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Die besten Fußball Talente 2020 | Südamerika

Südamerika ist dafür bekannt die besten Talente der Welt hervorzubringen. Hießen die Nachwuchshoffnungen früher Sergio Agüero, Lionel Messi oder Neymar, scharren mittlerweile zahlreiche andere Talente mit den Hufen.

Die Auswahl gestaltete sich naturgemäß weitaus schwieriger als bei den anderen Regionen. Neben den unten aufgeführten Spielern hätten mindestens zehn andere Talente durchaus ihre Berechtigung, es in unsere Liste zu schaffen.

Die besten Fußball Talente aus Südamerika 2020:

Thiago AlmadaAtlético Vélez Sarsfield
Gabriel BrazãoAlbacete/Inter
Yan CoutoCoritiba FC U20
Jan HurtadoBoca Juniors
Kevin MierValledupar FC/Atlético Nacional
Matías PalaciosClub Atlético San Lorenzo
Nehuén PérezFamalicão/Atlético Madrid
Gonzalo PlataSporting
ReinierReal Madrid
Brian RodríguezLos Angeles FC


 

Thiago Almada Porträt

Thiago Almada

von Andreas Geipel

Vélez Sarsfield hat sich in den letzten Jahren zu einer der besten Talentschmieden des Landes entwickelt. Mit den Verkäufen von Santi Cáseres, Mono Vargas, Nico Dominguez und Maxi Romero hat der Verein rund 40 Mio EUR eingenommen.

Aber nun steht mit Thiago Almada dem Klub aus der Hauptstadt der teuerste Verkauf ihrer Vereinsgeschichte bevor. Je nach Verpflichtungszeitpunkt muss der neue Verein mindestens 20 Mio EUR für das Supertalent hinblättern.

Sämtliche Topclubs aus Europa haben bereits ihr Interesse hinterlegt. Manchester City baggert schon seit fast einem Jahr, Pep Guardiola will das argentinische Supertalent unbedingt haben.

Aktuell versucht sich der AC Milan in Position zu bringen. Womöglich wird Almada seine Karriere im kommenden Sommer in Europa fortsetzen. Denn eines ist klar, der erst 18-jährige Almada ist einer der besten Kicker, den die stolze Fußballnation seit vielen Jahren hervorgebracht hat.

Thiago Almada Skills

Der 1.71m kleine wie schmächtige Angreifer bewegt sich trotz seines jungen Alters sehr clever auf dem Feld, ist technisch überragend, schnell, quirlig, bissig, abgezockt und torgefährlich.

Wie sein Vorbild Carlitos Tévez stammt Thiago Almada aus dem Elendsviertel Fuerte Apache. Ein sehr heißes Pflaster, wo der junge Techniker nicht nur das Kicken auf engstem Raum, sondern auch sein Durchsetzungsvermögen und seine Bissigkeit auf den kaputten Bolzplätzen erlernt hat.

Mit 17 Jahren debütierte Almada unter Trainer Gabriel Heinze bei Vélez Sarsfield. Mittlerweile blickt Almada, der Guayo genannt wird, auf 33 Profispiele (6 Tore und 2 Torvorlagen) zurück.

Zudem fuhr er als jüngster Kaderspieler der kleinen Albiceleste zur U20 Südamerikameisterschaft im Februar 2019 und kam dabei sechsmal zum Einsatz (1 Tor). In 2021 dürfte Almada immer noch für die kleine Albiceleste auflaufen, jedoch wird er dann voraussichtlich bereits im Schatten von Messi bei der großen Albiceleste mitmischen.

Aktuell erfreuen sich die argentinischen Fußballfelds noch über dieses Ausnahmetalent in ihrer heimischen Superliga.

Dort begeistert er aufgrund seines Spielwitzes selbst die Anhänger der Konkurrenz: seine Qualitäten im 1vs1 sind ligaweit gefürchtet – spielerisch orientiert sich Almada an Chelseas Eden Hazard.

Einzig seine vergleichsweise schwache Physis lassen einige Zweifel an einer ganz großen Karriere in Europa aufkommen.

Ein Umstand, den er mit vielen jungen Spielern gemein hat und den man auch über andere junge Ausnahmespieler wie Messi, Agüero oder Neymar einst bemängelte. Bleibt Almada verletzungsfrei und fokussiert, wird die Albiceleste noch sehr viel Freude an dem offensiv flexibel einsetzbaren Techniker haben.

Ganz zu Schweigen von der europäischen Topmannschaft, die es vollbringt aus dem Supertalent Almada den nächsten Superstar zu formen.


 

Gabriel Brazao Porträt

Gabriel Brazão

von Till Oppermann

Spätestens seit der U-17 WM 2017 in Indien kennt jeder Scout Gabriel Brazao. Als seine Brasilianer die Bronzemedaille gewannen, avancierte er zum Helden der jungen Selecao.

