In unseren Cavanis Friseur 110 porträtieren wir 110 Spieler, die unserer Meinung nach derzeit zu den besten U20-Talenten der Welt zählen.

Dazu haben wir aus über 500 Spielern mit Stichtag 1.1.1999 pro Position 10 Spieler ausgewählt und diese analysiert. In diesem Text wollen wir euch die besten Talente im rechten Mittelfeld vorstellen.

Die 10 besten Talente im rechten Mittelfeld:

Tahith ChongManchester United
Samuel ChukwuezeVillarreal CF
Moussa DiabyParis Saint-Germain
Úmaro EmbalóBenfica
Jordi MboulaAS Monaco
Reiss NelsonArsenal FC
Pedro NetoS.S. Lazio
Abdülkadir ÖmürTrabzonspor
Jadon SanchoBorussia Dortmund
Ferrán TorresValencia CF

Lest auch die anderen Teile unserer Talente-Serie


 

Tahith Chong

Der Durchmarsch von der Jugendakademie über die Reserven bis hin zur ersten Mannschaft innerhalb von etwa einem Jahr bei Manchester United ist etwas Besonderes. Und Tahith Chong ist eines der größten Talente des Vereins, das jetzt schon von Fans und Mitspielern gleichermaßen Anerkennung erhält.

Chong gab sein Debüt in der ersten Mannschaft, die nun von Ole Gunnar Solskjaer geführt wird, bei einem 2:0-Sieg gegen Reading im FA-Cup im Januar. Hier rotierte er für Juan Mata in die Startelf und spielte entsprechend als rechter Flügelspieler, seiner Lieblingsposition.

Obwohl er auf beiden Seiten spielen kann, ist Chong auf der rechten Seite am effektivsten, da er so mit seinem stärkeren linken Fuß nach innen ziehen kann. Chong ist hervorragend darin, den Ball durch die gegnerischen Linien zu tragen und gute Verbindungen mit Teamkollegen herzustellen.

Chongs Freilaufbewegungen, um Pässe bei längeren Passfolgen im und um den gegnerischen Strafraum zu erhalten, sind beeindruckend. Was ihn in gewisser Weise als offensiver Außenspieler einzigartig macht, ist sein Körperbau.

Chong schafft nicht nur Chancen für seine Teamkollegen, sondern schafft auch Chancen für sich selbst durch eine Kombination aus Dribbling und Stärke; Das United-Talent kann nicht nur Verteidiger in 1:1-Duellen überwinden, sondern auch mit seiner Physis und Cleverness in engen Situationen Gegenspieler sperren und sich so Zeit und Raum zum Schießen geben.


Ein ausgezeichnetes Beispiel dafür, war einer von zwei schönen Treffern beim 3:0-Erfolg gegen die Reserve von Sunderland im vergangenen Oktober.

Chong bringt alle Eigenschaften eines modernen Flügelspielers mit. Er könnte in Uniteds Mannschaft eine Lücke füllen, die von vielen wegen mangelnder Tiefe und schlechten Entscheidungen auf dem Transfermarkt in Frage gestellt wurde.

Mourinho und Solskjaer haben beide dazu tendiert, entweder Juan Mata oder Jesse Lingard als rechten Mittelfeldspieler einzusetzen, wenn United breite Flügelstürmer entweder in einem 4-2-3-1 oder 4-3-3 einsetzte, aber keiner von beiden die Breite hält, während Chong es tut.

Zudem ist der junge Niederländer extrem vielseitig. Chong kam bereits im Zentrum und der linken Seite zum Einsatz. Ebenso könnte er auch in einem 4-4-2 mit Raute bzw. einem 4-3-3 ohne Flügelspieler, welches United bereits gegen die Spurs und Arsenal verwendete, eingesetzt werden.

Chong kann sowohl Tore schießen als auch Tore vorbereiten und hat in 19 Spielen in der Premier League 2 und der UEFA Youth League sieben Tore erzielt und drei Treffer vorbereitet.

