Esto es Butarque – Saisonvorschau La Liga

CF

Pünktlich zum Saisonstart in der Primera División werfen wir den obligatorischen Rundumblick auf die 20 Vereine in La Liga. Zum ersten Mal überhaupt mit von der Partie: Aufsteiger CD Leganés und dessen Heimstätte Butarque.

Durch die neu eingeführte Zentralvermarktung der TV-Rechte kommen nun auch am unteren Ende der Liga zusätzliche Fernsehmillionen an, die vermeintlich kleineren Teams haben in diesem Sommer mehr Geld für Verstärkungen in die Hand genommen, während es Real Madrid und der FC Barcelona eher ruhig angehen ließen. Am Dreikampf mit Atlético Madrid um die Meisterschaft wird sich zwar nichts ändern, dafür erheben dahinter immer mehr Klubs den Anspruch, sich ins Rennen um die internationalen Startplätze einzuschalten.

FC Barcelona (Thomas)

Der amtierende Double-Sieger würde dieses Jahr wohl zum dritten Mal in Folge mit der gleichen Stammbesetzung in die Saison gehen, wenn denn nicht der Abgang von Dani Alves gewesen wäre. Den Brasilianer zog es nach acht Jahren bei der Blaugrana zu Juventus Turin. Ein Nachfolger wurde nicht verpflichtet, Aleix Vidal oder Allrounder Sergi Roberto sollen die Lücke füllen. Ansonsten wurde das Team allerdings in der Breite deutlich verstärkt und dabei gleichzeitig verjüngt, die Neuzugänge Samuel Umtiti, Lucas Digne, André Gomes und Denis Suárez sind alle miteinander 22 Jahre alt.

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Digne tritt die Nachfolge des Brasilianers Adriano an und soll hinten links mehr Druck auf Jordi Alba ausüben. Umtiti ersetzt Marc Bartra, der zuletzt kaum Einsatzzeit erhalten hatte und sein Glück nun bei Borussia Dortmund versucht, sowie den Belgier Thomas Vermaelen.

Im Mittelfeld gibt es hingegen keinerlei Abgänge, Gomes und Suárez sollen hier die Flexibilität erhöhen und vor allem auch Möglichkeiten bieten, eine Abwesenheit von Messi oder Neymar zu kompensieren. Es deutet einiges darauf hin, dass in Folge der Verpflichtungen Arda Turan, der in seinem ersten halben Jahr Barcelona als zentraler Mittelfeldspieler eher selten überzeugen konnte, künftig eher für die Außenbahn eingeplant wird.

Ein Back-Up für den Sturm wird dagegen immer noch gesucht. Die Medien überschlugen sich diesen Sommer mit möglichen Kandidaten, aktuell wird Valencias Paco Alcácer gehandelt. Eine mögliche Folge einer solchen Verpflichtung wäre vermutlich eine Leihe von Munir El Haddadi, um dem Eigengewächs mehr Spielzeit zu erlauben. Mit Sergi Samper ist ein weiteres La Masia-Talent derzeit noch ein Kandidat für eine Leihe, bei beiden ist jedoch auch ein Verbleib im A-Kader denkbar.

Ebenso noch nicht geklärt ist die Torhüterfrage. Während sich Trainer Luis Enrique bislang erneut nicht auf eine klare Nummer Eins festgelegt hat, mehren sich die Gerüchte, dass Claudio Bravo sich in Kürze Manchester City anschließen könnte. Während dies Marc André Ter-Stegen wohl zum Stammtorhüter befördern dürfte, würde wohl wieder ein weiterer Keeper verpflichtet werden, als Kandidaten gelten aktuell Diego Alves aus Valencia sowie Jasper Cillesen von Ajax.

Insgesamt ist der Kader sicherlich nicht schwächer geworden. So lange Messi fit und in Form bleibt ist Barca weiterhin ein Top-Favorit  auf sämtliche Titel.

Real Madrid (Béla)

Die Champions League gewonnen, die verloren geglaubte Liga noch einmal spannend gemacht: Das erste Halbjahr von Trainer Zinédine Zidane bei Real Madrid hätte ergebnistechnisch kaum besser laufen können, doch das anspruchsvollen Umfeld der Königlichen verlangt mindestens nach einer Wiederholung in der neuen Saison. In deren Vorlauf zeigte man sich auf dem Transfermarkt überraschend maßvoll, mit Rückkehrer Álvaro Morata kam für 30 Millionen Euro lediglich ein kostspieliger Neuzugang. Immer wieder wurden die Madrilenen speziell auf der Position im zentralen Mittelfeld zwar mit großen Namen in Verbindung gebracht, doch weder Paul Pogba, noch Marco Verrati oder der nach Barcelona gewechselte André Gomes konnten in die spanische Hauptstadt gelotst werden.

Madrid

Zidane bemühte sich trotz der Gerüchte über seinen vermeintlichen Wunschspieler Pogba um den Eindruck, dass er sehr gut mit dem vorhandenen Personal auskommen könne: „Ich bin zufrieden mit dem Kader, den ich zur Verfügung habe und es ist schwierig, ihn noch weiter zu verbessern.“ Nach dem Triumph auf internationaler Ebene soll es nun auch wieder in der Primera División mit einem Titelgewinn klappen. Auf dem Papier spricht zunächst einmal nichts dagegen, dass sich Madrid diesmal von Anfang bis Ende ernsthaft ins Titelrennen einmischen kann. Auch wenn Superstar Cristiano Ronaldo wegen seiner im EM-Finale erlittenen Verletzung anfänglich kürzertreten muss, ist die Offensive mit Gareth Bale, Karim Benzema und eben Morata weiterhin erstklassig besetzt. Wie beim Rivalen aus Barcelona gibt es derzeit eigentlich nur eine offene Planstelle, die noch nach ihrer optimalen Besetzung sucht: Im zentralen Mittelfeld fehlt es den Platzhirschen Luka Modric und Toni Kroos noch am perfekten Nebenmann. Der Brasilianer Casemiro bekleidete diesen Posten in der Endphase der abgelaufenen Saison, er muss allerdings gerade bei eigenem Ballbesitz noch zeigen, dass er dem Spiel der Königlichen einen Mehrwert verleihen kann. Über diese Qualität verfügt zwar der im letzten Sommer für 31 Millionen Euro verpflichtete Mateo Kovacic, bislang versuchte Zidane allerdings nur selten, ihn als möglichen Dritten im Bunde zu installieren. Auch Isco und James Rodríguez sind Alternativen für den Posten, konnten dort allerdings nicht vollends überzeugen. Überraschend stark zeigte sich in der Vorbereitung der junge Marco Asensio (20), der nach einem Lehrjahr bei Espanyol Barcelona mit überzeugenden Auftritten einen Verbleib in der spanischen Hauptstadt anstrebt. Und wenn Zidane es mit den zahlreichen Alternativen schafft, seiner Mannschaft durch die perfekte Besetzung der Schaltzentrale das gewisse Etwas zu verleihen, darf auch in diesem Jahr mit den Madrilenen als vielversprechendem Titelanwärter gerechnet werden.

Atlético de Madrid (Béla)

In den Prognosen mit einem prestigebedingten Sicherheitsabstand, während der Saison dann aber immer auf Augenhöhe mit den beiden Großen der Liga bewegt sich seit einigen Jahren Atlético Madrid. Die letztjährige Saison mit Platz drei in der Liga, nur drei Zähler hinter Barcelona und zwei hinter Stadtrivale Real, machte einmal mehr deutlich, dass die Beschwerden über einen Zweikampf an der Spitze der Vergangenheit angehören. Auch wenn sich die Colchoneros im direkten Vergleich mit namhaften Konkurrenten auf höchster Ebene weiterhin gerne in der Rolle des Außenseiters bewegen, sind sie in Spanien auch in finanzieller Hinsicht inzwischen in eine neue Dimension vorgestoßen, in die auf absehbare Zeit kein vierter Verein wird folgen können.

