Die Saison 2019/20 hat in allen europäischen Topligen begonnen und entsprechend gehen alle Teams mit hochgesteckten Zielen in die Spielzeit. Mittlerweile ist es bei uns schon eine kleine Tradition geworden, dass wir vor jeder Saison unsere Player to Watch küren.

Vor der Saison 2017/18 gingen wir auf 10 Spieler aus der Ligue 1 ein, die ihren Durchbruch vor sich hatten.

Im letzten Jahr galt es aus ganz Europa 10 Spieler in der Altersklasse U19 vorzustellen und genauer unter die Lupe zu nehmen.

In dieser Saison wollen wir ein Auge auf U23-Spieler werfen, die in der Saison 2019/20 eine tragende Rolle in ihren Mannschaften einnehmen könnten. Genauso werden auch Spieler vorgestellt, die im Sommer gewechselt sind und zum Shootingstar werden könnten.

Newcomer oder völlig unbekannte Talente können hierbei genauso wie einigermaßen gestandene Spieler in Frage kommen, für die im Sommer viel Geld in die Hand genommen wurde.

Die Players to Watch:

    Tammy AbrahamChelsea FC
    Matías ZarachoRacing Club
    Jeff Reine-AdélaïdeOlympique Lyon
    Shapi SuleymanovFK Krasnodar
    Nico SchlotterbeckSC Freiburg
    Romário BaróFC Porto
    Ismaël BennacerAC Milan
    Andreas Skov OlsenFC Bologna
    Dwight McNeilBurnley FC
    João PedroFluminense Rio de Janeiro


     

    Tammy Abraham // 02.10.1997 // Chelsea FC

    von @SaschaFltr

    Der junge Engländer ist schon seit 2014 beim Chelsea FC und wurde seitjeher immer wieder in die zweite Liga, die Championship verliehen.

    Während der Spielzeit 2016/17 zeigte Tammy Abraham erstmals sein Potenzial, als er für Bristol City in 48 Spielen 26 Tore erzielte und vier weitere direkt vorbereitete. Er war damals einer der Hauptgründe, wieso „The Robins“ nicht abstiegen.

    Diese Leistungen blieben auch an der Stamford Bridge nicht ungeachtet. Auch wenn man ihm den Sprung in das Team von Antonio Conte damals noch nicht zutraute, wollte man sehen, wie sich Abraham im englischen Oberhaus schlägt.

    Für den zweifachen Youth-League-Gewinner sollte es zur Saison 2017/18 nach Wales, zu Swansea City gehen. Zuvor verlängerte er seinen Vertrag bei den Blues um fünf Jahre.

    Man muss dazu sagen, dass das Offensivspiel Swanseas zu diesem Zeitpunkt unterirdisch war und fast alle Torschüsse aus Standardsituationen resultierten.

    Für den Engländer mit nigerianischen Wurzeln war es demnach schwer zu aussichtsreichen Torchancen zu kommen. Nur phasenweise konnte er zeigen, dass er schon mit diesem Niveau Schritt halten kann.

    Wesentlich bessere Zeiten erlebte er dann in der vergangenen Saison bei Aston Villa. Obwohl in Trainer Maurizio Sarri im Community Shield einsetzte, wurde er am Deadlineday in die Championship verliehen. Aston Villa schoss er mit 26 Treffern zurück in die Premier League.

    Wie stellt sich Chelsea nach Hazards Abgang auf und welche Rolle spielt Tammy Abraham dabei? Zum Text.

    Die Transfersperre Chelseas ist nicht nur für Tammy Abraham eine enorm große Chance. Seine Konkurrenten Oliver Giroud und Mitchy Batshuayi hat er in vielen Punkten schon viel voraus.

    So ist er trotz seiner 1,90m Körpergröße ein pfeilschneller Spieler, der darüber hinaus noch eine sehr gute Koordination hat. Abraham zeigt selbst bei schwierigen Bällen gute Annahmen und verhält sich clever in direkten Duellen.

    Er ist ein Spieler, der einfach nie abschaltet. Bei Aston Villa erzielte er eine Vielzahl der Tore nach Abstaubern oder undurchsichtigen Situationen. Fliegt der Ball durch ein Spielerknäuel, kann man sich sicher sein, dass er sein langes Spinnenbein dran bekommt.

    Er ist aber kein reiner Strafraumstürmer, auch wenn er hier immer den Weg zum Tor sucht. Er ist während einer Partie viel unterwegs und sucht immer wieder das kurze Anspiel. Diese sammelt er gerne mit dem Rücken zum Tor auf und dreht sich dann gerne bogenartig in den Halbraum.

    Hierbei präferiert er die linke Seite, von wo aus er dann Seitenverlagerungen spielt. Abraham kann den Ball hier sehr gut mit dem Rücken zum Tor festmachen und dank seiner langen Beine den Gegner blocken.

    Im Pressing ist er sehr fleißig und weiß durch ein gutes Näschen zu gefallen. Verspringt dem Gegner ein Ball oder ist der Ball unsauber gespielt, kann er durch sein Tempo dazwischen spritzen und Druck ausüben.

    Es wird ein spannendes Jahr für Tammy Abraham. Zum Saisonstart scheint er die Nase vorn zu haben. Ob ihm Frank Lampard das Vertrauen für eine ganze Saison geben wird, bleibt abzuwarten.

    In den letzten Jahren hat Chelsea immer wieder viel Geld für Stürmer ausgegeben, die allesamt floppten. Nun ist es an der Zeit, dass einer aus den eigenen Reihen die neue Konstante im Sturm wird.

