Die letzte Saison brachte für Real Madrid alles mit, was man sich vor Saisonbeginn nicht wünscht: Der Leistungsträger der vergangenen Jahre verlässt den Club, formschwache Stars und mehr Trainer verschlissen als der HSV.

Die absolut desaströse letzte Spielzeit wollen die Königlichen schnellstmöglich vergessen machen – allen voran Club-Boss Florentino Peréz. Sehen wir nun die Galacticos 2.0?

Lest auch die anderen Teile unserer Saisonvorschau!

 

Real Madrid Saisonvorschau:

 
Dass sich der Verkauf Cristiano Ronaldos im vergangenen Sommer als ein Nachteil herausstellte, wurde bereits hinreichend diskutiert.

Real Madrid landete im Jahr 2018/19 nur auf dem dritten Platz – 19 Punkte hinter Barça. Die Gründe dafür sind vielfältig. Der wichtigste und zugleich simpelste Grund sind die erzielten Tore: Real traf 63 Mal, das sind ganze 27 Tore weniger als die Katalanen.

Und wer ist pro Saison für etwa 30 Treffer gut?

Das mag jetzt vielleicht sehr einfach heruntergebrochen sein, aber Real mangelte es in der letzten Spielzeit genau an einem Spieler, der konstant Tore schießt. Karim Benzema trat zwar in die Fußstapfen des Portugiesen, hinter ihm tat sich jedoch kein weiterer Torgarant hervor.

Benzema traf in seinen 53 Einsätzen 30-mal und legte elf weitere Treffer auf. Zweitbester Torschütze war Gareth Bale, der 14 Treffer erzielte, aber nur 2.600 Spielminuten sammelte. Innenverteidiger Sergio Ramos war übrigens drittbester Torschütze.

Neben Benzema war der junge Vinícius Júnior einer der wenigen Lichtblicke der vergangenen Spielzeit. Der damals 18-Jährige drehte insbesondere zum Jahreswechsel ordentlich auf und legte 12 Treffer vor und war dreimal selbst erfolgreich.

Mit seiner Verletzung im Frühjahr, die für ihn das Saisonende bedeutete, war auch diese Option für Zinédine Zidane hinfällig. So war es nur logisch, dass das Hauptaugenmerk Reals im Sommer auf der Verbesserung der Offensivabteilung liegen wird.

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Zunächst muss jedoch ein Mythos aufgeklärt werden. Gemeinhin galten die Madrilenen in den vergangenen Jahren als sehr sparsamer Club, der kaum etwas für seine Stars ausgegeben hat.

Der schein trügt allerdings. Real gab schlichtweg nicht so viel Geld für einen einzigen Spieler aus, wie man es einige Jahre zuvor bei Gareth Bale praktizierte. Stattdessen gab man mittelhohe Summen für viele verschiedene Spieler aus.

In der Zeit zwischen 2017/18 und 2018/19 gab man 234 Mio. Euro für acht Spieler aus (Rodrygo, der erst in diesem Jahr zur Mannschaft stößt, eingeschlossen). Das ist schon eine Menge Holz, allerdings cleverer ausgegeben.

Auch in diesem Sommer holte der spanische Club lediglich zwei Spieler, die sie mehr als 50 Millionen Euro Ablöse kosteten. Es mag pervers klingen, aber 50 Millionen Euro sind auf dem heutigen Transfermarkt keine allzu hohe Ablöse mehr, die sich nur wenige Vereine leisten können.

Die Ausgaben der Königlichen stehen heute, am 17.08. bei 258 Mio. Euro (exklusive Rodrygo, der schon im letzten Sommer verpflichtet wurde). Auf der Gegenseite stehen 115 Mio. Euro Einnahmen, die man durch Verkäufe von bestenfalls Rotationsspielern generiert hat.

Das unterstreicht wieder einmal die Wichtigkeit solcher kleiner Transfers, um die eigene Kasse zu füllen. Peréz muss schlicht dafür gefeiert werden, dass er für Marcos Llorente, Raúl de Tomás und Theo Hernández 70 Millionen Euro in die Kassen gespült hat.

Zum ausführlichen Portrait Rodrygos geht es hier entlang.

Weiterhin hat man mit Bale, James, Vázquez und Mariano Díaz Spieler, die man ebenfalls teuer verkaufen könnte, obwohl sie für die kommende Saison durchaus verzichtbar wären.