Atlético

Sportlich ist sich der Klub dabei seit der Amtsübernahme von Trainer Diego Simeone im Dezember 2011 treu geblieben, es wird zum einen nur „von Spiel zu Spiel“ gedacht, zum anderen geht zunächst einmal nichts über eine schier unüberwindbare Defensive. Das führte im letzten Jahr zu einem Rekordwert von gerade einmal 18 Gegentreffern in 38 Ligaspielen. Schlussmann Jan Oblak stellte damit den 22 Jahre alten Rekord von Francisco Liaño ein, der ebenfalls im Schnitt nur gut jedes zweite Spiel hinter sich greifen musste. Dass die Rekordmarke nicht alleine sein Verdienst ist, wird beim Blick auf die vorigen Mannschaftsteile deutlich: Die Innenverteidigung um den beinharten Abwehrchef Diego Godín und das defensive Mittelfeld mit Kapitän Gabi spielen seit Jahren konstant am Limit, sie sind entscheidende Faktoren für den Erfolg. Großartige Fußballer wie der spanische Nationalspieler Koke, Saúl und EM-Star Antoine Griezmann sind trotz ihrer enormen individuellen Fähigkeiten ebenfalls bereit, sich auch in der Arbeit gegen den Ball in den Dienst der Mannschaft zu stellen. Auch in diesem Sommer hat man darüber hinaus keine Kosten und Mühen gescheut, um den Kader auch in der Breite auf absolutes Spitzenniveau zu hieven. Besonders in der Offensive sahen die Verantwortlichen Nachholbedarf, der durch die Transfers von Kévin Gameiro und Nico Gaitán gedeckt sein sollte. Zudem kam mit Sime Vrsaljko eine zusätzliche Alternative für die defensiven Außenbahnen. Da im Gegenzug kein Stammspieler abgegeben wurde, scheint die Mannschaft noch einmal besser als im letzten Jahr. Zwar muss man wieder über 38 Spiele ans Limit gehen, um den beiden Titelrivalen die Stirn bieten zu können, doch wenn ein Verein diese Qualität hinreichend nachgewiesen hat, dann ist es zweifellos Atlético.

Villarreal CF (Thomas)

Platz vier in der Liga, Halbfinale der Europa League, das gelbe U-Boot hat eine hervorragende Saison hinter sich. Doch die Saisonvorbereitung verlief alles andere als optimal. Viele Verletzte, unter anderem der Kreuzbandriss von Roberto Soldado, sowie der plötzliche Abschied von Trainer Marcelino García Toral brachten deutlich Sand ins Getriebe. Der Abgang von Marcelino ist gleich doppelt bitter. Zum einen hat er äußerst erfolgreiche Jahre mit dem Team hinter sich, zum anderen kam der Abschied erst spät in der Vorbereitung und der Kader ist auf die sehr speziellen Vorstellungen Marcelinos ausgerichtet (Gerüchteweise kämpfte er dauerhaft um mehr Kontrolle über die Transfers, was auch ein Grund für seinen Abgang sein könnte). Um mögliche Wünsche seines Nachfolgers Fran Escribá zu berücksichtigen, bleibt dagegen nicht mehr viel Spielraum.

Dabei begann der Sommer durchaus nach Maß. 38 Millionen Euro nahm man durch den Verkauf von Eric Bailly nach Manchester ein, eine gewaltige Summe für einen Innenverteidiger, der mit 22 Jahren trotz unbestritten enorm hoher Veranlagung noch nicht unumstrittener Stammspieler war. Diese Einnahmen wurden in der Zwischenzeit vollständig reinvestiert, doch abgeschlossen sind die Personalplanungen noch nicht.

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Man ist weiterhin auf der Suche nach einem Innenverteidiger. Die Stammbesetzung Musacchio-Ruiz steht zwar, doch Musacchio, regelmäßig mit Wechselgerüchten in Verbindung gebracht und noch häufiger verletzt, kann nur bedingt eingeplant werden. Es sieht so aus, als habe Marcelino Neuzugang Alfred N’Diaye von Real Betis in der Innenverteidigung gesehen. Der bisherige defensive Mittelfeldspieler zeigte sich in der Vorbereitung und dem bisher einzigen Pflichtspiel auf dieser Position allerdings komplett überfordert, weswegen nun womöglich Palermos Giancarlo González, vor zwei Jahren Teil von Costa Ricas erfolgreichen WM-Team, im Anflug sein könnte. Hinten links gab es eine kleine Rochade, Nachwuchsmann Adrián Marín wurde zu Aufsteiger Leganés verliehen, an seiner statt kam José Ángel aus Porto ebenfalls per Leihe. An Jaume Costa wird auch er nicht vorbeikommen.

Königstransfers waren hingegen die beiden Deutsch-Italiener Roberto Soriano und Nicola Sansone. Soriano deutete in der Champions League Qualifikation bereits seine Klasse an. Auch wenn man dort noch im typisch marcelinoschen 4-4-2 agierte und Soriano auf den Flügel ausweichen musste, scheint es vorstellbar, dass Fran Escribá mittelfristig auf ein 4-3-3 umstellt. Mit Soriano an der Seite seines Namensvetters Bruno sowie Manu Trigueros hätte man ein absolut topbesetztes Mittelfeld.

Den gefährlichsten Flügelspieler der vergangenen Saison mussten die Submarinos wie erwartet wieder ziehen lassen, Denis Suárez kehrte nach Barcelona zurück. Sein Nachfolger ist sein Vorgänger, Denis Cheryshev lief bereits 2014/15 leihweise für die Groguets auf, nun wurde er fest von Real Madrid verpflichtet. Dazu kommt der erwähnte Sansone, der von Marcelino wohl für die rechte Außenposition vorgesehen war. Da im Gegensatz zu ihm sein Nachfolger Escribá allerdings keine Abneigung gegen inverse Winger zu haben scheint, könnte sich die Flügelzange jetzt auch drehen und stattdessen Cheryshev rechts auflaufen. Die dritte Neuverpflichtung für den Flügel ist der Argentinier Cristian Espinoza, den man sich ebenso wie Cheryshev sieben Millionen Euro kosten ließ. Der 21-Jährige wurde allerdings zunächst einmal an Aufsteiger Deportivo Alavés verliehen. Falls Escriba wirklich auf einen Stürmer umstellt könnte zudem Cedrick Bakambu wieder ein Kandidat für die Flügelpositionen sein.

Zunächst wird dieser jedoch im Sturm benötigt, wo neben dem verletzten Soldado auch die Leihspieler Adrián López und Leo Baptistao wegfallen. Dafür wagt nun Alexandre Pato einen neuen Anlauf in Europa. Der Brasilianer kam für drei Millionen von Corinthians und zeigte bereits in seinem ersten Pflichtspiel, dass er noch weiß, wo das Tor steht. Dazu kommt der 20-jährige Kolumbianer Santos Borré, letzten Sommer von Atlético Madird verpflichtet, der sich nun auf Leihe in Villarreal seine ersten Sporen in La Liga verdienen soll.

In Bestbesetzung hätte man immer noch ein Team, dass sich vor keinem anderen Anwärter auf Rang vier verstecken müsste. Angesichts von Trainerwechsel und  Verletztenmisere ist ein holpriger Saisonstart allerdings vorprogrammiert, eine Wiederholung der letzten Saison dürfte kaum möglich sein. Am Ende wäre man wohl auch mit der Europa League durchaus zufrieden in Villarreal.

Athletic Club (Thomas)

Beim Club aus Bilbao ging es im Sommer wieder einmal vergleichsweise ruhig zu. Größeren Wirbel verursachte lediglich der potentielle Abgang von Aymeric Laporte. Das Abwehr-Juwel wurde angeblich von halb Europa, insbesondere von Manchester City, umworben, als designierter Nachfolger stand Real Sociedads Iñigo Martinez schon bereit. Doch der Franzose verkündete schließlich, dass er nicht die Absicht habe, Athletic zu verlassen und so sind die Basken bisher das einzige La Liga-Team, das im Sommer keinerlei Geld auf dem Transfermarkt bewegte. Einige Kaderspieler ohne Zukunft wurden abgegeben, ersetzt wurden sie alle durch interne Lösungen.

