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Als Che Adams den Liverpool FC abschoss

Es ist Mitte April und die Blackburn Rovers gastieren nach ihrem Aufstieg in die Premier League in Anfield. Blackburn war bis dahin das Überraschungsteam der Saison und steht als Aufsteiger im oberen Mittelfeld.

Dass die Rovers wenige Spieltage vor Schluss noch auf Tuchfühlung mit einem Europa-League-Platz sind, liegt in erster Linie an ihrem Top-Torjäger in dieser Saison: Che Zach Everton Fred Adams, oder einfach nur „Che Adams“.

Vor der Saison wechselte er ablösefrei in die Grafschaft im Nordwesten Englands. Da stand bereits fest, dass die Mannschaft in die Premier League aufsteigen und einen neuen PL-tauglichen Stürmer brauchen wird.

Che Adams Vertrag bei Southampton lief aus – Grund genug für das Management der Blackburn Rovers den Engländer zu verpflichten.

Direkt nach seiner Ankunft überzeugte der bullige Mittelstürmer beim Aufsteiger und verbuchte bereits nach vier Spieltagen vier Treffer, die die Rovers von der Tabellenspitze grüßen ließen.


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Als Teil einer Doppelspitze mit Liverpool-Talent Paul Glatzel avancierte er rasch zu einem der erfolgreichsten Stürmer Englands. Ein Hauch von Alan Shearer und Chris Sutton, dem legendären Sturmduo der 90er, wehte durch den Ewood Park.

Bis zu jenem Spiel gegen Liverpool hatte Che Adams 19 Tore auf dem Konto und teilte sich den Platz des besten Torschützen mit Manchester Citys Richarlison.

In Anfield lag der Meister von 1995 nach 25 Minuten mit 0:2 hinten – zweimal Koke aus der Distanz. Kurz vor der Pause verkürzte Che Adams auf 1:2 aus Blackburn-Sicht. Flanke, Kopfball, Tor. Abdrehen und den Ball aus dem Netz holen.


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Die Revolte war im vollen Gange. Der Ché und seine Gefolgsleute lehnten sich gegen Liverpool auf.

Die Adams-Festspiele sollten in der zweiten Halbzeit dank eines Doppelpacks des Topstürmers ihren Höhepunkt erreichen. Blackburn besiegte Liverpool und war auf Europa-League-Kurs.

 

Über die Konsole zum Verein

Che Adams wurde am Ende der Saison hinter besagtem Richarlison zweitbester Torschütze der Liga und Blackburn sicherte sich am letzten Spieltag die Qualifikation für die Europa League.

Okay, wer bis hier gelesen hat, wird gemerkt haben, dass das Geschriebene wenig mit der (eigentlichen) Realität zu tun hat. Die Blackburn Rovers sind soweit von der Europa League oder einem Sieg gegen Liverpool entfernt wie Riccardo Basile davon ein Journalist zu sein.

In Wahrheit ging es um die Premier League Saison 2024/25 in meinem FIFA-20-Karrieremodus. Bähm.


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In der fußballfreien Zeit verlor ich mich in den vergangenen Wochen des Öfteren zwischen Home Office und Selbstisolation im Fußballsimulator. Wir alle kennen den Karrieremodus von FIFA oder Footballmanager. Es lädt zum träumen ein und lässt die manchmal schlechten Leistungen des eigenen Vereins im realen Leben vergessen.

Insbesondere dann, wenn man den Lieblingsverein aus der zweiten oder gar dritten Liga in die Champions League führt und den Kader mit Cracks wie Jadon Sancho oder Sandro Tonali füllt.

Nun ist es aber so, dass ich mal so gar keine Berührungspunkte mit den Blackburn Rovers hatte. Klar, ich wusste um das legendäre Sturmduo SAS (Shearer and Sutton) und den Titelgewinn von 1995.

Komischerweise wusste ich auch, dass der Namibier Ryan Nyambe bei den Rovers spielt. Als ich Anfang 2017 Namibia bereiste, gab es zwei Einheimische, die sein Trikot trugen. Das war es dann aber auch schon.


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Immerhin war mir Che Adams, jener Mann, der mich bei FIFA 20 in die Europa League schoss, deutlich geläufiger. Schon bei Sheffield United fiel er mir 2015 auf, als er in der League One ordentlich traf.

In der Spielzeit 2018/19 war er der Grund, wieso Birmingham nicht absteigen musste. 22 Tore erzielte er für das Championship-Team und wechselte im Sommer 2019 zu Southampton.

Che Adams war mir also im Gegensatz zu den Blackburn Rovers deutlich vertrauter.

Was ich aber in den vergangenen Jahren bei etlichen Stunden vor der Konsole festgestellt habe: Man kann durch FIFA & Co. Fan eines Vereins oder eines Spielers werden, den man vorher kaum kannte.

