Weekly 17: Merry X-Mas Leicester


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In einem neuen Format blicken wir ab sofort nach jedem Spieltag auf die Geschehnisse der vermeintlich besten Liga der Welt zurück. Wir beleuchten unter dem Namen „Weekly Premier League“ spannende Begegnungen, greifen die wichtigsten O-Töne auf und servieren euch die interessanten Fakten.

Arsenal erster Verfolger

Die „Gunners“ setzen im Spitzenspiel der 17. Runde ein aussagekräftiges Ausrufezeichen: Unter dem Motto „Arsenal together“, das vor der Partie mit einer schönen Lasershow zelebriert wurde, besiegte das Team von Arsène Wenger Manchester City verdient mit 2:1 (2:0).

Anders als von vielen Experten und Anhängern erwartet, entwickelte sich kein Offensivfeuerwerk. Die Spitzenmannschaften waren auf einen kontrollierten Aufbau fokussiert – und auf ihre Individualisten! Mesut Özil assistierte zum 14. und 15. Mal in dieser Saison, Theo Walcott und Olivier Giroud netzten sehenswert ein.

Dass der deutsche Spielmacher ein überragender Vorlagengeber ist, müssen mittlerweile selbst seine hartnäckigsten Kritiker anerkennen. Özil hat nun 29-mal den entscheidenden Pass auf der Insel gespielt – genauso oft wie Eden Hazard; nur hat Arsenals Mann in Überform das 59 Spiele früher geschafft.

Für Wenger hat sein FC eine reife Leistung gezeigt: „Wir haben alle Zutaten gezeigt, die man in einem großen Spiel braucht: gute Organisation, starkes Miteinander, hohe Arbeitsbereitschaft und brillante Momente.“ Manuel Pellegrini genoss dagegen wenig erfreuliche Momente. Natürlich, der Anschlusstreffer von Yaya Touré war ansatzlos wie wunderschön, aber insbesondere die Innenverteidigung ohne Vincent Kompany bereitet Kopfschmerzen, was nachfolgende Statistik untermauert:

Info_Kompany

Arsenal besitzt als Zweiter (36 Punkte) vier Zähler Vorsprung auf City (32), und ist damit erster Verfolger von Leicester.

Mahrez macht den Weihnachtsmann

Leicester? Ja! Die Truppe rockte auch den Goodison Park, wie Everton-Coach Roberto Martínez eingestehen muss: „Natürlich haben wir nicht unsere beste Leistung abgerufen, aber Leicester besitzt auch das Momentum.“ Auch den Grund für die Niederlage kennt der Spanier: „Ich dachte, wir hätten unsere Konteranfälligkeit abgestellt.“

Was der Trainer meint: Everton stellte sich nach zwei schnellen Angriffen der Gäste dämlich an, sodass Riyad Mahrez zweimal vom Punkt antreten durfte – und auch traf. In der Schlussphase entwickelte sich zwar noch ein spannendes Match, aber der Ausgang blieb nahezu unantastbar – 3:2 (1:1).

Leicester steht über Weihnachten sensationell an der Spitze der Premier League, wer hätte das gedacht? Trainer Claudio Ranieri bleibt aber beim Understatement: „Wir haben 38 Punkte, das ist toll, aber darüber dürfen wir nicht nachdenken. Wir müssen einfach weitermachen.“ In den letzten sechs Jahren gewann der Christmas-Meister im Mai auch den Titel, by the way.

Noch eine Erkenntnis? Klar. Die „Foxes“ sind der „schwächste“ Tabellenführer der besten fünf Ligen Europas. Borussia Dortmund, zweiter der deutschen Bundesliga, wäre durch das bessere Torverhältnis bei ebenfalls 38 Zählern Spitzenreiter in England.

Liverpool zerstochen

Verharren wir in der Stadt Liverpool, wo die Meisterschaft weiterhin ein ferner Traum bleibt. Der LFC blamierte sich beim Watford Football Club bis auf’s Knochenmark mit 0:3 (0:2). Und spätestens jetzt darf die Yellow-Press ganz offiziell den Finger in die Wunde legen, denn Jürgen Klopp hat ein schwerwiegendes Problem auf der Torwartposition.