    Der Saisonstart hätte für ihn mit sieben Treffern in fünf Spielen nicht besser laufen können.


     

    Matías Zaracho // 10.03.1998 // Racing Club

    von @tilloppermann

    Racing Avellaneda wurde im April nach fünf Jahren endlich wieder Meister. Trotz seines jungen Alters war das Eigengewächs Matias Zaracho dabei ein unverzichtbarer Teil der Mannschaft.

    Der 21-Jährige ist ein Local Hero. Geboren und aufgewachsen ist er – wie die meisten Fans – in Avellaneda. Seine fußballerische Ausbildung genoss er in der Jugendabteilung des „La Academica“ genannten Vereins.

    Neben Altstar Lisandro Lopez und Marcelo Diaz, dem HSV-Retter, gilt die Aufmerksamkeit der argentinischen Presse besonders Zaracho.

    Einerseits wegen seines entscheidenden Tors im Derby gegen Independiente, andererseits, weil er durch seine Variablität und ein herausragendes taktisches Verständnis problemlos in jede Rolle im Mittelfeld schlüpfen kann.

    Für seine starke Saison wurde er vor der Copa mit einem Länderspiel belohnt.

    Nachdem Zaracho seine ersten Erfahrungen im Profibereich als Rechtsverteidiger machte, wurde schnell klar, dass er mit seinem Talent im Zentrum des Geschehens agieren sollte.

    Im 4-1-3-2 seines Trainers Eduardo Coudet bekleidete er schon jede Rolle im Mittelfeld. Zaracho kann über beide Flügel gefährlich werden oder in der Zentrale spielen.

    Er ist schnell, spult ein hohes Laufpensum ab und ist so überall zwischen den beiden Strafräumen zu finden.

    So wurde er im Sommer auch für Atletico Madrid interessant. Seine Ausstiegsklausel liegt derzeit bei vergleichsweise moderaten 24 Millionen Euro.

    Seine größte Stärke ist ein für sein Alter sehr sauberes Passspiel. Seine Übersicht erlaubt es ihm spektakuläre lange Pässe zu spielen. Mit einer Passgenauigkeit von ca. 88% ist er einer der zuverlässigsten Spieler im Racing-Dress.

    Ebenfalls stark: Zaracho hat pro Spiel 2,4 erfolgreiche Tacklings. Obwohl er nur 1,71m groß ist, kann er in der Defensive einen wichtigen Beitrag leisten.

    Trotz seiner Dynamik muss der junge Argentinier noch torgefährlicher werden. Im Meisterjahr erzielte er nur ein Tor und gab drei Assists. Kann er diese Rate verbessern, wird er von einem guten zu einem überragenden Mittelfeldspieler.

    Während Zaracho sich entschieden hat, noch mindestens ein Jahr in seinem gewohnten Umfeld zu bleiben, bringen sich die Topclubs in Stellung.

    Mit seiner hochintensiven Spielweise passt er perfekt zu Trainern, die mit einem hohen Pressing und viel Druck früh den Ball erobern wollen.

    Nachdem in den letzten Jahren Talente wie Cristian Pavon und Ezequiel Barco nicht nach Europa, sondern in die MLS wechselten, ist auch dieser Weg nicht undenkbar.


     

    Jeff Reine-Adélaïde // 17.01.1998 // Olympique Lyon

    von @PostUpAmadeus

    Mit Jeff Reine-Adélaïde könnte Olympique Lyon den idealen Nachfolger für Rekord-Abgang Tanguy Ndombélé gefunden haben.

    Aber von Anfang: Wie so viele hochtalentierte französische Fußballer wuchs auch Reine-Adélaïde in einer Banlieu im Großraum der französischen Hauptstadt Paris auf.

    Dort spielte er sich schon mit jungen Jahren in die Notizbücher französischer Topvereine (u.a. PSG, Monaco und Lyon). Doch stattdessen machte der RC Lens das Rennen.

    In seinen fünf Jahren im Norden Frankreichs entwickelte er sich stets weiter und wurde 2015 im Alter von 17 Jahren gegen eine Ablöse von 2,5 Millionen € vom FC Arsenal verpflichtet.

    Bei den Gunners kam er hauptsächlich in den U-Mannschaften zum Einsatz, absolvierte aber immerhin auch acht Partien für die Profis.

    Letztendlich konnte er sich in Nordlondon aber nicht durchsetzen und wurde nach einer halbjährigen Leihe im Sommer 2018 fest vom SC Angers unter Vertrag genommen (1,6 Millionen € Ablöse).

    Im Mündungsbereich der Loire startete Reine-Adélaïde voll durch und überzeugte u.a. mit seiner Vielseitigkeit.

    So kam der Sohn von Einwanderern aus Martinique als Achter, Zehner, rechter Mittelfeldspieler, Rechtsaußen und sogar als Mittelstürmer zum Einsatz.

    Seine beste Position ist aber wohl die des offensiv ausgerichteten Achters. Damit passt er perfekt in Lyons schon länger praktiziertes 4-3-3 System mit einem typischen Sechser und zwei offensiv ausgerichteten Achtern.

    Reine-Adélaïdes Stärken und Schwächen könnten sich optimal mit denen von Houssem Aouar ergänzen.

    Während der Letztgenannte seine Stärken im Passspiel, in der Einbindung der Stürmer und im Abschluss hat, ist Erstgenannter ein dribbelstarkes Energiebündel, welches sich perfekt in Lyons brandgefährliches Konterspiel einfügen dürfte.