Wie viele andere Manchester United-Flügelspieler in der Vergangenheit kann auch Chong eine Bedrohung für gegnerische Außenverteidiger werden.

Ein Text von Ryan Quinn


 

Samuel Chukwueze

Noch vor seinem Profi-Ligadebüt erhielt Villarreals Youngster Samuel Chukwueze einen Anruf von Nigerias Teamchef Gernot Rohr – der Deutsche wusste vom Talent und dem Potential des Flügelflitzers und berief ihn auch ohne Ligaeinsatz in die Nationalmannschaft Nigerias ein.

„Chukwueze hat einen starken linken Fuß, ist schnell, hat einen niedrigen Körperschwerpunkt, der ihm eine gute Balance gibt und er weiß Tore vorzubereiten und zu schießen“, begründete der Teamchef die Einberufung des jungen Talents.

Bereits 2015 sorgte der junge Afrikaner für Furore. Bei der U17-WM 2015 in Chile verteidigte Nigeria erfolgreich seinen Titel – Samuel Chukwueze gelang es sich drei Mal auf der Torschützenliste einzutragen.

Während es seine Kollegen Victor Osimhen (10 Tore!) und Kelechi Nwakali zu Wolfsburg bzw. Arsenal verschlug, zog es den „nigerianischen Robben“ nach Spanien.

Der Rechtsaußen folgte den Lockrufen aus Villarreal, das 2017 den damals 18-Jährigen für 500.000 Euro verpflichtete.

Am 20. September 2018 feierte der rechte Mittelfeldspieler sein Profi-Debüt für das gelbe U-Boot. Samuel Chukwueze durfte in der Europa League für elf Minuten gegen die Glasgow Rangers ran.

Sein großer Durchbruch gelang ihm aber im Liga-Spiel gegen Real Madrid (2:2) im November. Gegen die Königlichen wusste das nigerianische Talent mit einer starken Leistung zu begeistern und legte den 1:0 Führungstreffer durch Santi Cazorla vor.

Nach weiteren herausragenden Leistungen wurde der 19-Jährige ins Team des Monats berufen und weckte das Interesse vieler Vereine – so soll Atletico im Winter bereit gewesen zu sein rund 40 Millionen Euro für den flinken Afrikaner auszugeben.


Doch Villarreal wusste, dass diese Summe nicht dem Potential des agilen Rechtsaußen entspricht.

Chukwueze ist unheimlich schnell und verblüfft mit einer fantastischen Technik, insbesondere durch seine idealen Ballannahmen und seine Agilität ist er ein ständiges Störfeuer für die gegnerische Abwehr.

Der Nigerianer ist äußerst explosiv und kann durch seinen Antritt und seinen starken rechten Fuß in Robben-Manier immer wieder für Gefahr sorgen.

Durch seine schnellen Beinbewegungen ist es trotz seiner kleinen Größe von nur 1,72m kaum vom Ball zu trennen – und ging der Versuch der Balleroberung schief, so ist Chukwueze dank seiner unheimlichen Geschwindigkeit und seiner Technik dem Gegner auch schon davongelaufen.

Mit diesen ist der Nigerianer sowohl bei Diagonalläufen als im direkten Zug zum Tor sehr gefährlich. Zudem verfügt er über einen starken Abschluss, womit er über ein nahezu ideal Skillset für einen Offensivspieler verfügt – lediglich das Flanken zählt (noch) nicht zu seinen Stärken.

Samuel Chuwkueze verfügt über riesiges Potential, doch bereits viele Talente vor ihm wussten in der La Liga zu überzeugen und verschwanden daraufhin im (besseren) Mittelmaß oder scheiterten daran, den nächsten Schritt zu machen – Spieler wie Iñaki Williams, Munir, Isaac Cuenca, Jese und Christian Tello können ein Lied davon singen.


