In unseren Cavanis Friseur 110 porträtieren wir 110 Spieler, die unserer Meinung nach derzeit zu den besten U20-Talenten der Welt zählen.

Dazu haben wir aus über 500 Spielern mit Stichtag 1.1.1999 pro Position 10 Spieler ausgewählt und diese analysiert. In diesem Text wollen wir euch die besten Rechtsverteidiger-Talente vorstellen.

Die 10 besten Rechtsverteidiger-Talente:

Louis BeyerGladbach
Diogo DalotManchester United
Tom EdwardsStoke City
EmersonFC Barcelona
Reece JamesChelsea FC
Sergio LopezReal Madrid
Pedro PorroGirona FC
Alexis SaelemaekersRSC Anderlecht
Federico ValiettiGenoa
VitinhoCercle Brügge

Lest auch die anderen Teile unserer Talente-Serie



Louis Beyer

Die Karriere von Louis-Jordan Beyer lief bislang beinah reibungslos. Nach dem Wechsel in der Jugend von Fortuna Düsseldorf in den Fohlenstall bei Borussia Mönchengladbach durchlief er dort alle Jugendmannschaften, um dann noch als A-Jugendlicher in die zweite Mannschaft hochgezogen zu werden.

Dort blieb Beyer allerdings nicht lange. Was Hecking vom gelernten Innenverteidiger sah, wusste ihm zu gefallen.

So wurde aus dem gebürtigen Rheinländer der nächste Debütant aus der Jugendakademie der Gladbacher, aus der zuvor gestandene Spieler wie Tony Jantschke, Mo Dahoud oder Marc-André ter Stegen kamen.

Beyer zeigte bislang Ansätze, die ebenfalls auf eine solide Karriere hoffen lassen. Bei seinem Bundesligadebüt stand ihm niemand geringeres als Leon Bailey gegenüber – der Verteidiger blieb cool und zeigte eine gute Leistung.

Nachdem ihn gleich wenige Spieltage danach Hüftprobleme lange ausgebremst hatten, lief Beyer in den letzten drei Partien vor der Winterpause wieder über 90 Minuten auf – dieses Mal sogar auf seiner gelernten Position in der Innenverteidigung.

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Dabei zeigte der 18-Jährige viele gute Ansätze im Spiel gegen Hoffenheim, als er besonders gegen das Pressing der gegnerischen Offensive ruhig blieb und den Spielaufbau immer wieder spielerisch lösen wollte.

Lehrgeld musste Beyer dann im Spiel gegen Borussia Dortmund zahlen. Dort wirkte der Rookie teilweise stark überfordert.

Der Fehler vor dem Führungstreffer von Marco Reus nagte sichtlich am Selbstvertrauen des Verteidigers, im weiteren Verlauf des Spiels steckte er dies jedoch bemerkenswert gut weg.

Louis-Jordan Beyer ist damit zwar noch sehr roh, verfügt aber über Ansätze, die ihm weitere Einsätze im Profikader der ersten Mannschaft bescheren sollten.

Sollte es durch Verletzungen erneut zu einem Engpass auf der Rechts- oder der Innenverteidigerposition kommen, wird Dieter Hecking wohl erneut nicht zögern, auf das junge Eigengewächs zu setzen.



Diogo Dalot

Der 19-jährige Rechtsverteidiger wechselte im letzten Sommer für stolze 22 Millionen Euro Ablöse zu Manchester United und dass obwohl er zu der Zeit an einer schweren Meniskusverletzung laborierte und ohnehin gerade einmal acht Profispiele bestritten hatte.

Doch der inzwischen geschasste ManU-Coach José Mourinho, der genau wie Dalot den Durchbruch beim portugiesischen Top-Klub FC Porto geschafft hatte, war vom Potenzial seines jungen Landsmannes fest überzeugt.