    Aouar ist im Gegensatz zum U17-Europameister eher für geduldige Pass-Stafetten geeignet und hat das Auge für den entscheidenden Pass. Und auch in der Defensive hat der Franko-Algerier die Nase vorn.

    Dafür hat Reine-Adélaïde seine Stärken beim Aufziehen von Gegenangriffen und bei der Initiierung explosionsartiger Angriffe aus dem Ballbesitz heraus.

    Denn er ist schnell, technisch enorm stark und weiß seine Körpergröße von 1,83 m im Zweikampf gewinnbringend einzusetzen. Oft wirkt es so, als würde der Ball geradezu an seinen Füßen kleben.

    Er hat Freude daran mit großen Schritten und unvorhersehbaren Bewegungen die gegnerischen Mittelfeldspieler aussteigen zu lassen und Richtung Sechszehner zu marschieren.

    Konfrontiert mit einer eng gestaffelten Viererkette reagiert er jedoch oft noch zu hektisch und verpasst den Moment für ein Abspiel oder gibt einen wenig Erfolg versprechenden Distanzschuss ab.

    Ein weiterer Schwachpunkt ist seine bisher geringe Ausdauer. Und obwohl er schon im Sturm aufgeboten wurde, strahlt Lyons Neuzugang kaum Torgefahr aus.

    Doch aller Kritik zum Trotz ist das Entwicklungspotenzial des Franko-Martiniquais unverkennbar. In seinen erst eineinhalb Jahren als Rotationsspieler hat er sich stark verbessert.

    In seinem letzten Spiel für Angers brillierte er Anfang August gegen Bordeaux als er ein Tor vorbereitete und eines selbst erzielte, beide resultierten übrigens aus Kontern.

    Olympique kann sich auf einen vielseitigen zentralen Mittelfeldspieler freuen, der mit seinem Spielwitz unverhoffte Offensive generieren kann und ideal in Lyons konterlastigen Angriff passt.

    Nicht umsonst haben sich Les Gones die Dienste Reine-Adélaïdes stolze 25 Millionen € kosten lassen.


     

    Shapi Suleymanov // 16.12.1999 // FK Krasnodar

    von @MarcoStein_CF

    Als wir vor rund einem Jahr für unsere Talente-Serie Cavanis Friseur 110 die Datenbanken nach jungen Talenten durchforsteten, stießen wir auf einen jungen Russen, der in der Reserve des FK Krasnodar spielte: Shapi Suleymanov.

    Obwohl ich mich sehr für ihn einsetzte, entschieden wir uns letztendlich dafür, ihn nicht in unsere Liste aufzunehmen – was wir rückblickend etwas bereuen. Denn wenig später gelang dem jungen Flügelspieler der Durchbruch.

    Der erst 19-Jährige wurde in der vorigen Saison oftmals als Joker eingesetzt und wusste trotz seiner geringen Einsatzzeit stets zu überzeugen. Der Hauptgrund dafür: seine enorme Effektivität.

    In 20 Liga-Spielen und 8 Europa League-Matches erzielte Suleymanov beachtlich 11 Tore – bei einer Einsatzzeit von lediglich 675 Minuten, rund 7,5 Matches.

    Diese Effektivität hat der Russe vor allem seiner starken Technik und seiner Geschwindigkeit zu verdanken. Ähnlich wie Arjen Robben zieht Suleymanov als inverser Flügelstürmer vom rechten Flügel in die Mitte und zieht mit seinem starken linken Fuß ab. In Russland wird das Talent aber mit einem anderen Spieler verglichen …

    Wenn der „Hazard von Dagestan“ nicht selbst den Abschluss sucht, genießt der 19-Jährige einen weiteren Vorteil seiner inversen Rolle.

    Im Diagonallauf und im 1-gegen-1 mit dem Außenverteidiger des gegnerischen Teams kann Suleymanov mit seinem linken Fuß einen idealen Pass zwischen Außen- und Innenverteidiger spielen und seinen Teamkollegen so in Szene setzen.

    Schließt der Innenverteidiger eben jene Lücke, so kann der Russe dank seiner Geschwindigkeit, seiner hervorragenden Ballführung und seinem niedrigen Körperschwerpunkt stattdessen in die Mitte ziehen und findet so mehrere Optionen vor.

    In eben diesen Situationen weiß Shapi Suleymanov zu begeistern. Entweder spielt der dribbelstarke Russe einen Pass gefolgt von einem idealen Lauf in die Mitte, wo er auf den Assist seines Teamkollegen wartet oder der Krasnodar-Spieler zieht aus weiter Entfernung ab … und trifft!

    Schon mehrfach in seiner Karriere erzielte der erst 19-Jährige sehenswerte Traumtore. Das wohl berühmteste gelang dem jungen Russen in der Europa League gegen Valencia.

    Doch auch ohne Ball ist Shapi Suleymanov eine gefährliche Waffe. Durch seine Geschwindigkeit ist er ein unangenehmer Pressing-Kontrahent und setzt seine Gegner früh und schnell unter Druck.

    Zwar gewinnt der 19-Jährige selbst nur wenige Bälle, positioniert sich aber meist ideal, um Passwege zuzustellen und zugleich für den Umschaltmoment bereit zu sein.

    Nach einem Ballgewinn seiner Teamkollegen ist der junge Russe nämlich meist die erste Anspielstation – wenig überraschend beim starken Antritt des Flügelstürmers.

