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Ligue 1 Saisonvorschau 2020/21

(Grafiken: Erstellt von Cavanis Friseur / © Footyrenders)

Die Ligue 1 war nach Ausbruch der Corona-Pandemie eine der wenigen Ligen, die ihren Spielbetrieb der Saison 2019/20 gänzlich abbrach. Sie war auch die erste Top-5-Liga, welche die Spielzeit 2020/21 eröffnete.

Doch hinter dem Saisonstart der Ligue 1 stehen nach mittlerweile drei absolvierten Spieltagen viele Fragezeichen, weshalb wir uns dazu entschieden haben, keine klassische Vorschau zu veröffentlichen.

Stattdessen wollen wir an dieser Stelle auf die Entwicklungen der ersten Spieltage eingehen.

 

Der Saisonstart in der Ligue 1 2020/21: Viele Fragezeichen hinter dem Hygienekonzept

Das eigentlich geplante Eröffnungsspiel zwischen den beiden Traditionsvereinen Olympique Marseille und AS Saint-Étienne wurde wenige Tage vor Saisonstart abgebrochen.

Der Grund dafür war einmal mehr das Corona-Virus. OM meldete der Liga vier bestätigte Corona-Fälle, was laut Ligaverband LFP einer zu viel ist. Eine Mannschaft dürfe demnach für sieben Tage kein Gruppentraining mehr veranstalten und entsprechend auch keine Spiele austragen.

So hätte die Partie zwischen Nizza und Lens am ersten Spieltag aufgrund der Corona-Fälle im Team ebenfalls annulliert werden müssen. Das Spiel wurde dennoch angepfiffen und OGC fuhr seinen ersten Dreier der Ligue 1 Saison 2020/21 ein.


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Genauso war RC Straßburg aufgrund diverser COVID-19-Fälle in der Vorbereitung stark eingeschränkt und konnte lediglich ein einzige Vorbereitungsspiel bestreiten.

Abbrüche auf der einen Seite und stattfindende Spiele auf der anderen Seite. Noch ist nicht ganz klar, wie das Hygienekonzept der Liga greifen wird.

Ebenso umstritten ist die Teilnahme der Zuschauer in den Stadien. Trotz steigender Corona-Fälle in Frankreich werden bis zu 5000 Menschen in den Stadien geduldet. Damit ist die Ligue 1 die bislang erste große Liga, die die Fans wieder in die Stadien lässt.

 

Die Tabelle der Ligue 1 sollte 2020/21 mit Vorsicht zu genießen sein

Wie die ersten Wochen bereits andeuteten, könnte sich der Spielplan in Frankreichs höchster Spielklasse zu einem Fiasko entwickeln.

Auf der einen Seite PSG und Olympique Lyon, die aufgrund der Champions League verspätet dazu stießen. Auf der anderen Seite eben jene Verzögerungen, welche durch die Corona-Sperren entstehen. Diese werden den Kalender in der Ligue 1 maßgeblich bestimmen.

Immerhin wird der Coupe de la Ligue nicht mehr stattfinden, was den Spielplan ein wenig entspannt.

Durch die Corona-Maßnahmen der LFP wird es verbunden mit Verletzungen und Sperren werden viele Vereine kreativ handeln müssen. Lücken im Kader müssen wohlmöglich mit Jugendspielern geflickt werden und vermeintlich abgeschriebene Spieler könnten ihren zweiten Frühling erleben.


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Überraschungen sind also in der Saison 2020/21 vorprogrammiert. Kleinere Vereine wie Stade Reims könnten in der Tabelle plötzlich auf den vorderen Rängen stehen.

Genauso kann sich das Blatt aber schnell wenden: In der Abschlusstabelle der vorangegangenen Spielzeit lagen zwischen Rang 5 und 13 nur fünf Punkte.

Insofern könnte die ohnehin schon nur bedingt aussagekräftige Tabelle der Ligue 1 noch weniger den wahren Wert der Mannschaften wiedergeben.

 

Ligue 1 Saisonvorschau 2020/21: Wer kann PSG gefährlich werden, wer wird überraschen, wer enttäuscht?

Im Zuge der Übernahme der Namesrechte durch Uber Eats erstrahlt die Ligue 1 nun im neuen Glanz. Man wirbt international mit dem Slogan “League of the talents”.

In Frankreich wollen sie den Ruf der 1b-Liga abschütteln und keine “Farmer League” mehr sein. Von der LFP gab es vor der Saison eine Finanzspritze für die Vereine und viele kleinere Clubs wie Aufsteiger RC Lens investieren ordentlich in ihre Kader.