Mit 29 Paraden brachte er die Gegner reihenweise zur Verzweiflung. Allein im Spiel um Platz Drei wehrte er gegen Mali sieben Schüsse ab, hielt die Null und verhalf seiner Mannschaft zu einem versöhnlichen Turnierende.

Die FIFA belohnte das mit dem „Goldenen Handschuh“ für den besten Torhüter des Turniers.

Für den selbstbewussten Brazao keine Überraschung: „Diese Auszeichung beweist, dass meine Arbeit anerkannt wird“, sagte er nach dem kleinen Finale mit einem positiven Blick in die Zukunft: „Die brasilianischen Fans müssen sich keine Sorgen machen, diese Generation wird mit der A-Nationalmannschaft Geschichte schreiben.“

Trotzdem war ihm klar, dass es bis dahin noch einiges zu tun gibt: „Ich bewundere Alisson und Ederson, ich hätte gerne ihre Qualitäten.“

Als Tite ihn 2018 in die Nationalmannschaft berief durfte er diese Qualitäten deutlich früher als erhofft aus der Nähe betrachten – obwohl er für seinen Ausbildungsverein Cruzeiro noch kein einziges Profispiel absolviert hatte.

Noch bevor es dazu kommen konnte, wechselte Brazao im Januar 2019 zum AC Parma. In Kooperation mit Inter lotsten I Crociati den 1,92m großen Keeper in die Serie A.

Und waren beileibe nicht die einzigen Interessenten: „Schon direkt nach meinem ersten Turnier mit der Jugendnationalmannschaft, das in Italien stattfand, wollte Milan mich verpflichten, aber ich bin Inter-Fan, seit ich ein kleines Kind war“, erzählt Brazao bei ESPN Brasil.

Gut für ihn, dass Inter ihn nach nur einem halben Jahr und 16 Spielen, bei denen er in Parma auf der Bank saß, nach Mailand holte.

Langfristig sieht man den 19-jährigen als möglichen Nachfolger für Samir Handanovic, vorher wurde Brazao aber zu Albacete ausgeliehen.

Hier feierte er dann auch endlich sein Profidebüt. Weil es aber bis zum Winter nur bei zwei Einsätzen in der Copa del Rey blieb, suchte Inter eigentlich nach einem anderen Abnehmer für die Rückrunde.

Wohl auch weil Albacete zusicherte, dass der Brasilianer auch in der Liga zu Einsätzen kommen wird.

Spielzeit ist für die Entwicklung junger Torhüter elementar und Brazao stand jetzt seit einem Jahr nicht mehr regelmäßig zwischen den Pfosten.

Generell ist es besonders Erfahrung im Männerbereich, die Brazao nachzuholen hat. Sonst bringt er alles mit, um ein richtig starker Torhüter zu werden.

Er ist ein Elfmeterkiller und bringt Schützen gerne mit kleinen Spielchen aus der Ruhe. Im brasilianischen A-Jugend-Pokal stellte er sich einmal in die linke Ecke des Tores. Als der Schütze anlief hüpfte er mit zwei Schritten in die Mitte des Tores, nur um dann wieder in die Ecke zu springen, aus der er kam.

Brazao hielt den Strafstoß und seine Mannschaft zog in die nächste Runde ein.

Außerdem ist er nach Paraden schnell wieder auf den Beinen, positioniert sich im Tor hervorragend und hat gute Reflexe. Seine Größe hilft ihm dabei Flanken abzufangen.

Am Boden ist der Brasilianer sowieso über jeden Zweifel erhaben und erinnert mit seiner Technik an sein Vorbild Ederson. Sollte es tatsächlich zu einer neuen Leihe kommen, könnte sich Brazao auch Edersons Laufbahn zum Vorbild nehmen.

Der entwickelte sich bei Rio Ave und Benfica prächtig. Auch Rui Patricio und Jan Oblak wurden in Portugal zu großen Torhütern.

Vielleicht wäre die Liga Nos genau der richtige Ort unter Muttersprachlern wichtige Erfahrung im Profibereich zu sammeln. Denkbar wäre auch eine Leihe in die Serie B.

Dieser Entscheidung sollte aber übergeordnet werden, ob Brazao die Gelegenheit bekommt regelmäßig zu spielen.


 

Yan Couto Porträt

Yan Couto

von Till Oppermann

Wenn ein 17-jähriger, der noch kein Spiel im Seniorenbereich absolviert hat, mit Arsenal, Barca und Manchester City in Verbindung gebracht wird, muss es sich um einen sehr guten Spieler handeln.