 

Moussa Diaby

Dan-Axel Zagadou, Stanley N’Soki, Antoine Bernede, Yacine Adli oder Timothy Weah. Die Jahrgänge 1999 und 2000 der PSG-Nachwuchsabteilung gehören zu den stärksten der jüngeren Vergangenheit. Einer der besten und reifsten Spieler aus diesen Altersklassen ist zweifellos der 19-jährige Moussa Diaby.

Nach einem wenig erbaulichen Halbjahr beim italienischen FC Crotone hatte sich im letzten Sommer der HSC Montpellier über die Möglichkeit einer erneuten Ausleihe erkundigt. Doch zur Überraschung vieler lehnte der neue PSG-Coach Thomas Tuchel ab und versprach Diaby, ihn langsam an das hochkarätige Profiteam heranzuführen.

Und zur Hälfte der Saison lässt sich klar erkennen, dass Tuchel Wort gehalten hat. Wettbewerbsübergreifend kommt der Pariser malischer Abstammung auf über 1000 Minuten Spielzeit in 23 Partien (Stand: 25.02.2019).

Dabei gelangen dem Flügelspieler drei Tore und sechs Assists. Neben Christopher Nkunku, der ebenfalls an der PSG-Akademie ausgebildet wurde, gilt Diaby als Lieblingsschüler seines detailverliebten deutschen Trainers.

Zu den Stärken des 1,70 Meter großen Energiebündels zählen in erster Linie Antritt, Schnelligkeit und Dribbling-Stärke. Der linksfüßige Angreifer operiert am liebsten weit außen auf den Flügeln, vornehmlich auf dem rechten, von wo aus er Geschwindigkeit und Technik nutzt, um in die Mitte zu schneiden.


Seine Dribblings sind geprägt von Kreativität und einem spektakulären Flair, wobei dem Jungspund seine überdurchschnittliche Balance und Körperbeherrschung zugutekommt. Diabys risikoreiche Tricks resultieren jedoch noch zu oft in vermeidbaren Ballverlusten.

Dabei ist der Franzose auch ein guter Passgeber, der es exzellent versteht seine Mitangreifer insbesondere mit kürzeren Steilpässen in Szene zu setzen. In der laufenden Saison verbucht Diaby daher trotz seiner limitierten Spielzeit 0,9 Key Passes pro Spiel und kann mit 82,2% eine sehr ordentliche Passquote aufweisen.

Diese Passsicherheit, die auch im Angriffsdrittel noch zum Tragen kommt, macht ihn kombiniert mit seinem Tempo und seiner Stärke im Dribbling, zu einem mehr als brauchbaren Konterspieler. Durch seine Unberechenbarkeit ist Diaby zudem ein guter Strafraumspieler, der einen guten Riecher für den Ball besitzt.

Eine Schwäche im Spiel des quirligen Talents ist das Schlagen von Flanken. Des Weiteren sollte man von der Nachwuchshoffnung lieber keine allzu große Unterstützung bei der Defensivarbeit erwarten.

Wenn Diabys gute Entwicklung anhält und Tuchel auch weiterhin genügend Vertrauen in seine Nachwuchsspieler setzt, könnte sich Nummer 27 genau wie einst Adrien Rabiot, Alphonse Aréola oder Presnel Kimpembe eine gewichtige Rolle im Team erspielen.

Ob es aber zum Stammspieler reicht ist angesichts der starken Konkurrenz und der hohen Ambitionen bzw. der fehlenden Geduld seitens der katarischen Eigentümer ungewiss. Die Anlagen dazu hat der Hauptstädter jedenfalls.


 

Úmaro Embaló

Úmaro. Embaló. Ein Name den es sich zu merken lohnt. Der 17-Jährige aus Benficas Kaderschmiede gilt als eines der größten Offensivtalente des Weltfußballs und hat folgerichtig schon das Interesse von Klubs wie Real Madrid oder Manchester United geweckt.