So könnte es die eine oder andere Überraschung im positiven wie negativen Sinne in der Ligue 1 Saison 2020/21 geben. Welche Mannschaften und Spieler dabei besonders im Fokus stehen könnten, werden wir im Folgenden näher beleuchten.

 

Saisonvorschau: Ligue 1 2020/21

Der MeisterParis St. Germain
Der größte HerausfordererOlympique Lyon
Die größte ÜberraschungGirondins Bordeaux
Die größte EnttäuschungFC Nantes
Der Player to WatchJosh Maja
Der beste TransferBirger Meling




Ligue 1 Titelverteidiger

Ligue 1 Saisonvorschau 2020/21: Der Titelverteidiger

von Amadeus Marzai

Nachdem Paris Saint-Germain das Champions-League-Finale Ende August gegen die Bayern in Lissabon nur knapp verloren hatte, flossen bei Superstar Neymar zwar bittere Tränen der Enttäuschung, doch können sich die Hauptstädter mit ihrem Abschneiden im CL-Turnier zufriedengeben.

Nach mehreren z.T. hochnotpeinlichen Abschieden aus der Königsklasse (zuletzt drei Mal in Folge im Achtelfinale), präsentierte man sich in diesem Jahr als wesentlich reiferes Team (insbesondere in der Defensive) und gab eine insgesamt überzeugende Visitenkarte ab.

Langsam aber sicher scheinen die neureichen Pariser in der europäischen Elite anzukommen.

Auf diesen Moment weltweiter Aufmerksamkeit, für kaum einen Club zählt diese mehr, folgte jedoch ein unsanftes Erwachen.

Denn viele Spieler verbrachten ihren Urlaub nach dem Finalturnier zusammen auf Ibiza und machten ihrem Ruf als skandalumwitterter Partytruppe damit alle Ehre.

Allerdings nicht ohne Folgen: So kehrte mehr als ein halbes Dutzend Spieler mit dem neuartigen Coronavirus im Gepäck zurück. Darunter Neymar, Di María, Icardi und Marquinhos.

Der Saisonstart könnte durch diese Personalnot so schwierig werden wie lange nicht mehr. Denn bereits am Donnerstag, dem 10.09, sollen die Hauptstädter ihre Saison in Lens eröffnen.

Drei Tage später steht schon Le Classique gegen die Vizemeister und Erzrivalen aus Marseille an. Die aktuelle Länderspielpause kommt da alles andere als gelegen.

Im Vorfeld hatte Übungsleiter Thomas Tuchel, dessen 4-4-2/4-3-3-System dem Team eine enorme taktische Flexibilität ermöglicht, bereits Verstärkungen gefordert: „Wenn wir weiter auf diesem Level mithalten wollen, müssen wir das Transferfenster jetzt nutzen und das Team breiter aufstellen.“

Zwar wurden zwischenzeitlich illustre Namen wie Cristiano Ronaldo gehandelt, doch getan hat sich seitdem nichts.


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Im Gegenzug musste man den ablösefreien Abgang von Kapitän Thiago Silva hinnehmen. Dessen Wechsel zu Chelsea soll ein Streitpunkt zwischen Tuchel und dem einflussreichen Sportdirektor Leonardo gewesen sein.

Während Ersterer den brasilianischen Verteidiger unbedingt halten wollte, drängte Letztgenannter auf dessen Abschied. Darüber hinaus will Leonardo das Mittelfeld verbessern, während Tuchel sich mit den aktuellen Akteuren gut genug gerüstet sieht.

Beim Blick auf den Kader fällt jedoch auf, dass es durchaus ein Gefälle zwischen den einzelnen Positionen gibt.

So klafft nach dem Abgang von Thomas Meunier ein Loch auf der Rechtsverteidigerposition, welches der gelernte deutsche Innenverteidiger Thilo Kehrer nur bedingt zu füllen weiß. Im Finale gegen die Bayern war er der Schwachpunkt seines Teams, der von den Bayern wiederholt attackiert wurde.

Im defensiven/zentralen Mittelfeld ist die Personaldecke mit Verratti, Paredes, Herrera, Gueye und Marquinhos (pendelt zwischen IV und DM) zwar wesentlich dicker, den genannten Spielern fehlt jedoch Konstanz und schlichtergreifend Weltklasse-Format.


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Die Offensive um Mbappé, Neymar & Di María ist zwar Prachtstück des Teams, allerdings tummeln sich dort mit Icardi, Sarabia und Draxler auch einige hochdotierte Profis, die nur bedingt das Vertrauen ihres Trainers genießen.

