Zurück in die Zukunft – Leeds United

Dirty Leeds

Zurück in die Zukunft – Besser könnte man die aktuelle Lage Leeds Uniteds wahrscheinlich gar nicht kommentieren. Lange war der englische Traditionsverein ein Vorzeigeverein. Stars, Champions League, eine der besten Jugendakademien der Welt und lautstarke Fans. Mehr als ein Jahrzehnt später stand der Verein bereits mehrere Male vor dem Aus. In letzter Sekunde konnte der Verein gerettet werden. Zuletzt vor wenigen Monaten vom Italo-Amerikaner Massimo Cellino. Der Verein war zahlungsunfähig, ein hoher Punkteabzug wäre die Konsequenz gewesen. Aber das hatte man doch schon mal, oder? – Ja, bereits im Jahr 2006 wurden der Mannschaft für die Saison 2006/07 zehn Punkte abgezogen. Sowie 15 Punkte für die Saison 2007/08. Punkteabzüge, Spielerverkäufe und Niederlagen wurden zum Alltag der Whites. Aber wie kam es überhaupt dazu, dass ein Vorzeigeverein derartig im Dreck landet?

In der Saison 1999/2000 fand sich der Verein im Halbfinale des UEFA-Cups wieder. Es war der größte internationale Erfolg des Vereins seit 25 Jahren. Damaliger Gegner war Galatasaray Istanbul, doch bevor sich die Spieler auf dem Platz gegenüberstanden, begann der Kampf bereits auf den Straßen Istanbuls. Zwei englische Fans wurden von türkischen Fans angegriffen und erstochen. Noch vor Anpfiff wurden die Fans vom Tod der beiden Mitgereisten informiert, und gebeten sich ruhig zu verhalten, aber jedem war klar, dass dies unmöglich sein werde. Innerhalb und außerhalb des Stadions war eine Vielzahl von Polizisten von Nöten, um die Fangruppen der beiden Vereine voneinander fernzuhalten.

Das Stadion kochte. Fans sowie Spieler zeigten keinen Respekt, es war ein hartes Spiel. Das Hinspiel endete schließlich 2:0 für die Heimmannschaft. Das Rückspiel in England wurde dank vieler Sicherheitskräfte Großteils ruhig bestritten. Trotz einer starken Leistung reichte es bloß zu einem 2:2, womit die Türken ins Finale einzogen und später gar den UEFA-Cup gewannen.

Doch der Verein aus Yorkshire wollte mehr. Ein gutes Management und ein Kader voller Stars sollte den Fans die erste Meisterschaft seit 1991 bringen. Mark Viduka, Harry Kewell, Rio Ferdinand, Olivier Dacourt, Ian Harte, Paul Robinson, Lucas Radebe, Jonathan Woodgate, Alan Smith, Dominic Matteo, Lee Bowyer, Robbie Keane … die Liste der Starspieler ist endlos lang. Aber nicht nur der Kader der Kampfmannschaft hatte es in sich, auch in der Akademie fand man einige spätere Stars und schlussendlich hatte man mit David O’Leary auch den richtigen Mann auf der Trainerbank.

Die Saison 1999/2000 beendeten die Whites auf Platz 3 hinter Manchester United und Arsenal, und waren somit für die Qualifikation der UEFA Champions League berechtigt. In der letzten Qualifikationsrunde traf man auf 1860 München und qualifizierte sich dank einem Gesamtscore von 3:1 für die Gruppenphase. Die Weißen wurden in eine Gruppe mit dem AC Milan, Barcelona und Besiktas Istanbul gelost. Keine einfache Gruppe, doch wie sich später herausstellte, konnten die Engländer nicht bloß mithalten, sondern errangen Platz Zwei, hinter dem AC Milan und vor den Katalanen. In der zweiten Gruppenphase musste man gegen die Königlichen aus Madrid, RSC Anderlecht und Lazio Rom antreten. Auch hier landete man schließlich auf Platz Zwei.

Aber im Gegensatz zur Champions League stand man in der Premier League kurz vor Weihnachten bloß einen Platz vor der Abstiegszone, doch die Mannschaft spielte sich in einen Rausch. 13 Runden blieben die Whites in der Premier League ungeschlagen, bis zum Ende der Saison der längste Erfolgslauf der Saison. Chairman Risdale war sich sicher dass man das Wunder schaffen könne, sowohl die Meisterschaft als auch die Champions League zu gewinnen. Aufgrund dessen nahm der Vereine teure Kredite auf, welche nur im Falle des Erfolges leistbar gewesen wären. Doch es kam, wie es kommen musste. Leeds United scheiterte in ihren ersten Champions League-Halbfinale seit 1975 am FC Valencia. Die Meisterschaft war nun Pflicht. Aber trotz des Erfolgslaufs reichte es am Ende nur für Platz Vier. Das so dringend gebrauchte Geld durch die Qualifikation der Champions League blieb aus.

Der Verein zog sich nicht nur die Unzufriedenheit der Fans auf sich, sondern auch gewaltige finanzielle Probleme. Man war eigentlich dazu gezwungen wichtige Spieler zu verkaufen, doch stattdessen verpflichtete man Seth Johnson, Robbie Fowler und erwarb Leihspieler Robbie Keane von Inter Mailand. Insgesamt 45 Millionen. 45 Millionen zu viel.

