Die Saison geht in ihre heiße Phase. In fast allen europäischen Top-Ligen verspricht der Saisonendspurt Spannung wie lange nicht. Ob Meisterschaftsrennen oder der Kampf um die internationalen Plätze: bis zum letzten Spieltag darf gezittert und gehofft werden. Wir analysieren, bei welchen Teams es noch einmal spannend wird und wer sich kaum noch Hoffung auf das Erreichen der Ziele machen sollte.

In diesen Ligen verspricht der Saisonendspurt noch einmal packende Spannung:

Premier League
Bundesliga
Serie A
La Liga
Liga NOS
Eredivisie


Premier League: Wer holt sich den Titel? Wer schafft es in die Top 4?

Während letzte Saison der Titel bereits früh für das übermächtige Manchester City reserviert war, ist der Titelkampf in der Premier League in dieser Saison deutlich spannender. Grund dafür: Der Liverpool FC.

Zwei Spieltage vor Schluss liegt Liverpool nur einen Punkt hinter den Citizens. Kaum vorstellbar, aber Liverpool könnte in dieser Saison mit 97 von 114 möglichen Punkten nicht Meister werden.

Das spricht für Manchester City

Die Citizens haben einen Punkt Vorsprung, mit 90:22 (!) ein besseres Torverhältnis als Liverpool mit 84:20, das einfachere Restprogramm und keine Doppelbelastung.

Außerdem wirkt das Restprogramm machbar: Leicester City steht mit 51 Punkten auf dem 8. Platz und besitzt keine Chance, ins internationale Geschäft zu kommen. Brighton & Hove hingegen befindet sich mit 35 Punkten auf dem 17. Tabellenplatz und kämpft gegen den Abstieg.

Beides sind Gegner, die City ausgeruht und in Normalform schlagen sollte. ManCity gewann die letzten 12 Ligaspiele und hat den Meistertitel in eigener Hand.

Das spricht für Liverpool

Für Liverpool ist es nicht so leicht. Die Klopp-Schützlinge spielen gegen das durchaus unangenehme Newcastle United, welche im Hinspiel jedoch 4:0 geschlagen wurden. Das Team von Rafa Benitez befindet sich mit 42 Punkten auf dem 13. Platz.

Doch der „Kracher“ kommt am letzten Spieltag: Die Wolverhampton Wanderers, die in der 3. FA Cup Runde Salah & Co. mit 2:1 rauskegelten.

Allerdings sollten die Reds ihre Hoffnungen noch nicht aufgeben. Manchester tat sich bereits mehrmals gegen Leicester schwer. Das Hinspiel in der Premier League wurde 2:1 gewonnen und im Carabao Cup gab man sich ebenfalls erst im Elfmeterschießen geschlagen.

Liverpool kommt ebenfalls aus einer sieben Spiele-Siegesserie, hat jedoch gegen Barcelona alles andere als Selbstvertrauen getankt.

Die Champions League dürfte hingegen keine allzu große Rolle spielen, wie gerne dargestellt wird. Liverpool hat durch das Halbfinale vorerst zwei weitere Spiele, in denen die Lust aufs Gewinnen größer sein wird als die Angst vorm Verlieren, um es mal mit Klopps Worten zu sagen.

Prognose

Punkte, Torverhältnis und Restprogramm: alles spricht für die Guardiola-Schützlinge. Präsentiert sich City ähnlich souverän wie in den letzten Wochen, geht der Titel an Sterling & Co. Schade nur, dass sowohl die Skyblues als auch die Reds eine nahezu perfekte Saison spielen und der jeweilige Zweitplatzierte etwas in Vergessenheit geraten wird.
 

Der Kampf um die Top 4

Doch nicht nur das Meisterschaftsrennen ist in der Premier League spannend: Zwischen Platz drei und Platz sechs liegen ebenfalls nur fünf Punkte.

Die Besonderheit hierbei: Der EL-Sieger kommt in die Champions League. Sollte Tottenham die Champions League gewinnen und nicht in den Top 4 landen, verliert der Viertplatzierte seinen CL-Platz. Sollte Manchester City den FA Cup gewinnen, reicht Platz sieben für die Europa League.

Das spricht für Tottenham

Die Spurs nehmen aus dem CL-Weiterkommen gegen Manchester City jede Menge Enthusiasmus mit. Das Restprogramm mit Bournemouth (14. Platz) und dem FC Everton (9.Platz) ist ebenfalls nicht angsteinflößend. Everton hat jedoch mit dem 4:0 vor zwei Wochen gegen Manchester United ein Ausrufezeichen gesetzt.