Während das Verhältnis Zwischen Icardi und Tuchel seit Längerem als angespannt gilt, zeichnet sich ein Abgang von Weltmeister Draxler ab (Vertrag läuft im Sommer 2021 aus).

Die Legende des EMCM (Eric Maxim Choupo-Moting) könnte derweil weitergehen. So wird dieser Tage eine Vertragsverlängerung mit dem Tuchel-Liebling verhandelt.

In dieser von Ungewissheit geprägten Zeit scheint also eines sicher zu sein: Spannung wird im Prinzenpark auch in der nächsten Saison garantiert sein!




Ligue 1 Olympique Lyon

Der Herausforderer auf den Titel in der Ligue 1 2020/21

von Sascha Felter

Das Abschneiden der französischen Teams im Finalturnier der Champions League vor wenigen Wochen sorgte vieler Orts für Staunen. Dabei überraschte die Leistung des Finalteilnehmers aus Paris weniger als jene der Lyonnais.

OL setzte sich überraschend gegen die Schwergewichte Juventus und Manchester City durch und zeigte auch gegen die Bayern eine ansprechende Leistung. Bei solch starker Leistungen verwunderte es, dass sich Les Gones seit fast 20 Jahren nicht mehr für das internationale Geschäft qualifiziert haben.

Doch vielleicht macht man aus dieser Not eine Tugend.

Trainer Rudi Garcia hat es im Laufe der letzten Wochen und Monate geschafft, die Mannschaft wieder zu einen und als verschworenen Haufen auftreten zu lassen. Die Spielidee passt wie die Faust aufs Auge zum Spielermaterial und Akteure wie Memphis Depay oder Houssem Aouar kratzen an der Weltklasse.

Aufgrund der fehlenden Doppelbelastung durch den europäischen Wettbewerb kann sich Olympique Lyon vollends auf die Ligue 1 konzentrieren.

Damit einhergehend ist der zweite Platz fast Pflicht. Ziel muss es sein, der erste Herausforderer PSGs zu sein. Die Chancen auf einen Meistertitel sind für Lyon natürlich immer noch gering, sind in der Saison 2020/21 aber so hoch wie nie zuvor.

 


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Sollte der Verein um Präsident Jean-Michel Aulas es schaffen die Fragezeichen hinter dem Verbleib von Starspielern wie Moussa Dembélé, Memphis Depay oder Houssem Aouar in ein Ausrufezeichen zu verwandeln, steht ihnen eine sehr gute Saison bevor.

Talente wie Rayan Cherki oder Maxence Caqueret werden in dieser Saison eine noch größere Rolle einnehmen.

Wichtig wird sein, dass Olympique Lyon seine fulminante Offensive wird ausbalancieren können. Seitdem Rudi Garcia das Zepter in der Hand hat, erzielte man mehr als zwei Treffer pro Partie. Das Tempo von Depay, Toko Ekambi & Co. können nicht viele Teams der Ligue 1 mitgehen.

Schafft man es die Defensive zu stabilisieren, könnte OL in diesem Jahr wieder um den Titel mitspielen.


 


Ligue 1 Überraschung

Ligue 1 Season Preview: Die Überraschung der Saison 2020/21

von Alex Rudies

Zwischen 2005 und 2018 belegte Bordeaux Girondins Bordeaux nur einmal einen schlechteren Tabellenplatz als 7. Seit 2018 beschäftigte man jedoch fünf verschiedene Trainer und beendete die beiden letzten Spielzeiten in der unteren Tabellenhälfte.

Besserung ist jedoch in Sicht. Das liegt vor allem an einem Mann: Jean-Louis Gasset. Der 66-Jährige arbeitete lange als Co-Trainer unter Laurent Blanc.

Er ist Verfechter des Positionsspiels und lässt seine Mannschaft ruhig Chancen erarbeiten. Im Winter 2017 übernahm er das Traineramt in Saint-Etienne, die er in seiner ersten Halbserie fast nach Europa führte und im ersten ganzen Jahr auf Platz 4 brachte.

Nach einer einjährigen Auszeit ist er nun zurück und darf in dieser Saison mit einem spannenden Kader arbeiten, der in den letzten Jahren unter seinen Erwartungen blieb. Die Mannschaft wurde zusammengestellt aus erfahren Routiniers und vielversprechenden Talenten.


Im Tor steht Benoit Costil, davor bilden Laurent Koscielny und Paul Baysse das Innenverteidiger-Duo.

Herzstück des Teams ist der brasilianische Sechser Otavio, der in Gassets 4-2-3-1 oder 4-3-3 das Spiel ruhig organisiert und für viele Ballgewinne zuständig ist, während neben ihm Toma Basic mehr Freiheiten genießt und als hoher Achter kreative Akzente setzt und selber für Torgefahr sorgen kann.