Im Januar 2018 soll RB Leipzig bereit gewesen sein, 18 Millionen für den damals 16-Jährigen zu überweisen. Der Wechsel ist damals angeblich nur an Regularien gescheitert, die Beraterhonorare bei Transfers von minderjährigen Spielern verbieten.

Genau wie Danilo Pereira, Bruma oder Éder, kam auch Úmaro Embaló im westafrikanischen Guinea-Bissau zur Welt. Da die ehemalige portugiesische Kolonie jedoch zu den am geringsten entwickelten Ländern der Erde gehört, beschlossen seine Eltern nach Portugal auszuwandern.

Über den Vorstadtverein AD Oeiras fand Embaló seinen Weg in die Jugendakademie von Benfica Lissabon. Hier reifte er zu einem der spektakulärsten Spieler seines Jahrgangs.

Der Angreifer kann als Flügel-, Mittel- oder Halbstürmer eingesetzt werden, wobei er seine Stärken wohl am besten auf der rechten Außenbahn entfalten kann. Von hier aus kann er mit seinem stärkeren linken Fuß in die Spielfeldmitte ziehen und Chaos erzeugen.

Denn der Afroportugiese verfügt über einen großartigen Antritt sowie starke Ballkontrolle und Abschlussstärke.

Darüber hinaus ist der beidfüßige Embaló ein geborener 1 gegen 1 Spieler, der sich seinen niedrigen Körperschwerpunkt im Zweikampf zum Vorteil macht.

Zudem verfügt das Juwel über Kreativität und eine gute Übersicht und ist in der Lage auch schwierige längere Pässe sicher an den Mann zu bringen.

Gleichwohl bevorzugt er es selbst abzuschließen, was er auch recht häufig tut sobald er mit seiner Schnelligkeit ins Angriffsdrittel vorgedrungen ist.


Der Portugiese besitzt dabei eine feine Schusstechnik und das nötige Selbstvertrauen, auch schwierigste Situationen in Tore ummünzen zu können.

Die beschriebenen Stärken machen Embaló zum idealen Konterspieler, der Gegenangriffe geradezu überfallartig gestalten kann.

Und auch als Führungsspieler könnte der Teenager irgendwann einmal in Erscheinung treten. So führte er die U16 und U17 Auswahlteams seines Landes als Kapitän aufs Feld.

Echte Schwächen lassen sich im Spiel des hochtalentierten Lissabonners nicht finden. Inwiefern seine geringe Körpergröße von 1,70 m noch zum Nachteil wird, muss die Zukunft zeigen.

Bis dahin wäre das Wunderkind, welches als bester Jugendspieler Benficas seit Bernardo Silva gehandelt wird, gut beraten sich in gewohnter Umgebung behutsam weiter zu entwickeln.

Schließlich will der richtige Zeitpunkt für einen millionenschweren Wechsel ins Ausland klug gewählt sein.


 

Jordi Mboula

Wird ein Talent mit Borussia Dortmund in Verbindung gebracht, ist es meistens bereits ein Anzeichen dafür, dass dort eine große Karriere bevorstehen kann. Auch bei Jordi Mboula war das im Sommer 2017 der Fall.

Der Spanier stammt aus der Jugend des FC Barcelona – und hatte eine festgeschriebene Ablösesumme von nur drei Millionen Euro im Vertrag stehen.

Letztendlich machte sich der AS Monaco diesen Umstand zu Nutze und schnappte sich den Rechtsaußen.

Mboula war schon zu diesem Zeitpunkt kein Unbekannter mehr. Zahlreiche YouTube-Videos zeigen den kleinen Angreifer, wie er Verteidiger um Verteidiger schwindlig spielt. Vor allem sein Tor gegen Borussia Dortmund in der UEFA Youth League machte Schlagzeilen.