Nachdem der Iberer, der einst Balljunge im Estádio do Dragão war, in seinen ersten beiden Startelfeinsätzen für die Red Devils Anfang Dezember überzeugte, sah der exzentrische Mourinho gar Anlass den Neuzugang mit einer Klub-Ikone zu vergleichen:

„Jeder weiß, dass er fantastisches Potenzial hat. Ich will keinen Vergleich anstellen, insbesondere nicht wenn es um die Anzahl an Titeln geht aber er hat wahrscheinlich das gleiche Alter wie Gary Neville, als er in die erste Mannschaft kam. Voraussichtlich kann er Nevilles Weg folgen und Uniteds Rechtsverteidiger für die nächsten zehn Jahre, oder mehr, werden.“

Genau wie Gary Neville ist Diogo Dalot ein relativ großer Außenverteidiger (1,83m), welcher der allgemeinen Entwicklung hin zu immer kleineren Spielern auf der Position entgegensteht.

Dalot ist ein moderner, weil vielseitiger Außenverteidiger, der sich hinten auf beiden Außenbahnen wohlfühlt und als Nachwuchsspieler immer wieder im Mittelfeld und sogar als Mittelstürmer eingesetzt wurde.

Der Youngster ist durch seine Schnelligkeit und gute Technik bestens geeignet, um sich in die Offensive einzuschalten. Hier kommt ihm ebenso seine Stärke in 1 gegen 1 Situationen zu Gute.

Zudem ist er ein exzellenter Flankengeber, der es auch aus schwierigen Winkeln versteht, präzise Bälle in Richtung seiner Stürmer zu schlagen.

Durch seine Körpergröße und die bullige Physis ist er in der Luft ein guter Zweikämpfer, der es mit den größten Angreifern aufnehmen kann. Einzig die Qualität bzw. Effizienz seiner Grätschen lässt noch zu wünschen übrig.

Insbesondere Dalots Stärken in der Offensive und im Passspiel aber auch seine Körpergröße und Stämmigkeit erinnern stark an Paris Saint-Germains Thomas Meunier.

Alles in allem lässt sich festhalten, dass Dalot ein enorm reifer Spieler ist, der bereits sehr abgeklärt agiert. Nicht umsonst genießt er inzwischen ebenfalls das Vertrauen des neuen Trainers Ole Gunnar Solskjær und gilt als sicherer Nachfolger von Antonio Valencia.



Tom Edwards

Kein Spieler im Kader des letztjährigen Premier League-Absteigers Stoke City trägt die DNA der „Potters“ so sehr in sich wie Thomas Adam, kurz Tom, Edwards.

Der Rechtsverteidiger durchlief seit 2006 sämtliche Jugendmannschaften der Engländer und steht seit Beginn der Saison 17/18 im Profiteam des zweitältesten noch existierenden Fußballklubs der Welt.

Um ehrlich zu sein: es hätte bessere Spielzeiten für das Debüt in Englands höchster Spielklasse gegeben, immerhin stieg Stoke 2018 nach zehn Jahren erstmals aus der Premier League ab. An dem mittlerweile 20-jährigen lag dieser Fauxpas jedoch beileibe nicht.

Dabei verlief auch der erste Auftritt Edwards für die Profis, sagen wir, suboptimal. Das Team des englischen U20-Nationalspielers erzielte im Oktober 2017 bei Manchester City zwar zwei Tore, kassierte seinerseits jedoch auch ganze sieben Gegentreffer.

Doch auch diese derbe Niederlage ist nicht an Edwards festzumachen, schließlich musste der Youngster den Platz des Etihad Stadiums damals bereits nach 53 Minuten beim Stand von 3:1 verletzungsbedingt verlassen.

Zuvor hatte Stokes Nummer 30 das erste Tor seines Teams sogar mitinitiiert und somit für mildernde Umstände zur Halbzeitpause gesorgt.

Das Zeugnis seines damaligen Cheftrainers Mark Hughes fiel nach der Partie dementsprechend positiv aus: „Tom ist ein Spieler, in den wir große Hoffnungen setzen. Er hat seine Entwicklung selbstverständlich noch nicht abgeschlossen, jedoch arbeitet er hart an sich und zeigt eine enorme Lernbereitschaft. Aus diesen Gründen hat er sich diese Chance heute verdient.“

Hughes ist in Stoke zwar längst Geschichte, die Prädikate, die der Waliser dem jungen Rechtsverteidiger zugeschrieben hat, treffen jedoch noch immer auf ihn zu. Edwards legt einen enormen Arbeitseifer an den Tag und trainiert nach nahezu jeder Einheit individuell an seinen Fähigkeiten.