Davor streiten sich die jungen Josh Maja, Remi Oudin, Mehdi Zerkane, Yacine Adli und Samuel Kalu um die Stammplätze, die ihnen ältere, unterschätzte Spieler wie vor allem Ui-jo Hwang und Nicolas de Preville jedoch streitig machen wollen.

Der Mix aus unterschiedlichen Spielertypen sowie der Fähigkeit Gassets das Maximum aus einer talentierten Mannschaft rauszuholen, macht Bordeaux zu einem Geheimtipp für die oberen Plätze in dieser Saison sowie bei passender Entwicklung auch in den nachfolgenden Jahren.


 


FC Nantes Analyse

Ligue 1 Saisonvorschau 2020/21: Die Enttäuschung der Saison

von David Frogier de Ponlevoy (Drei90)

Eigentlich läuft alles recht gut für den ruhmreichen FC Nantes (acht Meistertitel, der jüngste allerdings 2001): Zum ersten Mal seit vier Jahren darf mit Christian Gourcuff ein Trainer eine zweite Saison in Folge in Angriff nehmen, was den Automatismen des Kurzpassspiels gut tun sollte.

Verstärkt haben sich „Les Canaris“ unter anderem mit Moses Simon (kam von Levante) auf dem Flügel und Pedro Chirivella (aus der Liverpooler U23) im defensiven Mittelfeld.

Der Liga-Auftakt war gefällig. Allerdings sind die Erwartungen auch nicht niedrig: Vergangene Saison lag das Team eigentlich auf Europa-Kurs und purzelte nur aufgrund zweier Niederlagen auf Platz 13 zurück – dummerweise exakt als die französische Liga coronabedingt beendet wurde.

In den acht noch ausstehenden Spieltagen wäre mehr drin gewesen. Nantes ist für die kommende Saison qualitativ aber besser aufgestellt. Als einzige echte Schwachstelle drängt sich die Mittelstürmer-Position auf.

Kolo Muani hat stark begonnen, aber ist noch sehr jung (21 Jahre), und der vor zwei Jahren teuer eingekaufte Limbombe hat noch immer nicht überzeugt.


Der wichtigste Faktor aber spielt gar nicht auf dem Platz: Präsident Waldemar Kita hat in den vergangenen Jahren eifrig bewiesen, dass einer vordergründigen Vereinsharmonie mit ihm nicht zu trauen ist.

Kita hat 14 Trainer in 13 Jahren verschlissen, und gleich mehrere davon wurden zu Beginn ähnlich salbungsvoll gelobt, wie aktuell Gourcuff, der wiederum mehrfach in Interviews hat durchblicken lassen, dass ihm sein Rauswurf vor drei Jahren in Rennes noch immer in den Knochen hängt.

Wenn es hier anfängt, zu kriseln, dann ist sofort Feuer unter dem Dach. Anfang September zündelte U19-Trainer Ziani bereits probeweise, und beschwerte sich, dass das Jugendspieler-Management Gourcuffs „katastrophal“ sei, und sich vielversprechende Talente aus der renommierten Jugendakademie frustriert andere Clubs suchten.

Es scheint so, als bräuchte es eine komplett sorgenfreie Saison, damit in Nantes alles nach Plan verläuft. Und es fällt mir schwer, daran zu glauben.


 


Josh Maja Analysis

Der Ligue 1 Player to Watch 2020/21

von Alex Rudies

Josh Maja ist ein kleiner Serien-Star. In der zweiten Staffel von Netflix´ Erfolg Sunderland til´ I die spielte sich Maja in den Vordergrund, als er in 24 Spiele in der dritten englischen Liga 15 Tore erzielte und Sunderland so vom Aufstieg zurück in die Zweitklassigkeit träumen ließ.

Das große Saisonziel wurde allerdings nicht erreicht, auch weil Maja einen Vereinswechsel anstrebte. Aus Spielen gegen Scounthorpe, Shrewsbury und Southend wurden plötzlich Spiele gegen Paris, Marseille und Lyon, als ihn Girondins Bordeaux verpflichtete.

In der Rückrunde der Saison 18/19 kam er nur zu begrenzten Einsatzmöglichkeiten. In der vergangenen Saison wurde der 21-Jährige zumeist als Joker eingesetzt.

Starten durfte er nur sechs Mal. Die Bilanz dabei war jedoch äußerst beeindruckend: Fünf Tore und zwei Vorlagen. Belohnt wurde das schon mit einem ersten Einsatz für die Nationalmannschaft Nigerias.