Wenn er dazu noch Verteidiger ist und trotzdem als Ablöse 15 Millionen Euro im Raum stehen, um eines der größten Talente der Welt. Und genau so kann man Yan Couto beschreiben.

Er wird schon jetzt mit Dani Alves – dem womöglich offensivstärksten Außenverteidiger der Geschichte – verglichen.

Schaut man sich Coutos hervorragende Leistungen bei der U-17 WM im eigenen Land an, weiß man warum.

Auf dem Weg zum Weltmeistertitel steuerte der kleine Rechtsverteidiger im Halbfinale und Finale jeweils eine Vorlage bei.

Generell erinnert sein Spiel an das seines Landsmannes Alves. Besonders in seiner Zeit in Sevilla trat dieser von der Rechtsverteidigerposition als Spielmacher auf, kreierte mit seiner unglaublichen Dynamik Angriffe, dribbelte trickreich an Verteidigern vorbei und schlug überragende Flanken.

So auch Couto: Besonders in der Offensive lies er bei dem Turnier seine Stärken aufblitzen. Wie so viele Südamerikaner hat auch er zuerst Futsal gespielt.

Das Spiel auf engem Raum mit dem schweren Ball schulte Coutos Technik. Was allerdings noch vor der Technik auffällt, ist die enorme Geschwindigkeit.

Zwar ist er mit seinen 1,68m klein und schmächtig, sein Tempo und seine Ausdauer erlauben es aber, das ganze Spiel in der Vorwärtsbewegung extreme Dynamik zu erzeugen.

Gerne hinterläuft er seinen Vordermann, um sich steil anzubieten. Bei Kontern ist der blitzschnelle Couto ebenso sehr gefährlich und taucht gern auch plötzlich mal auf der anderen Seite auf.

Couto ist schnell im Kopf, ein wacher Spieler. Er lauert förmlich auf jede Gelegenheit sich in die Offensive einzuschalten.

Yan Couto

Dass er trotz dieses enormen Offensivdranges als Abwehrspieler aufgeboten wird, verdankt er seiner Zähigkeit und Energie.

Trotz seiner zahlreichen Angriffe ist Couto blitzschnell wieder auf seinem Posten, wo er gerne mit Tacklings aber auch mit Antizipation viele Bälle abfängt und selbst den schnellsten gegnerischen Angreifern ständig auf den Fersen bleibt.

Seine einzige Schwäche: Zuweilen überpacet er in der Defensive, stürzt auf seine Gegner zu und attackiert zu aggressiv. Das würden starke Gegenspieler in Europa wohl bestrafen.

Yan Couto ist bisher am besten als RV im 4-3-3 aufgehoben. Allerdings kann er auch in Systemen mit einer Dreierkette als Wingback operieren.

Durch die hohe Arbeitsrate auf beiden Seiten des Balles ist er dafür quasi prädestiniert. Der Verein, der sich am Ende durchsetzt, wird im Sommer ein Juwel bekommen.

Treibt ihm ein Trainer den jugendlichen Übermut aus, wird er schon bald auch in Europa auf sich aufmerksam machen.

Yan Couto hat das Talent ein Schlüsselspieler bei einem der besten Teams der Welt zu werden.


 

Jan Hurtado Porträt

Jan Hurtado

von Simon

Jan Hurtado ist ein aus Venezuela stammender Mittelstürmer. Im Sommer wechselte er vom argentinischen Erstligisten Gimnasia für ungefähr 6,75 Millionen Euro zu Ligakonkurrent Bòca Juniors.

In der laufenden Saison kam er bereits 14 Mal in der argentinischen Superliga zum Einsatz und konnte dabei einen Treffer und einen Assist verbuchen. Auch dem BVB sowie verschiedenen Premier-League-Vereinen wurde im Sommer Interesse an Hurtado nachgesagt.

Der 1,83 Meter große Hurtado ist ein vielseitiger Stürmer: Er bringt einige physische Qualitäten mit, ist sowohl körperlich robust als auch pfeilschnell unterwegs. Der Venezolaner verfügt über starke technische Qualitäten, hat eine enge Ballführung, zumeist mit seinem stärkeren rechten Fuß.

Jan Hurtado Skills

Aber der Bòca-Spieler kann auch mit links abschließen, zusätzlich verfügt er über ein gutes Kopfballspiel. Hurtado ist nicht nur in diesem Sinne ein typischer, ganzheitlich gut ausgebildeter südamerikanischer Fußballer: Auf dem Platz ist er ein echter Heißsporn, sah in seinen 14 Einsätzen in der laufenden Saison bereits 4 gelbe Karten.

Mit seiner Spielweise ist er für jeden Verteidiger ein unangenehmer Gegenspieler, bewegt sich in seinen Aktionen auch immer wieder am Rand zu Regelwidrigkeiten.