Die größte Stärke des Mannes, der in Stafford zur Welt kam, ist dabei unverkennbar die Hereingabe des Balles von außen in den Strafraum. Seine Flanken sind äußerst präzise, dazu erwies sich Edwards in dieser Spielzeit als sehr widerstandsfähig.

Vor allem in der Championship ist diese körperliche Belastbarkeit von hoher Bedeutung, schließlich kommt es in der 2. englischen Liga vermehrt auf physische Attribute, denn auf technische Raffinesse an. Sein hoher Fußball-IQ kommt dem Eigengewächs dabei natürlich trotzdem zugute.

Dennoch gilt es für Edwards in Zukunft seine Fehlerquote zu minimieren und Konstanz in sein Spiel zu bekommen. Dies wird auch der Grund dafür sein, weshalb er sich bislang noch nicht final gegen die Konkurrenz auf seiner Position in Person von Moritz Bauer und Cuco Martina durchgesetzt hat.

Stoke City belegt derzeit als Absteiger einen Platz im grauen Mittelfeld der zweiten englischen Liga und ersetzte den chronisch erfolglosen Gary Rowett Anfang Januar durch Nathan Jones.

Der neue Coach der „Potters“ wird auf Spieler bauen müssen, die sich voll und ganz mit der Aufgabe und dem Verein identifizieren. Einen Spieler, der den Stoke-on-Trent-Fußball so sehr verkörpert wie Tom Edwards, wird der Waliser in seinem Kader mit Sicherheit kein zweites Mal finden.



Emerson

Im Februar 2017 kurz nach seinem 18. Geburtstag feierte Emerson Aparecido Leite De Souza Junior, kurz „Emerson“, sein Profidebüt bei Ponte Preta. In den darauffolgenden Monaten avancierte der Defensivmann zum Stammspieler und überzeugte einige Scouts.

Dies veranlasste Atletico Mineiro dazu im April 2018 1,2 Millionen Euro für das gerade mal 19-jährige Talent hinzublättern.

Wie es aussieht könnte dies eine hervorragende Investition gewesen sein, denn mittlerweile sollen sogar Arsenal, Chelsea, PSG und der FC Barcelona am jungen Brasilianer interessiert sein.

Drei Tage vor Veröffentlichung dieses Textes bekamem schließlich die Katalenen den Zuschlag und sicherten sich für eine Ablösesumme von 12 Millionen Euro die Dienste des Brasilianers.

Die Gründe für eine solche hohe Ablösesumme sind schnell gefunden, denn trotz seines jungen Alters ist das brasilianische Defensiv-Talent unheimlich konsequent und besticht mit einer Fehlerfreiheit eines gestandenen Spielers.

Auch im Grätschen ist der stämmige Verteidiger konsequent und weiß viele Angriffe des Gegners zu unterbinden. Ein Grund dafür ist sein schneller Antritt sowie seine Antizipation.

Zudem hat Emerson ein gutes Timing bei seinen Grätschen und weiß dabei (fast) immer nur den Ball zu spielen und damit den Gegner zur Weißglut zu bringen.

Dabei kommt ihm unter anderem auch sein bulliger Körper und seine große Statur entgegen. Trotz dieser ist der stämmige Verteidiger überraschend schnell und zudem sehr laufstark – eine Kombination, bei der so manchem Gegner angst und bange werden dürfte.

Doch auch im Offensivspiel weiß der Brasilianer zu überzeugen. Emerson verfügt über eine solide Technik und das Auge für seine Mitspieler, so ist er sowohl im Herausspielen als auch im Anlaufen äußerst talentiert.

Der Brasilianer weiß sich gut im Angriff zu positionieren und zugleich seine Vordermänner mit idealen Laufpässen zu bedienen.

Eine der Schwächen von Emerson ist jedoch das Umschaltspiel. Der junge Defensivspieler gewinnt viele Bälle im ersten Drittel, doch entscheidet sich im Umschalten noch zu oft für schlechte Optionen.

