Der AC Milan sichert sich dem Vernehmen nach die Dienste von Lilles Rafael Leão. Der Portugiese soll künftig für Milan auf Torejagd gehen und die Italiener wieder in die Champions League führen.

Wir analysierten Leão bereits vor einigen Monaten im Rahmen unserer Talente Serie. Er ist ein weiteres Talent aus unserer Liste, das den Durchbruch zu einem großen Club schafft.

Rafael Leão im Porträt

Um Rafael Leão gab es im vergangenen Sommer viel Trubel. Sporting beklagte eine Vielzahl an Spielerabgängen und Vertragsauflösungen aufgrund interner Unruhen. So verpflichtete LOSC Lille den portugiesischen Nachwuchsstürmer ablösefrei.

Leão kam mit der Empfehlung der Empfehlung von eines U-17-Europameistertitels und 23 Toren in Sportings U19 nach Frankreich. Darüber hinaus feierte er mit 18 Jahren sein Debüt im Seniorenbereich und traf in fünf Einsätzen zweimal für seinen Heimatverein.

Angeblich forderten die Portugiesen im Nachhinein doch eine Ablöse für den Nachwuchskicker, die sich auf 45 Mio. Euro belaufen sollte. Eine durchaus stattliche Summe für einen, der erst fünfmal für die erste Mannschaft auflief. Seine Anlagen deuten aber schon an, dass Lille hier womöglich den Deal ihrer Vereinsgeschichte gemacht hat.

Der 19-Jährige ist ein temporeicher Stürmer, der sowohl als Teil einer Doppelspitze als auch als alleiniger Stürmer im 4-3-3 zu überzeugen weiß. Seine besten Szenen hat er als Solospitze, wenn er hinter die Abwehr starten kann.

Dabei ist Leão sehr raffiniert in der Raumfindung: Vielfach stoppt er beim Belaufen offener Räume ab, streut Richtungswechsel ein und kann den Gegner somit verwirren.

Dadurch kommt er innerhalb des Strafraumes häufig zu guten Abschlüssen, welche er jedoch oft schlecht verwertet. Dem Portugiesen fehlt es noch an der Kaltschnäuzigkeit im Abschluss.

Dank seines starken ersten Kontakts verschafft sich Leão gerade im Konterspiel den nötigen Tempovorteil auf den ersten Metern. Seine Fähigkeiten im Dribbling sind ebenfalls schon gut ausgeprägt, wenngleich er in engen Räumen noch etwas unbeholfen wirkt.

Am stärksten ist er vor allem bei Kontern, wenn der Lille-Angreifer große Räume attackieren kann. Hierbei erinnert er stark an Pierre-Emerick Aubameyang, der ein ähnliches Fähigkeitenprofil wie der Portugiese hat.

Dazu gehört leider auch sein mangelndes Spielverständnis, wenn er mit dem Rücken zum gegnerischen Tor agiert. Oftmals trifft Leão die falschen Entscheidungen im Passspiel sowie beim Anbieten zwischen den Linien.

Zu Saisonbeginn kam er daher nur zu Kurzeinsätzen für Lille. Mittlerweile hat er wettbewerbsübergreifend 840 Minuten gesammelt und dabei sieben Treffer erzielt und einen aufgelegt. In der Ligue 1 zeigte er sich zum Jahreswechsel in bestechender Form, als er in vier Spielen in Folge traf.

Das portugiesische Talent benötigt noch ein wenig Zeit, um sich in einer Top-5-Liga zu etablieren. Auf lange Sicht kann Rafael Leão jedoch ein Stürmer für einen Champions-League-Club werden und sich in der Nationalmannschaft einen Namen machen.

Die Leistungsdaten seiner Debütsaison in Lille können sich für einen mittlerweile 20-Jährigen durchaus sehen lassen: Fast 1.300 Spielminuten und zehn Torbeteiligungen stehen zu buche.

Der AC Milan kann sich auf jeden Fall auf einen idealen Stürmer freuen, der sich als Teil der Doppelspitze von Neu-Trainer Giampaolos „4-Raute-2“ perfekt neben Krzysztof Piatek einreihen dürfte.


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Written by Sascha
Ist für Taktikanalysen, Scoutingberichte und schlechte Wortspiele zuständig. Eigene Grammatik ist so ausbaufähig wie Swanseas letztjährige Tabellenplatzierung – und entsprechend ist hier keine Aussicht auf Besserung.