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Sechs Gründe, warum Cricket der beste Sport für den Pandemie-Winter ist

Cricket ist eine der ältesten und beliebtesten Sportarten weltweit, nicht jedoch im deutschsprachigen Raum, wo der Sport weitgehend unbekannt ist. Das ist schade, denn Cricket ist eines der anspruchsvollsten und komplexesten Spiele überhaupt.

Das macht den Einstieg nicht unbedingt einfach, doch der Pandemiewinter ist die perfekte Gelegenheit, um in die wunderbare Welt des Crickets einzutauchen. Hier also sechs mehr oder weniger ernst gemeinte Gründe, warum Cricket und insbesondere dessen Königsdisziplin, das Testmatch, der Sport der Saison ist.

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Virtuelles Vitamin D

Cricket ist ein Schönwettersport und wird überwiegend in den Commonwealth-Ländern gespielt. Da viele dieser Länder auf der Südhalbkugel liegen ist dort gerade Sommer, wie z.B. in Südafrika und Australien oder es herrscht ohnehin tropisches Klima wie in Sri Lanka oder Indien. Cricket bringt also den Sommer ins Wohnzimmer und liefert virtuelles Vitamin D frei Haus.

 

Brexit Banter

Apropos Commonwealth: Seit Anfang des Jahres ist das Vereinigte Königreich nicht mehr Mitglied der EU. Und da auf beiden Seiten des Ärmelkanals wirklich niemand mehr Lust hat, über dieses leidige Thema zu sprechen ist Cricket der ideale Konversationskitt.

Denn entweder man liebt es oder man hasst es, dazwischen gibt es wenig und daher hat jeder Engländer eine Meinung dazu, die er bestimmt sehr gerne darlegt – zumindest lieber als seinen Standpunkt zur Europäischen Union.

 

Steile Lernkurve

In wohl kaum einem anderen Sport gibt es derart viele Fachbegriffe wie im Cricket. Als Beispiel: Um die verschiedenen Positionen der Feldspieler um den Schlagmann herum zu beschreiben, haben sich Ausdrücke wie Long-On, Short-Leg, Midwicket, Slip, Gully und viele mehr eingebürgert. Für die Ausführung des Schlages gibt es beinahe ebenso viele Begriffe.

Das ist praktisch, um auch einem Radiopublikum zu vermitteln, wo sich der Ball gerade befindet und wie er dorthin kam, für Anfänger ist es jedoch hauptsächlich verwirrend. Gut, dass wir gerade in unseren Wohnungen eingesperrt sind und Zeit haben uns mit solchen Themen zu beschäftigen.


 

Warum sich mit profanen Dingen wie Sauerteig oder Stricken abgeben, die einen praktischen Nutzen haben, wenn man auch die Regeln und das Vokabular einer absurden Nischensportart lernen kann?

 

Homeoffice Hilfe

Dieser Nischensport ist übrigens wie fürs Homeoffice im Lockdown gemacht. Es passiert die meiste Zeit über Nichts oder zumindest nicht viel, sodass es sich optimal als Hintergrundrauschen für einen produktiven Digitaljob in den eigenen vier Wänden eignet. Es ist wie Radio, nur ohne schlechte Musik.

Meistens werden ein paar Bälle hin und her geworfen, die Mannschaft am Schlag verteidigt und erzielt ab und an einen Lauf. Gelegentlich werden auch mal mehrere Läufe absolviert und diverse Meilensteine erreicht, oder es fällt sogar ein Wicket, was für kurze Ablenkung bei der Arbeit sorgt, um sich die Zeitlupenwiederholung anzusehen.


Da sich ein Testmatch über mehrere Tage, eine Serie sogar über Wochen hinzieht, geht die Unterhaltung so schnell nicht aus. Ein in Testserien gemessener Lockdown erscheint weniger bedrohlich, sondern irgendwie akzeptabel.

 

Schulung des Durchhaltevermögens

Und wo wir gerade beim Lockdown sind: Cricket kann in dieser schweren Zeit eine Vorbildfunktion einnehmen. Es ist ein Sport, der extrem hohe Anforderungen an alle Beteiligten stellt.

Ein Schlagmann muss konstant konzentriert sein und sich über Stunden einem Bällehagel aussetzen, der weit über 100 km/h erreichen kann. Eine kleine Unachtsamkeit kann das Team in kaum wiedergutmachbare Kalamitäten bringen.


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Die Werfer müssen bei hohen Temperaturen immer und immer wieder anrennen und die Feldspieler stehen die meiste Zeit nur herum und bekommen mit Glück eine Chance, den Schlagmann zu fangen.

Nachlässig werden ist nicht erlaubt, Durchhaltevermögen ist essenziell, um die Herausforderung zu bestehen und sich selbst und das Team nicht in Schwierigkeiten zu bringen.

 

Dem Tag Struktur geben

Doch Durchhalten ist in diesem Winter schwerer als sonst. Die Wahrscheinlichkeit einer baldigen Rückkehr zum Normalzustand ist aktuell eher gering. Das kann schon mal aufs Gemüt schlagen und es ist daher nicht verwunderlich, dass manche von uns Resignieren.

Cricket kann dabei helfen den (trotz oder gerade wegen Homeoffice) end- und sinnlos erscheinenden Tag sinnvoll zu strukturieren. Ein Testmatch im Cricket beinhaltet Trinkpausen, Mittagessen, sowie – klassisch Englisch – eine Tee-Pause.

Das kann den Zuschauern helfen den Tagesrhythmus nicht komplett zu verlieren, sondern sie werden sanft an die Nahrungsaufnahme erinnert. Auch wenn es aufgrund der Zeitverschiebung zu einigen Inkompatibilitäten mit den lokalen Ladenöffnungszeiten kommen kann.

Auch wenn die obige Liste nicht vollständig ist, bleibt also festzuhalten, dass es keinen besseren Zeitpunkt als jetzt gibt, um endlich zum Cricketfan zu werden. Eine Warnung muss jedoch sein: Das Cricketfieber ist ansteckender als – ach lassen wir das.

(Titelbild: @ Getty Images)

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