Wird Harry Kane jedoch rechtzeitig fit, sollten die beiden Gegner keine Hürde für die Spurs darstellen. Patzen die Spurs nicht, ist ihnen der 3. Platz sicher.

Das spricht für Chelsea

Trotz aller Kritik an Maurizio Sarri besteht für Chelsea immer noch die Möglichkeit, direkt in die Champions League einzuziehen. Die letzten beiden Spiele gehen gegen den Zehntplatzierten FC Watford und Leicester City, die derzeit auf Rang acht stehen. In beide Partien geht Chelsea als Favorit, ohne jedoch übermächtig zu wirken.

Chelsea ist seit 3 Partien ohne Sieg und gegen Leicester hat man in der Hinrunde sogar verloren. Möchte Sarri seine Saison retten, ist der Einzug in die Champions League Pflicht. Hierbei muss auch beachtet werden, inwieweit sie die Duelle gegen Frankfurt in der Europa League verdauen.

Wichtigster Mann wird auch in dieser Saison wieder Eden Hazard werden, auf dessen kreative Momente Chelsea wird hoffen müssen. Hält der Belgier seine Form, ist Platz vier sehr realistisch.

Das spricht für Arsenal

Nach gutem Start in die Saison ist es um das Team von Unai Emery deutlich ruhiger geworden. Jedoch besteht für das Team noch die Möglichkeit, die Europa League zu gewinnen.

Es wird spannend zu sehen sein, worauf Emery den Fokus richtet: Im Europa League Halbfinale geht es gegen den FC Valencia, in der Liga gegen Brighton und Burnley. Während die Ligagegner mehr als schlagbar sind, ist das Europa League Duell offen.

Arsenal zeigte sich zuletzt allerdings alles andere als sattelfest, wenn es gegen Teams aus dem Tabellenmittelfeld ging. Sowohl gegen die Wolves als auch gegen Leicester kassierte man deutliche Niederlagen.

Da den Gunners allmählich die Puste auszugehen scheint, dürfte eine Champions-League-Platzierung an ein Wunder grenzen.

Das spricht für Manchester United

Nach der Anfangseuphorie um Ole Gunnar Solskjaer kehrt bei United langsam Ernüchterung ein. Nach mehreren Spielen mit einer Menge Abschlussglück findet inzwischen die Regression zum Mittelwert statt.

Die letzten beiden Spiele gehen gegen das bereits lang abgestiegene Huddersfield und die vermutlich abgestiegenen Cardiff City. Beides bei weitem keine Angstgegner: Doch fällt es ManU von allen Topteams eindeutig am schwierigsten, gegen tiefstehende Gegner Torchancen zu kreieren.

Das ändert allerdings nichts daran, dass sie klarer Favorit in beiden Spielen sind. Patzt Arsenal ein- oder Chelsea gar zweimal, kann Ole Gunnar der lachende Vierte sein. Haus und Hof sollte man darauf aber nicht verwetten.

Bundesliga: Will überhaupt jemand den Titel? Wer qualifiziert sich für die Champions League?

Nach Jahren der Langeweile geht es im Saisonendspurt auch endlich mal wieder um die deutsche Meisterschaft. Die Bayern konnten Dortmunds Patzer im Revierderby nicht entscheidend für sich nutzen und stehen drei Spieltage vor Schluss mit zwei Zählern vor dem BVB.

Dieser befindet sich nach einer herausragenden Hinrunde in einer Krise. Können sie dennoch nach 2012 wieder einen Titel an den Borsigplatz holen?

Das spricht für Bayern München

Zunächst einmal spricht für die Münchener, dass sie derzeit in einer besseren Verfassung sind als die Dortmunder – was aber auch keine so große Kunst ist. Ihnen hilft derzeit die individuelle Qualität eines Gnabry oder Müller in engen Spielen und das Matchglück in entscheidenden Momenten – siehe Bremen oder Nürnberg.

Ihrer ergebnistechnisch starken Rückrunde stehen mittlerweile zwei Punkte Vorsprung mit dem deutlich besseren Torverhältnis zu buche. Dieses könnte noch wichtig werden, wirft man einen Blick auf das Restprogramm des Rekordmeisters.

Während ein Dreier zu hause gegen Hannover 96 fest eingeplant werden muss, wird es in den letzten beiden Duellen weitaus schwieriger aus Bayernsicht zu punkten. Hier müssen sie nach Leipzig, ehe man am letzten Spieltag unangenehm zu bespielende Frankfurter empfängt.