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Größter Abgang war sicherlich Carlos Gurpegi. Der Kapitän beendete nach 17 Jahren Athletic seine Karriere bei dem Club, in dem er seine komplette Profikarriere verbracht hatte. Der 35-Lährige ist emotional sicher ein größerer Verlust als sportlich, schon vergangene Saison hatte zumeist Xabier Etxeita seinen Posten in der Innenverteidigung neben Laporte übernommen, er und Eneko Bóveda sind auch weiterhin die Kandidaten hierfür.

Davor hat sich Mikel San José endgültig auf der Sechs etabliert und damit Ander Iturraspe verdrängt. An seiner Seite zieht Beñat Etxeberria die Fäden, während Raul García eine eher kämpferische Version einer „10“ spielt. Im Sturm bleibt WM-Fahrer Aduriz gesetzt, was gleichsam bedeutet, dass Sturmhoffnung Iñaki Williams weiterhin vorrangig auf dem Flügel eingesetzt wird. Dort heißen seine Konkurrenten Iker Muniain und Markel Susaeta. Sollte Muniain endlich einmal längere Zeit fit bleiben, dürfte dies die am härtesten umkämpfte Position im Team von Ernesto Valverde werden.

Die Europa League sollte für Athletic auf jeden Fall wieder machbar sein. Möglicherweise kann man sogar auf Platz vier schielen? Das Zauberwort heißt hier Konstanz. Während die Konkurrenten aus Villarreal und Valencia eine chaotische Vorbereitung hinter sich haben und auch Sevilla sich unter Jorge Sampaoli neu erfinden muss, hat Valverde sein Team zusammenbehalten. Probleme könnte es dagegen bei einem Ausfall von Key-Spielern wie Aduriz und vor allem Beñat kommen, von denen die Leones schon ausgesprochen abhängig sind.

RC Celta de Vigo (Thomas)

Die Galicier haben diesen Sommer den Abgang ihres Topstars zu verkraften. Lange wurde Nolito von diversen Vereinen umwoben, nun zog es den spanischen EM-Fahrer schließlich zu Manchester City. Als Nachfolger für seine Rolle auf Linksaußen stehen gleich mehrere Kandidaten bereit. Mit Claudio Beauvue hat man im Winter bereits einen Anwärter verpflichtet, der Franzose fand allerdings bisher nicht so recht ins Team, zog sich im April einen Achillessehnenriss zu und fällt voraussichtlich auch für den Großteil der Vorrunde noch aus. Folglich verpflichteten die Celestes im Sommer den Shooting-Star der dänischen Liga. Pione Sisto passt als schneller, torgefährlicher Winger ebenso wie Beauvue hervorragend in das Anforderungsprofil des Nolito-Nachfolgers. Der dritte im Bunde ist José Naranjo, der als Flügelstürmer vergangene Saison 15 Tore in der Segunda División für Gimnàstic erzielte. Gemeinsam soll Nolito vergessen gemacht werden.

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Insgesamt musste man den Kader aufgrund der Europa League Teilnahme breiter aufstellen, die Innenverteidigung wurde mit Facundo Roncaglia aus Florenz verstärkt, der durchaus Ansprüche auf den Platz neben Cabral stellen dürfte.

Nicht so üppig sieht es dagegen davor aus. Auf der Sechs musste man im Winter den Abgang von Augusto Fernández zu Atlético verkraften. Dieser wurde durch den Chilenen Marcelo Díaz ersetzt, der im Laufe der Rückrunde erst langsam in diese Rolle hineinwuchs. Vor ihm ist man mit Daniel Wass und Pablo Hernández, sowie dem gelegentlich innen spielenden Orellana zwar gut, aber deutlich zu dünn besetzt, hier besteht Nachholbedarf. Die Verpflichtung von Anderlechts Denis Praet steht seit Monaten im Raum, konnte allerdings noch nicht realisiert werden.

Während Nolitos Verletzung zu Beginn der Rückrunde hat man gesehen, wie sehr er und auch Augusto Fernández dem Team fehlen, Celtas hervorragende Saison bekam hier ein Zwischentief. Berrizos Team ist für spielerisch feinen Fußball bekannt, doch trotz vielversprechender Neuzugänge dürfte eine Wiederholung von Platz Sechs und der Europa League Teilnahme äußerst schwierig werden.

Sevilla FC (Béla)

Aufregung in Sevilla, dem Mekka des andalusischen Flamencos: Statt traditioneller spanischer Rhythmen hält derzeit verstärkt argentinischer Tango Einzug, angestimmt von Jorge Sampaoli, seit Sommer neuer Trainer beim FC Sevilla. Der Argentinier, der sich in den letzten Jahren durch seine beeindruckende Arbeit bei der chilenischen Nationalmannschaft in die Riege internationaler Toptrainer vorarbeiten konnte, soll das Erbe von Erfolgscoach Unai Emery antreten und vertraut dabei auf eine ganze Schar seiner Landsmänner. Mit Gabriel Mercado für die Abwehr, Matías Kranevitter und Joaquín Correa im Mittelfeld sowie Franco Vázquez und Luciano Vietto an vorderster Front traten gleich fünf Gauchos für insgesamt 35 Millionen Euro den Weg zum Europa-League-Sieger an. Auch wenn Sevilla nach drei internationalen Titeln in Serie auf eine gesunde Basis aufbauen könnte, steht die neue Saison ganz im Zeichen des Umbruchs. Schließlich ist nicht nur Emery nach dreieinhalb Jahren weg, sondern auch die Mittelfeldspieler Éver Banega und Grzegorz Krychowiak sowie Angreifer Kévin Gameiro, drei der Garanten für die jüngsten Erfolge.

Trotzdem ist die Erwartungshaltung an den neuen Trainer riesig, auch wenn der kurz nach seiner Verpflichtung zeitweise gar mit einem sofortigen Abgang kokettierte, nachdem der Posten des argentinischen Nationaltrainers frei wurde. Die Presse nahm die Haltung Sampaolis dankbar auf und sorgte so lange für Unruhe, bis die Albiceleste sich endgültig anderweitig versorgt hatte. Inzwischen haben sich die anfänglichen Schwierigkeiten allerdings gelegt, Sampaoli geht mit voller Konzentration ans Werk und ließ trotz Niederlagen in den Endspielen um den nationalen und europäischen Supercup bereits erkennen, wie er dem Spiel der Andalusier einen neuen Anstrich verpassen könnte. Mit den Stilelementen, die bereits Chile geprägt hatten – eine Dreierkette in der Abwehr, enorm aggressives und riskantes Pressing und eine hohe Variabilität im Spiel – hofft Sevilla nun darauf, sich auch mal wieder in der Königsklasse behaupten zu können.

Sevilla

Noch läuft nicht alles rund, das betont auch der erhoffte neue Heilsbringer: „Wir befinden uns in einer sehr komplexen Phase, ich denke in der Vorbereitung mussten wir schon zwei Endspiele auf Champions League-Niveau gegen die Besten spielen. Das hat den eigentlichen Charakter der Vorbereitung gestört.“ Doch auch Sampaoli weiß, dass er gemeinsam mit seiner Mannschaft das Zeug dazu hat, Sevilla einen weiteren Schritt voranzubringen. Und falls diese Entwicklung letzten Endes in Titel mündet, würden im Freudentaumel wohl selbst die eingefleischtesten Andalusier den feurigen Tango-Rhythmen verfallen.

Málaga CF (Béla)

Die Vorliebe des FC Málaga für ehemalige Trainer von Real Madrid ist unverkennbar. Zwei der letzten drei Übungsleiter standen zuvor bereits in Diensten der Königlichen, doch was bei Fanliebling Manuel Pellegrini noch hervorragend klappte, wollte bei Bernd Schuster, der als Feindbild vieler Anhänger nach nur einem von vertraglich vereinbarten fünf Jahren gehen musste, nicht funktionieren. Nachdem sein Nachfolger Javi Gracia, ein Mann ohne madrilenische Vergangenheit, nach zwei Jahren im Amt zuletzt seine Ausstiegsklausel zog und zu Rubin Kazan wechselte, entschloss Málaga sich dennoch, einen weiteren Versuch zu starten. Juande Ramos, der Schuster 2008 auf dem damaligen Schleudersitz im Bernabéu abgelöst hatte, soll es nun in Málaga richten. Trotz vereinzelter kritischer Stimmen, weil der 61-Jährige nach seinem Aus in Madrid 2009 nicht mehr in Spanien trainiert hatte, überwog zunächst mehrheitlich die Zufriedenheit über den Mann, der in Málaga in der Saison 2003/2004 schon einmal eine erfolgreiche erste Amtszeit verlebt hatte. Und als Ramos bei seiner ersten Pressekonferenz sogleich predigte, man müsse ambitioniert sein und sich an den Europapokalplätzen orientieren, verfielen auch die wenigen Kritiker erst einmal in einen Zustand euphorischer Vorfreude.

