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Lucas Ocampos – Monchis nächstes Meisterstück

Es scheint, als sei Lucas Ocampos endlich so richtig im europäischen Spitzenfußball angekommen.

Zumindest erweckt er im Mai in einem Interview mit einem argentinischen Radiosender den Eindruck: „Ich habe erst kürzlich mit meiner Frau die Zeitung aufgeschlagen und gelesen, dass Real Madrid an mir interessiert sei“, so Ocampos und: „Das macht jedem eine breite Brust.“

Obwohl er erst in einem Monat seinen 26. Geburtstag feiert, kann der Flügelstürmer bereits auf eine bewegte Karriere zurückblicken.

Als er 2012 im Alter von 18 Jahren für 13 Millionen von River Plate zur AS Monaco wechselte, galt er als das größte Talent im argentinischen Fußball.

Trotzdem musste Ocampos sieben Jahre warten, bis er im September 2019 wieder in eine argentinische Nationalmannschaft berufen wurde.

In Sevilla gelingt der Durchbruch

Eine Belohnung für starke Auftritte im Dress des FC Sevilla. Hier könnte Ocampos zum nächsten Meisterstück des genialen Sportdirektors Monchi werden. Der lotste das 1,88m große Kraftpaket vor der laufenden Saison nach Andalusien.

Dafür überwies Sevilla 15 Millionen Euro an Olympique Marseille, wo Ocampos zwar ein solider Stammspieler war, aber stets im Schatten der Stars Dmitri Payet und Florian Thauvin stand.


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Jetzt wird er mit Real Madrid und dem FC Bayern in Verbindung gebracht. Denn unter Julen Lopetegui wird der unkonventionelle Dribbler endlich perfekt eingesetzt.

Mit 11 Toren 24 Ligaspielen hat Ocampos schon einen Treffer mehr erzielt erzielt als in viereinhalb Jahren in Marseille – und das in der schwereren spanischen Liga.

Sechs Vereine in sieben Jahren

Auf dem Weg zu dieser Konstanz musste Ocampos einige Umwege gehen. Neben den Stationen in Monaco und Marseille wurde er zu Milan und zum CFC Genua verliehen.

Sevilla ist bereits der sechste Verein in der Profikarriere des 25-Jährigen.

Eine Begegnung blieb Ocampos dabei besonders in Erinnerung. Im Interview mit dem Fernsehsender TyC Sports erzählt er: „2014/15 holte mich Marcelo Bielsa zur Rückrunde nach Marseille.“


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Am Dienstag sei er bei seinem neuen Verein angekommen, bis Samstag habe er seinen Trainer aber nicht ein einziges Mal zu Gesicht bekommen.

„Am Ende der ersten Hälfte lagen wir 0:1 gegen Rennes zurück. Bielsa rief mich zu sich und wollte mich einwechseln.“ Nach zehn Minuten auf dem Feld erzielte Ocampos den Ausgleich. „Kurz darauf wechselte er mich aus.“ Unverständlich für Ocampos.

„Aber als er mir die taktischen Gründe erklärte, verstand ich es.“ Noch heute sagt er: „Die Arbeit unter Bielsa war einzigartig.“ Leider währte sie nicht lange. Bielsa verließ Marseille zum Saisonende.

Womöglich hätte Ocampos unter ihm schneller den Durchbruch geschafft. Denn seine Stärken passen perfekt zum intensiven Bielsa-Fußball.

Wichtig im Spiel gegen den Ball

Durch seine Körpergröße ist Ocampos im Spiel gegen den Ball sehr robust. Er kann intensiv pressen und Zweikämpfe gewinnen. In Sevillas 4-3-3 nutzt Trainer Lopetegui das am liebsten auf dem Flügel. Auf der rechten Seite bildet Ocampos gemeinsam mit Vereinslegende Jesus Navas ein gutes Gespann.


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Immer wieder lässt sich Ocampos im gegnerischen Ballbesitz tief in die eigene Hälfte fallen. Dort lauert er auf Pässe des Gegners. Im Schnitt gelingen Ocampos pro Spiel 3,83 Interceptions.