Mehr als sieben Punkte sollten für die Münchener, die unter Kovac ihre Probleme mit diszipliniert verteidigenden Mannschaften haben, in den letzten drei Spielen jedoch nicht drin sein, dafür sind die Gegner zu stark.

Das spricht für Borussia Dortmund

Die Borussen haben die Meisterschaft nicht mehr in der eigenen Hand, vor allem nach der Niederlage gegen Schalke 04. Zusätzlich muss man für mindestens einen Spieltag auf Marco Reus verzichten, welcher der Topscorer des BVB ist.

Das Restprogramm ist für die Dortmunder auf den ersten Blick machbar, jedoch scheint Lucien Favres Team etwas außer Tritt geraten zu sein, nimmt man die Hinrunde als Maßstab. In Bremen sollte ein Sieg eingeplant werden, geht es für die Werderaner in dieser Saison um nichts mehr.

Die Duelle mit Düsseldorf und Gladbach werden richtungsweisend sein. Gerade Friedhelm Funkels Fortuna ist immer für eine Überraschung gut – im positiven wie im negativen Sinne. Nach Gladbach fahren die Dortmunder am letzten Spieltag als leichter Favorit, bedenkt man die relativ schwache Rückrunde der Elf vom Niederrhein. Eine Ausbeute von neun Punkten ist aber auch hier unwahrscheinlich.

Prognose

Den Bayern liegt die Rolle als Gejagter besser als den Dortmundern. Aber so richtig scheint keiner von beiden in dieser Saison den entscheidenden Schritt in Richtung Meisterschaft machen zu können. Die Meisterschaft wird bis zum letzten Spieltag offen bleiben, wobei der amtierende Meister leicht favorisiert in die letzten drei Spieltage geht.
 

Der Kampf um Platz vier

Hinter RB Leipzig tummeln sich gleich fünf Teams, die allesamt sowohl noch Chancen auf die Champions League als auch die Europa League haben. Auch hier wird es bis zum letzten Spieltag spannend bleiben.

Das spricht für Eintracht Frankfurt

Unter Adi Hütter spielen die Adler eine echte Traumsaison – sowohl in der Bundesliga als auch in der Europa League. Dass man im Halbfinale der EL steht, dürfte dem Fokus auf die Bundesliga aber keinen Abbruch tun – so handhaben sie es am Main schon die ganze Saison.

Getragen von dieser Euphorie können die Frankfurter gewappnet in die letzten drei Spiele gehen. Das Duell mit Leverkusen lässt sich in die Kategorie do or die einordnen. Punktet man hier nach dem EL-Halbfinalhinspiel dreifach, würde man einen riesigen Schritt in Richtung Champions League Quali machen.

Die letzten beiden Partien gegen Mainz 05 und Bayern München könnten dann mit einer gewissen Leichtigkeit angegangen werden. Die Chancen auf Platz vier stehen also nicht so schlecht.

Das spricht für Gladbach

Für Heckings Gladbacher spricht nach zwei Niederlagen in Folge und einem Restprogramm mit Heimauftritten gegen Hoffenheim und Dortmund sowie einem Gastspiel in Nürnberg am vorletzten Spieltag recht wenig.

Gelingt jedoch ein Sieg über Hoffenheim, räumt man einen direkten Konkurrenten aus dem Weg und kann mindestens mit der Europa League planen, wenn man die Woche drauf auch noch in Nürnberg dreifach punktet.

Diese Vorstellung ist aber aufgrund der derzeitigen Form und den Wechselgerüchten um einzelne Spieler sowie Trainer jedoch mit Vorsicht zu genießen. Platz fünf bis sieben scheint aber im Bereich des möglichen.

Das spricht für Leverkusen

Nach kurzem Formtief zeigen sich die Mannen von Peter Bosz mit zuletzt drei Siegen in Folge in bestechender Form. Die Offensive um Brandt, Havertz und Volland weiß mit Spielwitz und Zug zum Tor zu gefallen.

Der Angriff kaschiert die löchrige Defensive der Leverkusener, welche bereits 49 Gegentreffer hinnehmen mussten. Auch hier wird das Aufeinandertreffen mit den Frankfurtern entscheidend sein. Pluspunkt: Leverkusen kann ausgeruht in die Partie gehen, während die Eintracht noch in der EL ran darf.

Da Leverkusen mit strauchelnden Schalkern und der Hertha ein machbares Restprogramm hat, können sie sich zum letzten Spieltag in eine gute Ausgangslage bringen.