    Mit seiner Technik, seiner Dribbelstärke und seinem hohen Tempo startet Shapi Suleymanov immer wieder gefährliche Gegenangriffe.

    Trotz dessen gelingen ihm nur wenige Assists – was unter anderem an seiner mangelnden Kreativität liegt. Ein Grund dafür könnte die noch geringe Einsatzzeit des Russen sein. Auch in dieser Saison muss Suleymanov mit der Rolle des Jokers vorliebnehmen.

    Ein weiterer Grund dafür dürfte seine Rolle bei Krasnodar sein. Der Flügelstürmer soll bei den Russen weniger als Assistgeber sondern viel mehr als zusätzlicher Stürmer agieren und befindet sich so nur selten in Situationen, in denen Vorlagen möglich wären.

    Wenn es dann jedoch die Möglichkeit zu einem Assist gäbe, dann fehlt Suleymanov oftmals noch die Übersicht.

    Sollte es dem 19-Jährigen gelingen seine Torgefährlichkeit beizubehalten und mit Kreativität und Übersicht zu vereinen, dann dürfte der Flügelstürmer wohl nicht mehr lange zu halten sein und schon bald für einen großen europäischen Verein spielen.


     

    Nico Schlotterbeck // 01.12.1999 // SC Freiburg

    von @Laserpass

    Christian Streich ist bekannt dafür, jungen und talentierten Innenverteidigern das Vertrauen zu schenken. Nach Marc-Oliver Kempf und Caglar Söyüncü sowie Philipp Lienhart und Robin Koch scheint das nächste große Talent den Schritt zum Stammspieler beim SC Freiburg zu machen: Nico Schlotterbeck.

    Der kleine Bruder vom derzeit an den 1. FC Union Berlin verliehenen Keven Schlotterbeck überzeugt mit 19 Jahren auf der großen Bühne Bundesliga.

    Dabei hat der 1,91m große Schlaks bereits eine bewegte Karriere hinter sich: Von den Stuttgarter Kickers zog es ihn in der U17 zum VfR Aalen, die er bereits nach einer Saison in Richtung Karlsruher SC verließ.

    Nach zwei Jahren in Karlsruhe wechselte er 2017 für eine Ablösesumme von 90.000 Euro zum SC Freiburg. In Freiburg kann man sich bei den jetzt schon gezeigten Leistungen Schlotterbecks zu diesem Schnäppchen nur gratulieren.

    Das Spiel des 19-jährigen Innenverteidigers besticht mit einer enormen Ruhe – mit und ohne Ball. Schlotterbeck verfügt über einen sauberen Spielaufbau.

    Einzelne Glanzmomente hat der Linksfuß im Andribbeln und bei Laserpässen hinein ins Mittelfeld.

    Dabei helfen ihm besonders seine gute Dynamik und Beweglichkeit, durch die er beim Andribbeln sehr raumüberbrückend agieren kann. Seine starke Technik erlaubt es ihm, sich aus Drucksituationen mit teils herausragenden Flachpässen ins Zentrum zu lösen.

    Defensiv gehört Schlotterbeck ebenfalls zur Sparte “moderner Verteidiger”: Der U21-Nationalspieler regelt viel über seine Antizipation und muss sich daher selten in direkte 1 vs.1 Duelle begeben.

    Dabei ragt in seinem Verteidigungsspiel besonders heraus, wieviele er Pässe er vorher erkennen und abfangen kann.

    Befindet sich der Innenverteidiger im Zweikampf, löst er diese Aufgabe meist mit Bravour. Er bleibt sehr ruhig, wartet die Bewegung des Gegners ab und greift im passenden Moment zu. Hierbei kommt ihm abermals seine Dynamik zugute.

    Außerdem ist der 19-jährige kopfballstark und kann somit ebenfalls in der Strafraumverteidigung brillieren.

    Eine Schwäche Schlotterbecks ist es, dass seine Ruhe teilweise zu Zaghaftigkeit oder Unentschlossenheit führt. Die technischen Qualitäten, sein Spielverständnis und sein Tempo würden es ihm erlauben, mit Ball noch viel aggressiver anzudribbeln und mehr linienbrechende Pässe zu spielen.

    Außerdem ist seine Entscheidungsfindung bei Flugbällen ausbaufähig: Der Innenverteidiger neigt zu überambitonierten Spielverlagerungen, bei denen der Gegenspieler bereits nah am ballempfangenden Außenverteidiger steht. Daher werden seine Flugbälle – trotz ordentlicher Technik – leicht abgefangen.

    Gegen den Ball wird es spannend zu sehen sein, wie sich der schmächtige Schlotterbeck gegen richtige Sturmkanten behauptet. Aufgrund seiner Dynamik und seinem Stellungsspiel bestizt er das Potenzial für Sturmtanks ein unangenehmer Gegenspieler zu sein.

    Jedoch würde es ihm keinesfalls schaden, körperlich robuster zu werden.

    Schlotterbeck ist ein sehr talentierter Innenverteidiger, der in dieser Saison den Schritt zum Stammspieler beim SC Freiburg zu machen scheint. Der U21-Nationalspieler überzeugt mit einer enormen Abgeklärtheit und Reife.

    Das Vertrauen von Christian Streich tut ihm sichtlich gut. Der SC Freiburg scheint derzeit die perfekte Adresse für das junge Innenverteidigertalent zu sein. Dort bekommt er Spielpraxis und sammelt Erfahrung in der Bundesliga.

