Wenn der Spieler mit Streik droht …

„Southamptons Virgil van Dijk is going on strike, as he wants to leave the club“ – immer öfter hört man solche Nachrichten in den Medien. Ein Verein, der Interesse an einem Spieler zeigt; ein Verein, der das Angebot ablehnt und ein Spieler, der daraufhin nicht mehr für sein Team spielen will und sich einfach solange weigert, bis die Zuständigen nachgeben und den Spieler verkaufen. Die Vorgehensweise, sich einen Transfers zu „erstreiken“ scheint immer beliebter zu werden. Nicht nur die Berater spielen eine große Rolle, sondern auch mangelnder Respekt seitens des Spielers aber auch der Vereine.

Es gibt reibungslose Transfers, wie beispielsweise, dass ein Verein einen Spieler holen will, der Verhandlungspartner auf das Angebot eingeht und man sich in der Mitte trifft. A hat einen neuen Mann, der Spieler einen neuen Verein und C hat eine Ablöse bekommen – alle sind glücklich.

Doch dann gibt es auch noch Transfers, die leider nicht so reibungslos ablaufen. An und für sich sind Ablösen dafür da, um Spieler aus laufenden Verträgen freizukaufen. Da dies immer öfter passiert, vergisst man immer wieder, dass nicht Spieler oder Menschen gekauft werden, sondern der Vertrag „aufgekauft“ wird, womit der Spieler verfügbar wird und einen Vertrag beim neuen Verein unterschreiben kann. Alles natürlich kein Problem, wenn so etwas gemacht wird. Als Beispiel gibt es genügend Menschen, die sich bei unzufriedenstellenden Verträgen freikaufen, so beispielsweise bei Handy-Verträgen, auch wenn man dies natürlich nur bedingt vergleichen kann.

Was jedoch viele vergessen, ist, dass Verträge bindend sind. Wenn jemand seinen Vertrag bei einem Verein um fünf Jahre verlängert und ein Jahr später Real Madrid anklopft, der Stammverein den Spieler jedoch nicht abgeben will, dann ist das für den Spieler verständlicherweise ärgerlich, aber er hat einen bindenden Vertrag unterschrieben und im Gegenzug dafür auch eine Gehaltserhöhung, zu der Vereine oft verpflichtet sind, wenn ein Vertrag vorzeitig verlängert wird, bekommen. Es scheint, dass viele Spieler nicht verstehen, was es bedeutet, wenn sie einen längerfristigen Vertrag unterschreiben und es oft anscheinend auch als selbstverständlich angesehen wird, dass man bei einem guten Angebot einfach wechseln kann. Wenn der Verein dann ein Veto einlegt, dann verlangen Fans des anderen Vereins die „Freigabe“ und der Spieler weigert sich weiterhin für den Klub zu spielen. Eine Zwickmühle, denn wer will schon einen Spieler, der dann unglücklich ist oder gar Verletzungen simuliert. Großen Anteil daran haben auch die immer mehr Druck ausübenden Berater, da diese an den steigenden Ablösesummen natürlich ordentlich mitverdienen, dabei sollte die Beratung und nicht die unmoralischen Verhandlungsweisen der Grund für die Bezahlung sein.

Nicht nur die Ablösesummen sind heutzutage das große Problem, sondern auch der gemeinsame, respektvolle Umgang, nicht nur von den Vereinen, sondern mittlerweile immer öfter von den Spielern, denen scheinbar immer weniger bewusst ist, was ein bindender Vertrag eigentlich bedeutet. Angefangen davon, wie man in Verhandlungen tritt (oft werden Spieler direkt kontaktiert, obwohl man dazu verpflichtet ist, sich vorher beim Verein des Spielers zu melden) und endet damit wie der Spieler bei einer Absage reagiert.

Transfers sind absolut kein Problem und auch die hohen Ablösesummen – auch wenn viele da nicht zustimmen – in Ordnung, solange es Sponsoren gibt, die weiterhin viel Geld in Vereine pumpen, doch woran man wirklich arbeiten sollte ist der Umgang mit den Menschen hintern den Spielern und Mitarbeitern. Die Ablösen haben aus den Menschen Aktien gemacht. Und die Vereine sind nur mehr Arbeitgeber, die man sofort wechseln kann, wenn man will – was ja vollkommen in Ordnung wäre, wenn diese Branche nicht teilweise so eigenartig wäre. Doch viel wichtiger als ewige Treue oder große Erfolge sollte der gemeinsame und respektvolle Umgang von beiden Seiten sein und die Menschen wieder etwas mehr im Vordergrund stehen.

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