Malaga

Gemeinsam mit Sportdirektor Francesc Arnau, den er in seiner ersten Etappe noch als Spieler unter seinen Fittichen hatte, ließ Ramos den markigen Worten Taten folgen und sorgte sowohl hinsichtlich der Qualität als auch der Konkurrenzsituation für erkennbare Verbesserungen. Sandro Ramírez und der Uruguayer Michael Santos für den Sturm, die Senkrechtstarter Keko und Jony für die Außenbahnen, das darf man angesichts von insgesamt neun Millionen Euro Ablöse durchaus als Ansage verstehen. Doch nicht nur vorne, wo mit Charles und Chory Castro darüber hinaus etablierte Stützen zur Verfügung stehen, wurde nachgelegt. Im Mittelfeld soll Zdravko Kuzmanovic Druck auf die Stammbesetzung machen, die sich, an der Seite des gesetzten Ignacio Camacho, im letzten Jahr aus Recio und dem hoch veranlagten Pablo Fornals speiste. Und dann wäre da auch noch Spielgestalter Juanpi Añor, der vor der Saison die Rückennummer 10 erhielt und die damit verbundene Rolle nach der letztjährigen Versetzung auf den Flügel nun dauerhaft bekleiden soll. Dass sich der zeitweise völlig aus dem Blickfeld verschwundene Scheich Al Thani in Málaga plötzlich omnipräsent zeigt und in der Vorbereitung stets gut gelaunt um die sportlichen Verantwortlichen herumschwirrte, rundet die derzeitige Glückseligkeit im Vereinsumfeld noch einmal ab. Die Aussichten vor der neunten Erstliga-Spielzeit in Serie sind daher äußerst positiv. Der Sommer machte Lust auf mehr, die Integration der Neuen ging, mit Ausnahme von Santos, schnell vonstatten. Es sieht alles danach aus, als könne sich der Scheich in der kommenden Saison nicht nur beim Zuschauen auf dem Trainingsplatz prächtig amüsieren.

Real Sociedad (Thomas)

In San Sebastián lautete das Dauerthema des Sommers Gerónimo Rulli. Der Keeper der argentinischen Olympiaauswahl hatte die letzten beiden Jahre das Tor der Basken gehütet, war allerdings offiziell nur geliehen vom uruguayischen Investorenclub Maldonado. In die ohnehin schwierigen Verhandlungen mit den Investoren schaltete sich im Sommer auch noch Manchester City ein und das Thema zog sich in die Länge. Inzwischen steht jedoch fest: Rulli wird auch in der kommenden Saison für La Real zwischen den Pfosten stehen. Als neuer Ersatzmann für ihn wurde zudem Eigengewächs Toño, zuletzt auf Zypern tätig, zurückgeholt.

LaReal1617

Die zweite Baustelle des Sommers war mal wieder Angriff, traditionell wurde auch diesen Sommer ein neuer Mittelstürmer verpflichtet. Nach Alfred Finnbogason 2014 und Jonathas im vergangen Jahr heißt der Heilsbringer nun Willian José. Der Brasilianer war vergangene Saison eine der vielen positiven Überraschungen im Trikot von UD Las Palmas. Sein Vorgänger Jonathas wurde indes nach nur einem Jahr wieder abgegeben, ihn zog es nach Kazan, während Finnbogason fest von Augsburg verpflichtet wurde. Beide konnten in San Sebastián nicht überzeugen und mussten im Laufe ihrer jeweils einzigen Saison in Gipuzkoa letztlich doch Imanol Agirretxe den Vortritt lassen. Ein Schicksal, das Willian José so schnell nicht blühen kann: Agirretxe, der vergangene Hinrunde noch 12 Tore für die txuri-urdin erzielte, laboriert seit Ende Dezember an einer komplizierten Knöchelverletzung und fällt noch auf unbestimmte Zeit aus.

Auffangen könnte das neben Willian José der zweite offensive Neuzugang. Ex-Juniorennationalspieler Juanmi kehrt nach gescheitertem Ausflug auf die Insel zu Southampton auf die Bühne La Liga zurück. Der 23-Jährige dürfte im Falle einer Rückkehr von Agirretxe auch auf dem Flügel eingeplant sein, wo die Personaldecke ebenfalls nicht üppig ist.

Generell ist der Kader aktuell eher dünner besetzt, die Leihspieler Bruma und Reyes sind zu ihren Heimatvereinen zurückgekehrt, nachdem man die Kaufoption aufgrund der Höhe nicht ziehen wollte (Bruma) oder überhaupt keine hatte (Reyes). Versuche, die beiden dennoch zu halten, blieben bislang erfolglos. Zudem hat Linksverteidiger Antonio de la Bella den Verein nach sieben Jahren verlassen, er läuft künftig per leihe für Olympiakos auf. Angesichts dessen, dass man keine Doppelbelastung hat, ist der Kader dennoch auch in der Breite ordentlich, Trainer Eusebio hat zum ersten Mal auch eine Vorbereitung mit der Mannschaft, ein gesicherter Mittelfeldplatz sollte erneut machbar sein. Falls Carlos Vela in Form findet und mit Willian José mal ein Mittelstürmer einschlägt darf man zumindest vorsichtig Richtung Europa schielen.

Real Betis Balmopié (Thomas)

Es wäre nicht Sommertransferperiode, wenn bei Betis nicht wieder mindestens ein mittelgroßer Kaderumbruch stattfinden würde. Einige unerwartete Abgänge, diverse noch unerwartete Zugänge: Gustavo Poyet hat wieder einmal eine beträchtliche Anzahl an Spielern unter Vertrag und einen Kader, der auf den meisten Positionen problemlos eine nicht vorhandene Dreichfachbelastung aushalten würde, aber dennoch noch einige Baustellen hat.

Betis1617

In der Innenverteidigung musste Heiko Westermann nach nur einer Saison schon wieder seine Sachen packen. Auch wenn es den Unterfranken nun zu Ajax zieht, für sein Beckenbauer-Tor wird man ihn auch in Andalusien im Gedächtnis behalten. An seiner statt ließen sich die Béticos den Algerier Aissa Mandi von Stades Reims vier Millionen Euro kosten. Auch wenn man mit ihm, Bruno und Pezella nun drei Innenverteidiger mit Stammplatzanspruch im Kader hat, soll angeblich noch ein weiterer Akteur verpflichtet werden.

Auch auf Außen machte man sich neue Baustellen auf. Mit Francisco Molinero wurde der konstanteste Außenverteidiger abgegeben, er schloss sich Absteiger Getafe an. Auch Nachwuchshoffnung Varela wurde ziehen gelassen, die Zukunft von Juan Vargas hängt noch in der Schwebe. Während man für links mit dem Dänen Riza Durmisi von Bröndby IF bereits eine Lösung präsentiert hat, sollen rechts neben Cristiano Piccini verstärkt Canterano Rafa Navarro und Flügelspieler Álvaro Cejudo eine Chance erhalten, um mögliche Neuzugänge ist es hier erstaunlich still.

Der einzige Abgang, der wirklich Geld in die Kassen der verdiblancos spülte, war indes der Verkauf von Alfred N’Diaye, den sich Villarreal acht Millionen Euro kosten ließ. Allerdings ist der Senegalese bei Weitem nicht der einzige Abgang auf der Sechs. Xavi Torres wurde bereits nach Gijón abgegeben, Didier Digard steht nach nur einem Jahr bereits wieder auf dem Abstellgleis. Hier soll in Kürze ein Neuzugang vorgestellt werden, David López vom SSC Neapel gilt als heißester Kandidat.

