CAVANIS FRISEUR 110 – Innenverteidiger Teil 2

César Montes // 19 // CF Monterrey
Eine erste Handvoll Spiele konnte Innenverteidiger César Montes im Herbst 2015 in der mexikanischen Liga MX unbeschwert für Stammklub Monterrey absolvieren, dann war es Zeit für die große Bürde: Schnell wurde die Presse aufmerksam, titelte vom „neuen Rafael Márquez“ und schraubte die Erwartungen an den damals 18 Jahre alten Innenverteidiger sogleich in luftige Höhen. Das ist nichts Neues, Mexiko ist auf der Suche nach neuen Helden und dem Nachfolger Márquez‘, der die Nationalmannschaft mit 37 Jahren noch immer anführt und als Ikone gilt. Doch nach vielen hoch gelobten und tief gefallenen Hoffnungsträgern besteht bei Montes tatsächlich die Chance, in die großen Fußstapfen zu treten. Ein Pokalspiel gegen einen Zweitligisten genügte, um Trainer Antonio Mohamed von seinen Qualitäten zu überzeugen. Seitdem ist der 19-Jährige in der Innenverteidigung des letztjährigen Vizemeisters gesetzt, absolvierte über 50 Pflichtspiele und spielte sich nicht nur national in den Fokus. Zunächst sticht Montes aufgrund seiner Physis ins Auge. In einer Liga, in der einige Torhüter nicht an 1,80 Meter herankommen, gehört der 1,91 Meter große Schlaks zu den Ausnahmeerscheinungen. Dennoch wirkt er keinesfalls behäbig oder hüftsteif, vielmehr ist er in der Luft und am Boden auffallend reif im Zweikampfverhalten, zudem sauber im Spielaufbau über kurze und lange Pässe. „Du spielst wirklich stark und bist auf einem guten Weg, mach weiter so“, lobte ihn im Herbst des letzten Jahres ein Gegenspieler beim Trikottausch nach dem Spiel: Auch Rafael Márquez hatte erkannt, dass die Chance auf einen würdigen Nachfolger selten größer war als bei César Montes.

 

Reece Oxford // 18 // Reading/West Ham

Ein Spieler, der in der Saison 14/15 mit 15 Jahren in der zweiten Mannschaft von West Ham debütiert, diese zehn Spiele später auch schon aufs Feld führt und einen Monat nach seinem 16. Geburtstag gegen Liverpool auf der Bank Platz nimmt wird im Mutterland des Fußballs natürlich gehypet. In der Folgesaison durfte er am ersten Spieltag von Anfang an gegen Arsenal ran und wurde somit zum zweitjüngsten Spieler der Premier League Geschichte. Seine Einsatzminuten nach diesem Startelfdebüt hielten sich aber in Grenzen und er lief wieder hauptsächlich für die zweite Mannschaft auf, so auch diese Saison. Den Rest dieser Spielzeit wird er leihweise in der Championship beim Aufstiegsaspiranten aus Reading verbringen und unter Jaap Stam sich gut weiterentwickeln. Unter Jaap Stam ist seine Position noch offen, er wird regelmäßig abwechselnd in der Innenverteidigung und im Defensives Mittelfeld eingesetzt. Reece wirkt elegant, unaufgeregt und konzentriert – physisch ist er in seiner Entwicklung schon sehr weit und obwohl sein Talent mit dem ersten Blick erkennbar ist, erklärt das unter anderem auch wieso er schon so früh ein Thema für die Kampfmannschaft war. Er nutzt seinen großen, robusten und auch dynamischen Körper, um sich den Ball zu erobern und setzt seine Statur auch geschickt ein, um Pressingresistenz zu erzeugen. Die nötige Muskelmasse, um sich auch gegen physisch unglaublich starke Spieler, wie Diego Costa, konstant durchsetzen zu können, wird er in den nächsten Jahren aufbauen. Auf der Sechs zeigt er intelligente Bewegungen mit und ohne Ball und spielt einige sehr gute One-Touch-Pässe, die seine Handlungsschnelligkeit und Übersicht untermauern. Das Passmuster ist zurzeit noch mehr auf saubere kurze flache Pässe und lange Seitenwechsel ausgerichtet; vertikale linienüberbrückende Laserpässe sieht man sehr selten, aber dafür spielt er wohl auch unter den falschen Umständen. Zusammenfassend kann man sagen, dass er auf der Innenverteidigerposition tatsächlich Weltklassepotential hat, aber man auf der Sechs wenige vergleichbare Spieler findet, die in der Weltspitze agieren. Viel wird von seinen Trainern und Vereinen in den nächsten Jahren abhängen – trotz Vertragsverlängerungen sind die Topklubs Stammgäste bei seinen Spielen und werden wohl früher oder später zuschlagen.

