In unseren Cavanis Friseur 110 porträtieren wir 110 Spieler, die unserer Meinung nach derzeit zu den besten U20-Talenten der Welt zählen.

Dazu haben wir aus über 500 Spielern mit Stichtag 1.1.1999 pro Position 10 Spieler ausgewählt und diese analysiert. In diesem Text wollen wir euch die besten Linksverteidiger-Talente vorstellen.

Die 10 besten Linksverteidiger-Talente:

Luan CândidoPalmeiras
Nicolas CozzaHSC Montpellier
Gian-Luca ItterVfL Wolfsburg
Tyrell MalaciaFeyenoord Rotterdam
Juan MirandaFC Barcelona
Stanley N’SokiParis Saint-Germain
Luca PellegriniAS Roma
Andreas PoulsenBorussia Mönchengladbach
Carlos VargasCF América
Rúben VinagreWolverhampton Wanderers

Lest auch die anderen Teile unserer Talente-Serie


 

Luan Cândido

Luan Cândido gilt als eines der vielversprechendsten Talente seit Marcelo. Trotz seines erst jungen Alters von 17 Jahren ist der Brasilianer bereits jetzt Stammspieler in der U20-Nationalmannschaft der Selecao und pocht auf seinen ersten Profi-Einsatz für Palmeiras.

Nachdem Cândido jegliche Jugendauswahlen Brasiliens durchlief unterschrieb er mit 15 Jahren beim Verein aus Sao Paulo.

Bei Palmeiras wechselt der junge Luan Cândido zwischen der Position des linken Verteidigers, des linken Flügelstürmers sowie des Mittelstürmers.

Ein Grund dafür sind seine unglaubliche Variabilität, Technik, Schnelligkeit und insbesondere seine Schusstechnik.

Trotz seiner erst 17 Jahre verfügt Luan Cândido dank 1,84m Körpergröße über eine durchaus solide Physis und weiß diese bei Zweikämpfen gut einzusetzen.

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Nach dem Ballgewinn ist er unaufhaltbar. Mit unglaublichen Dribblings und fantastischen Pässen kämpft sich der Allrounder zum gegnerischen Strafraum und besticht mit sensationellen Hereingaben oder nahezu unhaltbaren Schüssen.

Das Palmeiras-Talent fällt damit in eine ähnliche Kategorie wie Marcelo und Roberto Carlos, die sich ebenfalls stark ins Offensivspiel seiner Mannschaften einschalte(te)n.

Luan Cândido verfügt jedoch über ein fantastisches Stellungsspiel und erkennt Räume bereits früh.

In diese zieht er mit viel Tempo und nimmt sich den Ball dank seiner herausragenden Technik ideal mit, um so für Torgefahr sorgen zu können. Dabei sind vor allem seine flachen Hereingaben brandgefährlich, seine hohen Flanken dafür noch etwas ungenau.

Aber Cândido kann auch selbst torgefährlich werden. Der Brasilianer verfügt über eine fantastische Schusstechnik und hat bereits bei den U-Auswahlen von Palmeiras oder der Seleção für einige Traumtore gesorgt – unter anderem auch aus Freistoßsituationen.

Trotz seiner erst 17 Jahre trainiert Cândido bereits bei der ersten Mannschaft von Palmeiras mit, wo er einiges von Luiz Felipe Scolari lernen kann.

Ob er unter dem Weltmeistertrainer von 2002 jedoch noch zum Einsatz kommt ist fraglich, denn im Frühling 2018 streckte bereits Manchester City seine Fühler nach dem südamerikanischen Talent aus.

Auch der VfL Wolfsburg und RB Leipzig versuchten im darauffolgenden Sommer ihr Glück, bekamen jedoch eine Abfuhr. Auch bei Palmeiras weiß man, dass man mit Luan Cândido ein richtiges Juwel unter Vertrag hat.