Das spricht für Hoffenheim

Dass Julian Nagelsmann die Hoffenheimer Jahr für Jahr in solch hohe Tabellenregionen führt, grenzt fast an ein Wunder. Auch in dieser Saison haben sie noch alle Möglichkeiten in die Champions League zu kommen.

Ein bisschen Pech haben sie in dieser Saison mit der Chancenverwertung: Laut understat.com hätte man 7,80 Punkte mehr haben müssen, wenn man seine Chancen adäquat genutzt hätte – damit wäre man sicher in der Champions League.

Nichtsdestotrotz ist das Restprogramm mit Gladbach, Bremen und Mainz für die spielstarken Hoffenheimer durchaus machbar. Sieben bis neun Punkte sind hier nicht unrealistisch, weshalb die CL bei vier Punkten Rückstand noch immer drin ist.

Das spricht für Wolfsburg

Klamm und heimlich haben sich die Wölfe mit dem schönen Bruno an der Seitenlinie zu einem Anwärter auf die EL-Plätze gemausert. Zwar spielen sie in dieser Saison über ihren Möglichkeiten, aber das 4:1 im direkten Duell mit Hoffenheim hat sie noch einmal in die Reichweite der vorderen Plätze gebracht.

Betrachtet man das Restprogramm, könnten es sich die Wolfsburger im Windschatten von Gladbach & Co. gemütlich machen und am letzten Spieltag wohlmöglich noch ins internationale Geschäft einziehen.

Nürnberg, Stuttgart und Augsburg…ließt sich alles machbar, oder? Machen die Wölfe ihre Hausaufgaben, können sich die Teams vor ihnen gegenseitig die Punkte wegnehmen, um am Ende selbst von Platz sechs oder sieben zu grüßen.

Serie A: Wer schafft es in die Champions League? Wer startet in der Europa League?

Zum siebten Mal in Folge feiert Juventus die italienische Meisterschaft.

Dass die Serie A trotzdem noch sehr spannend ist, liegt in dieser Saison vor allem an den Verfolgern, die sich im Kampf um die internationalen Plätze einen harten Schlagabtausch liefern.

Während Napoli und Inter wohl relativ sicher mit der Champions League planen können, herrscht dahinter ein erbitterter Fünfkampf um den vakanten 4. Platz, der ebenfalls zur Teilnahme an der Königsklasse berechtigen würde.

Die besten Chancen haben derzeit Atalanta mit 59 und die Roma mit 58 Zählern. Die Konkurrenz besteht aus Torino und Milan mit 56 und Lazio mit 55 Punkten.

Als Trostpreis winkt für den Fünften und den Sechsten die Qualifikation für die Europa League. Falls der Sieger des Pokalfinals zwischen Atalanta und Lazio einen dieser Plätze erreichen sollte, würde auch der siebte Platz in der Liga noch zur Teilnahme an der Europa League berechtigen.

Das spricht für Atalanta

Mit den Siegen in Neapel und gegen Udinese untermauerte La Dea ihre Ansprüche auf den vierten Platz. Für die Mannschaft spricht in erster Linie die bestechende Form der letzten Wochen.

Die letzte Niederlage musste man am 23.02. einstecken. Darüber hinaus stellt Gian Piero Gasperinis Team die zweitbeste Offensive der Liga. Atalanta spielt eine der besten Saisons in der Vereinsgeschichte, der Einzug ins Pokalfinale hat zusätzliches Selbstvertrauen gegeben.

Das kann man in den letzten vier Partien durchaus gebrauchen. Nächste Woche steht die Generalprobe des Pokalfinals gegen Lazio an. In der aktuellen Form sollte das zwar machbar sein, trotzdem sind die Laziale eines der besten Teams der Liga.

Ein ausführliches Portrait zu Atalanta gibt es hier.

Nach dem Heimspiel gegen Genua geht es gegen den bereits feststehenden Meister. Nach dem bitteren 0:3 in der Coppa wird die Alte Dame dabei auf Rache aus sein.Trotzdem gab es nach dem Aus in der Champions League in den letzten Spielen einen spürbaren Spannungsnachlass bei den Turinern.

Das letzte Saisonspiel bestreitet Atalanta dann gegen Sassuolo, das zwar aktuell auch in guter Form ist, aber im sicheren Mittelfeld auch keine Ziele mehr zu erreichen hat.

Das spricht für die Roma

Auch die Roma ist in den letzten Wochen in guter Form. Unter Claudio Ranieri schafften die Giallorossi den Turnaround und blieben den ganzen April ungeschlagen.

