CAVANIS FRISEUR 110 – Innenverteidiger Teil 1

Krystian Bielik // 19 // Reading/Arsenal FC

Krystian Bielik ist im Januar erst 19 geworden, hat aber schon zwei Transfers hinter sich. Im Sommer 2014 verließ der damalige „Sechser“ für eine „Ausbildungsentschädigung“ von 13.000 Euro die Akademie von Lech Posen, um sich beim Haupstadtklub Legia Warschau weiterzuentwickeln. Eine Handvoll Profieinsätze (inkl. Kurzeinsatz in der Europa League gegen Trabzonspor) und sechs Monate später klopfte der englische Traditionsklub Arsenal an und bezahlte rund drei Millionen Euro für den damals 16-jährigen. Und bis jetzt war die Entwicklung sehr vielversprechend: Start bei der U18, im Folgejahr U21, UEFA Youth League, League Cup-Einsatz und diese Saison Vorbereitung mit der ersten Mannschaft und Kapitän bei der U23 (neue U21). Für einen vom Mittelfeldspieler zum Innenverteidiger umfunktionierten Spieler – wovon Bielik nicht begeistert war, aber Wenger vertraute und sich mittlerweile sehr wohl fühlt – ist sein Aufbauspiel eigentlich automatisch schon sehr gut. Er dribbelt gerne den Halbraum an und spielt meist im richtigen Moment präzise, flache Vertikalpässe – aber auch kleinräumige hohe Diagonalpässe auf den aufgerückten Außenverteidiger zum Beispiel kann er sehr gut und falls er den Ball nicht sinnvoll nach vorne bringen kann, sind seine Drehungen technisch sehr sauber und er verlagert das Spiel, und viele dieser Aktionen kann er auch mit seinem schwächeren linken Fuß. Mit knapp 1,90m ist er groß genug um die Flankenbombardements in der Premier League gut verteidigen zu können. Seine Bewegungen sind dennoch angenehm rund. Stand jetzt liefern Mertesacker und Javi Martinez gute Standpunkte, um sich seine Spielweise vorzustellen: Als großer und schlanker Spieler erinnert er etwas an Mertesacker, aber in Punkto Aufbauspiel, Orientierung, Konzentration und Antizipation kann Bielik das sehr hohe Level von Javi Martinez erreichen. Im Juli meinte Wenger, dass wenn Bielik im Dezember noch nicht „bereit“ sei, wird man ihn verleihen. Zurzeit gibt es noch nichts handfestes, aber Leihdeals können sehr schnell passieren und ein gut überlegter erster bzw. zweiter Schritt in den Profifußball wäre für seine Entwicklung wohl genau das richtige. Die Herausforderung in den nächsten Jahren wird sein, dass er sich körperlich weiterentwickelt und aber seine „Eleganz“ nicht ganz verliert.

 

Duje Ćaleta-Car // 20 // Red Bull Salzburg

Im Sommer 2013, im Alter von 16 Jahren, wechselte der kroatische Innenverteidiger Duje Ćaleta-Car von seinem Heimatverein HNK Šibenik nach Österreich in die Regionalliga Mitte, Österreichs dritter Liga, zum SV Pasching, einem Kooperationsverein von Red Bull Salzburg. Über diesen ging es in die Reserve-Mannschaft der Salzburg und mit guten Leistungen schließlich in die A-Mannschaft. Anfangs hatte er bei Red Bull Salzburg zwar noch große Probleme und viel mit unüberlegten Aktionen und blöden Fehlern auf, aber er ließ sich nicht unterkriegen, legte sich ins Zeug und lernte dazu. Mittlerweile ist er ein erfahrener Innenverteidiger und viel gelassener als damals. Der bullige und robuste Kroate ist heute 20 Jahre alt und war vorige Saison einer der besten Verteidiger in Österreich. Ćaleta-Car ist ein fantastischer Kopfballspieler und gewinnt beinahe jedes Kopfballduell. Der körperlich starke Verteidiger hilft beim Spielaufbau der Bullen von hinten heraus und spielt vor allem sehr sichere Pässe – also das perfekte Gegenstück zu Upamecano, der eher offensiv agiert und den meist riskantere Key Pass oder ein 1-gegen-1 sucht. Bei Konterangriffen spielt er die Pässe auf die schnellen Außenverteidiger und leitet so Gegenangriffe ein. Mit seiner Kopfballstärke ist er auch für die Offensive ein Thema und für Gegner vor allem bei Eckbällen sehr gefährlich. Eine weitere Stärke sind sein Spielverständnis und seine Antizipation, mit denen intercepted er viele Bälle der gegnerischen Mannschaften. Er muss noch etwas konstanter werden, aber ist bereits sehr weit für sein Alter und war daher nicht ganz unverdient einer der besten Innenverteidiger der österreichischen Bundesliga.