 

47 Tore in einer Saison

Egal, ob es nun der FC Morecambe mit dem Shrimp im Logo und einem 36-jährigen Kevin Ellison, der noch bis er 41 war die linke Bahn entlang schnurpste war, oder der CF Fuenlabrada der Mbappé unter Vertrag nahm.

Durch eine Verkettung von Zufällen lernte ich viele Vereine mit den Jahren kennen. Die Stars von Morgen, die in den Videospielen teils absurde Potenziale haben und im echten Leben kurze Zeit später in der Bedeutungslosigkeit versanken, kennt glaube ich jeder zur Genüge.

Von einem José Baxter der in FIFA 10 knapp 90 Punkte erreichte über einen Alen Halilović, dessen Karriere ebenfalls nicht so verlaufen ist, wie von EA vorhergesagt, gab es immer wieder solche Diskrepanzen an der Konsole.

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Ein Beitrag geteilt von Nicklas Bärkroth (@nicklasbarkroth8) am

Mein all-time favorite war hierbei der Schwede Nicklas Bärkroth, dessen Karriere ich durch FIFA 13 über die Jahre immer wieder verfolgte. Den mir damals unbekannten Bärkroth holte ich damals zum mir wohl bekannten HSV. Entscheidet selbst, was genau daran verwunderlich ist.

Bärkroth war damals ein verheißungsvolles Talent vom IFK Göteborg. Seine Hauptposition war zwar der rechte Flügel, ich ließ ihn aber im Sturmzentrum spielen. Ich alter Rebell.

Bärkroth ließ sich wie Messi spielen: klein, wenig, dribbelstark und ein überragender Abschluss. In seiner ersten Saison traf er prompt zweistellig. Im zweiten Jahr schoss er den HSV mit 47 Toren zum Triple. Ein Moment für die Ewigkeit. Soweit ich mich erinnere, habe ich ihn im folgenden Sommer an Chelsea verkauft.

In der Realität verlief die Karriere des Nicklas Bärkroth keineswegs so ruhmreich. Mittlerweile ist er 28 Jahre alt und kehrte nach einem kurzen Intermezzo bei Lech Posen nach Schweden zurück. Bei Djurgarden hat er Mühe regelmäßig Spielzeit zu bekommen.

Seine Karriere verfolge ich trotzdem hin und wieder auf Transfermarkt.de & Co., in der Hoffnung, dass der HSV doch noch anklopft. Man kann nie wissen.

 

Warum ich ab sofort Blackburn die Daumen drücke

Aber zurück nach Blackburn. Dank Che Adams und meinem Triumphzug durch die Premier League beschäftigte ich mich intensiver mit den Rovers. Angefangen von der Meistersaison 1994/95 und SAS, die auf dem Weg zum Titel 49 Treffer erzielten.

Wie es der Zufall so will, hat Blackburn damals den Titel gegen Liverpool klargemacht. Allerdings verloren Shearer & Co. Damals mit 1:2 in Anfield und konnten es der Schützenhilfe West Hams verdanken, dass Manchester United das Meisterschaftsrennen nicht noch einmal spannend machte.

Aber gut, nicht jeder kann einen Rückstand beim Liverpool FC drehen.

Ebenso beschäftigte ich mich mit der jüngeren Geschichte der Rovers und ihren letzten Abstieg aus der Premier League 2012. Diese Dokumentation kann ich tatsächlich jedem empfehlen, der sich für Missplanung und Übernahmen in Fußballvereinen interessiert.

Von Sam Gallagher über Jacob Davenport bis hin zu Lewis Holtby: Das vor allem im Angriff recht junge Team hat es mir einfach angetan.

Obwohl Blackburn nicht wie unter meiner Führung in FIFA 20 um die vorderen Premier-League-Plätze mitspielt, haben sie in dieser Saison noch die Chance die Play-Offs in der Championship zu erreichen.

Dafür müssten sie aber in jedem Fall Swansea City hinter sich lassen, meinem eigentlichen Lieblingsverein von der Insel. So sympathisch ich Blackburn durch FIFA 20 und Che Adams mittlerweile finde, das könnte ich nicht mit meinem Gewissen vereinbaren.


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Sascha
Hat genauso eine Daseinsberechtigung wie Torrichter während der Champions League Spiele. Passionierter Schachtelsatzschreiber. Gilt intern nicht umsonst als L’Akquisiteur – wenn nicht da, dann zumindest bei sich selbst. Man soll sich immerhin treu bleiben wie Javier Pinola den Überresten seiner Haare. Glaubt noch immer, dass in Enes Ünal ein Weltklassestürmer schlummert, den aber nicht einmal Houdini hervorzaubern könnte. Einziges Vorbild von Max Dettmer.

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