 


Jairo Riedewald // 20 // Ajax Amsterdam

Besser kann man sein Liga-Debüt eigentlich gar nicht feiern. Ein paar Tage zuvor feierte der Innenverteidiger Jairo Riedewald seine Profi-Debüt für Ajax Amsterdam im holländischen Pokal gegen Ijsselmeervogels, dann wird er zehn Minuten vor Schluss während einem 0:1-Rückstand gegen Roda Kerkrade eingewechselt und erzielt zwei Tore, eines davon in der Nachspielzeit und sicherte Ajax damit einen dramatischen Sieg in letzter Sekunde. Jairo Riedewald spielt seit seinem elften Lebensjahr für Ajax Amsterdam und genoss damit eine großartige Ausbildung in der berühmten Schule der Hauptstädter. Und bereits ein kurzer Blick reicht, um dies zu erkennen. Jan Vertonghen, Daley Blind, Frank Rijkaard, Toby Alderweireld, … sie alle lernten ihre ersten Schritte in der Ajax-Schule und verbinden bestimmte Charakteristika miteinander. So auch Jairo Riedewald. Der körperlich starke Innenverteidiger verfügt über eine herausragende Technik und ist unbestechlich am Ball. Der 20-Jährige hat eine tolle Übersicht. Mit schnellen vertikalen Dribblings in freie Zonen versucht er das Spiel voranzutreiben und leitete mit seinen schnellen, flachen Pässen viele Angriffe der Holländer ein, wobei über 90% seiner Pässe an den Mann kommen. Der Innenverteidiger schaltet sich oft in die Offensive ein und weiß viele seiner Kollegen mit beachtlichen Pässen freizuspielen. Aber auch in der Defensive ist der Holländer ein solider Mann. Riedewald ist zwar nicht schnell, aber auch nicht langsam, zusammen mit seinen Antizipationsfähigkeiten und seinem Stellungsspiel vereitelt er viele Angriffe der Gegner, indem er ihnen einen Schritt voraus ist. Zwar ist der Ajaciede ein robuster und körperlich starker Spieler, jedoch hat er aufgrund seiner Größe von 1,82m als Innenverteidiger oft das Nachsehen. Ist der Ball jedoch gewonnen, so folgt meist ein schnelles Dribbling, um einen Konter einzuleiten oder ein langer Pass, um damit einen Kollegen in Szene zu setzen. Vor allem nach dem Abgang des Finnen Moisander avancierte er in der vorigen Saison unter Frank de Boer zum Stammpersonal. Unter dessen Nachfolger, Peter Bosz, ist er zumeist jedoch auf der Bank zu sehen, da dieser Neuzugang und Talent Davinson Sanchez und den erfahrenen Nick Viergever bevorzugt. Jairo Riedewald verfügt über enormes Potential, eine gute Ausbildung eine tolle Veranlagung, aus ihm kann daher ein weiterer großartiger Verteidiger, aus den Reihen von Ajax Amsterdam werden.