Das größte Verbesserungspotential des venezolanischen Talents liegt bisher in einer für einen Mittelstürmer keinesfalls unwichtigen Kategorie – die Torausbeute.

So viel Gefahr für den Gegner und Unruhe Hurtado auf dem Platz auch ausstrahlt, am Ende ist bisher noch nicht viel dabei rumgekommen: Ein mickriges Tor steht in der aktuellen Saison zu Buche, in der vergangenen waren es am Ende derer 3.

Wenn der Stürmer auch in dieser Kategorie noch zulegt, steht einem Wechsel in eine europäische (Top-)Liga nichts mehr im Wege.


 

Kevin Mier Porträt

Kevin Mier

von Sascha Felter

Der kolumbianische Schlussmann gilt als größtes Torwart-Talent in Südamerika und kann sich durchaus Chancen ausrechnen, den derzeitigen Schlussmann David Ospina langfristig zu ersetzen.

Kevin Mier durchlief die Jugendakademie von Atlético Nacional, dem vielleicht größten Verein ganz Kolumbiens. Dort kam er vorrangig in der U20 zum Einsatz und gehörte hin und wieder zum Kader der ersten Mannschaft.

Aufgrund der starken Leistungen bei der U20-Südamerikameisterschaft Anfang 2019 war schnell klar, dass Mier nicht mehr nur der zweite Keeper sein sollte. Schließlich wurde er zum besten Torhüter des Turniers gewählt.

Folglich wechselte er im Sommer 2019 leihweise zu Independiente Santa Fe, um Spielzeit zu sammeln. Das Niveau der ersten Liga Kolumbiens scheint für den 19-Jährigen aber noch zu hoch zu sein. Nach nur einem halben Jahr wurde die Leihe abgebrochen.


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Zum Jahreswechsel ging es für ihn nämlich in die zweite Liga Kolumbiens, zu Valledupar. Das Besondere hierbei: Atlético Nacional hat seit Dezember eine Partnerschaft mit dem Verein von der Karibikküste. Kevin Mier war einer von acht U20-Spielern, die zum Jahreswechsel dorthin ausgeliehen worden.

Der in Barrancabermeja (der Name ist zu schön, um ihn nicht zu erwähnen) geborene Schlussmann wird hier Spielzeit bekommen.

Zu seinen größten Stärken zählt zum einen seine Strafraumbeherrschung. Mier kommt bei Flanken entschlossen raus und ist aufmerksam bei Steckpässen. Den Raum hinter der Abwehr verteidigt er aufmerksam.

Dabei profitiert er gar nicht so sehr von einem vorausschauenden Spiel als von seiner Schnelligkeit. Vielfach sieht man wie er vom Fünfmeterraum startend den Ball kurz vor dem Stürmer erreicht. Das ging in der Vergangenheit meistens gut.

Allerdings kann ihm diese tiefe Startposition zum Verhängnis werden, wenn das Spieltempo schneller wird. Hier muss er in den nächsten Jahren einfach noch mutiger sein und höher stehen, dann kann aus ihm ein wirklich gut mitspielender Torwart werden.

Denn auch in der Spieleröffnung ist Kevin Mier ein sehr moderner Schlussmann. Zum einen besitzt er ein sauberes Passspiel bei mittellangen Pässen und zum anderen ist sein Umschalten hervorragend.

Fängt er den Ball ab, rennt er im höchsten Tempo zur Strafraumkante und schlägt bzw. wirft den Ball teilweise aus vollem Lauf ab. Das ist nicht selbstverständlich.

Denn viele Keeper, unter anderem ein Peter Gulácsi, schaut nach dem Fangen erst einmal, läuft los und bringt danach erst den Ball wieder ins Spiel. Bei Kevin Mier geschieht das Laufen und Scannen gleichzeitig, wodurch er viele Konter einleiten kann.

Auf der Linie zeichnet sich der Kolumbianer durch eine schnelle und sichere Positionierung innerhalb des Fünfers aus. Bei Querpässen findet er schnell die Position und kann dank guter Reflexe Schüsse aus kurzer Distanz abwehren.

Einziges Manko bislang: Er ist dabei im Oberkörper nicht immer stabil und schwingt mit den Armen zu sehr mit. Dies lässt sich aber gut abtrainieren.
Insofern kann Kevin Mier als eines der besten Talente auf der Torhüterposition in Südamerika angesehen werden.


 

Matías Palacios Porträt

Matías Palacios

von Max Dettmer

Von den aktuell neun wertvollsten Mittelfeldspielern in der argentinischen Superliga gehörten gleich fünf zum Kader Argentiniens bei der U20-WM im letzten Jahr. Thiago Almada (18) ist als Wertvollster dieses Quintetts bereits in aller Munde, der Jüngste im Bunde ist jedoch noch weniger bekannt.

