Rosarios Goldjunge – Mauro Icardi

Mauro Icardi stammt aus Rosario, der Heimatstadt von Lionel Messi. Dort kümmerten sich seine Großeltern um ihn, denn die Eltern mussten beide arbeiten um ihre drei Kinder durchzubringen. Mauros Leben drehte sich in Argentinien eigentlich nur um Schule und Fußball. Das fußballerische Talent hat er von seinem Vater geerbt, der schon mit 15 bei Rosario Central debütierte, aber dann doch nicht Profi wurde, da er anfangen musste zu arbeiten als Mauros Großvater starb. Als Mauro Icardi 9 Jahre alt war verließ seine Familie ihre Heimat Argentinien um nach Gran Canaria zu ziehen, wo er damit begann für den drittklassigen UD Vecindario auf Torjagd zu gehen. Und dies tat er erfolgreich, so erfolgreich sogar, dass der FC Barcelona auf ihn aufmerksam wurde. Auch Lionel Messi bekam Wind von der möglichen Verpflichtungen des Talentes aus seiner Heimatstadt Rosario und lud ihn prompt per Ansichtskarte ein auch nach Barcelona zu wechseln. „Nur ein Verrückter hätte es abgelehnt in den Nachwuchs des weltbesten Vereins zu wechseln“, stellt Icardi klar und zeigt, dass ihn Messi erst gar nicht überreden musste.

Angekommen bei Barcelona traf er sich öfter mit seinem Landsmann Messi und auch ansonsten lief es eigentlich gut für ihn. Nur passte Icardi nicht wirklich zu Barca bzw. zum spanischen Fußball. In La Masia lernte er zwar sehr viel, aber wegen Barcas System ohne Mittelstürmer und seiner physischen Stärke zog es ihn nach Italien, genauer gesagt nach Genua, wo er von der Sampdoria zuerst ausgeliehen und später für 400.000 € fix verpflichtet wurde. „Hier wandert der Ball in der Luft, in Spanien am Boden“, beschreibt Icardi die italienische Spielweise, die ihm offensichtlich mehr zusagt. In Italien musste er sich aber erst an einige Sachen gewöhnen, zum Beispiel an das viele Training ohne Ball oder an die harten Zweikämpfe, und spielte deswegen nur bei der Primavera. In seiner ersten vollen Saison für die Reserve der Blucerchiati erzielte er immerhin 19 Tore in 23 Spielen, was ihm gegen Saisonende, als Sampdoria kurz vor der Qualifikation zum Serie B-Aufstiegsplayoff stand, gegen Juve Stabia und Pescara auch seine ersten Auftritte in der ersten Mannschaft einbrachte.

In Sampdorias erstem Jahr zurück in der Serie A war Icardi bereits schon ein fixer Bestandteil des Teams. Ausgerechnet beim Derby gegen den Stadtrivalen Genoa kam er zu seinem ersten Einsatz von Beginn an. Mauro Icardis Startelfdebüt war äußerst beeindruckend. Er spielte Genoas Abwehr schwindelig und konnte sich Chance um Chance erarbeiten, während die langsame Innenverteidigung Genoas, bestehend aus Granqvist und Bovo, mit den starken Antritten des Argentiniers überfordert war. Allerdings scheiterte er reihenweise an Sebastien Frey und erst in Minute 87, als es schon aussah als würde seine sehr gute Leistung unbelohnt bleiben, traf Icardi dann doch noch und markierte mit seinem ersten Serie A-Treffer den 3-1 Endstand.