 

Andreas Christensen // 20 // Borussia Mönchengladbach

John Terry … steht nicht in unserer Liste. Das liegt aber vor allen Dingen an seinem Alter. Auch spielerisch hat er nicht so wahnsinnig viel mit Andreas Christensen gemein. Warum er dennoch hier erwähnt wird? Das liegt vor allem daran, dass er nicht ganz unschuldig daran war, dass ein 16-jähriger Däne im Sommer 2012 beschloss, alles dem Ziel Profifußballer zu werden unterzuordnen, seine Heimat Kopenhagen verließ und seine Zelte in London aufschlug. Terry war für ihn nicht nur sein erklärtes Vorbild, sondern auch Bezugsperson und Ansprechpartner, auch nach seinem Leihwechsel nach Mönchengladbach. Insgesamt 21 Spieler hat der FC Chelsea derzeit verliehen und bei keinem davon stehen die Chancen so gut, dass er tatsächlich mal ein wichtiger Akteur der Blues wird, wie bei einem der größten Verteidiger-Talente dieser Zeit. Bei der Borussia avancierte Christensen mit ganzen 19 Jahren zum wichtigsten Defensivspieler, agierte mit einer Abgeklärtheit, als würde er schon seit Jahren in einer europäischen Topliga spielen und trug dazu bei, die anfangs der Saison noch recht wilde Defensive zu stabilisieren. Inzwischen gilt der 20-Jährige als Abwehrchef, die Borussia wäre wohl bereit für ihn eine neuen vereinsinterne Rekordablöse zu zahlen, doch auch bei Chelsea werden einem diese Leistungen nicht entgangen sein. Christensen rückt bei eigenem Ballbesitz gerne ins Mittelfeld auf, beteiligt sich aktiv am Spielaufbau und äußerte sich damals sehr positiv über die von Trainer Schubert teilweise eingesetzte Dreierkette, die ihm eine zusätzliche Absicherung verschaffe. Irgendwo in London horcht Antonio Conte gerade auf. Die Karriere von John Terry beim FC Chelsea dürfte im Sommer zu Ende gehen. Es wäre alles angerichtet für Andreas Christensen.

 

Issa Diop // 20 // Toulouse FC

Issa Diop ist Nachwuchsspieler des Toulouse FC, und wie sein Kollege Alban Lafont wurde auch er im Winter 2015 zu den Profis geholt, um die Mannschaft vor dem Abstieg zu retten. Auch er trug wesentlich zur Stabilität der Toulouser Defensive, denn er war seit diesem Zeitpunkt nicht mehr aus dem Kader wegzudenken, und Toulouse konnte im allerletzten Spiel der Saison auf einem Nichtabstiegsplatz klettern. Der Innenverteidiger glänzte nicht nur im Verein, auch die französische Jugendauswahl steht im seit einigen Jahren offen. Im jungen Alter auf so einen verantwortungsvollen Posten zu spielen ist keine simple Leistung, und mit ihm in der Abwehr zeigt Toulouse tatsächlich eine gewisse Standfestigkeit, obwohl der Rest des Kaders nicht immer erste Klasse spielt. Ein Wechsel wird vermutlich schnell erwägt werden, wenn Diop weiterhin in seinem Team so heraussticht. Der schnelle Innenverteidiger ist sehr zweikampfstark und findet stets den richtigen Moment für den Zweikampf, um den Ball vom Gegner zu gewinnen. Mit seiner Geschwindigkeit schafft er es oft die gegnerischen Stürmer einzuholen und mit einer Grätsche eine Chance zu vereiteln. Mit seiner Größe von 1,94m ist er extrem Kopfballstark und damit ein Monster bei Eckbällen. Diop hat aber auch seine Schwächen: das wären zum einen die Konstanz und zum anderen die Passgenauigkeit. Der Franzose muss weiter an seinem Passspiel arbeiten. Wenn er das hinkriegt, könnte der 20-jährige zu einem unglaublichen Innenverteidiger werden.