Vielen war noch nicht bewusst welche Auswirkung dies auf den Verein haben würde. Trotz eines guten Saisonstarts reichte es am Ende bloß für Platz Fünf. Im UEFA-Cup war bereits im Achtelfinale Endstation. Eine wahrlich enttäuschende Saison. Erneut bedeutete dies gewaltige Einschnitte betreffend Gehälter, viele Spieler mussten verkauft werden. Vielen Fans war noch nicht bewusst wie tief der Verein gefallen war. Erst als Starverteidiger Rio Ferdinand an Erzrivalen Manchester United abgegeben werden musste, realisierte man, wie es um den Verein stand. Ferdinand war dabei der einzige Spieler, der mit der Rekordablöse von 46 Millionen Euro gewinnbringend verkauft werden konnte, während die anderen zu einem deutlich geringen Preis abgegeben wurden. Woodgate, Fowler, Bowyer, Keane, der bereits erwähnte Ferdinand und Olivier Dacourt wurden verkauft, um die angehäuften Schulden zu decken. 80 Millionen wurden durch die Verkäufe eingenommen. Kaum eine Relation zu den ausgegeben 4,5 Millionen für Nick Barmby. Im Kader fand man deutlich weniger Stars, dafür wurden einige gute Akademiespieler hochgezogen. Nennenswert ist vor allem der heutige Nationalspieler James Milner, er war bei seinem Debüt gerademal 16 Jahre alt.

Dementsprechend sah auch die Saison 2002/03 der Whites aus. Platz 15. Die Enttäuschung war groß. Die Spirale drehte sich weiter nach unten. Der Schuldenberg stieg auf 120 Millionen Euro an, der Verein zog die Reißleine und entließ den Trainer sowie einige Mitarbeiter. Um den Schuldenberg in Grenzen zu halten, wurden auch die letzten Stars verkauft. Scott Carson, Aaron Lennon und Andy Keogh wurden aus der Jugend in den Profikader geholt. Trotz talentierter Jugendspieler und verbliebener Stars wie Mark Viduka, Paul Robinson, Ian Harte, Lucas Radebe, Alan Smith und Dominic Matteo, konnte der Abstieg in die Championship nicht verhindert werden. Platz 19. Vor drei Jahren noch vor dem Gewinn der Champions League, und nun der Abstieg in die zweite Liga. Der Fall war tief, der Aufschlag noch härter.

Die Latte wurde tief gelegt. Ein Schuldenberg in Höhe von mehr als 140 Millionen Pfund war ein zu großes Hindernis, um den sofortigen Wiederaufstieg zu schaffen. Die letzten Stars aus Champions League-Zeiten wurden verkauft, und die großen Talente wie James Milner oder Scott Carson konnten nicht gehalten werden. Es wurden bloß Spieler geholt die ein deutlich niedrigeres Gehalt akzeptierten. Im Herbst mussten auch noch das hauseigene Trainingsgelände und die Elland Road verkauft werden. Der Verein gab bekannt, dass er die Schulden nicht stemmen könne. Leeds United stand vor dem Aus. Noch vor ein paar Jahren war man ein Vorzeigeverein, doch plötzlich hatte man den Tiefpunkt erreicht.

Glück im Unglück – Ken Bates, ein reicher Mann der gerade den Chelsea FC an Roman Abramowitsch verkauft hatte, und ein anonymes Konsortium übernahmen den Verein im Jahr 2005 für zehn Millionen Pfund. Mit Freude und Elan belegte der Verein nach einer langen Neukoordinierung Platz 5 in der zweithöchsten Liga Englands. Man hatte hinter Preston North End und Watford FC die Play-Offs erreicht.

Im ersten Play-Off-Halbfinal-Hinspiel erreichte man gegen Preston North End, vor ausverkauftem Stadion, bloß ein 1:1, das Rückspiel wurde jedoch mit 0:2 gewonnen, wodurch man im Finale der Playoffs auf Watford traf. Vor rund 65.000 Zusehern mussten sich die Whites jedoch mit 0:3 geschlagen geben.

Nach dieser Niederlage zerbrach die Mannschaft förmlich. Im FA- sowie League-Cup schied man bereits in Runde 3 aus, und auch in der Liga lief es nicht gut. Die Mannschaft war zwar voller Talente und ein paar guter Spieler, dennoch fiel man bereits am 7. Spieltag auf einen Abstiegsplatz. Nur selten verließ man diesen auch wieder. Im Mai kam die schockierende Nachricht. Der Verein musste Konkurs anmelden. Zehn Punkte abgezogen. Doch auch ohne den Punkteabzug wäre der Verein abgestiegen. Nach 46 Spieltagen landete der Verein sportlich bloß auf Platz 22, einem Abstiegsplatz. Abzüglich der zehn Punkte sogar auf dem letzten Platz. Erstmals landete man in der League One.