Lopetegui versucht durch die tiefe Positionierung die Physis und das Tempo des Flügelstürmers gegen den Ball einzusetzen. Für den Gegner werden wichtige Lücken für linienbrechende Pässe unbespielbar.

Teilweise lässt Ocampos Disziplin im Positionsspiel noch etwas zu wünschen übrig. Außerdem geht er – ganz der Gaucho – teilweise zu heftig in Tacklings. Seine Intensität in der Defensive macht Ocampos trotzdem zu einem besonders wertvollen Spieler für Los Nervionenses.

Lucas Ocampos Porträt

Nach abgefangenen Pässen oder Balleroberungen in Zweikämpfen sorgt Ocampos außerdem immer wieder für gefährliche Umschaltmomente.

In Sevilla strahlt Ocampos endlich Torgefahr aus

Das trägt zur neuen Offensivstärke des Argentiniers in dieser Saison bei. Jahrelang gelang es Ocampos unter keinem Trainer konstant Torgefahr auszustrahlen. Nicht so unter Lopetegui.

Dessen erste Maßnahme war es Ocampos von der linken Seite im 4-3-3 auf rechts zu beordern. Von dort ist er an mehr als 26 Prozent der Tore seiner Mannschaft direkt beteiligt.


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Seine Performance im Derby gegen Betis mit einem Treffer und einer brillanten Hackenvorlage beweist, dass er seine Form auch über die Coronapause gerettet hat.

Für den Kampf um einen Champions-League-Platz braucht Sevilla ihn in dieser Form.

Mit klugen Bewegungen im letzten Drittel und einem überragenden Antritt gelingt es Ocampos immer wieder für Überraschungen zu sorgen. Gerne stößt er zum Beispiel zwischen Innen- und Außenverteidiger, wenn der Mittelstürmer auf die Außenbahn driftet.


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Ocampos gelingt es stets freie Räume zu erkennen und sich an die Bewegungen seiner Mitspieler anzupassen. Sein unbedingter Zug zum Tor sorgt auch im Aufbau gerne für Überraschungsmomente.

Auf vermeintlich ungefährliche Pässe auf derselben Linie lässt Ocampos gerne einen explosiven Tiefenlauf folgen, um sich anzubieten. Dabei ist der hochgewachsene Argentinier auch bei Flanken gefährlich.

Seine Kopfballgelegenheiten haben in dieser Saison einen xG-Wert von 0,38. Neben diesen Bewegungen, wenn seine Mitspieler den Ball haben, ist auch Ocampos‘ Dribbelstärke zu erwähnen.

Im Schnitt geht er pro Spiel knapp acht Mal ins Eins-gegen-Eins. Meistens sucht er dabei den direkten Weg zum Tor.

Eine bemerkenswerte Entwicklung

Ab und zu verzettelt Ocampos sich dabei, verpasst den richtigen Moment, um abzuspielen und verliert am Ende den Ball. Doch seine außergewöhnliche Torgefahr in dieser Saison gibt ihm dabei Recht.

Gemessen an seinen physischen Voraussetzungen und den starken Fortschritten in dieser Saison ist seine Entwicklung noch nicht abgeschlossen.


Lucas Ocampos Analyse

Lopetegui würde seinen neuen Star wohl gerne behalten. Ocampos‘ Vertrag in Sevilla läuft noch bis 2023. Wer ihn vorher verpflichten will, müsste wohl tief in die Tasche greifen.

Durch seine einzigartige Kombination aus defensiven und offensiven Stärken wäre eine hohe Ablösesumme für Lucas Ocampos absolut angemessen. Und solange Monchi bei Sevilla die Fäden zieht, müssen sich die Sevillistas über neue Stars keine Sorgen machen.

Till
Till
Meine Helden sind Damir Kreilach und Andrea Pirlo: Das passt genauso wenig zusammen wie meine Liebe zum 1. FC Union und zu lässigem Fußball. Woanders mache ich Social Media und bin Reporter in Berlins Fußballgeschehen von Kunstrasenplätzen bis zum Olympiastadion. Hier schreibe und podcaste ich über den lässigen Teil.

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