Für den offenbar verletzten Simon Mignolet – die Meinungen in Sachen Glaubwürdigkeit gehen hier auseinander – stand Ersatzmann Adam Bogdan im Tor, der nach 180 Sekunden direkt patzte. Klopp: „Das war sein Fehler und das weiß er auch.“ Aber nicht nur der Keeper erwischte einen rabenschwarzen Tag, nein, das ganze Team agierte auf einem fürchterlichen Niveau.

Dagegen beflügelte die „Hornets“ die Unsicherheit der Gäste. Zielstrebig und schnell wurde vor allem Mamadou Sakho als Angriffspunkt angelaufen, der ein misslungenes Comeback in der Liverpooler Kette feierte. Matchwinner war Odion Ighalo, der erneut zeigte, wie eiskalt er vor dem gegnerischen Tor ist, und bescherte den überraschenden Erfolg durch einen Doppelpack.

Quique Sánchez Flores strahlte nach dem hochverdienten Triumph in die Kameras: „Das haben wir uns einfach verdient. Wir feiern einen überragenden Sieg gegen einen überragenden Verein.“

Chelsea befreit?

Positive Emotionen und enthusiastische Gefühlsausbrüche waren beim amtierenden Meister zuletzt eine absolute Rarität, immerhin wurde José Mourinho entlassen, gegangen – whatever. Die Fans feierten die Chelsea-Trainerlegende während des Spiels gegen Sunderland, und Cesc Fabregas, Diego Costa sowie Eden Hazard bekamen ihr Fett weg.

Für die Anhänger waren die Kicker federführend für die interne Hetzjagd gegen „the special (g)one“ und buhten dementsprechend die Spieler über die vollen 90 Minuten aus.

Für einen Verteidiger, der eigentlich für seine Konstanz bekannt ist, lief es in den ersten 16 Spielen alles andere als gut. Branislav Ivanovic landete beim 3:1-Erfolg allerdings seinen persönlichen Befreiungsschlag, indem er selbst für die Führung sorgte und anschließend für den ebenfalls kriselnden Pedro assistierte.

Unter den Augen von Guus Hiddink zeigte sich Chelsea phasenweise rehabilitiert, aber auch nur phasenweise, wie Interimscoach Steve Holland bewusst hervorhebt und mahnt: „Im Großen und Ganzen haben wir eine gute Leistung gezeigt, aber die Mannschaft ist immer noch fragil.“

Abschließend noch die interessantesten Fakten des 17. Spieltags:

  • Romelu Lukaku erzielte zum achten Mal in Serie mindestens ein Tor. Das schaffte für Everton seit 1954 kein Kicker mehr.
  • Norwich City versaute das 500. Pflichtspiel von Wayne Rooney für Manchester United. Alex Neil ist durch den 2:1-Erfolg seiner Kanarienvögel der drittjüngste Trainer, der im Old Trafford gewinnen konnte.
  • Da half selbst das Comeback von Graziano Pellè nicht: Im Kampf um die internationalen Plätze unterlag Southampton bei den Tottenham Hotspur mit 0:2, und ist somit seit fünf Partien sieglos.
  • Connor Wickham machte seine erste Bude für Crystal Palace. Er traf in der Nachspielzeit der ersten Hälfte zum 1:0 gegen Stoke; das Match endete mit 2:1 für Palace.
  • Manchester United, Chelsea und jetzt West Brom: Aufsteiger Bournemouth hat sich durch drei Dreier in Folge auf Platz 14 vorgearbeitet. Hashtag: #läuftbeieuch
  • Swansea dominierte und erdrückte West Ham United sprichwörtlich mit 73 Prozent Ballbesitz und 21 Torversuchen, doch der walisische Klub ließ jegliche Kaltschnäuzigkeit vermissen. Das Ergebnis? Liegt auf der Hand: 0:0.
  • Ganz bitter wird es für Aston Villa: Noch nie hat ein Team den Klassenerhalt geschafft, wenn es nach 17 Spieltagen nur sieben Punkte hatte. Goodbye?!

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