Die Frustration war groß. Die Fans fanden schnell einen Schuldigen: Ken Bates. Man unterstellte ihm, dass er bloß seine Pläne wie das Hotel an der Elland Road fertigstellen wolle und ihm der Rest egal sei. Auf all die Kritik wurde der Verein erneut umgekrempelt. Viele Spieler mit hohen Gehältern wurden verkauft, im Gegenzug viele junge Spieler wurden verpflichtet. Kurz vor Saisonbeginn 2007/08 die nächste schlechte Nachricht: 15 Punkte Abzug! Der Verein hatte weiterhin mit dem Schuldenberg zu kämpfen.

Nach einem etwas zähen Start landete der Verein im Winter erstmals in den Play-Off-Plätzen der Liga. Dort verweilte der Verein einige Zeit, nur selten wurde man von diesen verdrängt. Man schien eine gute Kombination aus erfahrenen und aus jungen, wilden Spielern gefunden zu haben. Zudem fanden sich selbst in der dritthöchsten Liga Englands durchschnittlich 25.000 bis 30.000 Fans im Stadion ein.

Doch immer wieder kamen kuriose Geschichten von Ken Bates hervor. Das anonyme Konsortium verkaufte seine Anteile an Bates, doch es soll viel bessere Angebote von arabischen Scheichs und Amerikanern gegeben haben. Zudem gab Bates zu, dass er kein Geld habe und nie Geld in den Verein investierte. Dennoch gab es auch positive Nachrichten. Der Schuldenberg von bereits 150 Millionen Pfund konnte auf 35 Millionen Pfund reduziert werden. Zudem erreichte man am Ende der Saison Platz 5 und somit einen Play-Off-Platz. Würde man die 15 Punkte hinzuzählen war Leeds United die zweitbeste Mannschaft der Liga, bloß Swansea hatte mehr Punkte.

Im Play-Off-Finale traf Leeds United auf die Doncaster Rovers. Vor 5 Jahren war Leeds United noch ein Top-5-Premier League-Team. Die Doncaster Rovers spielten zur gleichen Zeit noch in der Conference National, der höchsten Amateur-Liga Englands. Die Whites verloren das Finale und die Rovers erreichten erstmals seit 50 Jahren die Championship.

Der Kader blieb beinahe unverändert. Erstmals mussten keine wichtigen Spieler wie Goalgetter Jermaine Beckford oder Mittelfeldmotoren Howson und Kilkenny abgegeben werden, dennoch wurden einige eigenartige Transfers getätigt. Ein unbekannter Robert Snodgrass wurde aus Schottland verpflichtet, zudem ein Argentinier aus der dritten spanischen Liga. Doch niemand konnte ahnen, dass Snodgrass und Becchio später so einschlagen würden.

Nach einem guten Start landete die Mannschaft später im Mittelfeld der Liga. Man reagierte auf die Talfahrt der Mannschaft und entließ Gary McAllister vier Tage vor Weihnachten. Eine Woche später verpflichtete man im Jahr 2008 mit Simon Grayson einen Vollblut-Leeds United-Fan. Ein Mann mit Herz. Ein Mann mit Courage. Die Mannschaft spielte unter ihm zwar nicht immer schönen Fußball, dennoch wurden einige Erfolge gefeiert. Während Leicester City und Peterborough United sich mit Platz 1 und 2 direkt für die Championship qualifizierten, musste Leeds United mit Platz 4 durch die Play-Offs. Erneut in den Play-Offs, erneut gescheitert. Dieses Mal scheiterte man bereits im Halbfinale am Rivalen Millwall.

Erneut wurden kuriose Geschichten um Bates aufgedeckt. Es wurde bekannt, dass das anonyme Konsortium eine Firma namens Forward Sports Fund waren, die Anteile im Wert von 17,5 Millionen Pfund besaßen. Diese war auf den Cayman-Inseln ansässig, wurde von Bates betrieben und übergab, scheinbar kostenfrei, die Anteile an Ken Bates.

Im nächsten Jahr, in der Saison 2009/10, schaffte es der Verein aus Yorkshire mit schönen und schnellen Fussball keinen einzigen Spieltag außerhalb der Aufstiegsplätze zu sein. Die schlechteste Platzierung in der Saison hatte man am ersten Spieltag, als man „bloß“ auf Platz 6 landete. Das Highlight der Saison war jedoch außerhalb der Liga. In der 3. Runde des FA-Cups traf man auf Manchester United. Leeds Uniteds womöglich größter Rivale. Im ausverkauften Old Trafford sah man ein tolles, spannendes Spiel. Bereits nach 19. Minuten war es soweit. Ein langer Pass von Johnny Howson aus der eigenen Hälfte. Jermaine Beckford hatte sich den Ball eigentlich gar nicht gut mitgenommen, dennoch kam er vor Tormann Tomasz Kuszczak an den Ball und schob ihn im Schneckentempo ins lange Eck. Das Spiel endete 0:1 für Leeds United. Hier das Tor

In der Liga führte man lange Zeit die Tabelle an, doch durch einige Eigenfehler landete man schließlich nur auf Platz Zwei, elf Punkte hinter Norwich City. Dennoch war die Freude groß: Endlich wieder Zweitliga-Fußball! Aber nur zwei Wochen nach Saisonende war bereits der erste Abgang klar: Starstürmer Jermaine Beckford unterschrieb ablösefrei bei Everton.