    Wenn Schlotterbeck mit dem Ball dann noch mutiger und physisch stärker wird, wird er wohl nicht seine gesamte Karriere in Freiburg verbringen. Bei seinen derzeitigen Leistungen kann das schneller gehen, als es den Freiburg-Fans lieb sein könnte.


     

    Romário Baró // 25.01.2000 // FC Porto

    von @PostUpAmadeus

    Ein junger, hochgradig talentierter afroportugiesischer Mittelfeldspieler mit Dreadlocks? Die Ähnlichkeiten zwischen Portos Romário Baró und dem ehemaligen Bayern-Spieler Renato Sanches sind augenscheinlich.

    Doch wenn die Lernkurve des 19-Jährigen weiter so steil nach oben zeigt, dann wird er seinen Landsmann schon bald überholen und Vergleiche mit einem anderen Rasta-Mittelfeldspieler provozieren: Edgar Davids.

    Aber alles der Reihe nach. Romário Miguel Silva Baró kam 2000 in der vormaligen portugiesischen Kolonie Guinea-Bissau zur Welt (genau wie etwa Bruma, Éder oder
    Úmaro Embaló), die jedoch zu den am wenigsten entwickelten Flecken auf diesem Planeten gehört. Daher immigrierten seine Eltern in die ehemalige koloniale Metropole Portugal.

    Dort fand ihr Sohn in der Metropolregion Lissabon zum Fußball und schaffte es mit 13 Jahren in die Akademie von Sporting CP. Nur ein Jahr später allerdings vermochten es die Dragões aus Porto den Teenager von den Leões loszueisen.

    Im Nordwesten der iberischen Halbinsel entwickelte er sich prächtig und repräsentierte seine neue Heimat in der U15, U17, U18 und in der U19-Nationalmannschaft, welche er als Kapitän anführte. Zuletzt wurde er erstmals in die U21 berufen.

    Für erstes internationales Aufsehen sorgte er mit seinen phänomenalen Leistungen in der UEFA Youth-League 2018/19. Als einer der überragenden Akteure (6 Tore und 4 Assists in 10 Spielen) führte er Portos U19 zum Titelgewinn. In Erinnerung blieb unter anderem sein Freistoßtreffer im Halbfinale gegen Hoffenheim.


    Vor der Saison schien es, als würde Baró wie seine U19 Co-Stars Fábio Silva und Tomás Esteves nur langsam an das Profiteam herangeführt werden.

    Unter dem defensiv orientierten und insgesamt eher wenig risikobereiten Trainer Sérgio Conceição hatten Nachwuchsspieler bis dato keinen leichten Stand.

    Umso überraschender ist es, dass er bisher schon in vier Spielen von Beginn an zum Einsatz kam und sich einen Platz in der Rotation gesichert hat. Seine Feuerprobe hatte der Youngster mit dem klangvollen Namen gegen den Erzrivalen Benfica. Beim 2:0 Sieg im Estádio da Luz überzeugte Baró mit seiner Abgeklärtheit und Passsicherheit.

    Welche Position ihm am besten liegt, wird sich noch zeigen. So kam er schon als DM, ZM, OM, RM, RA und sogar als Mittelstürmer zum Einsatz.

    In Conceiçãos klassischem 4-4-2 System wird er bisher als nomineller rechter Mittelfeldspieler aufgeboten, der im Pressing das gegnerische Aufbauspiel stören soll. Dies gelang ihm im Clássico hervorragend als er das Aufbauspiel der Águias immer wieder entscheidend störte und insbesondere Benficas starke linke Seite um Alejandro Grimaldo und Rafa Silva lahmlegte.

    Sind die Azuis e brancos im Ballbesitz ist es in erster Linie seine Aufgabe, mit seiner Ballsicherheit am Spielaufbau mitzuwirken und die Vorstöße von Aushilfsrechtsverteidiger Jesús Tecatito Corona abzusichern. Dabei kommen ihm Athletik, Ausdauer, defensive Laufbereitschaft und ein gutes Spielverständnis zu gute.

    Eigenschaften die er mit dem ebenfalls in Guinea-Bissau geborenen Danilo Pereira teilt. Von Portos Kapitän und besten Spieler kann Baró viel lernen und an dessen Seite in den nächsten Jahren ein formidables Mittelfeld-Duo bilden.

    Doch auch im Angriff dürften Barós Fähigkeiten schon bald zum Tragen kommen. So besitzt er ähnlich wie Renato Sanches ein dynamisches Offensivspiel mit Zug zum Tor. Schnelligkeit, technische Begabung und Spielwitz könnten ihn zum X-Faktor zwischen den gegnerischen Verteidigungslinien machen.

    Gepaart mit seiner Schuss- und Dribblingstärke ergibt sich das Bild eines enorm vielseitigen Spielers, der seinem Alter auch mental meilenweit voraus zu sein scheint.

    Wen wundert es da, dass es derzeit wohl keinen europäischen Top-Club gibt, der den Senkrechtstarter nicht auf dem Zettel hat. So sollen sich in dieser Saison schon Scouts von Inter Milan, AC Milan, Liverpool oder Manchester United auf den Weg nach Portugal gemacht haben, um Romário Baró aus nächster Nähe zu beobachten.

    Und der Alten Dame aus Turin wird ohnehin schon seit geraumer Zeit Interesse nachgesagt.


     

    Ismaël Bennacer // 01.12.1997 // AC Milan

    von @SaschaFltr

    Ismaël Bennacer wechselte im Sommer für eine überschaubare Summe von 16 Millionen Euro innerhalb der Serie A von Empoli zum AC Milan.