Eine weitere Schwachstelle sind seine Dribblings, die noch zu selten zu Erfolgen führen. In Druck- und Pressingsituationen wirkt der Mineiro-Verteidiger oftmals überfordert und findet erst spät eine Lösung, auch wenn er zugleich nur selten den Ball verliert.

Dennoch verfügt Emerson über sehr gute Anlagen, die ihn wohl bereits in den nächsten Monaten zu einem Top-Klub bringen könnten.



Reece James

Die vergangenen beiden Jahre verliefen für Reece James mehr als ordentlich. Mit der U19 wurde er im Sommer 2017 Europameister.

Ein Jahr später wurde er zum besten Acadamy-Player Chelseas gewählt, als er wichtiger Bestandteil der talentierten U18-Mannschaft war, der auch Hudson-Odoi angehörte. Im Sommer war dann schnell klar, dass der damals 18-Jährige schnellstmöglich Luft im Seniorenbereich schnuppern soll.

Eine Ausleihe an den Zweitligaaufsteiger Wigan Athletic sollte dem jungen Rechtsverteidiger diesen Schritt ermöglichen.

Angedacht war, dass man ihn langsam aufbaut und er bestenfalls Championship-Atmosphäre spüren kann. Mittlerweile ist James nicht mehr aus der Startelf wegzudenken und ist mit 19 Jahren eine feste Größe in Paul Cooks Kader.

Das englische Talent ist ein enorm wuchtiger Rechtsverteidiger, der offene Räume aggressiv und zielgerichtet attackiert. Schon bei einem Blick auf seine Statur wirkt James nicht wie ein normaler 19-Jähriger: Er hat schon jetzt auffallend muskulöse Oberschenkel und breite Schultern, die er insbesondere in Laufduellen oder beim Abschirmen des Balles klug verwendet.

Sein Antritt ist ordentlich, aber nicht so herausragend wie seine Endgeschwindigkeit. Rein körperlich ist James schon jetzt ein Musterprofi.

Die Chelsea-Leihgabe ist allerdings kein bloßer Sprinter. Hat er den Ball am Fuß überzeugt er mit Spielwitz und einer gewissen Unbekümmertheit.

James scheut sich nicht davor in den Halbraum zu dribbeln, sollten sich dort offene Räume ergeben und spielt von dort aus gerne Seitenverlagerungen auf den Flügel. Dieses Mittel nutzte er vor allem in seiner Zeit bei Chelseas U18 verstärkt.

Meistens sucht er jedoch den Weg über die Außenbahn, sei es durch Doppelpässe oder auf eigene Faust. Der Engländer hat insbesondere im zweiten Drittel die Fähigkeit urplötzlich Dynamik zu erzeugen und dem Spiel Tempo zu geben. Ein bisschen erinnert er an den jungen Kyle Walker.

Seine Flanken schlägt er gerne bogenartig um die/den vordersten Verteidiger herum, so dass sie zwischen erstem Pfosten und Elfmeterpunkt einen Abnehmer finden (sollen).

Hereingaben aus dem Halbraum sind bei ihm ebenfalls gefährlich, da er sie mit viel Effet auf den zweiten Pfosten schlägt.

Filigrane Finten oder sehenswerte Ballannahmen sieht man bei ihm hin und wieder, diese sind aber eher Mittel zum Zweck. James ist ein sehr durchdachter und klarer Spieler.

In defensiven Laufduellen tendiert er häufig zur Grätsche, verfügt hier aber über ein gutes Timing und hohe Erfolgsquote.

In normalen Zweikämpfen ist er oft noch zu hektisch und sucht proaktiv den Ballgewinn, wodurch er sich am Flügel relativ einfach abkochen lässt.

Chelsea hat jüngst den Vertrag mit Rechtsverteidiger und Kapitän Cesar Azpilicueta verlängert. Es wäre ratsam, wenn man an der Stamford Bridge mittel- bis langfristig mit Reece James als Nachfolger des Spaniers plant. Er bringt ähnliche Fähigkeiten wie er mit und muss sich gerade Offensiv vor dem eigentlichen Nachfolger, Zapacosta, nicht verstecken.