Schließlich machte Real Madrid im Sommer frühzeitig Nägel mit Köpfen. Éder Militão und Ferland Mendy kamen zusammen für fast 100 Mio. Euro als Verstärkung für die Defensive.

Mendy wurde von uns vor geraumer Zeit bereits als vielversprechender Linksverteidiger vorgestellt. Er soll künftig Marcelo Konkurrenz machen und mittel- bis langfristig Stammspieler bei den Königlichen werden.

Militão kann sowohl als Innenverteidiger als auch auf der rechten Defensivseite verteidigen. In der abgelaufenen Saison war er einer der besten Verteidiger der Liga NOS. Er ist technisch sehr gut ausgebildet, besitzt ein starkes Passspiel und ist darüber hinaus noch sehr athletisch.

Beide Transfers machen auf so vielen Ebenen Sinn. Einerseits handelte man bei den Madrilenen zügig genug, um einem Wettbieten mit anderen Vereinen zu umgehen.

Andererseits sorgt man schon jetzt dafür, dass man passende Nachfolger für die beiden langjährigen Leistungsträger Marcelo und Sergio Ramos hat. Gelingt es diese schon in dieser Spielzeit in die Mannschaft zu integrieren, ist man auch auf die nächsten Jahre hin gut versorgt.
 

Das fehlende Puzzlestück

 
Der Königstransfer ist jedoch der Eden Hazards, den man für 100 Mio. Euro vom Chelsea FC loseisen konnte. Er soll und wird die Lücke, die Cristiano Ronaldo hinterlassen hat füllen. Das Zusammenspiel zwischen ihm und Karim Benzema dürfte besonders interessant werden.

Beide ergänzen sich mit ihrer Spielweise sehr gut. Sprich: Beide kombinieren gerne, suchen das Dribbling und können auch selbstlos Tore vorbereiten. Die Torflaute der vergangenen Saison gehört damit der Vergangenheit an.

Er wird aller Voraussicht nach auf dem linken Flügel zum Einsatz kommen und von da aus frühzeitig in den anliegenden Halbraum driften. Da sich auch Benzema gerne in diesen Zonen aufhält, wird die linke Seite Reals in der kommenden Saison Trumpf sein.

Wichtig werden hier die Folgeaktionen der Mitspieler sein. Marcelo oder Mendy müssen für Breite sorgen und die linke Bahn entlang marschieren, damit Hazard & Co. Optionen am ballnahen Flügel haben. Erhält der nachstoßende Linksverteidiger den Ball, liegt es an Benzema und den Achtern die Box zu füllen. Benzema und vor allem Toni Kroos sind hier prädestiniert.

Sorgen könnte den Madridistas allerdings Hazards Übergewicht machen. Der Belgier erschien mit sieben Kilo zu viel auf den Hüften zur Sommervorbereitung und hat sichtlich mit seinem Gewicht zu kämpfen.

Zusätzlich hat Real Madrid in Luka Jovic noch einen abschlussstarken Mittelstürmer für 60 Mio. Euro verpflichten können. Bei ihm ist die Fallhöhe aufgrund seiner überragenden letzten Saison jedoch sehr hoch und der Schritt zu so einem Top-Club könnte zu früh kommen.

In Frankfurt war das Spiel stark auf Jovic zugeschnitten und es war auch seine erste wirklich starke Profisaison. Er wird sich jedoch vorerst hinter Benzema einreihen müssen, sollte sich dieser nicht verletzen.

Im Mittelfeld war man indes noch inaktiv was Neuzugänge anbetrifft. Hier konnte man den Mannschaftsteil über den Sommer auszudünnen.

Casemiro dürfte auf der Sechs gesetzt sein, da Federico Valverde sein Konkurrent sein wird und der Brasilianer trotz vieler Kritik enorm wichtig für das Team ist.

Die Achterpositionen sind auch weitestgehend geklärt – Kroos wird hier jedoch eher gesetzt sein als Modric, um den es immer wieder Wechselgerüchte gibt. Zudem wird der Kroate im September 34 Jahre alt und kann auch nicht mehr dreimal pro Woche auf dem Platz stehen.

Isco und Ceballos standen hier als Ersatz bereit, wenngleich Iscos Zukunft im Verein auf der Kippe steht. Er zeigte unter Zidane stets tolle Leistungen, könnte aber aufgrund des Hazard-Wechsels und den anhaltenden Gerüchten um Paul Pogba und Christian Eriksen keinen gesicherten Stammplatz haben.