Mit Atalanta teilt man große Teile des Restprogrammes: Die Gegner der Hauptstädter sind ebenfalls Juventus, Genua und Sassuolo. Komplettiert wird das Quartett durch Parma, das sicher den etwas leichteren Gegner als Lazio darstellt.

Der größte Vorteil der Roma gegenüber Bergamo ist der bessere direkte Vergleich. Bei Punktgleichheit stünde man also automatisch einen Platz vor den Lombarden.

Das spricht für Torino

Nach dem souveränen Sieg gegen Milan hat sich auch Torino endgültig im Kampf um die Champions League angemeldet. Genau wie Atalanta und die Roma ist der Toro seit einem Monat ungeschlagen.

Im direkten Vergleich steht man besser da als Milan und Atalanta. Das Restprogramm gleicht dem der Bergmasken.

Es geht gegen Juventus, Lazio, Sassuolo und das abstiegsbedrohte Empoli. Besonders die Partie gegen Lazio könnte dabei zu einem echten Finale um das internationale Geschäft werden.

Das spricht für Milan

Wie so oft in den letzten Jahren verläuft Milans Saison nicht erwartungsgemäß. Nachdem man zwischenzeitlich sogar auf Champions League Kurs lag, rutschten Rossoneri zuletzt sogar aus den Europa League Rängen.

Die große individuelle Klasse des Kaders um Bakayoko, Suso und Piatek sollte den Tifosi aus der Modestadt allerdings Mut machen.

Zudem hat man im Vergleich mit der Konkurrenz das leichteste Restprogramm. Mit guten Ergebnissen Bologna, Florenz, SPAL und Frosinone haben Gattusos Mannen alle Karten in der Hand, um zumindest die Europa League zu erreichen.

Das spricht für Lazio

In den direkten Duellen mit Atalanta und Torino kann man den Gegnern Punkte wegnehmen und zusätzlich jeweils noch für den besseren direkten Vergleich sorgen.

Dadurch ist der Druck gegen Bologna und Cagliari nicht ganz so hoch. Zusätzlich hat man noch das Pokalfinale im eigenen Stadion in der Rückhand.

Trotz der zuletzt schlechteren Form können die Laziale durchaus zuversichtlich in die letzten Spiele gehen.

Prognose

Eine Prognose für die restlichen Spiele zu wagen ist schwierig. Durch das ähnliche Restprogramm und einige direkte Duelle werden sich die Teams gegenseitig die Punkte wegnehmen.

Geht man nach der bisherigen Saison und der aktuellen Form haben Atalanta und Roma die besten Chancen auf den vierten Platz.

Während Atalanta die gefestigtere Mannschaft stellt, hat die Roma die besseren Individualisten und den direkten Vergleich auf seiner Seite. Eines dieser beiden Teams wird aber den Einzug in die Champions League feiern, das andere definitiv in der Europa League spielen.

Die große Unbekannte ist Torino, wegen des verlorenen direkten Vergleichs gegen Roma sind die Granatroten bestenfalls ein Außenseiter. Ihr Ziel muss der sechste Platz sein.

Nach dem Sieg gegen Milan, den größten Konkurrenten ist das durchaus realistisch. Trotzdem haben il Diavolo das leichtere Restprogramm, die besseren Einzelspieler und damit auch die besten Chancen.

Lazio hat derweil eher Außenseiterchancen. Die direkten Duelle mit Atalanta und Torino werden den Ausschlag geben. Die Konzentration gilt derweil trotzdem besonders dem Finale der Coppa Italia.

 

La Liga: Gelingt Getafe das Wunder?

Hinter dem feststehenden Meister Barça und den schon fixen Plätzen für Atlético und Real Madrid ist es in La Liga alles andere als langweilig. Im Schatten der großen Drei streiten sich gleich vier Vereine um den letzten verbliebenen Platz in der Champions League. Dabei ist der FC Getafe die größte Überraschung der aktuellen Saison.

Das spricht für Getafe

Unter Trainer Pepe Bordalás hat sich der Verein aus der Vorstadt Madrids in dieser Saison zu einem wahrlich unangenehmen Gegner gemausert. Getafe stellt drei Spieltage vor Schluss die zweitbeste Defensive und spielt eine enorm konstante Saison.

