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Ein Plädoyer für den Afrika Cup

Alle zwei Jahre zum Jahreswechsel stöhnen europäische Vereine um die Wette. Schon wieder findet der Afrika Cup of Nations statt und schon wieder müssen sie ihre afrikanischen Stars mitten in der Saison für mehrere Wochen abstellen.

Respektlose Klubs aus Europa

In diesem Jahr hat es zum ersten Mal auch meinen Lieblingsverein getroffen: Union Berlin muss auf Toptorschütze Taiwo Awoniyi verzichten, weil er in Kamerun für Nigeria stürmen darf.

Das konnten auch die Lamenti der Vereinigung der europäischen Spitzenklubs (ECA) nicht verhindern, die kurz vor Weihnachten einen Brief an die FIFA geschrieben hatten und drohten, ihren afrikanischen Stars wegen der Pandemie die Reise zu ihren Nationalmannschaften zu verbieten. Wie respektlos!

Zum Glück scheiterte ihr Vorhaben. Warum zum Glück? Da fallen mir viele Gründe ein. Manche sind betreffen nur mich selbst, zum Beispiel finden die Spiele anders als bei der Copa America nicht mitten in der Nacht statt. Und dann wäre da noch meine Vorliebe für Fußballarenen ohne Dach.

Afrikanische Stars sonst nur in Europa zu bejubeln

Aber es gibt auch ganz objektive Antworten auf diese Frage. Eine davon liefert der Karriereweg meines Lieblings Taiwo Awoniyi: Der heute 24-Jährige spielt schon lange in Europa.

Wenige Tage nach seinem 16. Geburtstag verließ er seine Heimat gen England, um sich beim Liverpool FC den Traum von einer großen Fußballkarriere zu erfüllen. Erst sechs Jahre und insgesamt sieben Leihgeschäfte später, fand er im Sommer 2021 bei Union endlich eine feste sportliche Heimat.

Ein Pflichtspiel für Liverpool betritt er nie. Wie Awoniyi geht es unzähligen jungen afrikanischen Spielern, die den Durchbruch im europäischen Fußball suchen. Selbst die, die es nicht schaffen sich in einer der großen Ligen zu etablieren verbringen oft ihre ganze Karriere auf fernab ihrer Heimat.

Es ist also nur recht und billig, dass die afrikanischen Fans ihre großen Stars alle zwei Jahre für drei Wochen im Januar ganz für sich haben.

Afrika Cup 2022: Der Spaß ist vorprogrammiert

Zumal der Spaß auch für europäische Fans vorprogrammiert ist. Wer von wunderbaren Dribblings, unkonventionellen Ausflügen von Torhütern und der unbändigen Freude ein Tor für sein Heimatland zu schießen, nicht genug bekommen kann, kommt beim AFCON voll auf seine Kosten.

Auch für Spannung ist gesorgt. Anders als die Champions League, die die immer gleichen Mannschaften unter sich ausmachen, steht das Turnier für Überraschungen. Weltstars wie Sadio Mane und Mo Salah können auf Spieler aus der vierten französischen Liga treffen, die ihnen trotzdem ein ausgeglichenes Spiel bieten.


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Das sportliche Niveau des Turniers ist hoch – von einem Außenverteidigerpaar aus Rami Bensebaini und Yousef Atal bei Algerien träumt Hansi Flick für die deutsche Nationalmannschaft.

Während ich diesen Text schreibe, läuft im Hintergrund Nigerias erstes Spiel gegen Ägypten. Immer wenn Taiwo Awoniyi an den Ball kommt, richte ich mich etwas auf, fiebere mit.

Bisher hat er leider noch kein Tor geschossen. Aber beim Jubel nach dem 1:0 seines Mannschaftskameraden Kelechi Iheanacho hat sein Strahlen verraten, wie groß seine Freude über die Turnierteilnahme ist. Lasst euch davon auch anstecken!

Titelbild: © Getty Images

Till
Till
Meine Helden sind Damir Kreilach und Andrea Pirlo: Das passt genauso wenig zusammen wie meine Liebe zum 1. FC Union und zu lässigem Fußball. Woanders mache ich Social Media und bin Reporter in Berlins Fußballgeschehen von Kunstrasenplätzen bis zum Olympiastadion. Hier schreibe und podcaste ich über den lässigen Teil.

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