Ceballos hingegen konnte die U21-EM für Eigenwerbung nutzen und verließ die Königlichen für ein Jahr in Richtung Arsenal. Zwischen ihm und dem Club war das Verhältnis nie sonderlich gut. In zwei Spielzeiten kam er nicht einmal auf 3.000 Einsatzminuten, in denen er gerade einmal an fünf Toren beteiligt war.

Mit seinem Abgang wurde auf jeden Fall noch ein Kaderplatz frei, den man zunächst mit Paul Pogba füllen wollte. Der Franzose war dem Vernehmen nach das nächste große Transferziel, das Peréz unbedingt ins Bernabéu lotsen wollte.

Paul Pogba ist ein Weltklassespieler, Punkt aus. Er verbindet technische Klasse mit körperlicher Präsenz wie kein zweiter Mittelfeldspieler auf dieser Welt. Er war in den letzten Jahren immer wieder Opfer der schwachen Kaderplanung Uniteds, die dafür sorgte, dass der Franzose den Spielaufbau und die Offensive gleichzeitig tragen musste.

Er würde Real Madrid in jeden Fall guttun, wäre aber nur schwer zu finanzieren, da sich das Transferfenster in England bereits geschlossen hat und United nicht gewillt ist seinen Star abzugeben.

Als mögliche Alternative gilt Donny van de Beek. Der Niederländer überzeugte vor allem in der letzten Saison, als er als Zehner mitverantwortlich für Ajax Amsterdams starke Leistungen in der Champions League war.

Mit seiner Spielweise würde er allerdings nicht optimal in die Startelf Reals passen, die im Ballbesitzspiel andere Zonen anspielen als Ajax derzeit. Van de Beek ist ein spezieller Spieler, der am besten als Zehner eingesetzt ist.

Er bewegt sich gerne zwischen den Ketten und hat ein gutes Timing beim Belaufen des Rückraumes. Er ist jedoch kein so sauberer Passgeber oder Dribbler, er definiert sich stärker über sein cleveres Bewegungsspiel und seine Arbeitsrate.

Da Real Madrid jedoch nominell keinen Zehner aufbietet bzw. Eden Hazard am ehesten dafür vorgesehen ist, sei der potenzielle Transfer mit Vorsicht zu genießen.
 

La Liga im Visier?

 
Auf eine Rolle wurde bisher noch nicht eingegangen: die des Cheftrainers. Auf diese wird es in der kommenden Spielzeit mehr denn je ankommen. Zinédine Zidane bewies in seiner ersten Amtszeit als Real-Coach, dass er ein Trainer für die großen Momente ist.

Darunter litten die Leistungen in La Liga. Schafft es der Franzose künftig wieder, seine Mannschaft auch über einen gesamten Wettbewerb hinweg erfolgsstabil zu coachen? Daran haben vereinzelte Madridistas berechtigte Zweifel.

Zwar gewann man mit Zidane 2016/17 die Liga, rangierte allerdings im Folgejahr 17 Punkte hinter Barcelona auf Platz 3. Das ist dieses Phlegma, was ihm immer wieder anhaftet: Er kann zwar eine Mannschaft mit vielen großen Charakteren führen, deren Spielstil aber nicht entscheidend weiterentwickeln.

Es ist von außen nicht klar, ob Zidane ein guter Taktiker ist oder doch nur aufgrund seines Umgangs mit den Spielern über mehrere Jahre so erfolgreich war.

Die Saisonvorbereitung war alles andere als erfolgreich. Während man gegen die Bayern und Tottenham knapp verlor und halbwegs auf Augenhöhe spielte, ging man gegen Atlético krachend unter. 7:3 musste man sich gegen den Rivalen geschlagen geben.

Dabei war Real in der Defensive gänzlich ungeordnet und war eher ein wilder Hühnerhaufen, der vor allem in der Endverteidigung und dem Gegenpressing saft- und kraftlos. Zwar war es „nur“ ein Vorbereitungsspiel, aber Zidane schaffte es in der gesamten Sommervorbereitung nicht, seinem Team außer dem in der Vergangenheit schon genutzten hohen 4-5-1-Pressing eine neue Dimension zu verleihen.

Das 4-5-1 funktionierte jedoch recht gut und im hohen Anlaufen war man in der ersten Linie durchaus stabil. Überspielte der Gegner jedoch die Mittelfeldlinie, war das Rückwärtspressing der Mittelfeldspieler nicht intensiv genug. Dadurch war das ganze Pressing-Gerüst etwas wacklig, wenn man nicht sofort Zugriff herstellen konnte.

