Yann Karamoh wechselt für 13 Millionen Euro von Inter zu Parma. Der Vorjahresaufsteiger sichert sich damit einen echten Rohdiamanten, der in den letzten Wochen und Monaten aber eher durch Undiszipliniertheiten auffiel.

Für Parma kann man nur hoffen, dass sie Karamoh zähmen und auf die richtigen Bahnen lenken können. Bereits vor zwei Jahren analysierten wir den Franzosen im Rahmen unserer 10 Ligue 1 Players to watch 2017/18.

Yann Karamoh im Porträt

Abseits dieser Super-Talente Dembélé und Mbappé entwickelte sich in den letzten Jahren Karamoh zu einem unterschätzten Talent, welches ähnliche Fähigkeiten wie sein guter Freund Mbappé mitbringt: Der 19-Jährige besitzt ein guten Timing bei seinen Tiefenläufen und hat dabei eine gute Grundschnelligkeit.

Vornehmlich wird Karamoh auf der rechten Seite als geradliniger Flügelspieler eingesetzt, der sich mit Dribblings zu helfen weiß. In der vergangenen Saison schaffte er es im Schnitt 1,98-mal, seine Gegenspieler in 90 Minuten aus zu dribbeln.

Bei seinen Dribblings führt er den Ball häufig mit dem linken Fuß; seine Körperposition ist folglich nach außen gerichtet, was einen Durchbruch seinerseits auf den Flügel am wahrscheinlichsten macht.

Dahingehend muss er einfach noch variabler werden. Er ist noch zu sehr auf den Durchbruch auf Außen fokussiert, obwohl er mit seiner linken Klebe durchaus gut umzugehen weiß.

Besonders, wenn er mal links auftaucht und provisorisch Flanken schlägt, kommen diese mit einer sehr guten Gewichtung und Genauigkeit beim Mitspieler an. Dieses Überraschungsmoment muss er auch auf der rechten Seite noch konsequenter nutzen.

Auf Links könnte er daher vermutlich mehr Möglichkeiten haben, da er mit seinem starken rechten Fuß nach innen ziehen könnte. Jedoch würde man ihm dabei seiner Geradlinigkeit berauben und insbesondere seine Tiefenläufe im rechten Halbraum gingen dabei verloren.


In diesen Szenen hat Karamoh nämlich seine Glanzmomente: Er besitzt bei seinen Sprints in die Tiefe ein hervorragendes Timing und kann sich infolge dieser Aktionen oft in aussichtsreiche Schusspositionen bringen.

Rückt er mal im Laufe des Angriffs nach innen, wartet er oft geduldig, ehe die Situation reif ist und er mit einem Lauf den Ball halbrechts mitnimmt und abschließt. Seine ideale Position wäre daher vermutlich als seitlicher Stürmer in einem Zweier- bzw. Dreiersturm.

Hier könnte er seine angesprochenen Fähigkeiten noch gewinnbringender einbringen. Seine kreativen Fähigkeiten, die noch ausbaufähig sind würden hierbei gut kompensiert werden, da er als reiner Abschlusstürmer, der die Schnittstellen attackiert agieren würde.

Yann Karamoh wird kein Wunderkind werden wie Mbappé. Sein Vertrag läuft nächsten Sommer aus und will er am liebsten noch diesen Sommer wechseln. Wie es aktuell Mode ist, will er den Deal mit einem Streik noch durchdrücken.

Wird er diesen Sommer noch verkauft, könnte man ihn für etwa 10 Mio. Euro bekommen. Ein absolutes Schnäppchen für einen so veranlagten Spieler. Karamoh wird nie zur Weltelite zählen.

Aber gerade in der Ligue 1 könnte er bei einem passenden Verein (Monaco, Lyon, etc.) zu einem der besten 20 Spieler werden. Insofern lohnt es sich diesen jungen künftig zu beobachten, ganz gleich bei welchem Verein er landet.

Mit einem Klick aufs Bild gelangt ihr zu den anderen Spielern unser damaligen Serie.

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Written by Sascha
Ist für Taktikanalysen, Scoutingberichte und schlechte Wortspiele zuständig. Eigene Grammatik ist so ausbaufähig wie Swanseas letztjährige Tabellenplatzierung – und entsprechend ist hier keine Aussicht auf Besserung.