In einem klassischen 4-4-2 sind die tragenden Säulen der aktuellen Saison neben jüngeren Spielern wie Nemanja Maksimovic und Mauro Arambarri vor allem die Altstars Jaime Mata (30 jahre, 16 Tore), Jorge Molina (37 Jahre, 15 Tore) sowie Ángel Rodríguez (32 Jahre, 12 Tore). Ach, und ein gewisser Mathieu Flamini kam in der Rückrunde ebenso auf über 600 Einsatzminuten.

Nachdem Getafe am vergangenen Spieltag die Niederlagen der Konkurrenz nicht ausnutzen konnte, gilt es nun, Ruhe zu bewahren. Das Restprogramm ist mit Heimauftritten gegen das auswärtsstarke Girona sowie einem strauchelnden Villarreal alles andere als einfach.

Die Partie im Camp Nou könnte sich daher als richtungsweisend herausstellen. Punktet Getafe hier, ist die CL in greifbarer Nähe.

Das spricht für Sevilla

Punktgleich mit Getafe rangiert der FC Sevilla auf dem fünften Rang. Die derzeitige Form der Andalusier lässt durchaus zu wünschen übrig. Im Jahr 2019 holte man nur 23 Punkte – derzeit Platz 9 in der Jahrestabelle. Die in Spanien so wichtigen direkten Duelle gegen Valencia und Getafe verlor man und auch gegen Girona verlor man vergangene Woche.

Das Restprogramm ist ebenso wie jenes von Getafe alles andere als ein Selbstläufer. Leganés empfängt man zunächst im Ramón Sánchez Pizjuan, ehe man bei Atlético Madrid gastiert, die im eigenen Stadion erst fünf Punkte abgegeben haben.

Die Partien gegen Leganés und gegen Athletic Bilbao am letzten Spieltag werden über das Abschneiden Sevillas entscheiden. Mit zwei Siegen kann man den Druck auf Getafe hochhalten und sich die direkte Konkurrenz aus Valencia und Bilbao vom Hals halten.

Das spricht für Valencia

Für das Team von Trainer Marcelino spricht zweifellos das durchaus leichte Restprogramm. Zwar belegt Valencia in der Heimtabelle nur den 10. Platz, dafür holten sie die meisten Ihrer Punkte in der Fremde (Platz 4, 24 Punkte). Gut nur für sie, dass zwei der letzten drei Partien auswärts stattfinden.

Die Kellerkinder SD Huesca und Real Valladolid dürften auch unabhängig von der Doppelbelastung mit dem EL-Halbfinale gegen Arsenal zu keinem großen Problem werden.

Am vorletzten Spieltag empfängt man dann Alaves im Mestalla, die eine überraschend gute Saison spielen. Die in der Defensive aggressiv auftretenden Basken könnten sich jedoch zum Stolperstein für das Team aus dem Osten Spaniens werden.

Da Alaves jedoch keines der letzten sieben Spiele für sich entscheiden konnte, dürften die Fledermäuse trotz Heimschwäche keine allzu großen Probleme mit den Basken haben. Aus eigener Kraft kann es Valencia nicht mehr schaffen, jedoch spricht deren Restprogramm und das der Konkurrenz für eine Überraschung am letzten Spieltag.

Das spricht für Athletic Bilbao

Der letzte im Bunde, der sich noch Hoffnungen auf das internationale Geschäft machen kann, ist Athletic Bilbao. Zwar scheint der derzeitige siebte Tabellenplatz für den Einzug in die Europa League zu reichen, dennoch kann man sich im Baskenland noch Außenseiterchancen auf Platz Vier ausrechnen.

Was dafür spricht? Ein herausragendes Fußballjahr 2019 in dem Bilbao satte 34 Punkte sammeln und die schwache Rückrunde ein wenig kaschieren konnte. In den nächsten beiden Partien warten mit Real Valladolid und Celta Vigo zwei vom Abstieg bedrohte Teams.

Alles andere als sechs Punkte wird hier eindeutig zu wenig sein, will man sich am letzten Spieltag noch Chancen auf die Königsklasse wahren.

Am letzten Spieltag treffen die Basken nämlich auf Sevilla, wo ihnen jeder Punkt im Voraus nur guttun kann. Schließlich ist Bilbao trotz ihrer guten Rückrunde in der Fremde alles andere als ein unangenehmer Gast. Gegen die Heimstarken Andalusier braucht es schon ein kleines Fußballwunder, damit Bilbao die fünf Punkte Rückstand auf den vierten Tabellenplatz aufholen kann.

Prognose

Da sowohl Getafe als auch Sevilla mit Barça und Atlético noch jeweils ein dickes Brett zu bohren haben, wird es für beide schwierig werden die Konkurrenz auf Abstand zu halten.