Die Spiele über eine gesamte Saison hinweg ausschließlich über die Individualisten gewinnen zu wollen, geht mittlerweile nicht mehr, weil sich Modric, Marcelo & Co. nicht mehr auf dem Level vor zwei Jahren befinden.

In den K.o.-Spielen ist Real Madrid unter Zidane aber nach wie vor sehr viel zuzutrauen. Sie noch immer eine hohe Dichte an herausragenden Einzelspielern und können in den entscheidenden Momenten mit ihrem Heldenfußball punkten.

Ob Real Madrid darüber hinaus noch auf eine ganze Saison hin erfolgreich sein wird, kommt ganz stark auf Zidane an. Der Verein befindet sich trotz alledem im Umbruch und muss eine Vielzahl an neuen Spielern integrieren.

Das 4-3-3 der vergangenen Jahre wird vermutlich die Basis darstellen, wenngleich Zidane in den Vorbereitungsspielen gegen Red Bull Salzburg und AS Roma auf ein 3-5-2 vertraute.

Wieso Zidane so kurz vor Saisonstart erstmals eine Dreierkette ausprobierte, ist schleierhaft. Im Kader stehen derzeit vier Innenverteidiger zur Verfügung. Darunter ein 33-jähriger Ramos, ein in der letzten Saison strauchelnder Varane und Militão, der sich an das Niveau wird gewöhnen müssen. Der Backup wäre Nacho Fernández.

Das soll jetzt nicht heißen, dass Zidane keine Dreierkette spielen soll. Es wäre sogar vorteilhaft, da man keinen zusätzlichen Mittelfeldspieler holen müsste. Allerdings ist der Kader nicht nur in der Abwehr gar nicht darauf ausgelegt. Man verlieh mit Jesús Vallejo im Sommer sogar noch einen Spieler, der dieses System potenziell stark ausführen könnte.

In der Offensive hätte man dafür zu viele Außenstürmer, die allesamt nicht als Flügelläufer spielen können. Einzig Hazard könnte auf die Zehn hinter Benzema und Jović rochieren.

Was gibt Reals Kader also her?

Thibaut Courtois wird als Nummer 1 in die Saison gehen, während Keylor Navas wohl wieder auf der Bank sitzen wird. Torwarttalent Andriy Lunin gab Real vor Saisonbeginn leihweise an Real Valladolid ab.

Hier geht es zu einer ausführlichen Analyse über Casemiros Wichtigkeit für Real Madrid.

Ob Courtois tatsächlich der ideale Keeper für Real Madrid ist, kann auf jeden Fall bezweifelt werden. Der Belgier kam mit vielen Vorschusslorbeeren ins Bernabéu, als derjenige, der den mitunter schwächelnden Navas ersetzen soll. In bisher 35 Spielen kassierte Courtois 48 Gegentreffer.

Keylor Navas wird gemeinhin etwas unterschätzt. Es ist richtig, dass er auf eine ganze Saison hin nie durchgängig konstant war, aber dafür war er in den großen Spielen stets hervorragend aufgelegt. Nachzufragen in München.

Rechtsverteidiger Daniel Carvajal wird sich mit Álvaro Odriozola messen müssen, der immer mehr auf einen Stammplatz drängt. Ähnlich verhält es sich wie bereits angesprochen bei Marcelo und Mendy auf der linken Seite.

Im Mittelfeld dürfte Casemiro nach wie vor gesetzt sein. Mit seinen limitierten technischen wie strategischen Fähigkeiten mag er dem Spiel Reals nicht immer guttun. Sein Mehrwert in der Konterabsicherung ist jedoch unbestritten.

Für Toni Kroos kann man nur hoffen, dass er nach einer durchwachsenen letzten Saison wieder an die Leistungen der vergangenen Jahre anknüpft. Wenn Zidane dem deutschen Mittelfeld-Regisseur öfter Verschnaufpausen gibt, steht einer Führungsrolle im Zentrum nichts im Wege.

In der vorderen Offensivreihe ist einzig die rechte Seite nach Marco Asensios Kreuzbandriss noch vakant. Der 23-Jährige kam letzte Saison 25 von 44-mal auf der linken Seite zum Einsatz und kann sieben Torbeteiligungen vorweisen. Als Rechtsaußen wäre er wohlmöglich besser eingesetzt, konnte er hier in 17 Spielen immerhin dreimal Treffen und zwei weitere Tore auflegen.