Jordi Mboula wirkt dabei wie der Prototyp eines Flügelstürmers aus der Jugendakademie des FC Barcelona. Trickreich, schnell, mit einer engen Ballführung gesegnet.


Wie üblich für Spieler, die aus „La Masia“ stammen zeigt er ein gutes Gefühl für den Raum und weiß vor allem im Angriffsdrittel, in welche Räume der Ball gespielt werden muss.

Im Sommer 2017 wagte Mboula trotzdem den nächsten Schritt in seiner jungen Karriere. Statt möglicherweise im Konkurrenzkampf in Barcelona unterzugehen, entschied sich der Spanier für einen Wechsel zum AS Monaco.

Dort geriet seine Karriere zunächst jedoch leicht ins Stocken – statt dem Senkrechtstart in der Ligue 1 hieß die Realität zunächst: Tribüne.

Nach einem Jahr Entwicklungszeit schien sich der Rechtsaußen nach und nach in Monaco festzuspielen. Dann bremste ihn jedoch erneut sein Körper aus – nach einer Oberschenkelverletzung in der Vorsaison, zwingt ihn nun die Leiste seit November zu einer Auszeit.

Neben der (noch) fehlenden Erfahrung, die zu einer von Zeit zu Zeit mangelnde Entscheidungsfindung führt, bleibt die Robustheit des 19-jährigen ein großes Fragezeichen.

Die Athletik, die Mboula mitbringt, könnte hier auch zu einem Stolperstein in der Karriere des Shootingstars vom AS Monaco werden.

Dazu kommt, dass auch der AS Monaco gerade durch unruhige Zeiten geht. Der sportliche Erfolg fehlt – gleich zwei Trainerwechsel waren die Folge – die Transferperiode im Winter war wild.

Mboula ist mit seinen 19 Jahren noch jung, seine Entwicklung könnte durch diese Faktoren trotzdem nachhaltig beeinflusst werden. Die nächsten Monate könnten daher richtungsweisend für das Talent sein.


 

Reiss Nelson

Während die ganze Bundesliga von Jadon Sancho schwärmt, gerät ein anderer junger Engländer in (befristeten) Diensten der TSG 1899 Hoffenheim fast in Vergessenheit, wenngleich er durchaus einen ähnlichen Hype verdient hätte: Reiss Nelson.

Die Leihgabe des FC Arsenal kam am Deadline Day für ein Jahr nach Hoffenheim, um sich unter Julian Nagelsmann weiterzuentwickeln und Spielpraxis zu sammeln.

Mit welcher Leichtigkeit sich der pfeilschnelle Rechtsfuß, der offensiv alle Positionen bekleiden kann, an das Bundesliga-Niveau angepasst hat, ist eindrucksvoll. In seinen ersten 7 Spielen erzielte der gebürtige Londoner 6 Tore (1 Assist), wobei diese mehrfach aus seiner herausragenden Kombination von Tempo, Technik und Kaltschnäuzigkeit resultierten.

Auffällig ist, dass Nelson trotz seines starken Beginns im Laufe der Hinrunde häufig nur als Einwechselspieler agierte. Dies scheint einerseits an seiner Fähigkeit zu liegen, ein Spiel gerade in der Endphase sofort zu beleben (á la Alcácer), andererseits aber auch an seinen defensiven Defiziten.


Insgesamt lässt sich an seiner Spielweise aktuell noch bemängeln, dass er manchmal zu individualistisch orientiert ist. Zwar sind seine Anlagen auf Dribblings und Einzelaktionen ausgerichtet, jedoch fehlt ihm teils noch das Gespür für die richtige Balance.

Leider wird Nelson, der (großmütterlicherseits) übrigens auch deutsche Wurzeln hat, der Bundesliga voraussichtlich nicht erhalten bleiben. Nach Saisonende soll er zu seinem Jugendverein zurückkehren und ist dort von den Gunners fest eingeplant (Vertrag bis 2022).