Matías Palacios spielt seit Jugendtagen für San Lorenzo, den Lieblingsklub von Papst Franziskus, und gilt als das größte Talent, das der Verein in seinen Reihen hat. Bereits Ende September 2018 feierte er nach seiner Einwechslung gegen CA Patronato sein Profi-Debüt mit gerade einmal 16 Jahren, bis heute blieb dies jedoch sein einziger Ligaeinsatz.

Zum einen ist der 1,68m „große“ Youngster körperlich noch zu schmächtig, um den physischen Anforderungen im Profibereich gerecht zu werden. Zum anderen ist sein Klub in dieser Saison trotz gutem Saisonstart zwischenzeitlich auf Platz 15 abgestürzt und hat sich von Trainer Juan Antonio Pizzi getrennt.

Matias Palacios Skills

Unter Interimstrainer Diego Monarriz, der die Ergebniskrise beenden konnte, stand Palacios zu Jahresende immerhin zwei Mal im Kader. Setzt sich die tabellarische Konsolidierung fort, dürften weitere Chancen in der ersten Mannschaft nicht mehr lange auf sich warten.

Qualitativ wäre er für das Mittelfeld San Lorenzos, welches den Ball per se gut laufen lässt, beim letzten und vorletzten Pass aber teils zu einfallslos agiert, eine enorme Bereicherung.

Den 17-Jährigen zu diesem Karrierezeitpunkt zu charakterisieren, ist gar nicht einfach. Er ist in der Lage, das Spiel wie ein Achter zu gestalten und agiert dabei mit der Kreativität und Gerissenheit eines klassischen Zehners.

In den argentinischen U-Nationalmannschaften holt er sich die Bälle häufig tief ab und bestimmt mit seiner Übersicht und seinem Spielverständnis die Feldposition für das Angriffsspiel.

Dabei eröffnet er Räume mal durch kluge Diagonalbälle, mal treibt er den Ball durch seine engen Dribblings selbst nach vorne, um dann das Abspiel zu suchen.

Dazu verfügt er über einen guten Schuss und strahlt daher auch eigene Torgefahr aus. Seine Fähigkeiten prädestinieren ihn insoweit für die Rolle des Spielgestalters, der sowohl aus der Tiefe, als auch weiter vorne zur Geltung kommen kann.

Im Spielstil erinnert er dabei eine offensivere Ausgabe von Marco Verratti. Dies beschreibt indirekt auch das größte verbliebene Defizit des Argentiniers: die Defensivaufgaben. In diesem Bereich besteht deutlicher Nachholbedarf, insbesondere wenn perspektivisch ein Wechsel nach Europa erfolgen soll.

Ob Palacios neben seinem unbestritten außergewöhnlichen Talent auch die nötige Arbeitsmoral hat, sich hier zu verbessern, wird sich zeigen. Gelingt ihm dies, sind ihm nach oben hin keine Grenzen gesetzt.


 

Nehuén Pérez Porträt

Nehuén Pérez

von Andreas Geipel

Der hochveranlagte Innenverteidiger stammt aus der Talentschmiede von Argentinos Juniors, einer der besten in Südamerika. Hier erblickten Legenden wie Diego Maradona, Román Riquelme, Fernando Redondo, Esteban Cambiasso oder Juan Pablo Sorin das Licht der Fußballwelt.

Viele Beobachter des argentinischen Fußballs sehen in Pérez den zukünftigen Abwehrchef der Albiceleste.

Einer der mit Leistung und Konstanz vorangeht und auch gerade im Vergleich zu seiner Konkurrenz (Martínez Quarta, Foyth, Romero) die IV-Rolle noch intelligenter, selbstbewusster und nahezu fehlerfrei ausfüllt.

Obwohl Pérez selbst Sergio Ramos als sein großes Idol bezeichnet, weist er auch einige spielerische Gemeinsamkeiten mit Mats Hummels auf.

Nehuen Perez Skills

Überragend sein Gespür wohin der Gegner bei Ballbesitz den nächsten Pass adressiert, diese großartige Antizipationsfähigkeit und sein herausragendes Zweikampfverhalten – sowohl am Boden, als auch in der Luft – zählen zu seinen größten Stärken.

Eine gute Athletik und ein sauberer Spielaufbau mit präzisen (kurzen wie weiten) Pässen runden sein Profil ab. Darüber hinaus bringt er Leaderqualitäten mit, wie er als Abwehrchef und Kapitän der kleinen Albiceleste (U20) bereits unter Beweis stellen konnte.

Aktuell zählt er auch in Argentiniens U23 zu den Führungsspielern – beim Preolimpico trägt Pérez in Abwesenheit von Lisandro Martinez die Kapitänsbinde.