Bereits verpflichtet wurden zwei weitere zentrale Mittelfeldspieler: Jonas Martin aus Montpellier sowie der Chilene Felipe Gutiérrez von Twente. Zusammen mit dem Brasilianer Petros und dem 20-jährigen Eigengewächs Dani Ceballos hat man hier dann ein reichhaltiges Angebot, das auf ein Dreier-Mittelfeld hindeutet.

19 Jahre ist die Flügelzange, die kommende Saison die Liga aufwirbeln soll. Der Belgier Charly Musonda ist bereits seit Januar vom FC Chelsea geliehen und entwickelte sich bei Betis gleich zum gefährlichsten Flügelspieler. Dazu kommt nun Matías Nahuel, ebenfalls 19, ebenfalls geliehen, aus Villarreal. Er darf nun den Kampf aufnehmen mit Altmeister Joaquín, auch Álvaro Cejudo ist hier eine Alternative, während Francisco Portillo wohl keine Zukunft mehr im Club hat.

Auf der Suche nach einem Stürmer an der Seite von oder als Alternative für Rubén Castro waren die Andalusier zuletzt nicht gerade erfolgreich, weder Ricky van Wolfswinkel noch Leandro Damiao konnten nachhaltig Eindruck hinterlassen, sie verließen den Klub ebenso wieder wie Jorge Molina, der in sechs Jahren Betis zum Fanliebling avancierte, den hohen Erwartungen aber nicht mehr wirklich gerecht wurde. Die Neuen heißen nun Antonio Sanabria und Roman Zozulya. Für Sanabria, schon lange als großes Talent gehandelt und mit 20 Jahren bereits Nationalspieler Paraguays, überwies man 7,5 Millionen Euro nach Rom, die Roma hat zudem eine Rückkaufoption. Er soll nun bei Betis den Durchbruch schaffen. Ein Doppelsturm mit ihm und Castro könnte passen, doch dazu müsste wiederum ein Mittelfeldspieler weichen, Gustavo Poyet mangelt es nicht an Optionen.

Real Betis hat auch diesen Sommer wieder einiges investiert, potentiell ist der Verein angesichts der Möglichkeiten und der Fanbasis ein Anwärter auf die Europapokalplätze. Dieses Ziel soll im Jahr zwei nach dem Wiederaufstieg auch in Angriff genommen werden, doch die Kaderzusammenstellung erscheint trotz Umbruch erneut nicht optimal, ein erneuter Mittelfeldplatz dürfte wahrscheinlicher sein.

UD Las Palmas (Béla)

Die Nachricht, die zuerst von einem Fanportal verbreitet wurde, schlug ein wie eine Bombe: Kevin-Prince Boateng, gleichermaßen mit großartigen fußballerischen Fähigkeiten wie einem ramponierten Ruf gesegnet, wechselt zu UD Las Palmas in die Primera División. An der sportlichen Eignung des 29-Jährigen besteht für gewöhnlich kein Zweifel, allerdings stellte sich von Beginn an die nicht unberechtigte Frage, ob der exzentrische Mittelfeldspieler denn auch darüber hinaus eine sinnvolle Ergänzung für den Elften der vergangenen Saison darstellen könne. Schließlich treffen mit Boateng und seinem neuen Trainer, Quique Setién, nun zwei Charaktere aufeinander, die sich in etwa so ähneln wie Feuer und Wasser. Dort Boateng, der Querkopf, oft eigenwillig, oft verletzt und in den letzten Jahren konstant hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Auf der anderen Seite Setién, die Ruhe selbst, der schon zu seiner Zeit als aktiver Fußballer im Anschluss an die Spiele seinen inneren Ausgleich in Schachspielen gegen sich selbst fand. Doch vielleicht ist es für Boateng auch die letzte Chance, noch einmal den richtigen Weg einzuschlagen und, an der Schwelle zur 30, wieder zu alter Stärke zu finden. Und wer derlei Ambitionen hegt, hat mit Quique Setién wohl genau den richtigen Trainer. Im letzten Jahr führte er den schwach gestarteten Aufsteiger letztlich souverän zum Klassenerhalt, in diesem Jahr blieb der Block der Leistungsträger nahezu unverändert erhalten.

Las Palmas

Innenverteidiger Mauricio Lemos (20), nach einem guten ersten Jahr bereits von Real Madrid umworben, Roque Mesa (27), nach einer herausragenden Spielzeit im zentralen Mittelfeld im Fokus zahlreicher Klubs aus der Premier League, oder Jonathan Viera (26), das vor anderthalb Jahren zurückgekehrte Eigengewächs, das nirgends so glücklich wurde wie in seiner kanarischen Heimat. Sie alle spielen weiterhin auf Gran Canaria und haben gemeinsam das Zeug dazu, das starke Ergebnis des letzten Jahres noch einmal zu steigern. „Im Fußball stößt du auf Personen, die ihr Leben für dich geben und andere, die das nicht tun. Zu welcher Art meine Spieler gehören, erkenne ich anhand ihres Verhaltens auf dem Spielfeld“, ließ Setién einmal verlauten. Wenn der Kern des vergangenen Jahres seine Entwicklung bestätigt und ein fitter Boateng bereit ist, sich für seinen neuen Mentor aufzuopfern, dann könnte Las Palmas in der neuen Saison für eine Menge Aufsehen sorgen.

Valencia CF (Thomas)

Die Fledermäuse haben eine absolute Katastrophensaison hinter und Neu-Trainer Pako Ayestarán eine harte Aufgabe vor sich. Nicht gerade vereinfacht wird diese dadurch, dass nach den Einkaufstouren der vergangenen zwei Jahre die Geldschatulle diesen Sommer zu bleibt. Es wurde gar bekannt gegeben, dass man aufgrund finanzieller Probleme Spieler verkaufen müsse, um das Budget auszugleichen. Mit dem Abgang von André Gomes nach Barcelona wurde ein Anfang bereits gemacht, weitere Kandidaten sind die Innenverteidiger Shkodran Mustafi (Arsenal) und Aymen Abdennour (Everton), sowie zuletzt sogar Publikumsliebling und Eigengewächs Paco Alcácer, an dem der FC Barcelona ein starkes Interesse haben soll.

Valencia1617

Für die Innenverteidigung müsste im Falle eines Abgangs eines der Beiden allerdings gleich ein Nachfolger gesucht werden, da weder Aderlan Santos noch Rúben Vezo vergangene Saison auch nur im Ansatz überzeugen konnten, aussichtsreicher Kandidat darauf scheint im Moment Neapels Raúl Albiol zu sein. Außen hat man Antoino Barragán durch Martín Montoya ersetzt, der nun vor allem dem jungen Joao Cancelo Druck machen soll.

Im Mittelfeld scheinen die Probleme auch noch nicht so wirklich gelöst. Javi Fuego wurde an Espanyol abgegeben und positionsgetreu durch eine Leihe von Mario Suárez ersetzt. Ansonsten heißt der einzige Zugang, trotz der großen Probleme der vergangenen Saison und dem Abgang des noch konstantesten Mittelfeldspielers, bislang Álvaro Madrán, zuletzt bei Absteiger Getafe aktiv. Angesichts der vielen großen Namen, die hier in den Medien gehandelt wurden nicht die ganz große Lösung. Auch quantitativ ist man hier sehr dünn besetzt, einen Neuzugang kann man sich aber allem Anschein nach erst bei weiteren Verkäufen leisten. Ansonsten muss man auf den eigenen Nachwuchs vertrauen, mit Carlos Soler steht hier auch noch ein vielversprechendes Talent zur Verfügung.

Weiterhin unter Vertrag hat man dagegen drei Torhüter mit Stammplatz-Potential. Pako scheint sich hier für den Australier Mathew Ryan entschieden zu haben, Diego Alves wird mit einem Abgang in Verbindung gebracht, während Publikumsliebling Jaume Doménech wohl als Nummer Zwei bleibt.