Zudem wurden im Sommer 2010 Altlasten abgegeben. Im Gegenzug verpflichtete Grayson junge Spieler. Außerdem lieh man einige Spieler für kurz oder lang aus. Der Verein wurde zum Geheimtipp der Liga. Jermaine Beckfords Abgang wurde durch League One-Torschützenkönig Billy Paynter kompensiert. Dass dieser in der folgenden Saison jedoch komplett scheitern würde, konnte keiner wissen.

Die richtige Aufstellung zu finden erwies sich schwieriger als gedacht. Lange versuchte man die richtigen elf Mann zu finden, bis man schließlich Ende Oktober mit Platz 16 den Tiefpunkt erreicht hatte. Simon Grayson stellte die Mannschaft um und plötzlich gelang es der Mannschaft wieder guten Fußball zu spielen. Bloß drei Wochen später fand sich die Mannschaft erneut in den Play-Off-Plätzen der Championship wieder. Kurz vor Weihnachten erreichte man sogar Platz 3. Die Fans träumten erstmals wieder von der Premier League.

Lange Zeit pendelte die Mannschaft zwischen Platz 6 und 7. Ersteres würde einen Play-Off-Platz bedeuten, bei Zweiterem würde man leer ausgehen. Die Mannschaft war in der Verteidigung oft zu unkonzentriert, man erhielt in 46 Spielen ganze 80 Gegentore. Am Ende sollte es um 3 Punkte nicht reichen. Leeds United, 72 Punkte, Platz 7. Nottingham Forest, 75 Punkte, Platz 6. Während Leeds United knapp am Durchmarsch von League One zur Premier League scheiterte, gelang Norwich City dieses Kunststück. Beide waren im Jahr zuvor aus der League One in die Championship aufgestiegen. Während Leeds auf Platz 7 landete, beendeten die Canaries die Saison auf Platz 2 und stiegen damit in die Premier League auf.

Während sportlich alles gut lief, lief es wirtschaftlich nicht so gut. Erneut soll der Verein über seinen Verhältnissen gelebt haben, zudem wollten die Fans den Verein für sich haben und den „ahnungslosen, senilen“ Bates aus dem Verein vertrieben. Doch ein Weg ohne Bates schien nicht möglich zu sein. Bates übernahm den Verein und wurde einziger Besitzer Leeds Uniteds.

Der Streit zwischen Bates und den Fans spitzte sich weiter zu. Vor dem Spiel gegen Middlesbrough protestierten die Fans vor der Geschäftsstelle an der Elland Road. Die Fans hielten Schilder und Banner mit der Aufschrift „Bates out“ in die Höhe. Lautstark antwortete der Besitzer mit dem Wort „Morons“, auf Deutsch: „Idioten“. Zudem lag das Interesse des Besitzers eher auf seiner Bates‘ World. Seiner eigenen kleinen Welt rund um die Elland Road. Ein Hotel, ein Shopping Center und vieles mehr sollte es beinhalten. Sein Interesse am sportlichen Erfolg des Vereins schien jedoch zu schwinden.

Anstatt sich noch ein letztes Mal ordentlich aufzurüsten um den Aufstieg im Jahr 2012 zu schaffen, gab man wichtige Spieler ab. Kasper Schmeichel wurde von Ken Bates unter Druck gesetzt. „Entweder du verlängerst oder du wirst verkauft“: So oder ähnlich soll er es dem Dänen gesagt haben. Wenig später wurde Peter Schmeichels Sohn für 1,7 Millionen Euro an Leicester City verkauft.

Wichtige Spieler wurden abgegeben, doch große Coups blieben aus. Michael Brown, 34-jähriger Brutalo, und Mika Väyrynen wurden verpflichtet. Ein Spieler der zuvor bei PSV Eindhoven spielte. Doch er scheiterte klägliche, ebenso wie sein Landsmann Mikael Forssell.

Ein deutlich schwächerer Kader, mit Einbußen war zu rechnen. Ken Bates war da jedoch anderer Meinung. Nachdem man die Mannschaft bloß im Mittelfeld der Liga wiederfand, wurde Simon Grayson im Februar 2012 entlassen und durch Neil Warnock ersetzt. So mancher erwartete sich einen Aufschwung, dieser blieb jedoch aus. Zudem wurde im Winter Johnny Howson, Kapitän und seit Kindheitstagen Leeds United-Fan, abgegeben.

Seit Neil Warnock Trainer der Mannschaft geworden war, wurde es ruhig um Ken Bates. Später stellte sich heraus, dass vieles im Hintergrund ablief. Im Februar waren Ken Bates und Verteidiger Ben Parker bei „Billy’s Bar“ eingeladen. Eine „Pressekonferenz“ die als Sendung bei Leeds United TV publiziert wurde. Nach der Sendung deckte der Verteidiger vor hunderten von Fans auf, dass im Sommer viele wichtige Stützen vergrault wurden und auch Johnny Howson im Winter gezwungen wurde, den Verein zu verlassen. Kurze Zeit später musste auch Ben Parker den Verein verlassen. Er wurde an Carlisle United verliehen.