Bei den Minis spielte Pérez im Sturm, anschließend im zentralen Mittelfeld und schließlich als Innenverteidiger.

In 2017 konnte Perez erstmals einem größerem Publikum seine spielerischen Qualitäten unter Beweis stellen, als er beim schwachen Auftreten seiner U17 ein individuell gutes Turnier spielte.

Anschließend beförderte der damalige Argentinos Trainer Gabriel Heinze den damals 17-jährigen Pérez ins Mannschaftstraining der Profis und im Mai 2018 debütierte er in der Copa Argentina.

Vor der WM 2018 überzeugte Pérez als Sparring für Messi & Co vor den Augen der AFA-Trainergilde um Lionel Scaloni, Pablo Aimar, Diego Placente und Walter Samuel.

Auf Wunsch von Landsmann Diego Simeone schnappte sich Atletico Madrid den 1.86m großen Pérez bereits im Sommer 2018 kurz nach seinem 18. Geburtstag.

Der Transfer überraschte, da selbst viele Experten den introvertierten Verteidiger nicht auf dem Zettel hatten, denn zu diesem Zeitpunkt hatte Pérez noch keine Minute in Argentiniens Oberhaus gespielt.

Die Scouts aus der spanischen Hauptstadt hatten Pérez bereits in der zweiten Mannschaft von Argentinos beobachtet und zudem waren die AFA-internen Vorschusslorbeeren dem ehemaligen Nationalspieler und Erfolgstrainer von Atleti nicht verborgen geblieben.

So konnten die Colchoneros den Deal früh eintüten – mit knapp 3 Mio EUR ist Atleti dabei ein echter Transfercoup gelungen.

Aufgrund der großen Konkurrenz wurde Pérez aber vorerst zurück zu Argentinos verliehen, wo er aber hauptsächlich bei der zweiten Mannschaft zum Einsatz kam.

Im Februar 2019 überzeugte er als Abwehrchef der U20 und zeigte erst beim Sudamericano und dann bei der U20 WM starke Leistungen.

Seine spielerischen Durchbruch im Klubfußball hat er in der laufenden Saison bei seinem aktuellen Leihklub FC Famalicão in Portugals Liga NOS geschafft, wo er unumstrittener Stammspieler ist.


 

Gonzalo Plata Porträt

Gonzalo Plata

von Amadeus Marzai

Gonzalo Jordy Plata Jiménez ist aktuell eines der Gesichter der vielversprechenden Nachwuchsgeneration Ecuadors. Diese vermochte es die U20-Südamerikameisterschaft 2019 in Chile zu gewinnen, und bei der U 20-WM in Polen im selben Jahr einen respektablen 3. Platz zu erreichen.

Bei beiden Turnieren war der Rechtsaußen Plata einer der Schlüsselakteure der Anden-Nation, und spielte sich folgerichtig in die Notizbücher der europäischen Topvereine. Unter anderem wurde dem FC Barcelona Interesse an dem Flügelflitzer nachgesagt.

Letztendlich machte aber Sporting CP aus Lissabon das Rennen. Für 1,10 Mio. € sicherten sich die Portugiesen 50% der Transferrechte.

Zuvor wurde Plata bei Independiente del Valle, dem amtierenden Copa Sudamericana-Sieger und einer der besten Nachwuchsschmieden Südamerikas ausgebildet. Auch bei Sporting kommt er in den Genuss erstklassiger Nachwuchsförderung. So sind die Leões der einzige Verein, der mit Luís Figo und Cristiano Ronaldo gleich zwei Weltfußballer entwickelte.

Gonzalo Plata Skills

Auch Plata selbst weiß um die Historie seines neuen Arbeitgebers: „Ich gehe mit vielen Emotionen und dem Wunsch, Geschichte zu schreiben. Bei Sporting waren Cristiano Ronaldo, Nani, viele berühmte Spieler. Ich wusste, dass dort große Spieler hervorgekommen sind, deshalb habe ich mich entschieden, zu unterschreiben.“

Die ersten Monate am Tejo dienten jedoch in erster Linie der fußballerischen Akklimatisation. Plata pendelte zwischen der U23 und dem Profiteam. Bei seinem bisher einzigen längeren Liga NOS Spiel gegen Boavista machte er eine eher unglückliche Figur.

Dem Afro-Ecuadorianer verspringen die Bälle bisher zu oft und er verliert mit dem Spielgerät am Fuß noch zu viel an Tempo. Darüber hinaus ist Plata nur Linksfuß.

Gegen Ende des Jahres kam er im Allianz Cup gegen Portimoense zu seinem Premierentor für die erste Mannschaft. Sein Treffer zum 3:2 ebnete den Weg zum 4:2 Endstand.