 

Nicolas Cozza

Talentierte Außenverteidiger sind für gewöhnlich ein seltener Segen, in Frankreich dagegen gibt es gefühlt Dutzende.

Andernorts wäre Nicolas Cozza, Linksverteidiger vom HSC Montpellier, wohl das Vorzeigetalent seiner Generation, im Land des amtierenden Weltmeisters ist er nur einer von vielen.

Gleichwohl ist er ein formidabler „klassischer“ Außenverteidiger, dem zukünftig die internationale Klasse zuzutrauen ist.

Seit 2010 in der Jugendabteilung Montpelliers unterwegs, unterzeichnete er seinen ersten Profivertrag im Juni 2017.

Seine Wurzeln im Verein schlagen dabei aber viel tiefer: Cozzas Großvater Jean-Louis Besson war seiner Zeit der erste Spieler, der die Mannschaft als Kapitän aufs Feld führte.

Große Fußstapfen, die der Linksfuß in der vergangenen Saison mit seinen ersten Ligue 1 Einsätzen (9 Spiele, 1 Tor, 1 Assist) zu füllen begann.

Dass in dieser Spielzeit erst 6 Liga-Einsätze zu Buche stehen, liegt sicherlich am Spielsystem Montpelliers: durch die Dreier- bzw. Fünferkette ist die optimale Position für Cozza, der mit 1,78m Körpergröße für die Innenverteidigung etwas zu klein erscheint, aktuell nicht vorhanden.

Hinzu kommt, dass Montpellier die zweitbeste Defensive der Liga stellt und hierdurch wenig Anlass besteht, die Formation zu ändern.

Cozza kann zweifelsohne als Allrounder bezeichnet werden. Was ihm an explosivem Offensivdrang fehlt, kann er durch defensive Stabilität kompensieren.

Weiterhin fällt die saubere Technik und Übersicht auf, wodurch er einem Raphael Guerreiro oder Lucas Digne ähnelt.

Es dürfte nur eine Frage der Zeit sein, bis Cozza in der „alten“ Defensive Montpelliers regelmäßiger auf Einsätze kommt und sich einen Stammplatz erarbeitet. Bleibt er verletzungsfrei, sollte mittelfristig auch ein Wechsel zu einem größeren Klub möglich sein.


 

Gian-Luca Itter

Da ist er. Dieser Moment, auf den du als junger Fußballer jahrelang hingearbeitet hast. Erstes Bundesligaspiel, Allianz Arena und als lockere Einstiegsübung darfst du gegen den deutschen Rekordmeister Bayern München antreten. Dein direkter Gegenspieler?

Ein gewisser niederländischer Rechtsaußen, der in drei Champions League- und einem WM-Finale stand und auf den Namen Arjen Robben hört. Es gibt einfacherer Aufgaben für einen damals 18-jährigen Linksverteidiger.

Gian-Luca Itter löste das Ganze im September 2017 jedoch souverän, erhielt vom kicker für seine Leistung die Note 3.0 und galt spätestens nach diesem Auftritt als die Wolfsburger Zukunft auf der linken Defensivseite.

In der Bundesliga zum Einsatz kam der gebürtige Gießener, der seine Jugend beim FC Cleeberg und Eintracht Frankfurt verbrachte, seitdem ganze sechs Mal.

Unter dem damaligen VfL-Coach Martin Schmidt pendelte der Linksfuß in der Saison 17/18 permanent zwischen Ersatzbank, zweiter Mannschaft und dem Behandlungsraum der medizinischen Abteilung.

Dabei ist die Veranlagung Itters exzellent: er ist schnell, konditionell stark, technisch gut und ein absoluter Teamplayer. Wären da nur nicht die Verletzungen.

Diverse muskuläre Probleme sorgten in der abgelaufenen Spielzeit dafür, dass der mittlerweile 20-jährige wettbewerbsübergreifend lediglich 774 Minuten Spielzeit für sich abgreifen konnte – zu wenig für einen Fußballer seines Alters.