Die restliche Saison verlief eher schlecht als recht. Statt einer Verbesserung kam es unter Warnock eher zu einer Verschlechterung. Am Ende der Saison stand der Verein auf Platz 14.

Endlich war der Sommer da, das Transferfenster erneut offen und die neue Saison hätte nicht besser beginnen können: mehrere arabische Investoren waren daran interessiert Leeds United zu übernehmen. Auch ein amerikanisches und ein englisches Unternehmen sollen versucht haben den Verein zu kaufen. Bereits am ersten Spieltag wurde mit Jason Pearce ein starker Innenverteidiger von Portsmouth verpflichtet. Man erhoffte sich einen positiven Sommer, doch kurze Zeit später gab es bereits die ersten Abgänge: Trotz der hohen Einnahmen hantierte man am Transfermarkt sparsam. So mancher gute Transfer scheiterte bloß an ein paar 10.000 Pfund, wie zum Beispiel der Wechsel von Joel Ward. Leeds United bot 270.000 Pfund, doch Portsmouth wollte 290.000 Pfund, woraufhin der Transfer scheiterte. Heute beträgt der Marktwert des Verteidigers zwei Millionen Euro. Am Ende des Monats verließ auch einer der letzten britischen Stars aus League One-Zeiten den Verein: Wie bereits Bradley Johnson und Johnny Howson zuvor, wechselte Robert Snodgrass für 3,2 Millionen Euro zu Norwich City.

Über viele Monate hinweg hieß es, dass Maple Leafs Sports & Entertainment Limited den Verein übernehmen wolle. Die Gruppe besitzt mehrere Sportvereine aus Toronto: Toronto FC im Fußball, die Toronto Marlies im Eishockey, die Toronto Raptors im Basketball und die, am wahrscheinlich bekanntesten, Toronto Maple Leafs. Bis heute ist nicht klar, ob es sich hierbei bloß um ein Gerücht oder um tatsächliches Interesse handelte.

Ebenso war ein Investor aus Kuwait am Verein interessiert. Dieser gab öfter bekannt, dass er sich zwischen mehreren Vereinen entscheiden werde. Letztlich entschied sich Fawaz Al-Hasawi aber für Nottingham Forest.

Der restliche Sommer war nicht sehr berauschend. Nachdem man auf einen schnellen Kauf des Investors hoffte, verstrich die Transferzeit, und nur wenige gute Spieler wurden verpflichtet, einzig die Verpflichtungen von Lee Peltier und Rodolph „The Beast“ Austin machten Hoffnung. Später wurde auch El-Hadji Diouf verpflichtet, vorerst für 3 Monate ohne Gehalt, später für viel zu viele Nullen bis Sommer 2013.

Außerdem wurde ein Spieler aus der Reservemannschaft hochgezogen: Sam Byram. Ein Rechter Verteidiger, der eigentlich nur aufgrund der Inkonstanz von Peltiers zum Zug kam. Doch keiner konnte Wissen, dass der damals 18-Jährige so einschlagen würde. Er etablierte sich als Stammspieler und wurde am Ende der Saison dafür auch belohnt. Er wurde zum Spieler der Saison gewählt – von den Fans als auch von den Spielern, erzielte das Tor der Saison und gewann den Young-Player-Award. Er gewann alles was man als Spieler gewinnen konnte. Gerüchten zu Folge war Manchester City bereit 14 Millionen für den jungen Verteidiger zu bezahlen.

Die Mannschaft setzt dort fort, wo sie vorige Saison aufgehört hatte. Erneut schlechte Leistungen, erneut zu wenige Erfolge. Einzig in den Cups gab es einige Höhepunkte. Im League Cup beispielsweise warf man Everton (2:1) und später Southampton (3:0) aus dem Turnier. Im Viertelfinale scheiterte man an Chelsea mit 1:5. Im FA-Cup feierte man einen 2:1-Heimsieg gegen die Spurs, verlor jedoch im Achtelfinale gegen Manchester City mit 0:4.

Trotz der sportlichen Talfahrt hatten die Leeds United-Fans endlich einen Grund zu feiern. Ken Bates verkaufte den Verein drei Tage vor Weihnachten zu 100% an GFH Capital. Endlich war man Bates los und hatte reiche „Saudis“ die vorhatten den Verein zu sanieren. Dachte man. Ken Bates blieb jedoch Chairman bis zum Saisonende und sollte ab Sommer auch weiterhin Präsident des Vereins sein.

Die Mannschaft schien einen schlechten Ruf bekommen zu haben. Neil Warnock verhandelte mit 70 Spielern, doch es kamen nur Stephen Warnock und zwei Leihspieler. Vielleicht lag es doch auch am Mangel von finanziellen Mitteln …

Die Euphorie wurde dadurch schnell wieder gebremst. Mit Luciano „Costs Less Than Berbatov and Scores More Goals“ Becchio verließ der letzte Star aus dem ehemaligen League One-Team die Mannschaft. Er machte es Snodgrass gleich und wechselte in die Premier League zu Norwich City. Für läppische 400.000 Pfund und Steve Morison wurde der Transfer vollendet. Viele weitere verließen den Verein und ließen sich verleihen, einzig Robbie Rogers pausierte. Vier Monate später outete sich der Amerikaner als Homosexuell. Die sonst so „proletarischen“ und „brutalen“ Leeds United-Fans gratulierten Robbie Rogers über soziale Netzwerke, nach seinem Coming-Out wurde sogar sein Name im Stadion gesungen.