 


Davinson Sánchez // 20 // Ajax Amsterdam

Ajax Amsterdam weiß einfach, wie man Spieler scoutet und sie entsprechend entwickelt. Sánchez gehört seit seinem Wechsel im Sommer von Kolumbianischen Club Atlético Nacional zu Ajax zu den Senkrechtstartern der Eredivisie. Unter Peter Bosz war er in dieser Saison größtenteils gesetzt, bestritt 18 Ligaspiele und stand viermal in der Europa League auf dem Feld. Sánchez gehört zu jener Art Innenverteidiger, die häufig unterschätzt werden. Ähnlich wie Virgil van Dijk oder Ömer Toprak ist der Kolumbianer äußerst komplett, ohne, dass eine Eigenschaft signifikant wäre. Sánchez macht die einfachen Dinge richtig stark und handelt immer rational. Von seinen fast 70 Pässen kommen im Schnitt 89% an. Er behält auch unter Druck die Ruhe und spielt in der Regel den richtigen Pass, ohne dabei Bäume ausreißen zu wollen. Mittellange gechippte Pässe über die Stürmer hinweg auf den ballfernen Außenverteidiger beherrscht er ebenfalls sehr gut, wodurch er im Aufbauspiel für seine Kollegen eine sichere Option darstellt. Seine eigentliche Stärke ist in meinen Augen aber das indirekte Zweikampfverhalten. Er versteht es sehr gut, das Sichtfeld des Gegners für sich zu nutzen. Erhält ein Gegenspieler den Ball beispielsweise nahe der Mittellinie mit dem Rücken zum Ajax-Tor, wartet Sánchez nicht, bis der Gegner den Ball angenommen und sich gedreht hat, sondern versucht ihn vor der Drehung oder noch besser im Moment der Drehung den Ball abzunehmen. Dass er dabei ein sehr gutes Timing besitzt, ist gerade in seinem Alter nicht selbstverständlich. Grätschen sind für ihn ebenfalls ein probates Mittel, um den Gegner zu stoppen. Diese nutzt er allerdings vermehrt in Laufduellen, wenn der Ball frei ist oder er Schüsse blockt. In den nächsten ein bis zwei Jahren wird Sánchez den nächsten Schritt zu einem größeren Verein gehen, sein Stil dürfte gerade bei einer Mannschaft wie Tottenham gut zur Geltung kommen. Aus den bereits erwähnten Gründen dürfte der Ajax-Spieler allerdings medial nicht zu den Top 10 Innenverteidigern zählen. Nicht, weil er es potenziell nicht könnte, sondern, weil er im Prinzip von allem etwas kann, aber nicht eine Sache so herausragend gut, als dass für ihn hohe Summen gezahlt werden. So ist es durchaus möglich, dass Sánchez auf ewig unter dem Radar läuft. Falls nicht: hier habt ihr es zuerst gelesen!

 


Malang Sarr // 18 // OGC Nizza

Malang Sarr ist eine der herausragenden Entdeckungen dieser Saison. Kaum ein Nachwuchsspieler ist in dieser ersten Saisonhälfte so regelmäßig und trägt so viel an der form seines Vereins bei. Dabei ist es seine erste Saison im Profiteam von Nizza, wo er schon sämtliche Etappen seiner jungen Karriere absolviert hat. Seit dem Mandat von Claude Puel wird in Nizza viel auf die Ausbildungsarbeit geachtet, und Malang Sarr ist das beste Beispiel dafür. Mit der Ankunft von Lucien Favre in diesem Sommer hat er auch zum Glück einen Trainer, der weißt, wie man junge Talent im Profiteam einbezieht. Als Innenverteidiger mit viel Spielvolumen trägt er wesentlich an der Stabilität der Abwehr und des Mittelfelds von Nizza bei, das Überraschungsteam schlechthin dieser Saison in der Ligue1. E hat bisher nur ein einziges Spiel gefehlt, ist sonst immer an der Stelle. Der robuste Innenverteidiger hat eine bezeichnende Technik und einen beachtlichen Antritt. Mit diesem läuft er in freie Räume, um von dort mit seinen Pässen Angriffe einzuleiten. Der starke Verteidiger ist kopfball- und zweikampfstark, jedoch oft zu übereilig und so fehleranfällig, nichtsdestotrotz muss man betonen: Nizza hat bis hierhin die beste Abwehr der Liga, mit diesem erstaunlich jungen Kader, besser als die millionenschweren Mannschaften von Paris und Monaco.