Auch in der Offensive hat sich einiges verändert. Álvaro Negredo bleibt ein Missverständnis, nicht weil seine Leistungen wirklich schlecht waren, sondern seine damalige Verpflichtung für fast 30 Millionen Euro einfach nicht nötig war. Er wurde nun nach Middlesbrough verliehen. Sofiane Feghouli war einer der dienstältesten Spieler im Kader und lange Zeit Leistungsträger, hatte sich allerdings vergangene Saison mit seinen Wechselabsichten zunehmend ins Abseits manövriert und sich nun nach abgelaufenem Vertrag West Ham United angeschlossen. Auch Pablo Piatti hat einige äußerst wechselhafte  Jahre hinter sich und den Verein nun verlassen, für seine restliche Vertragslaufzeit wurde er an Espanyol ausgeliehen. Ein Top-Transfer wurde dafür bereits eingetütet. Europameister Nani schließt sich den Fledermäusen an, 8,5 Millionen überwies man für den Flügelstürmer an Fenerbahce. Da man mit Santi Mina und Rodrigo flexible Offensivakteure hat, die beide gelernte Stürmer sind, scheint der Abgang von Negredo und sogar der potentielle Abgang von Paco nicht das größte Problem darzustellen, vor allem Rodrigo kommt als künftiger Stoßstürmer mehr als in Frage. Für Außen würden dann neben Nani noch Fede Cartabia und Zakari Bakkali zur Verfügung stehen.

So ganz angsteinflößend sieht Valencias Kader noch nicht aus. Es darf davon ausgegangen werden, dass die Personalplanungen noch längst nicht abgeschlossen sind und angesichts der angespannten Finanzlage kurz vor Transferschluss noch nach Schnäppchen gesucht wird. Dennoch sind eigentlich genügend Spieler von hoher Qualität vorhanden. Wenn Pako diese Saison einigermaßen eine Mannschaft formen kann, ist die Europa League eigentlich das Mindeste.

RCD Espanyol (Béla)

Der Seniorentreff in LaLiga ist nach der diesjährigen Transferperiode ohne Zweifel bei Espanyol Barcelona zu finden, das nach der Übernahme durch die chinesische „Rastar Group“ wieder über deutlich mehr finanziellen Spielraum verfügt. Statt mit frischem Kapital dem Jugendwahn zu verfallen, setzten die Katalanen zum Auftakt eines Dreijahresplans unter der Leitung von Trainer Quique Sánchez Flores erst einmal auf Routine. Den Anfang machten José Antonio Reyes, 32, und José Manuel Jurado, 30, die beide bereits unter Quique gespielt hatten und das in den letzten Jahren lahmende Angriffsspiel der „Pericos“ beleben sollen. Weiter hinten sind Abräumer Javi Fuego (32) und Innenverteidiger Martín Demichelis (35) gefordert, auch Torhüter Roberto (30) hat bereits einige Jahre auf dem Buckel und soll seine Erfahrung einbringen. Neben den fünf Ü-30-Spielern wurden mit Pablo Piatti (27) und Leo Baptistao (23) lediglich zwei Spieler geholt, bei denen diese Marke noch in weiter Ferne liegt. Die insgesamt sieben namhaften Zugänge zeigen bereits, dass Espanyol zum Auftakt seiner Qualitätsoffensive nichts dem Zufall überlässt.

Espanyol

Mit Marco Asensio, der sich wie zuvor Lucas Vázquez in seinem Leihjahr exzellent entwickelte und dadurch nun einen Anlauf bei Real Madrid wagt, gibt es zudem nur einen nennenswerten Abgang zu beklagen. Dass den Katalanen, die in den letzten Jahren ohnehin nicht gerade für den attraktivsten Fußball der Liga standen, nun der geniale Spielgestalter abhandenkommt, ist zunächst einmal ohne Frage ein Rückschlag. Doch gerade Jurado besitzt die Fähigkeiten, das Spiel mit kreativen Impulsen zu lenken und ist daher ein gut gewählter Ersatz. Die gelungene Vorbereitung, die abseits guter Ergebnisse vor allem eine deutliche spielerische Entwicklung zeigte, sorgte darüber hinaus für eine seit Jahren nicht dagewesene Euphorie im Umfeld, der sich auch die Spieler in ihren Einschätzungen anschließen. „Ich bin mit Vertrauen hierhergekommen, aber ich hatte nicht erwartet, dass es gleich so gut beginnen würde. Wir haben uns mit jedem Spiel verbessert, vom Torhüter bis zum Stürmer, das stimmt mich sehr zufrieden“, fasste Leo Baptistao die Stimmungslage vor dem Saisonauftakt treffend zusammen. Mit dem Kern des letzten Jahres und den hochwertigen Ergänzungen hat Espanyol folglich den besten Kader seit langer Zeit beisammen. Wenn die Routiniers ihr bekanntes Leistungsniveau weiterhin halten, dann darf die Mannschaft gar zu den Überraschungskandidaten auf das erste Drittel gezählt werden.

SD Eibar (Béla)

Stell dir vor es ist Sommer – und es findet kein gewaltiger Umbruch statt. In Eibar wurde die geglaubte Utopie für Trainer José Luis Mendilibar zur Realität, im dritten Jahr in der Primera División gehen die Basken zum ersten Mal in eine Spielzeit, ohne zuvor den Kader auf links oder schon wieder rechts umgekrempelt zu haben. Eine gewisse Fluktuation war zwar vorhanden, mit Torjäger Borja Bastón und Rechtsaußen Keko verließen zwei nur schwer ersetzbare Offensivspieler den Verein, doch ansonsten war man nicht dazu gezwungen, sich von weiten Teilen der letztjährigen Stammformation zu trennen.

Eibar

Erstmals nahm man trotzdem ein bisschen mehr Geld in die Hand, investierte insgesamt 6,5 Millionen Euro. Angreifer Bebé kam für 1,5 Millionen Euro von Benfica, nachdem er zuletzt in Spanien mit Córdoba und Rayo Vallecano zwei Abstiege hatte hinnehmen müssen. Gemeinsam mit Kike, der bereits im Winter für zwei Millionen aus Middlesbrough verpflichtet wurde, allerdings aufgrund einer bis Sommer fehlenden Spielberechtigung als Vorgriff auf die neue Saison, soll er nun für die nötigen Scorerpunkte sorgen. Borja und Keko legten die Messlatte dabei recht hoch, zusammen brachte es das Duo auf 30 Torbeteiligungen. Zur Unterstützung kommt allerdings ein prominenter Name hinzu: Pedro León, einst als hoffnungsvolles Talent für zehn Millionen Euro zu Real Madrid gewechselt, kommt mit 29 Jahren im gereiften Fußballeralter ablösefrei aus Getafe und ist alleine schon nominell eine herausragende Verstärkung für das kleine Eibar. Doch nicht nur im Angriffsdrittel wurde nachgelegt, auch in der Abwehr hat sich am Kader etwas getan. Für jeweils 1,5 Millionen Euro kamen die Innenverteidiger Alejandro Gálvez und Florian Lejeune, sodass nun vier starke zentrale Abwehrspieler im Kader stehen. Besonders den athletischen Lejeune, der nach Jahren in der zweiten Liga mit 25 nun den Sprung ins Oberhaus wagt, sollte man hierbei im Auge behalten. Neben den fünf Neuzugängen mit Stammplatzambitionen verfügt Eibar außerdem über die gute Basis des letzten Jahres. David Juncà und Ander Capa auf den defensiven Außenbahnen, Dani García und Gonzalo Escalante im zentralen Mittelfeld und Angreifer Sergi Enrich, dessen 17 Scorerpunkte im letzten Jahr im Schatten von Borja Bastón ein wenig in den Hintergrund gerückt waren, standen zuletzt für konstant gute Leistungen. Mit dem dadurch wohl besten Kader seiner noch jungen Erstligahistorie geht Eibar erstmals nicht als klassischer Abstiegskandidat in die neue Spielzeit, einen guten Start sollte man zur Sicherheit dennoch hinlegen: In zwei Jahren Primera División holte Eibar satte 57 Zähler in der Hinrunde, in der zweiten Serie waren es nur deren 21.