Gerade das überschaubare Restprogramm von Valencia könnte wohlmöglich entscheidend sein und die Mannschaft aus dem Osten Spaniens am letzten Spieltag als lachender Vierter dastehen – im wahrsten Sinne.

Nutzt Getafe jedoch die eventuelle Müdigkeit Barças aus der Champions League aus, spielen die Madrilenen in der nächsten Saison mit großer Sicherheit in der Königsklasse. Gleiches gilt übrigens bei einem möglichen Sieg Sevillas bei Simeones Atlético.

Liga NOS: Wer wird Meister?

Im letzten Jahr schaffte es der FC Porto die Titelserie von Benfica Lissabon (viermal in Folge Meister) zu durchbrechen und damit zum ersten Mal seit 2012/13 portugiesischer Champion zu werden. Seit 2002 (!) geht die Meisterschaft entweder an die Dragões aus der Portweinhauptstadt (zehn Titel) oder an die Águias aus der Kapitale (sechs Titel).

Während Porto lange Tabellenführer war und in der Champions League überzeugte, taten sich die Lissaboner schwer und fanden sich nach neun Spieltagen gar nur auf dem 5. Rang wieder.

Doch nach dem erfolgreichen Trainerwechsel und dem Sieg im direkten Duell zog man an Porto vorbei, da man das bessere Torverhältnis hat. Portos Ausrutscher beim 2:2 am vergangenen Samstag bei Rio Ave wusste Benfica zu nutzen und zog mit 2 Punkten Vorsprung davon. Doch noch sind 3 Partien zu spielen. Wird es noch einmal spannend?

Das spricht für Benfica

Trotz des etwas unglücklichen Ausscheidens in der Europa League gegen Frankfurt präsentiert man sich seit Monaten in bestechender Form. Unter Bruno Lage, der ab dem 16. Spieltag Rui Vitória ablöste, hat Benfica in 16 Ligaspielen erst 2 Punkte abgegeben.

In diese Zeit fällt auch die Leistungsexplosion von Mega-Talent João Félix, der inzwischen der Dreh- und Angelpunkt der Benfica Offensive ist. Nicht umsonst buhlt der halbe Kontinent um die Dienste des Juwels.

Lages 4-4-1-1 System mit dem Ex-Frankfurter Haris Seferovic als 9 und Félix als Halbstürmer hat die ganze offensive Schlagkraft des Teams entfaltet. So kommt man in dieser Zeit auf ein dominantes Torverhältnis von 60:12. Das Torverhältnis gegenüber Verfolger Porto ist daher um satte 19 Tore besser.

Aber auch der wichtigere direkte Vergleich geht mit zwei Siegen an die Hauptstädter. Der Restspielplan ist sehr vorteilhaft. So geht es gegen Portimoense, Rio Ave und Santa Clara. Einzig das letzte Auswärtsspiel der Saison gegen Mittelfeldklub Rio Ave könnte ein Stolperstein werden.

Das spricht für Porto

Die Drachen aus dem Norden haben ihre Titelchancen größtenteils mit dem 2:2 gegen Rio Ave verschenkt. Obwohl man nach 22 Minuten mit 2:0 führte, fing man sich noch in der Nachspielzeit den Ausgleich.

Die starke Hinrunde schloss man noch mit fünf Punkten Vorsprung auf Benfica ab. Doch in der Rückrunde ließ man zu viele Punkte liegen und belegt in der Rückrundentabelle nur den 3. Platz. Dazu kommt der nachteilhafte direkte Vergleich gegen Benfica.

Der Champions League Sieger von 2004 muss also auf eine Niederlage des ewigen Rivalen aus dem Süden hoffen und selbst alle Spiele gewinnen. Gegen Desportivo Aves und Nacional Funchal ist man klarer Favorit.

Am letzten Spieltag empfängt der amtierende Meister aber mit Sporting Lissabon die Nummer 3 des portugiesischen Fußballs. Eine maximale Punktausbeute ist also nicht garantiert.

Als entscheidender Vorteil gegenüber Benfica bleibt nur der erfahrenere Kader um Iker Casillas, Pepe, Danilo Pereira, Yacine Brahimi und Moussa Marega, der dieses Jahr immerhin bis ins CL-Viertelfinale vordrang.

Prognose

Alles in allem halten die Adler alle Trümpfe in der Hand und dürften recht souverän 9 aus 9 Punkten holen. Porto muss seine restlichen Spiele gewinnen, um seine kleine Chance aufrechtzuerhalten.

