. Er brauch schlichtweg einen dominanten Partner neben sich, dem er den Rücken freihalten kann. Diesbezüglich ist er einer der besten und könnte auch in der nächsten Saison eine wichtige Stütze Swanseas darstellen.

… und die Dreierkette

Ein weiterer Newcomer, der seit dieser Saison in der Premier League in aller Munde ist: die Dreierkette. Außer Burnley und Middlesbrough nutzte jedes Team in dieser Saison die Dreier- bzw. Fünferkette mindestens einmal. Für Chelsea war sie sogar maßgeblich für den Titelgewinn. Ohne viele Worte über eine Formation zu verlieren, da sie schließlich nur ein Hilfsmittel ist, um eine bestimmte Strategie auszuführen: Dreier- und Fünferketten sind seit der WM 2014 immer stärker im Kommen, da sie eine zusätzliche Absicherung in der Defensive liefern und die Breite mit einer Fünferkette effektiver abgesichert werden kann. Gerade in der noch immer flankenlastigen Premier League ist es von Vorteil, wenn man einen Flügelverteidiger auf Außen in den Zweikampf schickt und die restlichen drei (bzw. vier) Verteidiger im Strafraum verbleiben und dort auf die Hereingabe warten. Weiterhin hat man bereits im Aufbau eine Dreierkette vorhanden, wodurch sich keiner der Sechser fallen lassen muss, um Überzahl in der ersten Linie zu erzeugen. Das mag zunächst banal klingen, ist jedoch ein entscheidender Faktor im Aufbau: Das Zurückfallen ist, wie der Name bereits suggeriert, rückwärtsorientiert, das heißt, dass sich der Sechser immer mit dem Gesicht zum eigenen Tor den Ball holen und erst dann aufdrehen kann. Mit einem zusätzlichen Innenverteidiger, der sich bereits in dieser Position befindet, umgeht man dieses „Problem“. Die Dreierkette hat den meisten Teams daher weitergeholfen, sei es im Spielaufbau oder in der Stabilität gegen den Ball.

 

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