Serie A – die Spieler des Jahres


Spieler des Jahres: Dries Mertens | SSC Napoli

Kaum ein Spieler im europäischen Fußball hat in dieser Saison eine derart beeindruckende Transformation hingelegt wie Napoli-Stürmer Dries Mertens. Eigentlich ist der 30-jährige Belgier ein klassischer Außenstürmer: Schnell, wendig, dribbelstark. Mit Schwächen im Abschluss? Dachte man so. Bis jetzt. Denn nach der schweren Verletzung von Higuaín-Nachfolger Arek Milik wurde Mertens, der eigentlich gar keinen sicheren Stammplatz bei den Partenopei hatte, von Coach Maurizio Sarri kurzerhand zum Mittelstürmer umfunktioniert. Und er traf. Und wie! 34 Mal in 46 Pflichtspielen um genau zu sein. In der Liga sowieso, aber auch in der Champions League. Dazu kommen 15 Vorlagen für seine ebenfalls überaus torgefährlichen Angriffs-Kollegen Lorenzo Insigne, José Callejon sowie Kapitän Marek Hamsik. Ein Wechsel für bis zu 30 Millionen Euro zum Europa-League-Sieger Manchester United galt lange Zeit als so gut wie sicher, doch Napoli vervierfachte Mertens‘ Gehalt infolge der Leistungsexplosion und band den 58-fachen Nationalspieler weiter, bis 2020, an sich.

Trainer des Jahres: Massimiliano Allegri | Juventus Turin

Obwohl Juventus-Trainer Massimiliano Allegri der große Coup, nämlich der Champions League-Sieg gegen Real Madrid im Finale von Cardiff, nicht gelungen ist, hat er sich gegen Gian Piero Gasperini von Überraschungsmannschaft Atalanta Bergamo knapp durchgesetzt. Allegri ist es gelungen, die Alte Dame auf das höchste europäische Niveau zu hieven – und sie dort in der Folge auch zu halten. Wie eine Maschine marschierte Juventus durch die Liga und nach Cardiff, taktisch wirkte kaum ein Gegner der flexiblen Defensivstrategie gewachsen. Die Bianconeri deklassierten den FC Barcelona in zwei Partien, der nationalen Konkurrenz war man ohnehin bereits lange einteilt. Dass Real Madrid im Königsklassen-Finale dann noch eine Nummer zu groß war, lag mehr an der überragenden Qualität der Spanier als an der Schwäche von Juventus. Diese Mannschaft wird mit Allegri jedoch einen weiteren Anlauf starten, um endlich wieder europäische Silberware nach Turin zu bringen.

Youngster des Jahres: Keita Baldé | Lazio Rom

Auf den Notizblöcken europäischer Top-Klubs ist Keita Baldé längst kein Unbekannter mehr – dennoch hat er es bei uns zum „Youngster der Saison“ geschafft. Das Potenzial des erst 22-Jährigen stand nie zur Debatte, er vermochte es nur leider nicht konstant auf den Platz zu bringen – und fiel auch daneben hin und wieder negativ in Erscheinung . In der abgelaufenen Spielzeit ist der schnelle Offensivspieler bei Lazio Rom nun endlich zu einem Fixpunkt gereift, auf den sich Trainer und Mitspieler verlassen können. Und zu einem Spieler, der das Vertrauen mit teils grandiosen Einzelaktionen zurückzuzahlen weiß, ohne dabei wie einst in eine gewisse Arroganz zu verfallen. Der Nationalspieler aus dem Senegal erzielte für die Römer in der abgelaufenen Saison 16 Tore, fünf weitere bereitete er direkt vor. Weil er für sein Heimatland auch beim Afrika-Cup dabei war, könnte diese Statistik ob seiner großartigen Form in der Rückrunde gar noch besser ausfallen. Besonders aufgeblüht ist Keita, als Trainer Simone Inzaghi ihn ins Sturmzentrum neben Ciro Immobile stellte, dort wusste er seine Schnelligkeit sowie seinen Zug zum Tor am besten auszuspielen. Da die Notizblöcke der großen Klubs mittlerweile voll mit seinem Namen sein dürften, steht Keita vor einer ungewissen Zukunft. Sein Vertrag läuft in einem Jahr aus, eine Verlängerung ist derzeit nicht in Sicht. Wer aber Lazio-Präsident Claudio Lotito kennt, der weiß, dass eine Unterschrift wohl die beste Option wäre, wenn man nicht eine komplette Saison auf der Tribüne verbringen will.

Newcomer des Jahres: Mattia Caldara | Atalanta Bergamo

Vor gut einem Jahr war Mattia Caldara ein noch recht unbeschriebenes Blatt. Der Abwehrspieler aus der Atalanta-Jugend war gerade von einer Leihe zu Cesena zurückgekehrt. Die lief gut, keine Frage. Immerhin wurde Caldara 2016 erstmals für die U21 berufen. Als Mega-Talent galt er aber nie. Wie schnell sich so etwas ändern kann. Der neue Trainer Gian Piero Gasperini setzte nach mäßigem Saisonbeginn ab Spieltag 7 voll auf Caldara – die völlig richtige Wahl. Bei dessen erster Startelf-Berufung gegen Napoli (1:0) wurde der das 3:1 in der Vorwoche gegen Crotone bestätigt. Es folgten sechs Siege aus den nächsten sieben Partien. Erst Juventus konnte Atalantas Lauf am 15. Spieltag stoppen. Caldara hatte sich bis dahin, auch mit seiner Torgefährlichkeit, längst einen Namen gemacht. Am Saisonende standen beim gebürtigen Bergamasker sieben Tore zu Buche. Und der Wechsel nach Turin. So begeistert waren die Bianconeri von Caldaras Performance, dass sie ihn im Winter nach gerade einmal zwölf Serie A-Partien für 15 Millionen Euro verpflichteten. Juve bewies dabei Weitsicht und holte Caldara nicht sofort. Auch 2017/18 wird der Nationalspieler, mittlerweile wurde er selbstverständlich für die Squadra Azzurra nominiert, für Atalanta auflaufen. Dann auch in Europa. Und 2018 geht’s zur Alten Dame.

 

 

 

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