Trotz der „Investitionen“ schien die Talfahrt unaufhaltbar. Den Verein bewahrten nur mehr 5 Punkte vor einem Abstiegsplatz. GFH Capital zog die Reißleine und entließ Neil Warnock. Auf der Bank nahm der ehemalige Reading-Trainer Brian McDermott Platz. Er führte in der Saison zuvor Reading FC in die Premier League.

Kurz nach dem Trainerwechsel gab GFH Capital weitere Infos bekannt. Die Investmentbank kündigte an nicht viel Geld investieren zu wollen, sondern den Verein finanziell nur zu sanieren, um ihn gewinnbringend zu verkaufen. Hatte man sich etwa mit GFH Capital einen noch viel schlimmeren Besitzer ins Boot geholt? – Bereits kurze Zeit später gab es schon die ersten Interessenten. Ein Konsortium rund um Lucas Radebe sowie Adam Pearson, ehemaliger Commercial Director Leeds Uniteds und ehemaliger Chairman Hull Citys, sowie weitere Investoren wollten ebenso 51% des Vereins übernehmen. Zu einem dieser Deals kam es jedoch nie.

Als die Saison dann endlich vorbei war beendete man die Talfahrt unter neuer Führung schließlich auf Platz 13, punktegleich mit Birmingham City und Burnley FC.

Später wurde Ken Bates aus seinem Dienst entlassen, weil er ohne Rücksprache einen Deal für einen Privatjet aushandelte, der ihn auf Kostens des Vereins von seinem Urlaubsdomizil zu jedem Spiel des Vereins fliegen sollte, und das für 120.000 Pfund pro Jahr. Aufgrund dessen konnte man ihn seines Amtes entheben, und wurde Ken Bates so tatsächlich gänzlich los.

Außerdem machte ein Gerücht die Runde, dass Red Bull Interesse hätte Leeds United zu übernehmen, jedoch gab es nie ein Statement, dass das österreichische Unternehmen den englischen Verein tatsächlich aufkaufen wolle. Viele Fans hatten Angst, dass Leeds United ein ähnliches Schicksal erleiden könnte wie Austria Salzburg, doch diese Angst war meines Erachtens nicht notwendig, da Leeds United ein großer Name und eine Marke ist. Einzig eine finanzielle Hilfestellung wie für Pasching in Österreich wäre vorstellbar gewesen.

Ansonsten verlief der Sommer für Leeds United ungewöhnlich ruhig. Die Mannschaft schien stabil und bunt gemischt. Viele ältere, fußballerisch begrenzte Spieler, sowie einige junge Talente, die jedoch noch nicht die Reife haben, ein Spiel zu leiten. Kurz gesagt: Es fehlte an Qualität. Deshalb wurde im Herbst Innenverteidiger Marius Zaliukas ablösefrei verpflichtet. Er war über viele Jahre Kapitän der insolventen Hearts of Midlothian gewesen.

Der Verein konnte sich etwas fangen, doch war wie bereits die Jahre zuvor recht inkonstant. Nach einem guten Spiel folgte meist eine hohe Klatsche. Nach einem schlechten Spiel meist ein hoher Sieg gegen eine Topmannschaft. Man pendelte zwischen Tabellenmitte und Play-Off-Platz. Gerade als die Mannschaft in die beste Form seit Jahren kam, folgte eine erneute Talfahrt. Der einzige Spieler der für Konstanz stand ist der derzeit führende Torschützenkönig Ross McCormack. Es ist zum Haare raufen, Haare die Brian McDermott nicht mehr hat.

Im Winter dann das nächste Highlight. Bei einem Dinner in Sherburn in Elmet gab es eine große Interview-Runde zwischen Ex-Leeds United-Trainer Simon Grayson, Ex-Leeds United-Spieler Iain Baird und Simon Graysons ständigem Co-Trainer Glynn Snodin. Die drei standen dem Publikum Rede und Antwort. Das Hauptthema waren Fragen zu Ken Bates. Es kamen viele interessante Informationen ans Licht. Unter anderem, dass Leeds United Technischer Direktor Gwyn Williams, angeblicher Entdecker Robert Snodgrasss und Luciano Becchios (und John Terrys zu Chelsea-Zeiten), zwar scouten sollte, aber dies nie tat. Von den Emotionen gepackt verriet Grayson die tiefsten Details. Williams soll sich unter anderem öfter auf dem Klo versteckt haben um Spieler und Mitarbeiter zu belauschen, und dann diese Informationen an Bates weitergegeben haben. Des Weiteren soll Williams Deals getätigt haben, denen Grayson gar nicht zugestimmt hatte, beispielsweise wurde der Vertrag von Nuñez ohne Absprache mit dem Trainerteam verlängert.