Sergio Lopez

Am ersten August des Jahres 2018 konnte man im Spielertunnel des Hard Rock Stadions in Miami einen jungen Mann im weißen Trikot mit der Rückennummer 31 beobachten, wie er augenscheinlich auf etwas oder jemanden wartete. Minuten später erhellte sich sein Blick.

Ein Mann trat auf ihn zu und übergab ihm ein rotes Trikot mit der Nummer 7, welches nur wenige Minuten vorher noch Alexis Sánchez getragen hatte.

Dieser hatte mit Manchester United ein Testspiel gegen Real Madrid bestritten und war mit zwei Scorerpunkten zum Spieler des Spiels gewählt worden. Sein Gegenspieler in der zweiten Halbzeit war jener junge Mann mit der Trikotnummer 31.

Sergio López Galache, der vor 19 Jahren im nordrheinwestfälischen Remscheid das Licht der Welt erblickte, verbrachte die Hälfte seiner Jugend im Rheinland, bevor er mit der Familie in das zwei Autostunden von Madrid gelegene Salamanca zog.

Und weil sich der dortige Stammverein UD Salamanca 2013 nach 90 Jahren Bestehens hochverschuldet auflöste, landete der junge López beim Vorstadtclub UD Santa Marta.

Dort entwickelte er sich zum Shooting Star, sodass ein paar Jahre später der spanische Rekordmeister anklopfte – und den Zuschlag erhielt.


Selbst in Reals Jugendmannschaften spielte López immer eine Klasse höher, als er musste. Wenn er nicht verletzt war, spielte er meist über die vollen 90 Minuten.

Dabei profitierte er vom Vertrauen von U-19-Trainer und Ex-Madrilene Guti, unter dem der talentierte Rechtsverteidiger durchgehend einen Stammplatz in Liga und UEFA Youth League hatte.

Der 1,79 Meter große López besticht derzeit in der zweiten Mannschaft Reals durch seine Schnelligkeit, eine sichere Ballführung und vor allem durch seine überragende Übersicht, die ihn manchmal als heimlichen Spielmacher seiner Mannschaft erscheinen lässt.

Viele sehen ihn bereits jetzt als Nachfolger von Dani Carvajal, der in diesem Jahr bereits häufiger seinen Platz in der Viererkette an Neuzugang Odriozola abgeben musste.

So unbekannt der 19-Jährige hierzulande noch sein mag, so wenig wird es die Scouts der europäischen Top Clubs überrascht haben, dass Real Madrid sein Talent im Sommer mit einem Profivertrag bis 2022 ausstattete und unter anderem ein 5-Millionen-Angebot des AFC Bournemouth ausschlug.

Einer, der ihn auf jeden Fall kennt, ist Uli Hoeneß. Der musste im Achtelfinalspiel der Youth League im Februar 2018 mitansehen, wie ein überragender López mit zwei Scorerpunkten die Niederlage seiner FCB-Junioren besiegelte.

Und wenn López, der für den Profifußball körperlich noch zulegen muss, seine Entwicklung weiterhin so stark vorantreibt, wird sein Trikot in naher Zukunft wohl auch sehr begehrt sein.



Pedro Porro

Pedro Antonio Porro Saucedo, kurz Pedro Porro, erschien diese Saison so unerwartet auf der Bildfläche – ihn gibt es noch nicht einmal bei FIFA 19.

Dem 19-jährigen Rechtsverteidiger gelang in dieser Spielzeit der Schritt in den Profibereich: Von der zweiten Mannschaft des FC Girona, CF Peralada, kam er diese Saison in die erste Mannschaft.

Dort benötigte er keine Anpassungszeit und stieg direkt zum Stammspieler auf. Porro besticht dort besonders mit seinem Bewegungsspiel in der Offensive: Er positioniert sich sehr gut für Spielverlagerungen, er findet das passende Timing fürs Hinter- und Vorderlaufen und sorgt für saubere Staffelungen bei kleinräumigen Kombinationen.