Er hätte sich insbesondere aufgrund der Konkurrenz um Hazard und Vinícius auf der rechten Seite beweisen können. Nun steht Real Madrid vor dem Problem, dass man aus Gareth Bale und James Rodríguez einen Spieler behalten müsste. Beide waren von sich aus beim Audi Cup in München nicht Teil des Kaders.

Bei Bale stand man kurz vor einem Verkauf nach China, aufgrund der Verletzung Asensios wurde dem aber der Riegel vorgeschoben. Real wird Probleme haben einen Abnehmer für den Waliser zu finden, da er wohl ein zu hohes Gehalt für die allermeisten europäischen Vereine fordert.


James wurde mit Zinédine Zidane auch nie wirklich warm, weshalb er schon vor der Saison als Streichkandidat galt. Da er aber weniger verdient als Bale und der variablere sowie jüngere Spieler ist, wäre ein Verbleib des Kolumbianers die bessere Variante.

Bale wird wohl keine Zukunft mehr im Verein haben, obwohl er seit Jahren viele Torbeteiligungen vorweisen kann. Hier geht es von Außen betrachtet vorrangig um seine anhaltenden Sprach- und Integrationsprobleme.

Mit einem James-Verbleib würde man zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Real hätte einen Spieler, der sowohl am Flügel Asensio ersetzen könnte und andererseits auch im recht dünn besetzten zentralen Mittelfeld auflaufen.

Stand jetzt hat Real Madrid also auf dem rechten Flügel folgende Optionen: Einen genervten Gareth Bale (welcher den Verein verlassen will), einen James Rodríguez (welcher den Verein verlassen will), drei Teenager (Rodrygo, Díaz, Vinícius), Isco (welcher auch im Zentrum gebraucht wird) und Lucas Vázquez.

Lucas Vázquez wurde in der Vergangenheit immer wieder als Zidane-Liebling belächelt. Solche Spieler wie ihn braucht ein großer Verein auch im Kader. Spieler, die sich in den Dienst der Mannschaft stellen und nicht murren, wenn sie einmal nicht spielen.

In dieser Saison sollten die Königlichen das Vertrauen eher den jungen Talenten um Brahim Díaz und Rodrygo geben, anstatt Vázquez wieder mehr als 2.000 Einsatzminuten zu geben. Real hat auf dieser Position in der kommenden Saison alle Möglichkeiten, einen oder zwei junge Spieler heranzuführen und sollte dies auch nutzen.

Kann sich Takafusa Kubo schneller als gedacht bei Real Madrid durchsetzen? Hier geht’s zur Analyse.

Zwar wurde er im Sommer für die Castilla geholt, jedoch zeigte Takefusa Kubo, dass er trotz seiner 18 Jahre eine Option für die erste Mannschaft sein kann und in der dritten Liga verschwendet wäre. Aber auch von ihm kann man nicht erwahrten, dass er sofort zum Stammspieler avanciert.

Dank Hazard und Vinícius, der seine starken Ansätze hoffentlich bestätigen wird, hat man am linken Flügel zwei Spieler, die Cristiano Ronaldos Torquote zwar nicht abdecken, ihm aber in Sachen spielerische Anteilnahme auf jeden Fall voraus sind.

Da Benzema in der vergangenen Spielzeit zeigte, dass in ihm ein eiskalter Torjäger steckt, könnte die königliche Offensive wieder zu glänzen beginnen.

Spielerisch eröffnen sich bei Real Madrid in der kommenden Saison auf jeden Fall noch mehr Möglichkeiten als noch in Zidanes erster Amtsperiode. Man hat auf so gut wie jeder Position Spieler, die den Unterschied machen können und zudem entwicklungsfähig sind.

Verbunden mit der Aufbruchstimmung, die mit den Transfers von Hazard, Jovic & Co. einherging, steht man jetzt nicht wieder vor dem gleichen Problem wie vor einem Jahr, als der Kern der Mannschaft nicht mehr diesen Erfolgshunger vergangener Tage zu haben schien.

Ein Allheilmittel ist dies jedoch nicht, wie die Saisonvorbereitung zeigte. Zidane wird sich in dieser Saison mehr denn je an seinen Fähigkeiten als Taktiker messen lassen müssen.

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Written by Sascha
Ist für Taktikanalysen, Scoutingberichte und schlechte Wortspiele zuständig. Eigene Grammatik ist so ausbaufähig wie Swanseas letztjährige Tabellenplatzierung – und entsprechend ist hier keine Aussicht auf Besserung.