Trotz allen wirtschaftlichen Strapazen sollen aber immer wieder Spieler daran interessiert gewesen sein zu Leeds zu wechseln, doch leider scheiterte es wie so oft am schönen Geld. Wer jetzt aber denkt, dass es sich um Millionen handelte, der irrt. Im Falle Joel Wards, heute rechter Verteidiger bei Premier League-Verein Crystal Palace, fehlten bloß 50.000 Pfund, doch Chairman Ken Bates war einfach nicht verhandlungsbereit den damaligen Portmouth-Verteidiger an die Elland Road zu holen. Ähnlich kurios ist die Geschichte um den Verkauf von Johnny Howson. Erstens wollte er den Verein nicht verlassen und zweitens hatte Bates dem Trainer versprochen, dass er die Ablöse verwenden dürfe um neue Spieler zu verpflichten, doch letztlich landete das Geld bloß in den Taschen des Geschäftsmanns. Doch Howson soll nicht der Einzige gewesen sein, der gar nicht vor hatte den Verein zu verlassen. Der Besitzer mischte sich in die Kaderplanung ein und entschied wer aufgestellt werden sollte und wer nicht. Billy Paynter, Torschützenkönig der League One, war laut Grayson immer der beste im Training, doch sollte auf Wunsch des Besitzers einfach nicht aufgestellt werden.

Im Winter gab es ein neues Gerücht um Leeds: Massimo Cellino, Besitzer von Cagliari Calcio, sollte Interesse haben den Verein aus Yorkshire zu übernehmen. Die Fans waren hoch erfreut. Eine reiche, italienische Familie. Allesamt fanatisch. Jeden Tag posteten Sohn und die bildhübsche Tochter neue Fotos in Leeds United-Montur. Das Gerücht bestätigte sich schnell.

Während andere am Deadline-Day durch Verpflichtungen Schlagzeilen machen, macht Leeds United durch kuriose Trainerentlassungen Schlagzeilen. In den letzten Stunden des Deadline-Days wurde Trainer Brian McDermott von Massimo Cellinos Anwalt entlassen. Tage später wurde McDermott von Cellino übrigens wieder eingestellt. Nur Monate später nach schwachen Leistungen aber wieder entlassen.

Die Übernahme des Italieners wurde noch immer von der Football Legaue geprüft. In der Zwischenzeit gab er dem Verein Geld und half ihnen somit die beiden Transfers im Jänner (Kébé und Stewart) zu finanzieren, sowie die 3-Monats-Leihen von Jack Butland und Connor Wickham.

Der Italiener legte ein offizielles Angebot vor, doch dieses wurde von der Football League abgelehnt, da er Tage zuvor in Italien wegen Steuerhinterziehung angeklagt wurde. Aufgrund dessen stellte er alle Zahlungen an den Verein ein, wodurch die Leihe von Connor Wickham beendet werden musste. Cellino hatte den Entscheid des Gerichts angefochten und GFH Capital hoffte weiterhin auf eine erfolgreiche Übernahme des Italieners. „This club does not have much money at the moment but the richness is the fans and the history.” Cellino besitzt den italienischen Verein Cagliari Calcio und wollte den Verein modernisieren. Ein neues Stadion war geplant, die Miete für das alte Stadion sollte somit nicht mehr bezahlt werden. Etwas mit dem die Stadt Cagliari nicht einverstanden war. Verständlich, immerhin floss das Geld in die Kassen der Stadt, also legte man sich quer und durchkreuzte Cellinos Pläne. So kam es zu einem großen Streit zwischen der Stadt und Cellino. Aufgrund dessen wurden auch seine Ein- und Ausnahmen genauestens kontrolliert, dies führte unter anderem auch zu einer sehr schnellen Verurteilung, für die Cellino noch heute oft mal Probleme mit dem Verband bekommt.

Seitdem der Italiener seine Zahlungen an Leeds United einstellte kamen ein paar unschöne Details ans Licht. Der Verein sitzt erneut auf einem Schuldenberg in Höhe von 20 Millionen Pfund. Pro Monat soll der Verein eine Miese von einer Million Pfund machen. Zudem verlangte Massimo Cellino aufgrund der gescheiterten Übernahme seine „vorübergehend geliehenen“ 6 Millionen Pfund zurück, doch der Verein konnte bereits die Gehälter von März nicht rechtzeitig ausbezahlen.

Der angehäufte Schuldenberg von 20 Millionen Pfund setzt sich aus 10,5 Millionen von „owner loans“, also Krediten der Besitzer, somit von GFH Capital, und aus den 6,5 Millionen Pfund von Massimo Cellino zusammen. Der Verein war ein Haufen Elend und stand vor dem Konkurs. Dem Verein drohten wie bereits Jahren zuvor ein Punkteabzug von 10 Punkten, wodurch man erneut abstiegsgefährdet wäre. Der Verein war zahlungsunfähig, und sollte man die laufenden Kosten nicht schleunigst decken können, sogar insolvent. Sogar ein Kredit bei Ken Bates war ein Thema. Den vorigen Besitzer GFH Capital fehlte jegliches Geld, auch sie standen angeblich vor dem Konkurs und hatten sich bisher nicht dazu geäußert.