 


Çağlar Söyüncü // 20 // SC Freiburg

Der 15. Oktober 2016 war nicht der Tag von Caglar Söyüncü, Freiburgs türkischem Abwehrtalent. Im Gastspiel bei 1899 Hoffenheim war der Innenverteidiger maßgeblich an der 1:2-Niederlage beteiligt, hatte er doch bei allen drei Treffern der Partie seine Füße im Spiel. Im negativen Sinne wurde das bei den beiden Gegentreffern deutlich, als er zunächst einen zu kurzen Rückpass spielte und später einen stümperhaften Elfmeter verursachte. Positiv immerhin seine Beteiligung am zwischenzeitlichen Ausgleich, als er mit einem feinen öffnenden Pass von der Mittellinie die Vorarbeit lieferte. Natürlich zeigte jener Samstag-Nachmittag nicht das wahre Leistungsvermögen des 20-Jährigen, doch er zeigte auch, wie sehr Genie und Wahnsinn noch in dessen Leistungen vereint werden. Söyüncü besticht zunächst einmal durch starkes Zweikampfverhalten. Obwohl er viele Situationen elegant statt mit der Brechstange löst, weist er mit über 69 Prozent die beste Zweikampf-Quote aller Bundesliga-Spieler mit mindestens zehn Einsätzen auf. Neben seiner Athletik zeichnet ihn auch das beidfüßige, unaufgeregte Aufbauspiel aus, mit dem er in der Freiburger Abwehr bereits den aktiven Part einnimmt. Lediglich die vereinzelten Wackler und Patzer, die vornehmlich dem jugendlichen Übermut geschuldet scheinen, ergeben sich als Kontrast zu den vielversprechenden Anlagen des 1,87 Meter großen Defensivspezialisten. Verwunderlich ist das allerdings nicht, Söyüncü wechselte im Sommer für 2,5 Millionen Euro aus der zweiten türkischen Liga zum Bundesliga-Aufsteiger, der im Werben unter anderem Bayer Leverkusen ausgestochen hatte. Zu diesem Zeitpunkt hatte er zwar bereits für die türkische Nationalmannschaft debütiert, allerdings ohne auch nur eine Partie in der ersten Liga absolviert zu haben. Mit der Empfehlung von 34 Zweitliga-Spielen kam er schließlich nach Freiburg, wo er sich nun nach und nach an höchstes Bundesliga-Niveau herantastet. Die mehrheitlich guten Eindrücke und die Statistiken, die sich wahrlich überragend lesen, lassen die starke Vermutung aufkommen, dass Söyüncüs erste Station in Deutschland nicht seine letzte bleiben wird.

 