RC Deportivo de La Coruña (Thomas)

Die Galicier haben eine wechselhafte Saison hinter sich. In der Hinrunde noch eines der Überraschungsteams, folgte in der zweiten Saisonhälfte der tiefe Fall und man geriet beinahe noch in Abstiegsnot. Daraufhin haben die blanquiazules vor allem ihre Offensive deutlich umgestaltet, lediglich Faycal Fajr sowie Top-Torjäger Lucas Pérez blieben aus dem letztjährigen Team erhalten. Für den neuen Mittelstürmer, den letztjährigen Torschützenkönig der Segunda und rumänischen EM-Fahrer Florin Andone, zahlte man vier Millionen Euro an Córdoba, ansonsten gelang es, Spieler wie Emre Colak oder Bruno Gama ablösefrei zu verpflichten. Dazu kehrt Ex-Valencianista Carles Gil auf die La Liga-Bühne zurück, der 23-jährige kommt leihweise von Aston Villa, und mit Marlos Moreno (leihweise von City) wird ein weiterer Shooting Star der letztjährigen Copa Libertadores La Liga bereichern. Der 19 jährige Flügelspieler steuerte sieben Scorerpunkte für den kolumbianischen Sieger Atlético Nacional bei, bevor er im Sommer von City verpflichtet wurde.

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Weiter hinten hat sich weniger getan, mit Guilherme, Albentosa und Juanfran hat man den Kader ordentlich ergänzt, im Tor kamen mit Przemyslaw Tyton und Rubén Martínez gleich zwei Konkurrenten für Germán Lux. Der Kader scheint ziemlich zu stehen, weitere Transferaktivitäten sollten nur noch nötig sein, falls Abwehrchef Sidnei, der noch immer mit einem Wechsel in Verbindung gebracht wird, den Verein wirklich verlassen sollte.

Insgesamt kann das Team deutlich mehr als vergangene Rückrunde. Ziel muss es sein, den Klassenerhalt dieses Mal frühzeitig klar zu machen und die Saison in ruhigen Gefilden zu beenden.

Granada CF (Thomas)

Er bleibt uns erhalten. Paco Jémez war die letzten Jahre der wohl spannendste Trainer der Liga (mit Sampaoli bekommt er nun ordentliche Konkurrenz, Carlos Terrazas kann derweil in der Segunda aufatmen). Trotz des Abstiegs mit Rayo Vallecano soll Paco im Sommer diverse Angebote aus dem In- und Ausland gehabt haben, heuerte schließlich tatsächlich in Granada an. Abstiegskampf scheint er zu mögen.

Hier steht er vor einer Herkulesaufgabe. Die Andalusier haben im Sommer ihre komplette Offensivabteilung verloren. Der langjährige Top-Torjäger Youssef El-Arabi wechselte nach Katar, Rubén Rochina zu Rubin Kazan, Adalberto Peñaranda und Issac Success zu Partnerclub Watford. Für Success und Rochina nahm man zumindest ordentlich Geld ein. Finanziert wurde damit bisher allerdings nur der vier Millionen Euro-Transfer von Mittelstürmer José Angulo vom ecuadorianischen Überraschungsfinalisten der Copa Libertadores, Independiente del Valle. Der 21-Jährige hatte im Turnierverlauf immerhin sechs Treffer erzielt.

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Ansonsten setzt das Team wie so häufig hauptsächlich auf Leihspieler. Junge Talente wie Victorien Angban und Jeremie Boga vom FC Chelsea oder Jon Toral vom FC Arsenal sollen hier ihren Durchbruch schaffen. Auch für den Sturm verpflichtete man neben Angulo einen Leihtalent, den 19-jährigen Argentinier Ezequiel Ponce vom AS Rom.

Für die offensiven Außenpositionen besteht hingegen noch Nachbesserungsbedarf, die Kaderplanungen laufen auch in Granada noch und dies dürfte Baustelle Nummer eins sein. Was hingegen bereits gelungen ist, ist ein absoluter Coup auf der Torhüter-Position. Mexikos WM-Held Guillermo Ochoa kommt leihweise aus Málaga und dürfte hier eine deutliche Verstärkung darstellen

In der zuletzt katastrophalen Innenverteidigung hat man ordentlich ausgemistet. Von zuletzt vier Innenverteidigern blieb nur noch David Lombán übrig. Neu an seiner Seite: Der Uruguayer Gastón Silva sowie der Franzose Matthieu Saunier. Man darf gespannt sein, ob hier Besserung einkehrt, Pacos Rayo war ebenso wie zuletzt Granada nicht für eine sonderlich stabile Defensive bekannt.

Seinem Trainer gefolgt ist indes Rechtsverteidiger Tito, der ablösefrei aus Rayo kam. Mit dem von Udinese geliehenen Brasilianer Gabriel Silva sowie Dimitrie Foulquier dürfte man auf der Außenverteidigerperson ganz gut aufgestellt sein.

Bei aller Liebe zu Paco Jémez muss man festhalten, dass nach aktuellem Ermessen Granada wieder bis zum Ende im Abstiegskampf stecken wird. Allerdings enthält der Kader viele Unbekannten. Junge Spieler, von denen schwer zu sagen ist, wie sie die Fußstapfen ihrer Vorgänger füllen können werden. Zudem wird wohl noch der ein oder andere Neue kommen, die 30 Millionen Transfereinnahmen wurden bisher kaum angetastet.

Real Sporting de Gijón (Béla)

Für Sportdirektor Nico López von Sporting Gijón muss es ein gutes Gefühl sein, endlich gebraucht zu werden. Zwei Jahre lang waren den Asturiern wegen einer Transfersperre die Hände gebunden, mehr als kostenfreie Leihspieler und die Beförderung von Talenten aus dem vereinseigenen Unterbau waren nicht möglich. Trotz allem gelang mit dieser Strategie zunächst die Rückkehr ins Oberhaus und dort am Ende auch der verdiente Klassenerhalt.

Sporting

Vor Beginn der neuen Saison war der vergrößerte Spielraum bei der Suche nach Neuzugängen allerdings unumgänglich, schließlich musste Sporting einen gewaltigen Substanzverlust verkraften. Die Innenverteidigung um Luis Hernández und Bernardo Espinosa ist in die Premier League gewechselt, Flügelflitzer Jony zu Ligakonkurrent Málaga und Spielgestalter Alen Halilovic sowie Torjäger Antonio Sanabria wurden nach abgelaufenen Leihen von ihren Stammvereinen für viel Geld weiterverkauft. Nun kam es also auf das Geschick von Nico López an, der den Defensivverbund mit Jean-Sylvain Babin, Fernando Amorebieta, Lillo Castellano und Xavi Torres vielversprechend stärkte, Víctor Rodríguez, Moi Gómez und Real-Leihgabe Burgui für die Offensive verpflichtete und Duje Cop für den Posten an vorderster Front rekrutierte. Da mit dem hoch talentierten Innenverteidiger Jorge Meré, Kapitän Alberto Lora sowie den Mittelfeld-Organisatoren Nacho Cases und Sergio Álvarez auch einige Stützen blieben, sieht es personell gar nicht mal schlecht aus in Gijón. Das verleitete auch Erfolgstrainer Abelardo zu einer zumindest verhalten optimistischen Einschätzung: „Ich bin zufrieden. Die Mannschaft ist ausgeglichener als im letzten Jahr. Auf der anderen Seite ist es natürlich richtig, dass sich die anderen Teams intensiv verstärkt haben.“

Tatsächlich halten sich die finanziellen Aufwendungen im Jahr eins nach der Transfersperre im Vergleich weiter in Grenzen, doch mit den vorhandenen Möglichkeiten hat Sporting einmal mehr das gefühlte Maximum erreicht. Bleiben der großartige Teamgeist und die Geschlossenheit der Mannschaft erhalten, dann wäre der Klassenerhalt in diesem Jahr schon etwas weniger überraschend als noch in der vergangenen Saison.