Itters fünftes Bundesligaspiel im Februar 2018. Wieder die Bayern, der Gegenspieler heißt erneut Robben – dieses Mal geht das Ganze allerdings nicht ganz so gut für den Mann mit der Rückennummer 35 aus.

In letzter Minute verursacht der Youngster durch einen Zupfer an Robbens Trikot einen Strafstoß, Robert Lewandowski verwandelt zum 2:1-Sieg und Trainer Schmidt tritt daraufhin als VfL-Übungsleiter zurück.

Unter dem neuen Coach Bruno Labbadia läuft es erstmal nicht besser, ein Muskelfaserriss bremst Itter für den Rest der Spielzeit aus.

In dieser Saison ist der Fortschritt des U20-Nationalspieler jedoch wieder deutlich zu erkennen.

Im Sommer hatte er zwar mit permanenten Adduktorenproblemen zu kämpfen, durch ein spezielles Aufbauprogramm ist Itter mittlerweile jedoch wieder fit und bereit anzugreifen.

Beim 3:0-Sieg bei Fortuna Düsseldorf durfte er erstmals wieder drei Minuten Bundesligaluft schnuppern, am 17. Spieltag in Augsburg stand der 1.85 Meter große Verteidiger sogar wieder die vollen 90 Minuten auf dem Platz.

Am 9. März gastiert der VfL beim FC Bayern. Vielleicht hat sich Gian-Luca Itter bis dahin den Stammplatz auf der linken Wolfsburger Seite erkämpft. Das Potenzial Spieler wie Robben auch langfristig stoppen zu können, hat er in jedem Fall.


 

Tyrell Malacia

Wenn die einzige Zielsetzung im Fußball wäre den Ball abzuschirmen… Tyrell Malacia wäre der beste Fußballer der Welt.

Leider ist Fußball dann doch etwas komplexer, aber Malacia ist trotzdem ein hochtalentierter Verteidiger.

Mit 19 Jahren spielt er diese Saison – begünstigt von einer Verletzung des Stammlinksverteidigers – konstant als linker Verteidiger bei Feyenoord Rotterdam. Als erstes Team konnten sie in dieser Saison das Topteam PSV Eindhoven bezwingen.

Malacia bewies in diesem Spiel sein hohes Potenzial: Den mexikanischen Flügelspieler Hirving Lozano (der, der Deutschland bei der WM schwindelig gespielt hat) hatte er das ganze Spiel über im Griff.

Immer wieder zeigte er ein herausragendes Timing beim Herausrücken, sodass Lozano nie mit Tempo auf ihn zugehen konnte.

Außerdem ist Malacia extrem schnell und nutzt dies für Vorstöße mit Ball. Er dribbelt aggressiv und dynamisch an.

Zusätzlich bringt er sich sehr aktiv in das Aufbauspiel ein: Dort nutzt der Niederländer sein starkes Bewegungsspiel und seinen guten ersten Kontakt, um das gegnerische Pressing aufzulösen.

Offensiv ist er durchschlagskräftig und kann gefährliche Flanken in den Strafraum bringen.

Und was war das nochmal mit dem Ball abschirmen? Genau, Malacia kann den Ball gut abschirmen.

Nicht gut, EXTREM GUT. Von der Seite kann ihm der Ball quasi nicht abgenommen werden, weil er seinen Körper so stark zwischen Gegenspieler und Ball stellt. Dadurch wirkt er in vielen Situationen deutlich robuster als er es mit seinen 1,69m ist.

Diese absurd ausgeprägte Fähigkeit bringt er in dynamischen Situationen ein, sodass Malacia der Ball nur verliert, wenn er linear in einen Gegenspieler läuft (passiert leider nicht so selten).

In statischen Situationen bringt er diese Qualität ebenfalls ein und verschafft sich so etwas Zeit. Daraus resultiert eine eigenartige Pressingresistenz, die ich in der Form noch nie gesehen habe.