    Als frischgebackener Afrikameister ist dies für ihn nur ein logischer Schritt. Beim AFCON zeigte der Algerier, dass er für höhere Aufgaben bestimmt ist, als den Abstiegskampf in Italiens erster Liga. Dabei hätte alles ganz anders kommen können.

    Bis zum Sommer 2015 spielte er nämlich beim AC Arles-Avignon. Der Verein stieg damals in die dritte Liga ab und wurde sogar in die vierte Liga zwangsverwiesen und musste in der Folge Konkurs anmelden. Für Bennacer ging es indes nach London zum Arsenal FC.

    Dort kam er als Teenager fast ausschließlich in der U23 zum Einsatz. Bei den Gunners gab man ihm nie das Vertrauen, obwohl man in ihm einen zweiten Santi Cazorla gesehen habe.

    Anfang 2017 verlieh man ihn in die zweite Französische Liga zum FC Tours. Im Sommer wurde er nach gerade einmal zwei Jahren an Empoli abgegeben. Vermutlich freute man sich bei Arsenal darüber, dass man mit ihm noch über eine halbe Millionen Euro Transferplus machte und sich eine Weiterverkaufsbeteiligung sicherte.

    Dieser Wechsel sollte sich als richtungsweisend für Bennacer herausstellen. Der Algerier war seit seiner Ankunft in der Toskana ein absoluter Schlüsselspieler. An Empolis Aufstieg im Sommer 2018 war er maßgeblich beteiligt.

    Auch in der vergangenen Saison entpuppte sich der mittlerweile 21-Jährige als überdurchschnittlicher Serie-A-Spieler.



    Auf der Sechs ist er ein unermüdlicher Arbeiter, der sich trotz seiner 1,75m Körpergröße nicht vor harten Zweikämpfen scheut. In der letzten Saison war er mit 2,6 Tacklings und 1,5 Interceptions pro Partie einer der besten Defensivspieler der Serie A.

    Dank dieser Aufopferungsbereitschaft in der Defensive ist es ihm möglich als alleiniger Sechser zu spielen. Den Raum kann er gegen den Ball sehr gut allein abdecken und genauso offensiv Akzente setzen.

    Hier hat er nämlich ebenso seine Stärken. Er besitzt ein gutes Auge für den tödlichen Pass in die Tiefe und hat darüber hinaus noch eine ordentliche Reichweite im Passspiel. Damit ist er für die Rolle des Registas wie geschaffen.

    Trotz seiner „Terrierspielweise“ rennt er keineswegs kopflos über den Platz und fordert Bälle in ungünstigen Räumen. Bennacer ist schon sehr spielintelligent und weiß sehr gut, wie man als alleiniger Sechser spielen muss.

    Zudem ist er noch sehr dribbelstark (1,8 gewonnene Dribblings pro Partie) und weiß sich auch in engen Räumen durch seinen niedrigen Körperschwerpunkt zu behaupten. Für Neutrainer Marco Giampaolo ist er der ideale Sechser, den er für den Umbruch bei Milan benötigt.


    Giampaolo lässt gerne mit einer Raute im Mittelfeld spielen und entwickelte einen gewissen Lucas Torreira in dieser Rolle zum Star. Ironischerweise ist Ismaël Bennacer ein sehr ähnlicher Spielertyp wie der Uruguayer.

    Ohne Zweifel wird das Projekt in Mailand spannend zu beobachten sein. Mit vielen klugen Verpflichtungen in der Offensive hat man einen interessanten Kader beisammen. Der Königstransfer könnte aber Bennacer werden, der als Strippenzieher im Mittelfeld der Player to watch sein wird.

    Schafft man es beim AC Milan ihn passend einzubinden, könnte er der langvermisste Regista sein, den man seit Andrea Pirlo nicht mehr im Kader hat. Eine große Bürde für jemanden, den man in London als zu schlecht bewertete.


     

    Andreas Skov Olsen // 29.12.1999 // FC Bologna

    von @tilloppermann

    Vor einem Jahr feierte der damals 18-jährige Andreas Skov Olsen sein Debüt für den FC Nordsjaelland.

    Wenige Monate später stand er auf der Wunschliste des FC Barcelona, von RB Leipzig, Lille OSC, Olympique Lyon der Fiorentina.

    Um das zu schaffen muss man Außergewöhnliches leisten.

    In Fall des Rechtsaußen Skov Olsen waren das 19 Tore in 29 Ligaspiele, die er teilweise mit einer aufreizenden Lässigkeit erzielte.

    Skov Olsen besitzt ein Flair, das man in der dänischen Provinz sonst selten zu Gesicht bekommt

    Eine Zeitung geriet darüber derart in Verzückung, dass sie ihn kurzerhand zum „besten Talent seit Michael Laudrup“ erklärte.

    Er selbst vergleicht sich lieber mit Neymar. Den markierte Skov Olsen stolz bei Instagram, nachdem er vor einem herrlichen Distanztor den Ball, wie der Brasilianer, gefühlvoll mit der rechten Innenseite hinter dem linken Bein stoppte.

    Es ist tatsächlich schade, dass sich zu den Heimspielen nur ca. 3200 Nordjütländer ins Stadion verirrten.

    Die die kamen, sahen Skov Olsen herrliche Tore erzielen. So traf er mehrmals in den Winkel. Am liebsten mit links, wenn er in bester Arjen-Robben-Manier von der rechten Seite in die Mitte zog.

    Mit 1,87m hat er nicht die typische Statur eines Flügelspielers. Obwohl er deshalb etwas schlaksig daherkommt, hat er eine feine Ballbehandlung und ist ein guter Dribbler.