Die Stärken des Südamerikaners sind unübersehbar, wenn auch sie in Europa bisher kaum zum Tragen kamen. Plata ist ein sehr talentierter, zweckorientierter Dribbler, der mit seinen langen Schritten ein enormes Tempo aufnehmen kann, um bis zur gegnerischen Grundlinie durchzustarten.

Die Agilität und Körperbeherrschung des 1,78 m großen Platas erinnert an einen Panther.

Darüber hinaus ist er ein guter Passer mit dem Auge für den Mitspieler. Der viermalige Nationalspieler (ein Tor) ist nicht zuletzt abschlussstark, und erzielte schon mehrere Distanztore.

Die kommenden Monate könnten entscheidend für die weitere Entwicklung des Rohdiamanten werden. Sporting zieht inzwischen eine Leihe Platas in Betracht. Ein Intermezzo bei einem kleineren Verein in Portugal könnte helfen, Plata dringend benötigte Einsatzminuten im Profibereich zu verschaffen.


 

Reinier Porträt

Reinier

von Markus Horn

Alles andere als ein Geheimtipp ist mittlerweile Reinier Jesus Carvalho. Der offensive Mittelfeldspieler von Flamengo Rio de Janeiro wurde einen Tag nach seinem 18. Geburtstag am 19. Januar diesen Jahres für eine Ablösesumme von 30 Millionen Euro von Real Madrid verpflichtet und mit einem Vertrag bis Juni 2026 ausgestattet.

Bei den „Königlichen“ soll er gemeinsam mit weiteren hochtalentierten Youngstern wie Achraf Hakimi (21), Takefusa Kubo (18), Andrii Lunin (20), Eder Militão (21), Martin Ødegaard (21), Rodrygo (18), Fede Valverde (21) und Vinícius Juníor (19) das Grundgerüst für die erfolgreiche Zukunft des Rekordgewinners der Champions League bilden.

Reinier Skills

Der in der brasilianischen Hauptstadt Brasília geborene Reinier wechselte 2011 als Elfjähriger nach Rio de Janeiro in die Jugend von Vasco da Gama. Nach weiteren Kurzstationen bei Botafogo und Fluminense schloss er sich 2014 Flamengo an.

Für den amtierenden brasilianischen Meister und Gewinner der Copa Libertadores kam der 1,85 Meter große Rechtsfuß in der vergangenen Saison in 15 Pflichtspielen der Serie A und der Copa Libertadores zum Einsatz. Dabei erzielte er sechs Treffer und gab zwei Assists.

Zu den größten Stärken von Reinier werden seine überragende Ballbehandlung sowie seine Kreativität im Offensivspiel gezählt.

Dementsprechend ließ ihn der portugiesische Coach Jorge Jesus in der Profimannschaft von Flamengo fast stets im offensiven Mittelfeld spielen, je einmal kam Reinier dazu als Linksaußen sowie als Mittelstürmer zum Einsatz.

Das Trikot der brasilianischen U17-Nationalmannschaft trug Reinier insgesamt 13 Mal, zweimal spielte er zudem bereits für die U23 seines Landes.

Seiner Berufung in die U23 der „Seleção“ ist es auch geschuldet, dass der Nachwuchsstar erst vor kurzem offiziell in der spanischen Hauptstadt vorgestellt wurde.

Noch bis 9. Februar spielte Reinier nämlich das Qualifikationsturnier für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio. In der U23-Auswahl der Brasilianer spielte er mit frisch gewordenen 18 Jahren ein ordentliches Turnier.

In den wenigen Einsatzminuten, die er zumeist als Joker erhielt, erzielte er einen Treffer.

Die „Königlichen“ wollen ihr neues Juwel – das von der heimischen Presse immer wieder als der „neue Neymar“ gehandelt wird – offenbar behutsam aufbauen. Dem Vernehmen nach soll Reinier zunächst für die B-Mannschaft Real Madrid Castilla auflaufen, die in der Segunda División B spielt.


 

Brian Rodríguez Porträt

Brian Rodríguez

von Amadeus Marzai

Nachdem die Positionen im Mittelfeld und auf den offensiven Flügeln lange Zeit zu den Baustellen im Kader von La Celeste gehörten, findet auf diesen inzwischen ein Schaulaufen hochtalentierter Youngsters statt. So haben sich die Mittelfeldspieler Federico Valverde (21), Rodrigo Bentancur (22) und Lucas Torreira (24) bereits in der Nationalmannschaft Uruguays etabliert.

Brian Rodríguez hingegen ist gerade drauf und dran sich langfristig seinen Startplatz in der Offensive der Urus zu sichern. Und das mit gerade einmal 19 Jahren.