Schwächen hat der junge Niederländer aber auch: Nach 9 Spielen hatte er bereits 5 gelbe Karten gesammelt.

Wenn Malacia nämlich mal ins 1-gegen-1 gehen muss und der Gegenspieler mit Tempo kommt, ist er gar nicht so gut – zu leicht fällt er auf Körpertäuschungen des Gegners herein und weiß sich schlussendlich nur mit dem Foul zu helfen.

Sein Timing im Herausrücken ist aber so stark, dass das nicht weiter auffällt (Vergleiche mit Marcel Schmelzer sind unausweichlich). Offensiv fehlt es ihm etwas an Verständnis für die richtigen Laufwege.

Sein Hinterlaufen beispielsweise folgt einem sehr simplen Muster und geschieht häufig zu spät. Arbeitet Malacia an besagten Defiziten, kann er über Jahre die linke Seite der niederländischen Nationalmannschaft prägen.


 

Juan Miranda

Barcelonas legendäre Jugendakademie “La Masia” hat Ikonen wie Xavi, Iniesta oder Messi ausgebildet – der nächste Spieler, der es wohl langfristig in den Profikader schaffen könnte ist der Linksverteidiger Juan Miranda Gonzalez.

Miranda ist am 19.Januar 2000 im 10.000 Seelendorf Olivarez in der Provinz Sevilla geboren.

Mit 8 Jahren wird Betis Sevilla auf ihn aufmerksam – bereits mit 14 wechselt er zum Klassenprimus FC Barcelona.

Seit seinem Debüt beim 2:1 Sieg gegen Real Valladolid, spielt er hauptsächlich bei Barcas B-Elf in der Segunda Devision.

Dort ist Miranda nicht nur einer der tragenden Stützen der Mannschaft, sondern zudem mit 5 Millionen Marktwert auch wertvollster Spieler.

Grund dafür ist wohl seine beachtliche Leistung beim Gewinn der UEFA Youth League, als er in 8 Einsätzen 5 Tore vorbereitete.

Darüber hinaus durchlief Miranda die U-Mannschaften Spaniens – gewann mit der U17 die Europameisterschaft und stand im Finale der Weltmeisterschaft.

Aufgrund der Leihe seines Konkurrenten Cucurella zu Eiber und des Wechsels von Digne zu Everton, plant Trainer Valverde mit Miranda als Jordi-Alba Back-Up, sodass er zwischen der A und B Mannschaft wechselt.

Valverde hat gute Gründe für sein Vertrauen in Miranda. Bereits jetzt besitzt Miranda alle Veranlagungen, die ein Linksverteidiger beim FC Barcelona mitbringen muss: Er ist laufstark, sicher am Ball und beherrscht das Kombinationsspiel auf engem Raum.

Eine weitere Stärke sind seine langen Bälle, die er oft präzise je nach Situation an den Mann oder in den Lauf spielt und deswegen immer für Gefahr sorgen können.

Mit seiner Körpergröße von 1,85 kann Miranda zudem auch bei Standards immer gefährlich werden. Wie es für einen jungen, offensiv veranlagten Linksverteidiger nicht ungewöhnlich ist, macht Miranda noch einige Fehler in der Defensive.

Wenn es ihm gelingt, diese abzustellen, wird Miranda sicher langfristig im Profikader die linke Seite beackern, wie es sein Vorbild Jordi Alba tut.

Sein Verein hat schon jetzt eine Ausstiegsklausel über 200 Millionen in seinen Vertrag schreiben lassen.

Doch wie die Ikonen von La Masia Xavi, Iniesta und Messi bleibt Miranda demütig: “Für die erste Mannschaft ist es noch zu früh”, sagt er.


 

Stanley N’Soki

Stanley N’Sokis Biographie klingt wie die Blaupause für den Weg der meisten französischen Talente in den vergangenen Jahren.

Geboren in eine Familie mit Zuwanderungsgeschichte, aufgewachsen in der Banlieue, ausgebildet in der Akademie eines Topklubs, schaffte er erst den Sprung in die französischen Auswahlteams und schließlich in den Profikader.