 

Nico Elvedi // 20 // Borussia Mönchengladbach

Im zarten Alter von nur 17 Jahren debütierte der junge Schweizer Nico Elvedi für den FC Zürich. Mit seinen Leistungen spielte er sich schon bald in die Jugendnationalmannschaften der Nati und machte international auf sich aufmerksam. Der Innenverteidiger weckte das Interesse von Borussia Mönchengladbach und wechselte im Sommer 2015 im Alter von 19 Jahren für vier Millionen Euro zum deutschen Bundesligisten. Diese Saison startete er somit in seine zweite Bundesliga-Saison und zählte unter Schubert zum Stammpersonal. Unter Neo-Trainer Dieter Hecking ist sein Stand noch unbekannt, vor allem durch eine zugezogene Beckenverletzung, durch die er das Debüt des neuen Trainers verpasste. Der Innenverteidiger machte einen starken Eindruck und beeindruckt vor allem durch seine Abgebrühtheit und sein professionelles Auftreten. Er ist konsequent, verfügt über eine tolle Technik und hervorragende Übersicht. Mit seinen vertikalen Pässen war er ein wichtiger Bestandteil im Gladbacher Spielaufbau, wenn sie zugleich nicht immer an den Mann kommen und Elvedi dadurch sehr Fehleranfällig wirkt und die Gladbacher Verteidigung oft in Konter gerät. Doch der Schweizer verfügt über ein ausgezeichnetes Stellungsspiel und gewinnt dank seinem Körpereinsatz viele seiner Zweikämpfe, womit er seine Passgenauigkeit fast schon wieder wett macht. Nico Elvedi ist variabel einsetzbar, so spielte er schon als Innenverteidiger, Außenverteidiger, aber auch im rechten Mittelfeld. Sein neuer Trainer Dieter Hecking stellte bei seinem Debüt von einer Dreierkette auf eine Viererkette um, womit Elvedi seinen Platz in der Innenverteidigung verlieren könnte. Der mittlerweile 20-jährige Schweizer hat ein enormes Potential und könnte mit seinem effizienten und professionellem Auftreten schon bald zu einem fantastischen Verteidiger werden, doch dazu benötigt er Einsätze. Auf dem Feld trifft Elvedi bisher noch oft die falschen Entscheidungen und auch im Spielaufbau gibt es noch Verbesserungspotential. Bei einem ähnlichen Entwicklungsverlauf wie bisher könnte der Schweizer einer der besten Innenverteidiger der Bundesliga werden, denn die Gladbacher haben mit Elvedi einen ungeschliffen Diamanten in ihren Reihen.

 

Lucas Hernandez // 20 // Atletico Madrid

Es war nicht die ganz große Aufgabe, ein Pokalspiel gegen einen Drittligisten, doch Lucas Hernandez meisterte sie mit Bravour. „Für sein junges Alter hat er ein sehr gutes Spiel absolviert“, staunte auch Diego Simeone, seines Zeichens Trainer von Atlético Madrid, nach dem Profi-Debüt seines französischen Abwehr-Talents. Mit abgeklärtem und elegantem, zugleich aber auch körperbetontem Spiel wusste sich der damals 18-Jährige an diesem Dezemberabend in Hospitalet de Llobregat derart gut in Szene zu setzen, dass er nur einen Monat später auch in der folgenden Pokalrunde in der Startelf stand – nur, dass der Gegner beim 2:0-Heimsieg diesmal Real Madrid hieß. Schon die Anfänge der Profilaufbahn des inzwischen 20 Jahre alten Sohns von Ex-Atlético-Profi Jean-François Hernandez deuteten an, dass das Prunkstück der Rojiblancos, der Abwehrverbund, auf lange Sicht ein vielversprechendes Element hinzugewonnen hatte. Zumal Hernandez sowohl innen wie auch auf der linken Abwehrseite eine Option ist. 30 Pflichtspiele hat er seit seinem Debüt vor gut zwei Jahren inzwischen absolviert, noch fehlt es angesichts der großen Konkurrenz an Kontinuität, doch sobald der Linksfuß auf dem Platz steht, liefert er konstant gute Leistungen ab, ganz gleich ob gegen Barcelona in der Champions League oder, wie beim Debüt, unterklassige Gegner im Pokal. Die reifen Eindrücke des Abwehrtalents haben neben Bewunderern auch ernsthafte Interessenten auf den Plan gerufen: Pep Guardiola bot mit Manchester City bereits einmal für Hernandez und will dem Vernehmen nach im Sommer einen erneuten Anlauf wagen. Angesichts derartiger Meldungen blickt Lucas Hernandez berechtigterweise optimistisch in die Zukunft: „2016 war ein unglaubliches Jahr, aber hoffentlich wird 2017 noch etwas besser.“