Jonathan Tah // 20 // Bayer Leverkusen

Wenn du beim Hamburger SV durch deine sportlichen Leistungen hervorstichst, will das etwas heißen. Wenn du zugleich noch ein Innenverteidiger bist, noch viel mehr. Und es sagt eine noch größere Menge aus, wenn du dabei gerade einmal 16 Jahre alt bist. Die Saison 2013/14 verlief für Tah wie eine Achterbahn der Gefühle: Er avancierte in jungen Jahren zur Stammkraft, zeigte gute Leistungen aber sein Team kam einfach nicht aus dem Tabellenkeller. Als Anfang Februar 2014 mit Bert van Marwijk einer seiner größten Förderer entlassen wurde und Mirko Slomka übernahm, wendete sich das Blatt für Tah. Und nicht so wie gehofft. Er bestritt unter dem Neucoach ganze 14 Minuten – bei einem 1:4 gegen die Bayern. Ein Wechsel zur Fortuna aus Düsseldorf im Sommer 2014 sollte dem damals 17-Jährigen Spielpraxis verschaffen, die er letztlich auch bekam. Den eigentlichen Durchbruch schaffte Tah jedoch in Leverkusen, wohin er 2015 wechselte. Der bullige Innenverteidiger fand in Roger Schmidt einen weiteren wichtigen Mentor auf seinem Karriereweg, der ihn im Sommer 2016 sogar zum Sprung in das EM-Aufgebot der Nationalmannschaft verhalf. Tah ist ein Innenverteidiger modernster deutscher Prägung: athletisch, zweikampfstark, sicher im Spielaufbau und schon jetzt unheimlich abgezockt. Wenn man ihn spielen sieht, wirkt es fast selbstverständlich, dass er bei einem Champions-League-Verein gesetzt ist. Man vergisst bei ihm schnell, wie jung er eigentlich ist. Da er bereits in seine vierte Profisaison geht, wirkt er wie ein alter Hase. Tahs größte Stärke ist neben seiner sehr guten Antizipation seine Schnelligkeit, die man ihm so auf den ersten Blick nicht ansieht. Beobachtet man ihn jedoch im Spiel genauer, fällt auf, wie schnell sich dieser 1,94 Meter Berg fortbewegen kann. Im Passspiel ist Tah teilweise noch zu überstürzt und greift zu häufig zum langen Schlag, der nicht immer sein Ziel findet. Pro Partie spielt er 53,79 Pässe und erreicht dabei eine Passquote von 82%. Mats Hummels besaß in der Saison 2012/13, in der sich die Spielsysteme der Leverkusener und der damaligen Dortmunder durchaus ähnlich sind, vergleichbare Werte. Hummels kreierte allerdings laut Squawka pro Partie 0,61 Chancen, wohingegen Tah aktuell auf 0,22 kommt. Hier hat der 20-Jährige definitiv noch Entwicklungspotenzial, das unter Trainern, die einen ruhigeren Spielaufbau präferieren durchaus wachsen könnte. Entwickelt er sich diesbezüglich weiter, gehört er mittel- bis langfristig mindestens zu den vier besten Innenverteidigern in Deutschland.

 


Dayot Upamecano // 18 // RB Leipzig

Im Sommer 2015 wechselte der erst 16-jährige Verteidiger Dayot Upamecano von der U19 von Valenciennes zu Red Bull Salzburg nach Österreich, die sich damit gegen Bayern München, Barcelona und andere durchsetzte. Anfangs spielte der Innenverteidiger für Liefering, die Reserve-Mannschaft von Red Bull Salzburg, in der zweiten Liga in Österreich, aber bereits zu seinem 18. Geburtstag war er fester Bestandteil der Verteidigung des amtierenden Meisters und nicht mehr aus der Startelf wegzudenken. Unter Trainer Oscar Garcia avancierte er zu einem ballstarken Verteidiger, der auch immer wieder im defensiven Mittelfeld zu finden war. Der bullige Franzose führte nach 18 Ligaspielen sogar die Liste der meisten erfolgreichen Dribblings (44) an. Mit seiner engen Ballführung, seinen Körpertäuschungen und seinen Tempodrosselungen, kommt er stets an seinen Gegnern vorbei und ist so auch oft bei Offensivaktionen zu sehen. Der junge Defensivmann ist dynamisch und aggressiv, wenn auch oft etwas zu forsch und unüberlegt, damit jedoch auch konsequent. Er ist einer der aktivsten Spieler am Feld, hat oft die meisten Ballkontakte im Spiel, zudem die höchste Passgenauigkeit, aber gewinnt auch die meisten Zweikämpfe. Der erst 18-jährige Franzose ist damit im Spielaufbau, aber auch in der Defensive trotz seines jungen Alters ein wichtiger Spieler bei den Salzburgern. In der Defensive gewinnt er mit seiner Physis viele Zweikämpfe und Kopfballduelle, dribbelt dann in den freien Raum und gibt den Ball mit einem sicheren Pass weiter. Er schaltet sich dann in die Offensive mit ein, bietet sich an und dribbelt sich durch die gegnerische Verteidigung, um Chancen zu kreieren. Damit wird Dayot Upamecano trotz seines jungen Alters und der niedrigen Zahl seiner Einsätze – er kam nur auf 23 Einsätze für Red Bull Salzburg ehe es nach Leipzig ging – zu einem der solidesten Verteidiger seiner Zeit und womöglich zum unterschätzen Underdog in unserer Liste.