Nachdem er in der letzten Saison nach Verletzungen von Kurzawa und Berchiche sein Debüt feiern konnte, wurde er im Sommer mit einem Profivertrag ausgestattet.

Paris blockte, trotz der Probleme mit dem Financial Fairplay, alle Leih- und Transferanfragen ab.

Die Klubführung traut N’Soki zu, in mittlerer Zukunft eine wichtige Rolle im Kader des Meisters einzunehmen.

Diese Hoffnungen wurden bislang besonders von zwei seiner Partien im Dress der Pariser genährt.

Im Supercup gegen Monaco glänzte er als torgefährlicher Außenverteidiger, im Klassiker gegen Marseille nahm er als Innenverteidiger Florian Thauvin aus dem Spiel.

Ein Hinweis auf seine größte Qualität: N‘Soki ist vielseitig einsetzbar und bringt nicht nur die athletischen Voraussetzungen, sondern auch ein hervorragendes taktisches Verständnis mit.

Er spielte in der laufenden Serie bereits als klassischer linker Verteidiger in einer Viererkette, als Wingback in einer Fünferkette und als linker Innenverteidiger in einer Dreierkette.

In der Jugend verwies er als Sechser sogar Mateo Guendouzi auf die Bank – angesichts der angespannten Situation im Pariser Mittelfeld vielleicht auch eine Option für Thomas Tuchel.

Für eine langfristige Zukunft bei einem Topverein gilt es vor Allem seinen schwächeren Fuß zu verbessern. Häufig scheint es so, als würde er sich nicht sicher fühlen, wenn er den Ball mit rechts spielen muss.

Generell sollte er mit größerer Konzentration an seinem Passspiel arbeiten. Mit seinem Freund Presnel Kimpembe hat er dafür das perfekte Vorbild in seiner Mannschaft.

Langfristig könnte N’Soki einen ähnlichen Weg wie der Weltmeister einschlagen. Stark getimte Tacklings, viele Balleroberungen und eine harte Zweikampfführung: N’Soki bringt viele Voraussetzungen des modernen Innenverteidigers mit.

Sein Auftritt mit zwei Vorlagen im Supercup, hat allerdings auch offengelegt, dass er auch durchaus auf seiner angestammten Position in die Weltklasse vorstoßen kann.

Wenn er seine Geschwindigkeit mit dem Ball und insbesondere sein Dribbling verbessert, wird er offensiv zu einer ständigen Gefahr. Sein Kerngeschäft in der Defensive beherrscht er bereits auf sehr hohem Niveau.

N’Soki gilt als bescheidener Typ: Eine Tugend, an der es heute vielen Talenten mangelt. Für seine Entwicklung in Paris könnte das entscheidend werden, als Talent in einem solchen Starensemble braucht man Geduld.

Zwar wird N’Soki weiter eingesetzt werden, ein Stammplatz wird allerdings noch auf sich warten lassen.

Wenn er sich, anders als zum Beispiel sein Mitspieler Christopher NKunku, damit abfindet, nicht sofort einer der Stars im Team zu sein, wird sein Weg in der französischen Hauptstadt noch lange weitergehen.


 

Luca Pellegrini

Der 19-Jährige ist ein Produkt der Roma-Jugendakademie, der er seit 2013 angehört. Im Sommer 2018 schaffte Pellegrini dann den Sprung in den Kader der ersten Mannschaft, nachdem er in der Vergangenheit in der Roma Primavera auf sich aufmerksam machte.

Auf Nationalmannschaftsebene durchlief er sämtliche Mannschaften, ehe er im Oktober 2018 sein U-21-Debüt für die Squadra Azzurra feierte.

Langfristig dürfte eine Berufung in den A-Kader für das italienische Talent möglich sein. Das liegt zum einen an seinen defensiven Fähigkeiten.