Rodríguez stammt aus dem hügeligen Norden Uruguays. Doch bereits im jungen Kindesalter wechselte er zu CA Peñarol in die Hauptstadt Montevideo, wo er zu einem der interessantesten Talente seines Landes reifte.

Brian Rodriguez Skills

Mit 17 Jahren debütierte er für das Profiteam der Manyas und erzielte in 26 Pflichtspielen drei Tore und neun Assists. Dadurch war El Rayito (der kleine Blitz) bereits als Teenager Leistungsträger für Peñarols Meisterteam von 2019.

Zuvor hatte er bereits bei der U20-Weltmesiterschaft in Polen mit zwei Toren und einer Vorlage in vier Spielen für Aufsehen gesorgt. Folgerichtig stand er inzwischen auf den Notizzetteln verschiedenster ausländischer Clubs.

Letztendlich konnte sich der Los Angeles FC für 10,3 Millionen € die Rechte an dem Flügelstürmer sichern. Die MLS etabliert sich aktuell immer mehr als attraktive Zwischenstation für lateinamerikanische Talente vor dem Sprung nach Europa.

Bei Peñarol steht mit Facundo Pellistri (18) derweil übrigens das nächste verheißungsvolle Top-Talent in den Startlöchern.

Beim LAFC wurde der Rekordtransfer, auch aufgrund der angespannten Personalsituation, gleich zu einem wichtigen Teil der Rotation von Coach Bob Bradley. Dieser ist eigentlich dafür bekannt jungen Spieler eher nach und nach bedeutende Einsatzzeiten zu geben.

In neun Spielen (497 Einsatzminuten) gelangen Rodríguez bisher zwei Torvorlagen. Ein eigener Treffer blieb ihm bislang verwehrt, und das obwohl er immerhin zwei Schüsse pro Spiel abgab.

Seinen bisher besten Fußball im Profibereich zeigte der 19-Jährige aber ohnehin im himmelblauen Dress des Nationalteams. Trotz seines jungen Alters scheint er das volle Vertrauen von Nationaltrainer Óscar Washington Tabárez zu genießen.

So kommt „der kleine Blitz“ schon auf sechs Länderspiele (361 Minuten Spielzeit). In diesen gelangen Rodríguez, der sich auf Vereinsebene mit dem Tore schießen noch schwertut, bereits drei Treffer. Insbesondere die Tore gegen die USA und Ungarn waren sehenswert.

Rodríguez könnte langfristig eine Stelle im Nationalteam bekleiden, welche viel zu lange vakant war: die eines technisch versierten Flügelstürmers, der das Spielfeld in der Offensive auseinanderziehen kann. Die Anlagen dafür sind allesamt vorhanden.

Mit einem überragenden Antritt und ebenso beeindruckender Schnelligkeit macht er seinem Spitznamen alle Ehre. Dazu ist er sehr agil und ein geborener Athlet, der eine gute Körperkernstärke besitzt (69 kg bei 173 cm Körpergröße).

Der Uru ist technisch sehr versiert und verliert auch mit dem Ball am Fuß nicht an Tempo. Sein Dribbling ist geschwängert von einem unwiderstehlichen Flair. Dieser findet in Körpertäuschungen, Tunneln und blitzschnellen Haken seinen Ausdruck.

Der Rechtsfüßer kann beide Flanken und die Halbstürmerposition bekleiden, ist jedoch als linker Außenstürmer am besten aufgehoben. Vom linken Flügel zieht er gerne in die Mitte und nimmt das Tor ins Visier. Während Rodríguez innerhalb des Strafraums sehr clever agiert, zieht er noch zu oft unüberlegt von außen ab.

Er ist aber keineswegs eigensinnig und schon des Öfteren als guter Passgeber im letzten Drittel in Erscheinung getreten. Auch abseits des Spielgeräts weiß er sich mit klugen Diagonalläufen, hinter der gegnerischen Abwehrlinie, in aussichtsreiche Positionen zu bringen.

Nicht umsonst wird Brian Rodríguez weiterhin von europäischen Vereinen umworben. Aktuell wird der FC Bologna als mögliche Transferdestination genannt. Die SSC Napoli soll zuletzt sogar bereit gewesen sein, 30 Millionen € für die Dienste des begnadeten Uruguayers auf den Tisch zu legen.

Sollte El Rayito im Nationalteam weiterhin brillieren und seiner ordentlichen Debütsaison in Kalifornien eine sehr gute folgen lassen, dürfte sich diese Summe noch einmal erhöhen.


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Unter diesem Account veröffentlichen wir Texte von Gastautoren oder Gruppenprojekte, an denen mehrere Autoren beteiligt waren. Mehr zu den einzelnen Autoren findet ihr in ihren jeweiligen Texten.

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