In den weiträumigen Aktionen kommt besonders seine starke Dynamik zum Tragen. Bei den kleinräumigen Aktionen weiß er mit seinem ordentlichen Passspiel und seiner guten Ballführung zu gefallen. Wenn Porro unter Druck gerät, kann er das Pressing sauber mit Dribblings oder präzisen langen Bällen auflösen.

Seine bevorzugte Dribblingsrichtung ist diagonal und treibt ihn so häufig in den Halbraum, aus dem er manchmal gefährliche Flanken anbringen kann. Das defensive Spiel – für einen Rechtsverteidiger nicht gänzlich unwichtig – ist bei dem 1,76m großen Spanier ebenfalls ordentlich.

Besonders stark ist Porros Antizipation: Er erkennt mögliche Pässe des Gegners bereits im Voraus und fängt viele Pässe zu seinem „Gegenspieler ab“.

Seine Positionierung und Vororientierung ist in solchen Situationen ausgesprochen gut. Der Spanier lässt ein mögliches Gegenpressing gar nicht erst zu, weil er die abgefangenen Bälle mit einem Kontakt zum nächstbesten Mitspieler spielt.

Diese One-Touch-Pässe zeigen Porros hohes technisches Potenzial. Außerdem verhält er sich in Laufduellen extrem clever: Sobald die Möglichkeit da ist, schiebt Porro seinen Körper zwischen Gegner und Ball.

Diese Erfahrung musste auch Gareth Bale nicht nur einmal machen (auch wenn er dann noch ein Tor erzielt und eine Vorlage gegeben hat).

Die Schwächen des Spaniers sind die typischen Schwächen eines jungen Spielers: Die Konstanz (in quasi allem). Er rückt häufig zu früh bzw. zu spät raus und hat dementsprechend keinen Zugriff auf seinen Gegenspieler.

In der direkten Zweikampfführung hat er ebenfalls seine Probleme, weil er den Gegner zu frontal anläuft und ihn somit kaum lenkt. So können seine Gegenspieler nach innen ziehen, was ein Außenverteidiger eigentlich verhindern sollte.

Mit dem Ball ist Porro noch zu hektisch: Seine Pässe spielt er häufig hoch und weit in Situationen, die auch mit einem Dribbling oder Kurzpass gelöst werden könnten.

Nichtsdestotrotz besitzt Porro großes Potenzial, wenn er etwas an seiner Konstanz arbeitet. Und wer weiß: Vielleicht gibt’s ihn ja bald beim Ultimate Team.



Alexis Saelemaekers

Diejenigen, die Alexis Saelemaekers diese Saison verfolgt haben, werden nun sicher – nicht ganz unberechtigt – fragen: „Was macht ein rechter Mittelfeldspieler unter den rechten Verteidigern?“ – ganz einfach:

In seiner Jugend spielte Alexis Saelemaekers als Mittelfeldspieler, wurde aber mit der Zeit immer weiter zurück in die Defensive gerückt. Seinen Durchbruch feierte der junge Belgier vorigen Februar in der Viererkette des RSC Anderlecht.

Mittlerweile hat Anderlecht jedoch auf ein 3-4-2-1 umgestellt, in dem Saelemaekers als Hybrid zwischen Außenverteidiger und Flügelspieler agiert und damit in Position, seiner Interpretation und der Umsetzung dieser sowie seinen Stärken und Schwächen stark an Thomas Meunier von PSG erinnert.

Der 27-Jährige ist zugleich das Idol von Alexis Saelemaekers. „Er ist ein großartiges Vorbild und Beispiel.

Ich kann viel von ihm lernen, insbesondere was die Defensivarbeit betrifft“, trifft es der junge Belgier gut auf den Punkt.

Die Stärken des Anderlecht-Talents liegen nämlich im Offensivspiel. Zwar wirkt sein Auftreten wenig spektakulär, seine Aggressivität und seine Ruhe sind jedoch elementar für sein Spiel.

Ein Großteil der Angriffe laufen über den erst 19-jährigen Außenverteidiger bzw. Flügelspieler, der mit viel Entschlossenheit, solider Technik, tollen Laufwegen und schier unendlicher Laufbereitschaft für Gefahr sorgt.


Dabei besticht der Belgier mit einer unglaublichen Ruhe und Konstanz, selbst unter Druck behält der Verteidiger die Nerven.