Pellegrini versteht es sehr gut die Innenbahn zu halten und sich nicht aus der Position herausziehen zu lassen.

Nach Ballgewinnen bleibt er auffällig ruhig am Ball – er lässt sich schlichtweg selten aus der Ruhe bringen, was selbst für einen 19-Jährigen auf diesem Niveau beeindruckend ist.

Signifikante Schwächen hat Pellegrini dahingehend nicht. Er ist robust genug, um sich zur Wehr zu setzen und verfügt auch über die nötige Schnelligkeit.

Der Roma-Youngstar ist einfach ein unangenehmer Gegenspieler, weil er eine gewisse „Galligkeit“ an den Tag legt, die den Stürmern das Leben schwer macht.

Hierbei ist der Italiener manchmal noch ungestüm. In seinen drei Serie A-Partien sammelte er zwei gelbe Karten und in der Champions League holte er sich innerhalb von 12 Minuten eine Ampelkarte ab.

Offensiv ist seine größte Stärke seine Flanken aus dem Halbfeld, die er oft zielsicher auf den zweiten Pfosten schlägt.

Pellegrini ist weniger der Außenverteidiger, der durch permanentes Beackern der Seitenlinie auffällt. Vielmehr wählt er seine Durchbrüche zur Grundlinie dosiert, was gar nicht so schlimm ist.

Seine Flanken von der Grundlinie besitzen nämlich eine große Streuung, wodurch viele seiner Läufe versanden.

Das erinnert ein bisschen an Joshua Kimmich, als dieser seine ersten Partien auf der Rechtsverteidigerposition machte.

Oftmals gingen die Flanken ins Niemandsland, ehe er gezielt den Rückraum oder den ersten Pfosten anvisierte. Hier hat Pellegrini auf jeden Fall noch Verbesserungspotenzial.

In Summe hat er aber was das Spiel nach vorne angeht ein gewisses Flair, das so kein anderer Roma-Außenverteidiger mitbringt.

Seien es seine angesprochene Ruhe am Ball oder sein oft genutzter Bauerntrick, bei dem er den Ball außen vorbei legt und innen nachläuft, um den Gegner aussteigen zu lassen.

Bisher kam das italienische Talent für die Roma wettbewerbsübergreifend auf 186 Einsatzminuten.

Das liegt vor allem daran, dass der 19-Jährige (noch) der Backup für Kolarov und Santon ist.

Beide werden vermutlich nicht mehr auf Jahre hinaus die linke Seite der Roma beackern. Dann wird Pellegrinis Zeit kommen – ob er für die ganz große Bühne bereit sein wird, wird sich zeigen.

Vermutlich ist es daher auch der Plan der Roma-Verantwortlichen gewesen, ihn am Deadline-Day an Cagliari verliehen zu haben und ihm Spielzeit in der Serie A zu ermöglichen.


 

Andreas Poulsen

Es ist oftmals ein vielversprechendes Duell, ein junges Talent hinter einer Art „Mentor“ aufzubauen.

Gleiches wird sich wohl Borussia Mönchengladbach gedacht haben, als man im Sommer 4,5 Millionen Euro in die Dienste von Andreas Poulsen investierte.

Der Däne kam vom FC Midtiylland in die Bundesliga und reihte sich dort auf der Linksverteidigerposition hinter Oscar Wendt ein.

Dieser ist zwar seit Jahren die unangefochtene Stammkraft auf dieser Position, allerdings ist der Schwede bereits 33 Jahre alt.

Der erst 19-jährige Andreas Poulsen kann also durchaus als Investition in die Zukunft gesehen werden.

Der schmächtige Däne erinnert bereits an seinen „Vorgesetzten“ bei der Borussia – er verfügt über einen ähnlichen Offensivdrang, arbeitet auf der linken Seite enorm viel.

In seinen Einsätzen in Testspielen zeigte Poulsen das bereits, bewies aber auch, dass er noch sehr nervös und unruhig agiert.