Aufgrund seiner Fähigkeiten ist er für Arsenals Fußball prädestiniert, müsste für die Premier League aber physisch noch zulegen. Zusammen mit Sancho, mit dem Nelson schon seit über 10 Jahren gut befreundet ist, und dem möglichen Bald-Bayer Callum Hudson-Odoi hat er das Potenzial, eine englische Ära von Weltklasse-Flügelstürmern zu prägen.


 

Pedro Neto

Der in Viana do Castelo, dem Norden Portugals, geborene Pedro Neto gehörte seit seinem 13. Lebensjahr zum Jugendsystem von Sporting Club de Braga und gab im zarten Alter von 17 Jahren sein Debüt für die zweite Mannschaft gegen Porto B.

Eine Woche später folgte auch der erste Einsatz für die Profimannschaft Bragas. Beim 4:0 über CD Nacional avancierte er zum jüngsten Torschützen des Vereins.

Ende August 2017 wechselte er dann zusammen mit Teamkollege Bruno Jordão für zwei Jahre per Leihe zu Lazio. Angeblich sicherten sich die Römer die Römer eine Kaufoption über 26 Mio. Euro für beide Akteure.

Einzeln würden für ihn im Sommer neben der Leihgebühr von 7,5 Mio. Euro fünf weitere Mio. Euro fällig werden. Eine Menge Holz für einen Spieler, der bisher nur in der zweiten Mannschaft Lazios zum Einsatz kam.

Der Rechtsaußen deutete seine Klasse allerdings bereits mehrfach an. Neto ist ein sehr explosiver Flügelstürmer, der sehr über seine Fähigkeiten in 1-gegen-1-Duellen kommt.

Mit seinem starken linken Fuß ist sein Blickfeld stets nach innen gerichtet, wodurch er gerne den Weg direkt zum Tor sucht, wenn er im letzten Drittel ist.

In tieferen Zonen rückt er gerne in den Halbraum ein und sucht dort kurze Kombinationen mit den Sechsern bzw. Achtern.


Es kommt seiner quirligen Art sehr zugute, wenn er diese Kombinationen zeigen kann und sich im letzten Drittel dann „auf eigene Faust“ durchwühlt.

Dadurch wirkt Netos Spielweise mitunter zwar sehr auf Glück bedacht. Eine gute Portion Egoismus bringt er ebenso aufs Feld.

Er neigt aber dazu oft die falsche Entscheidung zu treffen, wenn er noch einen Schlenker macht oder verfrüht den Abschluss sucht.

Seine etwaigen strategischen Mängel kann der 19-jährige zumindest dank seiner koordinativen Fähigkeiten kaschieren.

Bei Lazio Primavera kam er vereinzelt als klarer Rechtsaußen zum Einsatz, der isoliert am Flügel in 1-gegen-1-Duelle ging.

Auf diesem Niveau eine interessante Rolle für das portugiesische Talent, in der er ein wenig an Mo Salah erinnerte.

Langfristig könnte sich Pedro Neto jedoch zu einem starken Halbraumdribbler entwickeln, vorausgesetzt er und Lazio bringen die nötige Geduld mit.


 

Abdülkadir Ömür

Die Bewertung von türkischen Offensivtalenten ist immer etwas schwer. In jeder Generation gibt es stets gut ausgebildete Kicker, die in ihrer Liga zu begeistern wissen und potenziell den Sprung in eine Top-5-Liga Europas schaffen können.

Gökhan Töre oder die in unserer letzten Serie vorgestellten Enes Ünal und Emre Mor sind hier die prominentesten Beispiele. Ihnen wurde eine große Zukunft vorhergesagt und sind weit hinter ihren Erwartungen zurückgeblieben.

Ein weiteres Talent, das sich anschickt „the next big thing“ des türkischen Fußballs zu werden ist Abdülkadir Ömür. Der junge Offensivspieler von Trabzonspor gehört seit Dezember 2015 dem Kader der ersten Mannschaft an.