Bereits kurz nach seinem Debüt im Februar 2018 gegen St. Truiden verdrängte Alexis Saelemaekers Dennis Appiah auf der rechten Seite und avancierte zum Stammspieler bei Anderlecht.

„Mein großes Glück war Trainer Hein Vanhaezebrouck. Er ließ mich spielen und schenkte mir Vertrauen – zwei Aspekte, die für junge Spieler extrem wichtig sind“, zeigte sich das junge Talent sehr bescheiden und dankbar.

Bereits im ersten Anlauf nutzte der Anderlecht-Flügelspieler seine Chance und ist nach starken Leistungen nicht mehr aus der Startelf wegzudenken.

Insbesondere im Offensivspiel kann der junge Saelemaekers bereits einiges vorweisen. Seine Schwächen liegen viel mehr in der Defensive, wo der Anderlecht-Spieler oftmals das richtige Timing bei Zweikämpfen vermissen lässt und noch zu anfällig ist.

Kein Wunder also, dass in der Jupiler League derzeit ein reges Wettbieten um das junge Talent herrscht – jeder will sich den vermeintlichen Meunier-Nachfolger sichern. Bei gleichbleibender Entwicklung scheint dies keineswegs unwahrscheinlich.



Federico Valietti

Als Federico Valietti Ende Januar seinen 20. Geburtstag feierte, wird er wohl nicht vollständig zufrieden auf das vergangene halbe Jahr zurückgeblickt haben.

Der ehrgeizige Außenverteidiger durchlief seit der U-15 jede Auswahl des italienischen Verbandes – zuletzt wurde er jedoch nicht mehr für die Spiele der U-20 Nationalmannschaft nominiert. Der erste kleine Dämpfer in seiner Karriere.

Geboren in Bergamo, spielte er schon früh für Inter. Hier war Valietti jahrelang in seinen Mannschaften gesetzt und reifte zum Jugendnationalspieler.

Doch nicht nur aus individueller Sicht erlebte er eine sehr erfolgreiche Periode.

So gewann sein Team 2017 und 2018 jeweils die Primavera, Italiens A-Jugendmeisterschaft, einmal die Supercoppa Primavera und nicht zuletzt eines der prestigeträchtigsten Tuniere für Jugendteams, das Torneo Viareggio.

Valietti überzeugte dabei vor Allem durch seine Geschwindigkeit, einem starken Offensivdrang und gute Hereingaben.

Hierbei ist charakteristisch, dass er selten seinen Vordermann hinterläuft, um von der Grundlinie zu flanken, sondern gerne schon aus dem Halbfeld oder auf Strafraumhöhe hohe Bälle auf den zweiten Pfosten zieht.

Der Norditaliener ist ein intelligenter Kombinationsspieler, der auf engem Raum häufig die richtige Entscheidung trifft. Auf diese Weise kann er sich gut aus Pressingsituationen befreien und den Ball in den eigenen Reihen halten.

Er ist flink genug, um das Tempo von gegnerischen Flügelspielern aufzunehmen, man kann ihn schwer überspielen oder überlaufen. Durch seine Größe von 1,85m kann er sich auch im Zweikampf und in der Luft behaupten.

Er muss allerdings für den Erwachsenenfußball noch robuster werden. Am liebsten spielt er als Rechtsverteidiger in einer Viererkette, seine Voraussetzungen ermöglichen allerdings auch einen Einsatz in einer offensiveren Rolle als Wingback oder im rechten Mittelfeld.

Macht er taktisch und physisch noch Fortschritte, könnte er auch eine echte Alternative als rechter Innenverteidiger in einer Dreierkette werden.

In Italien galt er schon lange als großes Talent und konnte auch die Scouts vom CFC Genoa von seinen Qualitäten überzeugen.

Obwohl er noch ohne Einsatz im Seniorenbereich war, verpflichteten die Grifone den Abwehrspieler vor der laufenden Saison für 6 Millionen Euro.

Inter sicherte sich eine Rückkaufoption für die nächsten zwei Jahre, die deutlich im zweistelligen Millionenbereich angesiedelt ist.