Gleichzeitig muss er an seinem Körper arbeiten, der für die Bundesliga noch nicht kräftig genug ist.

Besonders was das taktische Verhalten angeht wird sich Andreas Poulsen viel von Oscar Wendt abschauen können, vielleicht sogar müssen.

Für einen Platz im Kader der ersten Mannschaft hat es in dieser Saison, abgesehen vom DFB-Pokalspiel gegen Hastedt, nicht gereicht.

Stattdessen sammelte Poulsen wichtige Erfahrungen in der zweiten Mannschaft. Eine Wachablösung auf der linken Abwehrseite von Borussia Mönchengladbach scheint also noch in weiter Ferne.

Vielmehr muss Poulsen in den kommenden Monaten, besonders aber in der nächsten Saison beweisen, dass das in ihn investierte Geld kein Schuss in den Ofen war.

Poulsen bekommt zwar die Zeit, sich zu entwickeln. Dennoch wird auch Oscar Wendt nicht jünger. Dadurch ergibt sich ein Zeitfenster, das eine Chance für Andreas Poulsen bietet.

Diese sollte er nutzen, wenn er sich langfristig in der Bundesliga durchsetzen könnte. Andernfalls wäre wohl sogar eine Leihe eine Option, um dem Neuzugang die Spielpraxis auf höherem Niveau geben zu können.


 

Carlos Vargas

Wenn ein Spieler mit 1,76m Körpergröße seine Karriere als Innenverteidiger beginnt, dann MUSS er eigentlich ein interessanter Typ sein.

Das trifft beim inzwischen als Linksverteidiger eingesetzten Carlos Alonso Vargas Tenorio voll zu: Der 19-Jährige geht in seine zweite Saison als Spieler beim CF América, welcher in der mexikanischen Liga spielt.

Vargas selbst ist ebenfalls Mexikaner und war bereits für die A-Nationalmannschaft berufen. Was macht den Linksfuß denn zu so einem interessanten Typen?

Vargas ist ziemlich kopfballstark: Seine Sprungkraft ist mehr als ordentlich, sein Timing im Absprung ist stark und seine Positionierung vorher clever.

Defensiv bringt er außerdem noch ein herausragendes Timing im Herausrücken mit, besonders wenn der Gegner den Ball mit dem Rücken zu ihm empfängt.

Bemerkenswert oft gewinnt er in diesen Szenen den Ball, wo die meisten Verteidiger nur das Aufdrehen verhindern wollen.

Der Mexikaner beweist zusätzlich noch ein starkes und vor allem sehr resolutes Zweikampfverhalten. Er grätscht öfter, als man es bei einem guten Verteidiger vermuten würde, aber: Wer trifft (also den Ball), hat Recht.

Technisch ist er ebenfalls nicht schlecht. Als Linksverteidiger kann er aus dem zweiten Drittel einige schöne Horizontalpässe anbringen.

Sein erster Kontakt und seine Ballführung befinden sich auf gutem Niveau. Die Laufwege des Linksverteidigers zeichnen sich besonders durch ihre Uneigennützigkeit aus.

Er hinterläuft und verschafft sich selbst damit keinen Vorteil, zieht seinem Flügelspieler aber den Raum auf.

Wer die letzten Sätze aufmerksam gelesen hat, bemerkte vielleicht eine gedämpfte Begeisterung des Autors über Vargas Spiel mit Ball.

Der Mexikaner besitzt hier nämlich noch ordentlich Verbesserungsbedarf: Im letzten Drittel entfacht er gar keine Gefahr.

Seine Horizontalpässe ins Mittelfeld sind tatsächlich gut, allerdings bekommt er Probleme, wenn er mal Vertikal- oder Diagonalpässe spielt.

Plötzlich macht er selbst bei technisch simplen Pässen Fehler. Defensiv liegen seine Defizite in der Vorwärtsverteidigung, wenn der Gegner frei aufdrehen konnte.