 


Jesús Vallejo // 20 // Eintracht Frankfurt/Real Madrid

Mit 17 Jahren Stammspieler bei einem Zweitligisten, mit 18 bereits Kapitän, mit 19 der Wechsel zu einem der größten Klubs der Welt und mit 20 die Rolle als Leistungsträger bei einem Bundesligisten im Höhenflug. Die noch junge Karriere von Jesús Vallejo scheint bislang wie aus dem Bilderbuch. Schon die ersten Schritte im Profifußball waren für den Innenverteidiger dabei ein voller Erfolg, zu Beginn der Saison 2014/2015 beförderte ihn Heimatklub Real Zaragoza vom A-Jugendlichen zum Stammspieler der ersten Mannschaft, die er in der Rückrunde sogar als Kapitän aufs Feld führte. Auch wenn der eine oder andere altersübliche Wackler nicht ausblieb, deutlich nachhaltiger waren die Eindrücke eines zweikampfstarken, taktisch reifen und schnellen Abwehrspielers, der bei Personalnot ohne erkennbaren Leistungsabfall auch die rechte Defensivseite beackerte. In den Aufstiegs-Play-offs folgte der wohl größte sportliche Rückschlag in Vallejos bisheriger Laufbahn, durch ein Gegentor kurz vor dem Ende verpasste Zaragoza die angestrebte Rückkehr ins Oberhaus. Doch der Trost folgte auf dem Fuße, im Sommer wurde Spaniens U19 mit Vallejo als Kapitän Europameister, keine zwei Wochen später gab Real Madrid die Verpflichtung des 18-Jährigen für 5 Millionen Euro bekannt. Zur weiteren Entwicklung genehmigten die Königlichen ihm auf Leihbasis ein weiteres Jahr in Zaragoza, wobei zwei längere verletzungsbedingte Ausfälle lediglich acht Partien bis zum Sommer 2016 ermöglichten. Die bisherigen Referenzen reichten dennoch, um Eintracht Frankfurt von einer Ausleihe zu überzeugen. Beim Bundesligisten verpasste er fast die gesamte Vorbereitung verletzt, um sich dann ohne Anlaufzeit in die Startformation zu drängen, wo er seitdem mit konstant guten Leistungen andeutet, dass bei ihm auf jeden Nackenschlag ein umso größerer Fortschritt folgt.

 


Eloge Yao // 21 // Inter Mailand

Manchmal ist der italienische Fußball unergründlich. Obwohl Eloge Yao in der vergangenen Spielzeit beim FC Crotone Stammspieler war und den Aufstieg in die Serie A schaffte, ließ der Klub seine Kaufoption verstreichen. Seither spielt der Innenverteidiger wieder für Inter Mailand, das Eigengewächs kam bei den Schwarz-Blauen bislang aber noch zu keinem Saisoneinsatz. Der 21-Jährige spielt am liebsten in der Innenverteidigung, kann aber auch rechts in der Viererkette agieren und überzeugt vor allem durch seine Dynamik, mit der er noch vorhandene physische Defizite gut auszugleichen weiß. Bei einer Körpergröße von 1,82 Metern ist Yao für einen zentralen Defensivspieler zwar nicht besonders groß, dafür im Spielaufbau sicher und um vertikale Pässe selten verlegen. Die Zukunft des jungen Ivorers wird davon abhängen, wie schnell er im italienischen Profibereich nun Fuß kann. Etwaige Leihgeschäfte haben sich zerschlagen, weitere Spielpraxis scheint ob der großen Konkurrenz bei Inter in dieser Saison unwahrscheinlich.

* Name // Alter // aktueller Verein (Leihe)/Stammverein

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