Um Valietti den Schritt in den Profifußball zu erleichtern, lieh Genoa ihn postwendend in die Serie B aus.

Bei Crotone stand er seit Beginn der Saison 20 Mal im Kader, wurde jedoch erst drei Mal eingesetzt. Seine Mannschaft befindet sich tief im Abstiegskampf.

Schon häufig schafften junge Spieler genau in solchen Situationen ihren Durchbruch. Und auch Valiettis Formkurve zeigte zuletzt nach oben: Er spielte zwei Mal über die volle Distanz, legte dabei sogar einen Treffer vor. Mit Sicherheit war das nicht der Höhepunkt seiner Karriere.



Vitinho

Als Cercle Brügge Vitinho im Sommer zum vereinsinternen Rekordtransfer machte, hatte er erst ein Spiel im Seniorenbereich bestritten.

Trotzdem überwiesen die Belgier 2,35 Millionen Euro an seinen Jugendclub Cruzeiro. Die westflämischen Rückkehrer ins belgische Oberhaus haben sich eigentlich darauf verlegt ihren Kader, rund um einige erfahrene Stützen, mit vielen jungen Leihspielern zu füllen.

Ähnlich wie Vitesse Arnheim oder NAC Breda in den Niederlanden, schloss man im Sommer eine Kooperation mit einem Champions-League-Teilnehmer.

Insgesamt neun Spieler der Mannschaft gehören der AS Monaco. Sportlich ist das eine große Hilfe, finanziell verspricht es jedoch keinen Profit – selbst wenn die Spieler in Brügge den nächsten Schritt machen.

Kein Wunder also, dass Vereinsboss Frans Schotte Vitinho besonders euphorisch empfing und von einem Gewinn für Cercle, als auch den gesamten belgischen Fußball sprach.

Immerhin spülten Akteure wie Carlos Bacca, Youri Tielemans oder Jose Izquierdo, bei ihren Wechseln in die Top-Ligen, den Clubs zweistellige Millionensummen in die Kassen. Ein Weg, den auch Vitinho gehen könnte.

Das er das Zeug dazu hat, beweisen seine regelmäßigen Einladungen zur brasilianischen U-20-Nationalmannschaft, für die er derzeit die Südamerikameisterschaft spielt.

Sein erstes halbes Jahr in Belgien war indes eher durchwachsen. Typisch für Spieler seines Alters pendelt er zwischen Startelf, Bank und Tribüne.

Durch die Einladung in die brasilianische Auswahl verpasste er das Trainingslager in der Winterpause. Zu allem Überfluss kürte ihn eine Brügger Zeitung bei ihrem Jahresrückblick gar zur Cercle-Enttäuschung des Jahres.

Ein hartes Urteil, wenn man bedenkt, dass der 19-Jährige die ersten Erfahrungen auf einem fremden Kontinent sammelt.

Bislang wurde Vitinho acht Mal als Rechtsverteidiger und ein Mal im rechten Mittelfeld aufgeboten. Seine größten Stärken sind sein hohes Tempo, eine gute Technik und der natürliche Vorwärtsdrang.

Trotz seiner Größe von 1,75 kann er sich in Zweikämpfen behaupten und bringt so alle Eigenschaften eines modernen Außenverteidigers mit.

Vitinhos Probleme liegen eher im taktischen Bereich. Sein Stellungsspiel genügt noch nicht den europäischen Ansprüchen, manchmal wirkt er fahrig und unkonzentriert.

Die oft bemühte Phrase des Rohdiamants, der noch geschliffen werden muss, passt gut zum jungen Brasilianer. Trifft er auf die richtigen Trainer, die mit viel Geduld an ihm arbeiten, ist großes möglich.

In der Rückrunde gilt es für ihn, den Schwung aus dem Turnier mit der Jugendnationalmannschaft mitzunehmen und sich einen Stammplatz in Brügge zu erkämpfen.

Überzogene Erwartungen sind da weniger hilfreich, ein 19-Jähriger ist immer auch ein Investment in die Zukunft. Eine Zukunft, die seinem Verein eine erfolgreiche Zeit mit Vitinho und viel Geld bringen könnte.

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