Vargas kann man immer wieder beim „ballwatching“ beobachten, weswegen er die Gegenspieler im Rücken übersieht.

So ist er für Tiefensprints über seine blind side anfällig, obwohl er selbst durchaus dynamisch ist. Trotzdem kann man dem Linksfuß nicht absprechen, dass er sehr talentiert ist.

Offensiv ist seine Ungefährlichkeit größtenteils seiner Einbindung geschuldet, welche mit Ball (aus Gründen) eben noch vorsichtig ist.

Wenn Vargas an seinem Passspiel arbeitet, kann er in der Zukunft zu einem festen Bestandteil der mexikanischen Nationalmannschaft werden.


 

Rúben Vinagre

Im Zuge der Übernahme der Wolverhampton Wanderers durch das chinesische Konglomerat Fosun International Limited im Jahr 2016 wechselten eine ganze Reihe portugiesischer Kicker in die West Midlands.

Sie alle werden von Gestifute, der Beraterfirma des einflussreichen portugiesischen Spieleragenten Jorge Mendes, betreut. Denn Mendes pflegt enge Geschäftsbeziehungen mit den asiatischen Besitzern des Klubs.

Neben erfahrenen Routiniers wie Rui Patrício oder João Moutinho wurden vor allem junge, aufstrebende Talente, allen voran Rúben Neves, eingekauft. Etwas weniger prominent kommt da (noch) Rúben Vinagre daher.

Der Linksverteidiger begann seine Laufbahn bei Sporting Lissabon und fand seinen Weg über die AS Monaco und Académica Coimbra (Leihe) nach England.

Allesamt Klubs die eng mit Mendes verflochten sind. Nach vorhergehender einjähriger Leihe wurde er nach dem erfolgreichen Premier-League Aufstieg für 2,25 Millionen € fest von den Wolves verpflichtet.

Obwohl der 19-Jährige derzeit noch als Backup von Jonny Castro fungiert, wird er als Stammspieler der Zukunft angesehen.

Vinagre hat bis auf die Senioren alle portugiesischen Auswahlteams durchlaufen und ist mit der U17 und im letzten Sommer mit der U19 Europameister geworden.

Der Portugiese ist ein offensiv orientierter Außenverteidiger, der gerne mit seiner überragenden Schnelligkeit den Weg nach vorne sucht.

Dort ist er dank seiner überdurchschnittlichen Dribbling-Stärke in der Lage 1-gegen-1 Situation zu forcieren und erfolgreich abzuschließen.

Das musste Man Citys Kyle Walker in der letzten Saison am eigenen Leib erfahren als er während einer League Cup Partie durch eine verrückte Dribble-Bewegung von Vinagre ausgenommen wurde.

Vinagre, der nach seinem ersten Jahr in England das Interesse von ManU, Arsenal und Everton geweckt hatte, ist zudem ein ausgezeichneter Flankengeber.

Diese Stärke kam u.a. bei der U17-EM 2016 zur Geltung als er drei Tore per Ecke vorbereitete.

Aufgrund seiner offensiven Fähigkeiten wird er von Coach Nuno Espírito Santo gelegentlich auch als linker Mittelfeldspieler eingesetzt.

Der Iberer ist dank seines Spielverständnis in der Lage viele gegnerische Bälle abzufangen und ist am Boden ein guter Zweikämpfer.

Seine defensiven Fähigkeiten können aber alles in Allem nicht ganz mit seiner Offensivstärke konkurrieren.

So begeht das Talent noch zu viele Fouls und lässt sich oft zu leichtsinnigen Fehlern hinreißen. Darüber hinaus ist das Leichtgewicht (64kg bei 1,74m) bei Luftduellen hoffnungslos unterlegen.

Nichtsdestotrotz ist der Youngster eines der vielversprechendsten Außenverteidiger-Talente. Wenn alles nach Plan läuft wird er schon bald Stammspieler sein. Ob in Wolverhampton oder anderswo.

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