 

Thilo Kehrer // 20 // Schalke 04

„Kehrer nach Mailand“, „Inter jagt Schalke-Talent“ – vor zwei Jahren rauschte der Name Thilo Kehrer ein erstes Mal durch den Blätterwald, weit bevor er sein Profidebüt für den FC Schalke gab. Inter Mailand zeigte Anfang 2015 Interesse am Innenverteidiger, der im Sommer zuvor die A-Jugend-Meisterschaft mit Königsblau gewonnen hatte und vor dem Sprung zu den Profis stand. Doch Schalke stellte sich zunächst quer und stemmte sich gegen einen Wechsel, selbst als Kehrer, zur neuen Saison in die erste Mannschaft aufgestiegen, zunächst das Training schwänzte, um mit erneutem Druck seinen Abgang nach Italien zu beschleunigen. Kehrer musste bleiben und gab sich geläutert: Der inzwischen 20-Jährige akzeptierte die Entscheidung, empfahl sich durch Einsätze bei der Schalker Reserve in der Regionalliga und ist seit dieser Saison ein fester Bestandteil des Profikaders. „Für mich war das keine einfache Situation, noch dazu so früh in meiner Karriere. Aber im Endeffekt habe ich aus der ganzen Geschichte gelernt“, sagt Kehrer heute über das damalige Wechseltheater. Und tatsächlich geht es für ihn bergauf, seit er im Januar 2016 einen Schlussstrich zog und bis 2019 auf Schalke verlängerte. In dieser Spielzeit kommt er auf sieben Einsätze über 90 Minuten, bei denen er mit beidfüßigem Aufbau und Zweikampfstärke überzeugte. Typisch auch die Bewegungen aus der Abwehr heraus, um Situationen mit Antizipation zu lösen. Und auch wenn dieser Kniff noch nicht immer aufgeht, so ist Kehrer nach schwerem Start zweifellos auf dem richtigen Weg.

 

Emanuel Mammana // 20 // Olympique Lyon

Ein Produkt des Nachwuchs von River Plate, schon früh als Leistungsträger in der argentinischen Jugendauswahl erkannt. Mit solch einem Leistungsschein erhält man sehr schnell Angebote aus ganz Europa. Natürlich waren auch spanische Klubs am Start, als es hieß ihm aus Argentinien zu locken, aber Lyon behielt das Schlusswort, für 7,5 Millionen Euro, eine recht stattliche Summe für einen so jungen Spieler, erst anderthalb Jahre nach seinem Start in der ersten Mannschaft von River. Mammana hat sich in der Innenverteidigung von Lyon noch nicht so ganz eingespielt, er war lange Zeit keine erste Wahl gewesen (teils auch wegen gesundheitlicher Probleme). Ältere Spieler wie N’Koulou und Morel wurden ihm vorgezogen, doch diese sind immer wieder in Verlegenheit geraten und sorgten so für den nötigen Spielraum für den Youngster. Noch ist also sein Platz in der Startelf nicht sicher, und auch in der argentinischen Nationalelf hat er den Durchbruch nicht geschafft. Mit ein bisschen mehr Spielzeit könnte er vielleicht in der zweiten Saisonhälfte an seine Leistung der letzten Jahre wieder anknüpfen (er war immerhin Mitglied der Meistermannschaft von River Plate in 2014); sein Team belegt jetzt wieder die vorderen Plätze und spielt deutlich besser als am Anfang der Saison, beste Voraussetzungen also um sein Talent zu zeigen.