    Nachdem er sich schnell einen Stammplatz erkämpfte, wurde er wegen seines unbedingten Zuges zum Tor und einer, für sein Alter, außergewöhnlichen Kaltschnäuzigkeit, unverzichtbar für sein Team.

    Später schoss er sogar Elfmeter.

    Nachdem Skov Olsen bei der Niederlage im ersten Spiel gegen Deutschland ohne Einsatz blieb, steuerte er nach seiner Einwechslung gegen Österreich in 16 Minuten ein Tor und eine Vorlage zum ersten Sieg der Dänen bei.

    Ein paar Tage später schloss er sich dem FC Bologna an.

    Für Skov Olsen könnte das der perfekte Schritt sein, um nicht so zu enden wie Emre Mor, der Nordsjaellands letztes gehyptes Talent war.

    Seine Entscheidung für Italien fiel, weil er bereits die Sprache spricht. Ein Indiz dafür, dass er sich von Anfang an gut integrieren möchte.

    Nachdem der flinke Flügelspieler in der letzten Saison von seinen Gegenspielern unterfordert war, ist es genau der richtige Schritt in die Serie A zu wechseln.

    Er trifft im Training und bei seinen Einsätzen auf perfekt ausgebildete und taktisch hervorragend eingestellte Verteidiger.

    Bei Bologna bekommt er die Zeit sich abseits des großen Medienrummels an das Niveau anzupassen und kann danach trotzdem eine gute Rolle im Team einnehmen.

    Nachdem er am dritten Spieltag sein Debüt gab, soll er nach und nach mehr Einsatzzeiten bekommen.

    Skov Olsen kam im genau richtigen Moment nach Bologna. Nach einer Transferoffensive wollen die Lombarden in dieser Saison nichts mit dem Abstieg zu tun haben.

    Nach zwei Siegen und einem Remis in den ersten drei Spielen untermauerten sie diese Ansprüche.

    Hinter der erfolgreichen Mannschaft hat Skov Olsen die nötige Zeit und die Ruhe, um sich anzupassen.
    Schon bald wird er auch in Italien die Fans von den Sitzen reißen.


     

    Dwight McNeil // 22.11.1999 // FC Burnley

    von @MarcoStein_CF

    Jahr für Jahr ist für Burnley der Abstiegskampf angesagt. Wenig überraschend kann Trainer Sean Dyche also nur selten auf junge Spieler setzen, um den Verein in keine missliche Lage zu bringen.

    Seit dem Aufstieg in die Premier League im Jahr 2015 befand sich bei Burnley kein Spieler unter 20 Jahren mehr in der Startelf – 117 Spiele in Folge.

    Bis zum 2. September 2018 als gegen Manchester United der damals erst 18-jähirge Dwight McNeil von Anfang an ran durfte.

    Obwohl der junge Engländer seine Aufgabe gut erfüllte, ließ der nächste Einsatz lange auf sich warten.

    14 Matches in Folge musste der Flügelspieler von der Bank oder der Tribüne aus zusehen, erst am Boxing Day durfte McNeil wieder das Trikot der Clarets überstreifen.

    Zwar konnte der junge Flügelspieler die 1:5-Pleite gegen Everton in seinen 27 Minuten Einsatzzeit nicht verhindern, schien den Trainer jedoch beeindruckt zu haben. Von da an war der 19-Jährige nämlich nicht mehr aus der Startelf wegzudenken.

    Ein großer Vertrauensbeweis, wenn man bedenkt, dass die Clarets jährlich gegen den Abstieg kämpfen und Trainer Sean Dyche nur selten sein Schicksal und das des Vereins in die Hände junger Spieler legt.

    Der Engländer bezahlte das in ihn gesetzte Vertrauen aber mit starken Leistungen zurück und erkämpfte sich im Laufe der Saison einen Stammplatz.

    Trotz seiner lediglich 21 Liga-Spiele war Dwight McNeil am Ende der Saison zusammen mit Top-Talent Ryan Sessegnon der Teenager mit den meisten Torbeteiligungen in der Premier League – 3 Tore, 5 Vorlagen.

    Interessant ist zudem, dass wenn der 19-Jährige an einem Treffer beteiligt war, Burnley kaum verlor – sieben Mal gewann Burnley, nur einmal setzte es eine Niederlage.

    Ein Grund dafür dürfte der große Einfluss des jungen Engländers sein, denn mit seinem kreativen Spielstil und seiner modernen Umsetzung einer traditionellen Rolle hievt er das Spiel der Clarets auf eine neue Ebene.

    Im Gegensatz zu vielen modernen Flügelspielern positioniert sich Dwight McNeil weit außen und zieht daraufhin nicht in die Mitte.

    Der Burnley-Flügelspieler nimmt eine deutlich traditionellere Rolle ein und versucht sich über die Außen durchzusetzen.

    „Wo ist nun der zuvor genannte kreative Spielstil“, werden viele fragen. Ganz einfach: Dwight McNeil hat diese klassische Rolle des Flügelspielers perfektioniert und verbessert.

    Der 19-Jährige ist ein äußerst starker Dribbler mit einer hohen Erfolgsquote. Der linke Mittelfeldspieler hat in der vorigen Saison über 83 Prozent seiner Dribblings gewonnen.

    Beachtlich sind zudem seine vielen Finten und Körpertäuschungen. Durch „Fake-Annahmen“ schickt der junge Engländer viele Kontrahenten ins Leere.