Dass er mit bereits 16 Jahren den Sprung dahin schaffte, lag nicht nur daran, dass der Verein aufgrund der finanziellen Lage, wie viele türkische Clubs derzeit, auf den eigenen Nachwuchs setzen muss.


Ömür spielt vorrangig als Rechtsaußen, kann aber auch im Zentrum eingesetzt werden. Entsprechend häufig zieht er von rechts in die Mitte, um dort mit seinem starken linken Fuß für Gefahr zu sorgen.

Dabei ist er sehr tororientiert und sucht gerne den finalen Pass bzw. versucht seine Mitspieler in aussichtsreiche Situationen zu bringen. Sein mannschaftsdienliches und selbstloses Offensivspiel leidet aber nicht an seinem Output. Das türkische Talent legte in der laufenden Saison bereits vier Treffer auf und war zweimal selbst erfolgreich.

Stark ist Ömür vor allem in engen Räumen, in denen er mit seinen 1,68m Körpergröße für viele Gegenspieler unangenehm zu verteidigen ist. Zudem verfügt er über enorm flinke Beine, die ihn gepaart mit seiner engen Ballführung ein wenig wie Lionel Messi aussehen lassen. Also alles wie bei Emre Mor, oder?

Als neutraler Beobachter kann man nur hoffen, dass es nicht so ist, zumindest was die jüngste Vergangenheit des Ex-BVB-Spielers angeht. Ömür tut gut daran, sich einzig und allein auf Fußball zu konzentrieren und weiter an seinen Fähigkeiten zu arbeiten. Die Wechselgerüchte aus Liverpool sollten für ihn nur noch mehr Ansporn sein als eine Einschränkung.


 

Jadon Sancho

Stammplatz beim Spitzenreiter Borussia Dortmund, wertvollster Spieler der Bundesliga, Spielentscheider – Mit gerade einmal 18 Jahren stehen bei Jadon Mailk Sancho alle Zeichen auf internationale Weltklasse.

Kein anderer Spieler des Jahrgangs 2000 bringt die internationale Medienlandschaft derzeit so zum Schwärmen, wie er. Geboren als Kind von Eltern aus Trinidad & Tobago im Londoner Stadtteil Kensington, beginnt Sancho seine Fußballkarriere in der Jugend des FC Watford.

Um aus seinem Viertel herauszukommen, wie er sagt, wechselt er bereits zwei Jahre später in die Jugend von Manchester City und hat dort mit 12 Toren und 4 Vorlagen (14 Einsätze) maßgeblichen Anteil am Gewinn der Meisterschaft. Bei der U17 EM verliert England zwar im Finale gegen Spanien, Sancho wird jedoch mit 5 Toren zum besten Spieler des Turniers gekürt.

Auch nach dem Sprung in die U23, zeigt seine Leistungskurve mit 5 Scorerpunkten in 7 Einsätzen steil nach oben. Als Pep Guardiola ihn jedoch nicht neben Phil Foden für die Vorbereitung des Profikaders in den USA nominierte, entschied er sich in der letzten Minute des Transferfensters vor der Saison 17/18 für einen Wechsel zu Borussia Dortmund.

Unter Peter Bosz gelingt ihm am neunten Spieltag sein Debüt in der Bundesliga gegen Frankfurt, in den folgenden Wochen zwingen ihn jedoch entweder Verletzungen oder Undiszipliniertheiten zur Pause.

Erst nach seinem glanzvollen Auftritt beim 4:0 Sieg gegen Leverkusen, bei dem er ein Tor selbst erzielt und mit einer präzisen Flanke und einer anspruchsvollen Ballannahme zwei weitere Tore vorbereitet, wird nicht nur den Fachleuten bewusst gewesen sein, was für ein Top-Talent sich da Borussia Dortmund für 7 Millionen geangelt hat.