Von da an hatte Mauro Icardi seinen Stammplatz sicher und während er gegen Genoa noch einige Chancen liegen ließ, ging ihm im Jänner der viel zitierte Knopf auf. Gleich im ersten Spiel im Jahr 2013 traf Icardi zwei Mal – und das ausgerechnet beim 1-2 Auswärtssieg bei Juventus. Schon früh gerierten die Gäste aus Genua in Rückstand und zudem wurde dann auch noch Berardi nach einer halben Stunde mit Gelb-Rot vom Platz geschickt. Icardi gab aber nicht auf und brachte Sampdoria mit zwei Toren in Halbzeit zwei den Sieg ein. Es zeigte sich, dass Icardi der ideale Konterstürmer für Sampdoria sein sollte. Dies nicht nur aufgrund seiner Schnelligkeit, sondern auch wegen seines starken Durchsetzungsvermögens und wegen seiner technischen Stärke, die in La Masia vermutlich sehr viel gefördert wurde. Außerdem ist der 20-jährige Argentinier sehr kaltschnäuzig und stark im Abschluss.

Spätestens nach Sampdorias 6-0 Heimsieg gegen Pescara war Icardi dann in aller Munde, erzielte das Stürmertalent doch gleich vier Tore. Zugegeben, Pescaras Defensive war wohl die schwächste der Liga und allgemein hatte die Mannschaft nicht viel zu bieten, aber vier Tore in einem Spiel erzielt ein Stürmer in der Serie A nur sehr selten. Drei weitere Tore folgten noch – eines davon beim 3-2 Heimsieg über Juventus -, damit hielt er dann zu Saisonende bei insgesamt zehn Toren. Bei einem 20-jährigen ruft dies natürlich einige Interessenten hervor.

Im Falle von Mauro Icardi war der Hauptinteressent von Anfang an Inter. Die anderen Großklubs zeigten kaum ernsthaftes Interesse, auch weil Juve (Boakye, Gabbiadini, Immobile) und Milan (Balotelli) auf der Mittelstürmerposition schon für die Zukunft vorgesorgt haben. Da dies bei Inters allgemein etwas veralteter Mannschaft nicht der Fall war, hatte man ein junges Stürmertalent dringend nötig. Ein Wechsel zu Inter war daher im Frühjahr 2013 quasi ein offenes Geheimnis. Schon im April wurde der Deal verkündet, offiziell wurde er aber erst einige Zeit später. 6 Mio. € investierte Inter in Icardi, allerdings hält dessen Ex-Klub Sampdoria weiterhin 50% der Transferrechte.

Durch die relativ hohe Ablösesumme kamen auch ein paar Zweifel auf. „Vier von seinen zehn Toren hat er ja gegen Pescara gemacht“ hieß es vereinzelt, andere stempelten ihn zu Unrecht als reinen Konterstürmer ab. Kritische Stimmen sind bei diesem Transfer zugegeben nicht ganz unangebracht, allerdings war es ein Transfer den Inter machen musste. Diego Milito ist schon 34 Jahre alt und damit sicher nicht mehr der Jüngste. Wie schlimm es um Inter steht, wenn „Il Principe“ ausfällt, hat man letztes Jahr gesehen, als man sogar aus Personalnot den Nottransfer Rocchi tätigen musste. Icardi steht bei Inter nun noch nicht unter Druck, denn wenn Milito wieder voll fit ist, sollte Icardi sein Back-Up sein. Er hat also noch etwas Zeit und kann sich eigentlich in Ruhe weiterentwickeln, bisher wurde er in sechs Spielen vier Mal eingewechselt, gegen Juventus – anscheinend sein Lieblingsgegner – und Cagliari konnte er dabei auch treffen. Ob ihm der große Durchbruch gelingt kann wohl niemand genau sagen, aber die 6 Mio. € (für 50%) hat Inter wohl ziemlich gut investiert, so viel steht wohl jetzt schon fest. Und falls es mit Icardi nichts wird, hat man bei den Mailänder ja auch noch Ishak Belfodil in der Hinterhand.

Talentiert ist Icardi auf alle Fälle, sogar so talentiert, dass Cesare Prandelli den Goldjungen aus Rosario gerne in der hätte Squadra Azzurra hätte, wie er der Gazzetta dello Sport erzählte. Es gab auch schon eine Anfrage vom italienischen Verband, allerdings wurde diese abgelehnt von Mauro Icardi, der derzeit noch auf eine Nominierung der Albiceleste wartet.

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