Letztlich nahm bisher alles doch noch ein gutes Ende: Massimo Cellino setzte sich vor Gericht gegen die Football League durch und bekam das „O.K.“, dass er den Verein übernehmen durfte. Cellino und LeedsTogether übernahmen zusammen 75% des Vereins, während GFH Capital die restlichen 25% behält. Der Italiener machte bereits früh deutlich, dass er der Boss sein würde und äußerte sich deutlich über David Haigh: „David Haigh ist gefeuert. David muss gehen. Ich habe genug von ihm“ (The Sun, 6. April 2014)

Seitdem herrscht im Verein Aufbruchsstimmung. Während es sportlich nicht gut läuft, könnte es wirtschaftlich nicht besser laufen. Cellino hat zudem schon große Pläne: einige Altlasten sollen abgegeben werden, junge Spieler wie der ausgeliehene Jack Butland (für die geplante Ablösesumme von drei Millionen), sollen verpflichtet werden. Noch 2014 soll die Elland Road zurückgekauft werden und bereits 2016 soll man wieder in der Premier League spielen. Jährlich zahlt der Verein 1,2 Millionen Pfund um in der Elland Road zu spielen, nun will Massimo Cellino das Stadion für 16 Millionen Pfund zurückkaufen. Bis November soll der Deal durch sein.

Doch gerade als alles wunderbar schien: Kurz vor Trainingsauftakt erscheint ein einziger Spieler nicht am Flughafen. Die Spieler sollten mit dem Flieger nach Italien reisen und dort ein Trainingslager absolvieren, aber Topstar Ross McCormack erschien nicht. Vielen war klar was das bedeutete, auch Besitzer Massimo Cellino. McCormack wollte den Verein verlassen, mit dieser Aktion schoss er sich ins Abseits, der Italiener wollte den Schotten schnell loswerden. Nur wenige Tage später unterschrieb McCormack einen Vertrag bei Fulham, die Ablöse soll zwischen 7 und 11 Millionen Pfund betragen. „Er hat mich und den Verein respektlos behandelt“ sagte Cellino später. Nach seiner Ankunft in London antwortete McCormack: „Das ist nicht mehr der Verein in den ich mich vor Jahren verliebt hatte“. Leeds United steht vor einer ungewissen Zukunft. Weder schlecht, noch gut. Massimo Cellino ist sicherlich kein einfacher Mensch, wie man aus Zeiten bei Cagliari bereits weiß, ein sehr egozentrischer Mann, dennoch hat er das nötige Know-How (und Geld) um den Verein nach oben zu bringen.

„Ich fange gerade erst mit britischem Fußball an. Ich versuche hier die besten Spieler zu finden, aber ich kenne noch nicht viele, weil man Zeit braucht um Spiele zu sehen. Ich liebe britische Spieler, aber wenn eine Stürmer 26 Tore in Frankreich schießt kostet er mich vier Millionen Euro. Hier fragen sie mich nach neun Millionen Pfund (11,3 Millionen Euro)“

„In Cagliari haben wir uns nach Spieler aus Frankreich, Schweden, Deutschland, Argentinien und Brasilien umgesehen, aber die meisten denke ich sind nicht die Richtigen für Championship. Weil hier sind die Spieler wie Vikinger. Die werden den Anderen töten! Also muss ich entscheiden welche Spieler das Können haben aber auch stark genug sind um in England zu spielen.“

Seitdem unterschrieben 14 Spieler bei Leeds, viele von ihnen sind junge, talentierte Spieler mit niedrigen Gehältern, unter ihnen aber auch sehr interessante Namen wie Bellusci, Adryan und Sloth. Eine Mannschaft, die Spaß auf mehr macht. Einzig an einem Trainer fehlt es. Mit David Hockaday wurde ein Trainer aus der 5. englischen Liga verpflichtet. Er wurde nur 90 Tage später entlassen, später gab der Italiener zu ihn nur aufgrund des niedrigen Gehalts geholt zu haben. Während sein Vorgänger McDermott 750.000 Pfund verdienen haben soll, bekam Hockaday nur 85.000 Pfund pro Jahr. Aber nach einem schlechten Start in der Liga wurde der Trainer entlassen und das Team von Reserve-Trainer Neil Redfearn trainiert. Wenige Tage später machte die Mannschaft einen deutlich besseren Eindruck. Sie ist derzeit eine Mischung aus Hoffnung und Einsparungen, verständlich wenn man bedenkt, dass Leeds United an einem einzigen Tag 150.000 Euro benötigt, wobei 100.000 Euro Verlust gemacht werden.

Während viele Leeds United als Abstiegskandidaten sehen, denke ich, dass dieses Jahr ein Leer- sowie ein Lehrjahr sein wird. Die Mannschaft hat viele Talente die bisher einen guten Eindruck hinterließen. Vor allem Adryan, Sloth, Bellusci und Tormann Silvestri machen Spaß auf mehr. Wenn man der Mannschaft genügend Zeit gibt, denke ich kann man sehr wohl Platz 6-10 anstreben und nach guten Investition womöglich bereits nächstes Jahr um den Aufstieg mitspielen.

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