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Kolumne RasenWurzeln – Eine Weltreise durch den deutschen Amateurfußball

In Deutschland gibt es fast 25.000 Fußballvereine. Ein Großteil davon spielt jede Woche gleich mit mehreren Teams um Auf- und Abstiege zwischen Kreisklasse 4 und Landesliga. Nebenbei sind sie Startpunkt der Karrieren von späteren Weltstars auf dem Rasen, auf der Trainerbank oder an der Pfeife.

Von diesen Vereinen haben 733 schon im Namen einen Bezug zu einem anderen Land oder einer Minderheit in Deutschland. Sie heißen Arriba Peru, Türkiyemspor oder Madridista.

Die neue Kolumne “RasenWurzeln” möchte diesen Vereinen eine Plattform geben und ab Anfang 2021 alle zwei Wochen einen neuen Club vorstellen.


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Die Idee

Der Deutsche Fußball Bund wurde am 28. Januar 1900 in Leipzig von 86 deutschen Fußballvereinen gegründet. Sieben dieser Gründungsmitglieder trugen dabei einen Bezug zu einem anderen Land im Namen.

Von Britannia Chemnitz bis zum Berliner FC Burgund 1896 trugen die Vereine meist stolz die Herkunft der Vereinsgründer im Namen. Heute gibt es alleine in Deutschland 733 Vereine, die im Namen oder im Logo auf einen Ort, auf einen nicht-deutschen Fußballverein oder auf eine Minderheit verweisen.

Mit Türkgücü München spielt diese Saison erstmals ein solcher Verein in einer Profiliga. Der Großteil der Vereine hingegen arbeitet eher an der fußballerischen Basis des Landes. Anhand ihres Trikots wird diese Reihe einige dieser deutschen Amateurclubs vorstellen.


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Die Kolumne wird den Namen RasenWurzeln tragen, in Anspielung auf die Graswurzel-Arbeit der Vereine und die besonderen Wurzeln der Clubs. Die vorgestellten Vereine haben dem Autor dieser Kolumne alle ein Trikot für eine einzigartige Sammlung bereitgestellt. Diese Trikots stehen symbolisch für den Verein und oft auch für den Ursprung des Vereins, der oft nicht in Deutschland liegt.

 

Warum eine Kolumne?

Diese Serie ist entstanden, weil ein sportlicher Blick auf Vereine die Türkgücü, Makkabi oder Croatia heißen bisher fehlte. So beliebt diese Vereine oft lokal sind, so unbekannt sind sie meist überregional.

Wenn über sie berichtet wird, ist oft von “Migrantenvereinen” die Rede, auch wenn die Spieler, Funktionäre und Trainer in Deutschland geboren wurden und nie migriert sind und ihr Angebot jedem, nicht nur Menschen mit Migrationshintergrund, offen steht.

Der Begriff ist nicht nur zu Unrecht negativ besetzt, er beschreibt auch häufig nicht wirklich, wofür diese Vereine heute stehen. Türkgücü München hat weniger nicht-deutsche Spieler im Kader als Bayern München – weil es eben kein “Verein für Türken” ist, sondern ein Münchner Fußballverein wie jeder andere auch, deren Gründer Ömer und Alaattin und nicht Arthur oder Otto hießen.

In den meisten Fällen sind die Vereine entstanden, weil die Gründer ein zusätzliches Angebot schaffen wollten, oft speziell auch für eine Community, die sich in anderen Vereinen wenig willkommen fühlte.


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Das Logo von Türgücü München symbolisiert hierbei beispielhaft wofür viele der Vereine mit einem Verweis auf ein anderes Land oder eine Minderheit stehen: Es zeigt zur Hälfte die türkische und zur Hälfte die bayrische Flagge.

Es ist ein Ur-Münchner Verein, der eine gewisse Verbundenheit zur Türkei empfindet und auch zeigen möchte. Als fester Bestandteil der deutschen Fußballszene bilden die hier vorgestellten Vereine junge Spieler und Spielerinnen, TrainerInnen und SchiedsrichterInnen aus.

Sie sind wesentlicher Bestandteil der Herzkammer des deutschen Fußballs – dem Breitensport – und verdienen es mit dieser Serie einmal näher vorgestellt zu werden.


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(Titelbild: © Getty Images)

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Sascha Düerkop
Sascha Düerkop
Trikotsammler, Gründer und Generalsekretär des alternatives Weltverbandes CONIFA und beschäftigt sich hauptsächlich mit afrikanischem Fußball, ozeanischen Inseln und nicht-anerkannten Staaten.

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