    Doch selbst wenn es dem Gegner gelingt dem Burnley-Spieler auf den Fersen zu bleiben, so ist McNeil aufgrund seiner engen Ballführung, seiner Geschwindigkeit und seiner Abschirmfähigkeit bei hohem Tempo nur schwer vom Ball zu trennen.

    Ist das 1-gegen-1 gewonnen so bleibt McNeil an den Außen, zieht die Viererkette des Gegners auseinander und schafft somit Räume im Zentrum für die Stürmer.

    Die darauffolgenden Zuspiele sind für sein junges Alter bereits beachtlich genau, auch die Art und Höhe der Hereingabe sind von McNeil gut gewählt.

    Im Spielaufbau zeigt sich jedoch das große Potential des Engländers. Selbst unter Druck behält McNeil im Mittelfeld im Überblick, besticht sich mit seiner Pressingresistenz und seinen genauen Pässen.

    Hier gäbe es zugleich aber auch Verbesserungspotential, denn anstatt mit seinen Dribblings weiter anzulaufen und seine Kollegen mit Pässen zwischen die Linien in Szene zu setzen, folgen meist recht simple und risikofreie Zuspiele zur nächstgelegenen Optionen.

    Dies konnte eine Folge seiner recht offensiven Ausbildung sein, denn Dwight McNeil war während seiner Jugend bei Manchester United stets Stürmer aufgestellt und nur selten für die Kreierung von Chancen zuständig.

    Umso stärker ausgeprägt ist dafür sein Torriecher. Ohne Ball liest er das Spiel gut und antizipiert Hereingaben von der rechten Flanke ideal, um den Ball im Tor unterzubringen.

    Dwight McNeil ist ein sehr interessanter Spieler mit vielen Stärken. Nun braucht es aber den nächsten Schritt in seiner Entwicklung.


     

    João Pedro // 26.09.2001 // Fluminense Rio de Janeiro

    von @PostUpAmadeus

    Nachdem sich die brasilianische Série A zu Beginn der Zehnerjahre noch schwer tat, Toptalente nach Europa zu exportieren, entwickelt das Land am Zuckerhut seit einigen Jahren wieder wie gewohnt begehrte Youngster am Fließband.

    Vinícius Júnior, Rodrygo, Gabriel Jesus, Lucas Paquetá, Arthur oder Richarlison stehen sinnbildlich für diese Entwicklung. Insbesondere zu Letzterem weist João Pedro (17) einige Parallelen auf.

    Genau wie einst der Nationalstürmer wird auch der Teenager von Fluminense Football Club Rio de Janeiro zum FC Watford wechseln. Richarlison und João Pedro können sowohl als Linksaußen als auch als Mittelstürmer zum Einsatz kommen.

    Während The Hornets für Richarlison immerhin 12,4 Millionen € hinblättern mussten, konnten sie João Pedro für gerade einmal 2,5 Millionen € unter ihre Fittiche nehmen.

    Die Engländer sicherten sich nämlich schon im September 2018 per Vorvertrag die Dienste des minderjährigen Rohdiamanten. Bevor dieser sein erstes Profispiel absolviert hatte. Im Januar 2020 wird der Wechsel vonstattengehen.

    Ein absolutes Schnäppchen, wenn man bedenkt, dass Pedros Leistungen als Profi Topvereine wie Barça, ManU oder Liverpool auf den Plan rief.

    Inzwischen ist er der wertvollste Siebzehnjährige der Welt (20 Millionen € Marktwert) und gilt sogar als größtes brasilianisches Talent der letzten Dekade.

    Bei seinem Ligadebüt im Maracanã gegen Cruzeiro erzielte er in 20 Minuten zwei Tore. Sechs Tage später schoss er Atlético Nacional aus Kolumbien in der Copa Sudamericana, dem Pendant zur Europa-League, mit drei Toren und einem Assist im Alleingang ab. Der Hype um den jungen Brasilianer ist also mehr als gerechtfertigt.

    Seinen bisher größten Moment hatte er derweil erneut gegen Cruzeiro. Im Achtelfinalrückspiel des brasilianischen Pokals erzielte er in der siebten Minute der Nachspielzeit per Fallrückzieher den wichtigen Ausgleich. Letztendlich unterlag Flu im Elfmeterschießen (João Pedros Elfer wurde gehalten).

    João Pedro Junqueira de Jesus, so der vollständige Name, ist beidfüßig und enorm dribbelstark. Mit 1,82 m Körpergröße hat er zudem Mittelstürmer-Gardemaß.

    Er ist ein exzellenter Kopfballspieler, der es trotz seinen jungen Alters vermag, seine Physis gewinnbringend einzusetzen. Etwa indem er Bälle fest macht und sein Spiel mit dem Rücken zum Tor stetig verbessert.

    Als weitere Stärken gelten Schnelligkeit, Agilität, intelligentes Positionsspiel, sicheres Passspiel und eine ständige Lernbereitschaft. Diese Qualitäten prädestinieren ihn für das körperbetonte Spiel der Premier League, wenn auch er sicherlich Muskelmasse zulegen muss.

    Es bleibt festzuhalten, dass Fluminenses torhungriges Toptalent seinem Alter um Jahre voraus ist. Sollte er sich auf der Insel ähnlich schnell zurechtfinden wie Landsmann und Vorbild Richarlison, steht einer Weltkarriere nichts im Weg.

    Mit einer der besten Generationen seit Langem in den Startlöchern, darf die Seleção den nächsten Weltmeisterschaften euphorisch entgegenfiebern.

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