Deportivo Alavés (Béla)

23 Tage lag der Aufstieg in die Primera División hinter Deportivo Alavés, da wurde ein erster, bedeutender Planungsschritt offiziell: Trainer Pepe Bordalás, der den ohne Aufstiegsambitionen in die Saison gestarteten Klub aus der baskischen Hauptstadt Vitoria nach zehn Jahren zurück in Liga eins geführt hatte, würde in der kommenden Saison nicht mehr für die Mannschaft verantwortlich sein. „Ich zweifle weder an der Tauglichkeit, noch an den Fähigkeiten von Pepe Bordalás, auch werde ich ihm seinen Anteil an diesem Erfolg nicht im mindesten streitig machen, aber wir müssen vollends davon überzeugt sein, dass alle Beteiligten, die diesem Projekt angehören, auch die Richtigen sind, um ihre Qualitäten Tag für Tag unter Beweis zu stellen“, lautete die etwas sperrige Begründung, mit der der neue Sportdirektor Sergio Fernández den überraschenden Schritt begründete. Und was für Bordalás galt, wurde in den folgenden Tagen auch auf die Aufstiegsmannschaft übertragen. Gleich fünf Spieler der Aufstiegself, die aufgrund ausbleibender Rotation über 42 Spieltage wie in Stein gemeißelt war, mussten den Verein nach Auslaufen ihrer Verträge verlassen, zahlreiche Reservisten sind ebenfalls nicht mehr an Bord.

Alavés

Es folgte ein Neuanfang mit Trainer Mauricio Pellegrino und einem deutlich veränderten Kader. Mit Neuzugängen wie Innenverteidiger Alexis, den Mittelfeldspielern Daniel Torres, Víctor Camarasa und Stürmer Deyverson konnte die Qualität angehoben werden, zumal verbliebene Aufstiegshelden wie Torhüter Fernando Pacheco, Innenverteidiger Víctor Laguardia oder der in der Not zum Rechtsverteidiger umfunktionierte Kiko Femenía auch eine Klasse höher bestehen können. Doch ob die Mannschaft tatsächlich erstligatauglich und konkurrenzfähig ist, wird sich erst zeigen müssen. Das Aufgebot wirkt recht bunt zusammengewürfelt, die Eingewöhnung könnte einige Zeit in Anspruch nehmen. Ursprünglich hatte man in Vitoria an Plänen über eine Zusammenarbeit mit dem FC Barcelona nachgedacht, die über den Fußball hinaus auch die Basketballklubs beider Städte betreffen sollte. Da dieses Vorhaben zunächst aber auf Eis liegt, muss sich Alavés anderweitig nach Zugängen umschauen. Und nur wenn es Sportdirektor Fernández gelingt, weitere Spieler zu verpflichten, die der von ihm vorgegebenen Maxime vollends entsprechen, darf man realistisch auf den Klassenerhalt spekulieren.

CD Leganés (Béla)

„Esto es Butarque y aquí solo juega el Lega“, prangte lange Zeit ein Spruchband im Estadio Municipal de Butarque, der Heimstätte des Überraschungsaufsteigers CD Leganés aus dem Süden von Madrid. „Das hier ist Butarque und hier spielt niemand anderes als Lega“, so der übersetzte Ausspruch in Anlehnung an das legendäre „This is Anfield“-Schild im Spielertunnel der Heimstätte des FC Liverpool. Dass ihr „Lega“ irgendwann einmal nicht nur zweit- oder drittklassig spielen würde, hätten sich wohl selbst die Initiatoren des kühnen Banners nicht träumen lassen. Doch eine überragende Saison in der Segunda División, in die man erst zwei Jahre zuvor aufgestiegen war, beförderte die „Pepineros“, die Gurkenzüchter, erstmals in die Beletage des spanischen Fußballs. Erlangte die Vorstadt Leganés früher vornehmlich als ackerbaulicher Versorgungsraum vor den Toren der spanischen Hauptstadt Bekanntheit, ist der heimische Sportklub inzwischen das lokale Erkennungszeichen Nummer eins. Großen Anteil daran hat ausgerechnet ein Baske, Asier Garitano, der seit drei Jahren als Trainer fungiert und nun den zweiten Aufstieg unter Dach und Fach gebracht hat. Über das große Geld verfügte er nicht, sodass er gemeinsam mit Sportdirektor Txema Indias seit Jahren auf ein gutes Gespür bei der Spielerwahl vertrauen muss. Zwar würde man den bisher nur punktuell verstärkten Kader gerne mit zusätzlicher Erfahrung versehen, doch das schmale Budget verschiebt einen wichtigen Teil der Transferaktivitäten auf den inzwischen nahenden Endspurt der Transferperiode.

Leganés

Die zuvor bereits verpflichteten Akteure, Innenverteidiger Carl Medjani, die Linksverteidiger Diego Rico und Adrián Marín sowie die Mittelfeldspieler Rubén Pérez und Unai López, machen immerhin den Eindruck, sofort helfen zu können. Offensivallrounder Darwin Machís, eine Leihgabe aus Granada, hat im letzten Jahr zumindest in Liga zwei seine Qualitäten unter Beweis gestellt. Gemeinsam mit bereits etablierten Stützen wie Torhüter Jon Ander Serantes, Abwehrchef und Kapitän Martín Mantovani, Mittelfeldspieler Gabriel oder den Flügelstürmern Alexander Szymanowski und Omar bildet sich so eine erste Elf, mit der man zwar auch in der Primera División in ein Spiel gehen kann, der es aufgrund der geringen Kaderbreite aber noch sichtlich an Substanz für die Langstrecke von 38 Partien fehlt. Der bisher einzige echte Mittelstürmer im Kader, Miguel Ángel Guerrero, musste zudem bei Abstiegskonkurrent Sporting Gijón gehen, weil man ihm hinter vorgehaltener Hand die Tauglichkeit für Liga eins absprach. Auch wenn für Leganés ganz nach dem olympischen Motto bereits die Teilnahme der große Erfolg ist, in personeller Hinsicht muss noch einiges passieren, damit der Ausflug ins Oberhaus nicht nur zu einer einmaligen Sache verkommt.

CA Osasuna (Thomas)

Die Mannen aus Pamplona haben bewegte Jahre hinter sich. Nach dem dramatischen Abstieg inklusive Tribünensturz von 2014 wäre man im Jahr darauf um ein Haar in die Drittklassigkeit durchgereicht worden. Vergangene Saison dagegen startete das Team von Enrique Martin stark, bevor im Winter und Frühjahr ein wenig die Puste ausging. Vor dem letzten Spieltag hatte man die Aufstiegshoffnungen bei drei Punkten Rückstand auf den letzten Playoff-Platz Sieben schon fast begraben. Doch das Komplettversagen von Zaragoza machte schließlich die Teilnahme an den Playoffs möglich, wo Gimnàstic und Girona ausgeschaltet und so nach zwei Jahren Abstinenz die Rückkehr in La Liga besiegelt wurde.

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Mit Youngstar Mikel Merino verloren die Rojillos im Sommer ihr größtes Talent gen Dortmund, ansonsten konnte die Mannschaft allerdings zusammen gehalten werden. Um Merino im zentralen Mittelfeld zu ersetzen, stießen Fran Mérida vom Zweitligisten Huesca sowie der Serbe Goran Causic vom türkischen Erstligisten Eskisehirspor zum Team.

Prunkstück der Navarros ist sicherlich die Defensive um den jungen David García, die Flaño-Zwillinge sowie Allrounder Oier Sanjurjo. Trainer Martín wechselte hier im Aufstiegsjahr häufiger zwischen Fünfer- und Viererkette, wobei Oier häufig als offensiver Außenverteidiger agierte. Mit der Verpflichtung von Espanyols Juan Rafael Fuentes hat man hier nochmals an Qualität und Flexibilität dazugewinnen können.

Problemzone war und bleibt allerdings der Angriff. Während Merino und vor allem Roberto Torres aus dem Mittelfeld stets für Torgefahr sorgten, konnte keiner der Stürmer wirklich konstant überzeugen, am ehesten noch Nino, der mit seinen 36 Jahren allerdings nicht mehr zur ganz jungen Garde zählt (und zudem noch während ich hier schreibe frecherweise zu Elche wechselt). Die Hoffnungen ruhen nun auf Oriol Riera, der von Deportivo leihweise verpflichtet wurde.  Der 30-jährige spielte bereits 2013/14 für Osasuna und auch wenn am Ende dieser Saison der Abstieg stand, zeigte er damals, dass er durchaus auch für eine zweistellige Trefferzahl gut ist.

Festzuhalten bleibt jedoch: Die Konkurrenten im Abstiegskampf haben schon deutlich mehr aufgerüstet und die Offensive bleibt ein Schwachpunkt: Der Klassenerhalt wird für Osasuna ein hartes Stück Arbeit werden.

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