Bordeaux´s neuer Trainer Jean-Louis Gasset scheint direkt großes Vertrauen in Maja zu setzen. Der gebürtige Londoner durfte die beiden Auftaktpartien der Ligue 1 starten, erzielte dabei auch direkt ein Tor.

Anders als viele andere junge Stürmer, die über ein hohes Tempo und einen schnellen Antritt verfügen, liegen Majas Stärken nicht nur darin, mit gutem Timing hinter die gegnerische letzte Linie geschickt zu werden (obwohl er das auch kann).

Stattdessen zeichnet er sich durch seinen hervorragenden Riecher aus. Er findet stets smart Positionen im Sechzehner und erzielt einen Großteil seiner Tore bereits mit dem ersten Kontakt nach der Hereingabe eines Mitspielers.

Immer wieder zeigte er in den ersten beiden Saisonspielen auch schon entscheidende Fähigkeiten für das Spiel unter Gasset. Er ließ sich teils fallen, zeigte sich bereits etwas verbessert im Kombinationsspiel.

Unter Gasset sollte Josh Maja zu einem noch kompletteren Stürmer reifen, der aber bereits jetzt das Potenzial für eine Saison mit einer zweistelligen Anzahl an Toren aufweist. Seine anschließende Entwicklung kann dann noch weit darüber hinaus gehen.


 


Birger Meling Analysis

Der Beste Transfer der Ligue 1 2020/21

von Zach Lowy

Nachdem sich in der letzten Saison mit Martin Ødegaard, Erling Håland und Alexander Sørloth eine Reihe von Norwegern in der europäischen Elite etablieren konnten, steht schon jetzt ein weiterer Norweger in den Startlöchern, der die Saison 2020/21 durchstarten könnte.

Seitdem Birger Meling im Juli für gerade einmal 500.000€ von Rosenburg nach Nîmes wechselte, offenbarte er bereits seine Fähigkeiten, die er dem Team von Trainer Jérôme Arpinon auf der Linksverteidigerposition mitgeben kann.

Es hat nicht lang gedauert, bis Meling erstmals im Stade des Costières auf sich aufmerksam machen konnte. Acht Minuten waren zum Saisonauftakt gegen Brest gerade einmal gespielt, da startete der norwegische Blondschopf einen Lauf hinter die letzte Kette des Gegners.

Den langen Ball von Mittelfeldspieler Lucas Deaux kontrollierte er geschickt und legte mit einer ansehnlichen Flanke einen Treffer für Kévin Denkey auf.

Nur 23 Minuten später erhielt er an der Strafraumecke einen Pass von Ligue-1-Veteran Romain Philippoteaux, dribbelte leicht nach außen und setzte einen straffen Schuss vorbei an Gautier Larsonneur in das Netz.


Arpinons Team sollte dieses Spiel noch mit 4:0 gewinnen, nur um im zweiten Spiel mit 1:2 gegen Nantes zu verlieren. Trotz der Niederlage zeigte Birger Meling einmal mehr eine beeindruckende Leistung.

Er fing Flanken ab, brachte sich stark in das Kombinationsspiel seiner Mannschaft ein und schaffte dank seiner klugen Bewegungen und Positionierungen nach innen immer wieder Raum für Vordermann Philippoteaux.

Der Norweger hat für Nîmes eine echte Problemstelle gelöst. Der Verein landete in der letzten Saison auf dem 18. Platz und kassierte dabei 44 Gegentreffer. Mit seiner defensiven Giftigkeit und seinem Offensivdrang kann er seinem Team enorm weiterhelfen, wie die ersten Spieltage bereits zeigten.

Bis dahin war es aber kein einfacher Weg für Birger Meling. In der Nachwuchsabteilung seines Jugendvereins Viking FK wurde er aufgrund mangelnder Physis aussortiert.

Nun ist er 25 Jahre alt und ist drauf und dran sich über gute Leistungen in der Ligue 1 für die norwegische Nationalmannschaft zu empfehlen. Dies ist insofern wichtig, als dass Konkurrent Haitam Aleesami aktuell vereinslos ist und Meling diese Chance für sich nutzen könnte.



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Sascha
Hat genauso eine Daseinsberechtigung wie Torrichter während der Champions League Spiele. Passionierter Schachtelsatzschreiber. Gilt intern nicht umsonst als L’Akquisiteur – wenn nicht da, dann zumindest bei sich selbst. Man soll sich immerhin treu bleiben wie Javier Pinola den Überresten seiner Haare. Glaubt noch immer, dass in Enes Ünal ein Weltklassestürmer schlummert, den aber nicht einmal Houdini hervorzaubern könnte. Einziges Vorbild von Max Dettmer.

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