Auch wenn die Meisterschaft wohl nach Lissabon geht, kann Porto im letzten Spiel des Jahres aber immerhin noch den nationalen Pokal holen. Eine Überraschung in der Liga ist unwahrscheinlich aber nicht ausgeschlossen.
 

Eredivisie: Titelkampf zwischen Ajax und PSV

Ähnlich wie in der Premier League kristallisierte sich in der niederländischen Eredivisie früh ein Rennen zweier Mannschaften um die Meisterschaft heraus: Einmal der Rekordmeister Ajax Amsterdam, trainiert von Erik ten Haag. Kontrahent: PSV Eindhoven, amtierender Meister und trainiert von Mark van Bommel.

Nach 32 und noch zwei verbleibenden Spielen sind beide Teams punktgleich mit insgesamt 80 Zählern. Ajax liegt aufgrund eines 10 Tore besseren Torverhältnisses (111:30, +81) vor Eindhoven (95:24,+71).

Dabei sah es bis zum 29. Spieltag noch ganz anders aus: Eindhoven war seit dem 3. Spieltag Tabellenführer und besiegte Amsterdam im Hinspiel 3:0. Nach einer Schwächeperiode ab dem 21. Spieltag inklusive 3:1 Niederlage gegen Ajax passierte dann am 29. Spieltag das Unvorstellbare: Durch ein 3:3 gegen Vitesse Arnheim rutschte PSV auf den zweiten Platz.

Amsterdam übernahm erstmals die Tabellenspitze und ist gewillt, diese in den letzten beiden Spielen nicht zu verlieren. Schließlich wäre es der erste Meistertitel seit 5 Jahren – eigentlich unvorstellbar.

Das spricht für Ajax

Schaut man sich das Restprogramm Amsterdams an, werden beim ein oder anderen Ajax-Fan unangenehme Erinnerungen wach. Am 33. Spieltag ist man bei De Grafschaap zu Gast: Dem Team, welches 16/17 durch ein 1:1 am letzten Spieltag Amsterdam die Mannschaft versaute.

Im Hinspiel dieser Saison wurde ein Déjà-vu gegen das Team aus dem Tabellenkeller vermieden: Amsterdam fertigte den Gegner mit 8:0 im eigenen Stadion ab.

Am letzten Spieltag geht es dann gegen den FC Utrecht, welcher mit 50 Punkten auf dem 5. Platz steht. Alles andere als Kanonenfutter, jedoch ist Ajax trotzdem haushoher Favorit. Das Hinspiel wurde mit 3:1 gewonnen. Außerdem ist kaum zu erwarten, dass es bei Amsterdam zu einem Spannungsabfall kommt.

Auch wenn die Mannschaft vor allem international für Begeisterung sorgte: Die eigenen Fans sehnen nach fünfjähriger Abstinenz den Meisterschaftstitel her.

Das spricht für PSV

Für PSV Eindhoven bleibt nichts anderes übrig, als auf einen Patzer beim Erzrivalen zu hoffen. Den 10 Tore betragenden Unterschied im Torverhältnis wird Eindhoven kaum noch aufholen können. Jedoch muss PSV dafür die letzten beiden Spiele ebenfalls für sich entscheiden. Und es könnte leichtere Gegner geben.

Am 33. Spieltag spielt man zuhause gegen Heracles Almelo, immerhin sechster Platz. Die Wormuth-Schützlinge um Alex Merkel & Co. verloren das Hinspiel zwar mit 4:0, stellten gegen Ajax jedoch in beiden Spielen unter Beweis, dass sie Topmannschaften durchaus ärgern können (1:1 und 1:0).

Der letzte Spieltag führt die van Bommel-Mannen zum AZ Alkmaar. Diese bekleiden mit 55 Punkten den 4. Platz und dürften PSV ebenfalls ärgern. Gegen Ajax gewann man zuhause mit 1:0 und konnte Feyenoord ebenfalls ein 1:1 abluchsen.

Prognose

Für beide Teams gilt es, die Spannung hochzuhalten. Ajax muss die Belastung der Champions League Spiele gut wegstecken und den Fokus auf die Meisterschaft nicht verlieren. Eindhoven besitzt das schwierigere Restprogramm, hat dafür jedoch nicht die Champions League im Kopf und in den Knochen.

Das ändert jedoch nichts daran, dass Ajax sich in der besseren Position befindet. PSV kann nichts anderes tun, als auf einen Patzer Amsterdams zu hoffen – ohne selbst zu patzen.

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