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47, 72, 91: Kuriose Rückennummern und deren Geschichten

2. März 1878, Hampden Park, Glasgow. In Schottland wird an diesem Tag gleich in mehrfacher Hinsicht Geschichte geschrieben: Mit einem neuen, revolutionären Spielsystem, der schottischen Furche, schlägt die schottische Nationalauswahl die englischen Gäste in einem vernichtenden 7:2-Spektakel.

Neben dem Einfluss auf die Entwicklung von Systemen und Taktik ist die schottische Furche auch die Grundlage für die Vorstellungen vieler Fans, wenn es um die Rückennumern ihrer Stars geht:

Die 2 hat der Außenverteidiger zu tragen, und wenn die 9 nicht im Mittelsturm wiederzufinden ist, kann das schon mal für die eine oder andere hochgezogene Augenbraue sorgen.

 


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Atalantas Sturmduo

In der Gegenwart entsteht aber leicht der Eindruck, dass immer mehr Fußballer von den Traditionen und Dogmen der Nummerierung abweichen.

Während in der Bundesliga von der DFL alle Nummern jenseits der 40 verboten sind – spießig und typisch deutsch – ist in anderen europäischen Ligen die Auswahl mit den Zahlen von 1 bis 99 deutlich größer. In Mexiko sind gar dreistellige Rückennummern erlaubt.

Aber auch im zweistelligen Bereich gibt es die eine oder andere kuriose Zahl zu begutachten – nicht selten mit umso kurioseren Geschichten dazu.

Die 91 ist eine der Nummern, die man nicht besonders häufig auf Trikots findet – so aber bei Duván Zapata, Atalantas kolumbianischem Stoßstürmer.

Auch Antonio Candreva, seines Zeichens Spieler von Inter Mailand, hat mit der 87 eine eher ungewöhnliche Rückennummer gewählt. Was aber haben diese beiden Fälle gemeinsam?

Nun, hinter beiden Zahlen könnte man leicht eine Primzahl vermuten – allerdings ist weder die 87 noch die 91 unteilbar. Beide Spieler wählten ihre Rückennummer aber trotzdem aus demselben Grund, sie steht für ihr jeweiliges Geburtsjahr. Auch Florenz‘ Patrick Cutrone würde in diese Reihe passen: Er trägt die 63 in Anlehnung an das Geburtsjahr seines Vaters.

Bei Josip Ilicics Wechsel 2010 schien zahlen-technisch gar das Schicksal seine Hände im Spiel zu haben. Der Slowene hatte bei seinen vorherigen Stationen in seinem Heimatland die Nummer 27 getragen, der Transfer zu Palermo wurde am 27. August finalisiert.

Ärgerlicherweise war die 27 bei Palermo aber bereits an Javier Pastore vergeben. Ilicic tauschte daraufhin die beiden Ziffern – und herauskam die 72.

Nach Pastores Abschied sicherte sich der Slowene zwar dessen Rückennummer, nach Palermos Abstieg aus der Serie A verließ aber auch Ilicic den Verein.

Bei seinem neuen Verein – dem AC Florenz – war die Nummer 27 schon wieder nicht zu haben. Ilicic entschied sich abermals für die 72 – und trägt diese bis heute bei Atalanta Bergamo.


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Kuriose Trikotnummern im Fußball: Vorbilder und Mathematik

Eine weitere durchaus beliebte Entscheidungshilfe bei der Suche nach der richtigen Rückennummer scheint für Profis das eigene Idol und Vorbild zu sein.

Eric Dier wählte die 15 wie Manchester Uniteds Innenverteidiger-Legende Nemanja Vidic, Amadou Diawara von der Roma streift sich wie einst Yaya Touré bei Manchester City die 42 über den Rücken.

Allzu gerne wird Fußballprofis vorgeworfen, sie wären nicht besonders intelligent und würden außerhalb des Platzes nicht viel gebacken bekommen. In Sachen Trikotnummer wird aber der eine oder andere Spieler auch schnell zum Mathematiker.

Das bekannteste Beispiel ist sicher Iván Zamorano, der im Sommer 1997 bei Inter „seine“ 9 an Ronaldo abgeben musste. Daraufhin entschied sich der Chilene für die Nummer 18 – und stellte mit einem Plus-Zeichen zwischen den beiden Ziffern zumindest mathematisch seine alte Nummer wieder her.

Und auch bei Mario Balotellis 45 verhält es sich ähnlich: Die Nummer wurde dem exzentrischen Stürmer in jungen Jahren bei Inter gegeben. Beide Ziffern addiert ergeben 9, witzelte Balotelli, der seine Trikotwahl zudem damit begründete, dass die 45 ihm immer Glück gebracht habe.

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Trikotnummern mit Kultstatus

Als Arsenal 2018 Lucas Torreira von Sampdoria verpflichtete, entschied sich der Uruguayer für eine etwas merkwürdige Rückennummer, sieht man doch eher selten einen Sechser mit der 11 auf dem Rücken auflaufen.

Als man Torreira damit konfrontierte, rechtfertigte er sich mit seinem Geburtsdatum (11. Februar) – und außerdem hätte er in der Kabine unbedingt neben Mesut Özil sitzen wollen.

Aboubakar Kamara war nach eigenen Aussagen dagegen völlig unklar, was er mit der Auswahl der 47 bei Fulham auslöste: „Ursprünglich war die 7 meine Lieblingsnummer“, sagte der Franzose. Da die Nummern 7, 17, 27, und 37 allesamt vergeben waren, entschied er sich für die 47. Und schuf damit – angeblich unwissend – seinen Spitznamen AK47.

Ähnlich wie die Nummer 47 ist auch die 2 eigentlich keine übliche Mittelstürmer-Nummer. Verwunderlich, dass sich in den letzten Jahren mit Wilfried Bony (Swansea) und Sandro Wagner (Bayern München) gleich zwei bekannte Stürmer mit dieser Ziffer finden lassen.

In beiden Fällen waren ihre Lieblings-Nummern bei ihrem neuen Verein bereits vergeben. Und da sowohl Wagner als auch Bony bereits zuvor für Swansea bzw. die Bayern aufgelaufen waren, entschieden sie sich für die 2 im Sinne ihres zweiten Aufenthalts.

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Die ernste Seite

Natürlich gibt es aber auch ernste Geschichten hinter manchen Trikotnummern zu entdecken: So beispielsweise bei Barcelonas Frenkie de Jong, der die 21 auf seinem Rücken als Tribut an seinen Großvater sieht. Dieser war am 21. Geburtstag des Niederländers verstorben.

Als Rui Patrício im Sommer 2018 zu den Wolverhampton Wanderers wechselte, entschied er sich statt der üblichen Torwart-Nummer 1 für die 11, normalerweise unter Offensivspielern begehrt. Aus Respekt vor seinem Vorgänger Carl Ikeme entschied sich der portugiesische Nationaltorwart gemeinsam mit dem Verein und den anderen Torhütern, die Nummer 1 nicht zu vergeben.

Ikeme war mit 32 Jahren an Leukämie erkrankt und musste im Zuge der Erkrankung seine Karriere beenden

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Simon
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Wenn mich der Journalist bei Fußball Manager früher gefragt hat, von welcher Sportart sich der Fußball etwas abschauen kann, war meine Antwort stets: "Ich bin generell ein sehr sportbegeisterter Mensch."

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