Denn der Flügelspieler besitzt nicht nur eine außergewöhnliche Schnelligkeit, sondern ist zudem extrem stark im Eins-gegen-Eins. Auch in schwierigen Situationen traut Sancho sich ins Dribbling zu gehen, hat dabei jedoch immer noch ein Auge für seine Mitspieler und die Fähigkeit, im richtigen Moment den Pass in die Tiefe zu spielen.

Unter dem Taktiker Lucien Favre erlebt Sancho nun eine Leistungsexplosion: Zuerst oft als Edeljoker und kreativer Impulsgeber eingewechselt worden, hat er sich aufgrund seiner Scorerpunkte als Joker fest in die Startelf gespielt.

Obwohl er eher als Vorlagengeber in Erscheinung tritt, ist Sancho auch im Abschluss stark und sogar dank Favres System noch effektiver, wie sein spielentscheidenes Tor im Derby gegen Schalke, oder sein Treffer aus kurzem Winkel gegen Gladbach beweisen.

Mittlerweile spielt Sancho auch taktisch bzw. defensiv disziplinierter, gewinnt Bälle tief in der eigenen Hälfte, um dann selbst, wie etwa gegen Bayern München den Gegenstoß einzuleiten.

Nun wird die Rückrunde zeigen, ob er seine Leistung, auch bei zähen Spielen in der Bundesliga oder gegen internationale Topteams in der Champions League bestätigen kann. Denn die Gefahr ist groß, bei einem riesigen Hype in diesem Alter abzuheben und den Fokus auf das Wesentliche zu verlieren. Dennoch scheint Sancho bisher bodenständig mit dem medialen Rummel umzugehen.


 

Ferrán Torres

Die Jugendabteilung des FC Valencia gilt zurecht als eine der besten Spaniens und bringt Jahr für Jahr ein neues Toptalent hervor. Aktuell ist Flügelstürmer Ferrán Torres das neueste und vielleicht größte Aushängeschild des Vereins.

Mit 17 Jahren absolvierte er in der letzten Saison bereits 13 (Kurz-) Einsätze in La Liga und wurde aufgrund seiner Dynamik bereits als neuer Asensio bezeichnet.

Kurz nach seinem Debüt weckte er bereits Begehrlichkeiten in Madrid und Barcelona, doch Torres entschied sich für einen Verbleib bei seinem Heimatverein und stimmte einer Vertragsverlängerung bis 2021, inklusive einer Ausstiegsklausel von 100 Mio. €, zu.

Geboren in der Umgebung von Valencia spielt der Außenstürmer seit seinem 6. Lebensjahr für die Fledermäuse und spricht von einem erfüllten Lebenstraum, für die erste Mannschaft der Valencianer aufzulaufen.


Neben den in Spanien typischen fußballerischen Fertigkeiten bringt Torres (1,84m) auch physische Stärken sowie einen beidfüßigen Abschluss mit, was ihn zu einem besonderen Talent und idealen Spielertyp für die kommende Offensivgeneration im Weltfußball macht.

Angesichts der großen Konkurrenz auf seiner Position (u.a. Guedes, Soler) wird Torres meist nur eingewechselt, erzielte zuletzt aber seinen ersten Pflichtspieltreffer (sowie ein Assist) beim 3:1 Erfolg gegen Sporting Gijón in der Copa del Rey.

Stetig erhält der Youngster das Vertrauen von Trainer Marcelino, sodass spätestens zur nächsten Saison ein Stammplatz möglich erscheint, gerade wenn aktuell vor ihm stehende Akteure den Verein verlassen sollten.

Gemeinsam mit Carlos Soler und Jose Gaya ist Ferrán Torres dann zuzutrauen, der letzten legendären Generation um Villa, Silva und Mata nachzufolgen und dem stolzen Klub zu altem Glanz zu verhelfen.

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