 

Riccardo Marchizza // 18 // Roma

Aus der Jugend der Roma sind schon einige Verteidiger hervorgegangen, von denen sich der italienische Fußball viel versprochen hat. Simone Sini, Alessandro Crescenzi, Fabrizio Grillo und Co. gelang der große Durchbruch jedoch aus verschiedenen Gründen nicht. Warum sollte das bei Riccardo Marchizza nun anders sein? Voraussehen kann man so etwas natürlich nie, aber der 18-jährige Innenverteidiger, der auch auf der linken Seite aushelfen kann, bringt alles für eine Top-Karriere mit. Marchizza ist Stammspieler in der Roma-Primavera, die in ihrer Staffel aktuell nur von Inter Mailand übertrumpft wird, Kapitän der italienischen U19-Nationalelf und zeigte auch in der UEFA Youth League, welch großes Talent er inne hat. Debütieren durfte er bei den Profis bereits in der Europa League. Im vergangenen Sommer gab es Angebote von Crotone und aus Genua, auch Atalanta und Chievo sollen ihre Fühler schon nach dem Defensiv-Akteur ausgestreckt haben, der sich unter Trainer Alberto De Rossi in der U19 prächtig entwickelt hat. Die Roma legte ein striktes Wechsel-Veto ein, denn wie Totti, De Rossi oder Florenzi ist er ein echter Römer und soll in seiner Heimatstadt auch in der Fußball-Welt wachsen. Was Marchizza so stark macht und ihn in der Entwicklung von seinen Mitspielern abhebt, ist seine Qualität, das Spiel zu lesen und so sowohl in der Defensive als auch in der Offensive immer einen Schritt weiter als der Gegner zu sein. Taktisches Verständnis, Stellungsspiel und starke Zweikampfführung – oder das Verhindern eines solchen durch geschicktes Abwehrverhalten – sind die direkten Folgen dieser Qualität. Marchizzas Vorbild ist Andrea Barzagli und das kommt nicht von ungefähr. Vielleicht auch deshalb, weil er ebenso wie der Juventus-Profi nicht der allerschnellste ist, vor allem in Sachen Antritt. Aber auch das kann mit gutem Stellungsspiel wettgemacht werden. Fabio Cannavaro wird wissen, was damit gemeint ist.

 


Jorge Meré // 19 // Sporting Gijón

Als das Publikum in Gijón im ersten Heimspiel des neuen Jahres mit lautstarken Rufen die Entlassung von Trainer Abelardo Fernández forderte und dieser anschließend zurücktrat, muss es einem Jungen ganz besonders geschmerzt haben: Innenverteidiger Jorge Meré, mit 19 Jahren bereits Abwehrchef und Zukunftshoffnung der Asturier. Unter Abelardo war er bereits vor drei Jahren zum Stammspieler der zweiten Mannschaft aufgestiegen und als dieser in der folgenden Spielzeit zum Chefcoach der Profis ernannt wurde, nahm er den inzwischen 17-Jährigen einfach mit. Im ersten Jahr kam Meré zunächst sporadisch zu Einsätzen, doch spätestens seit dem Debüt eine Woche vor dem 18. Geburtstag startete er durch, vergoldete seine Debüt-Saison in der ersten Mannschaft mit dem Aufstieg in die Primera División und dem Titel bei der U19-Europameisterschaft im Sommer. Im ersten Jahr im Oberhaus steigt er sogleich zum Stammspieler auf, absolviert 25 Ligaspiele und hat sich nach den Abgängen der vorigen Stammkräfte inzwischen alt Abwehrchef etabliert. Vom „seltsamen Fall des Meré Button“ schrieb eine Lokalzeitung im Dezember, als sie ihre Wahl für Sportings Spieler des Jahres 2016 begründete und von der „Erfahrenheit eines Erwachsenen in der Haut eines Jungen“ schwärmte. Da Meré auch in den sonstigen relevanten Facetten wie Stellungsspiel, Zweikampfstärke und angenehmer Ruhe im Aufbau überzeugte, berief ihn Spaniens damaliger Nationaltrainer Vicente del Bosque 2016 gemeinsam mit einigen weiteren Perspektivspielern zu einem Lehrgang der Selección im Vorfeld der EM. Das Debüt für die A-Auswahl blieb damals aus, scheint bei einer weiteren konstanten Entwicklung aber nur noch eine Frage der Zeit.

 

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