In unseren Cavanis Friseur 110 porträtieren wir 110 Spieler, die unserer Meinung nach derzeit zu den besten U20-Talenten der Welt zählen.

Dazu haben wir aus über 500 Spielern mit Stichtag 1.1.1999 pro Position 10 Spieler ausgewählt und diese analysiert. In diesem Text wollen wir euch den zweiten Teil der besten Innenverteidiger-Talente vorstellen.

Die 10 besten Innenverteidiger-Talente Teil 2:

Lars Lukas MaiFC Bayern München
Svetozar MarkovicPartizan Belgrad
Evan N’DickaEintracht Frankfurt
Kik PierieHeerenveen
Declan RiceWest Ham United
Malang SarrOGC Nizza
Perr SchuursAjax Amsterdam
Jean-Clair TodiboFC Toulouse
Sepp van den BergPEC Zwolle
Dan-Axel ZagadouBorussia Dortmund

Lest auch die anderen Teile unserer Talente-Serie


 

Lars Lukas Mai

Lasse Mai wechselte im Jahr 2014 von Dynamo Dresden in den Nachwuchs des FC Bayern. Dort agierte der im Jahr 2000 geborene Innenverteidiger zunächst in den Teams des Jahrgangs 1999.

Unter dem heutigen Trainer von Holstein Kiel, Tim Walter, spielte er zwischen 2015 und 2017 in der U17 und führte als Kapitän die B-Junioren des FC Bayern zur deutschen Meisterschaft.

Charakteristisch für die Spielidee von Tim Walter sind die zahlreichen Positionswechsel im Spielaufbau und die vielen Eins-gegen-Eins-Situationen für die Verteidiger.

Mai hatte anfänglich große Probleme, sich in dieser Umgebung zurechtzufinden.

Doch Tim Walter setzte darauf, dass seine Innenverteidiger dadurch langfristig weiterentwickeln würden. Mit Erfolg, wie U17-Meisterschaft und die Profieinsätze für Mai beweisen.

Er entwickelte sich zu einem modernen Innenverteidiger mit Qualitäten im Spielaufbau sowie bei der Antizipation von gegnerischen Bällen. Stellungsspiel und Physis sind für einen 18-jährigen Nachwuchsspieler beeindruckend.

Und nicht zuletzt erkennt er hervorragend Räume in der gegnerischen Deckung, in die er hineindribbelt, um Gegenspieler auf sich zu ziehen und Lücken für die Offensivspieler zu schaffen.

Schwächen hat Mai vor allem noch hinsichtlich seiner Schnelligkeit. Sowohl in Laufduellen als auch gegen kleine quirlige Gegner in den Zweikämpfen zieht er noch zu oft den Kürzeren.

Sein eigentlich elfmeterwürdiges Foul im Vorbereitungsspiel zuletzt gegen Fortuna Düsseldorf zeigte diese Schwäche auf Bundesliganiveau.

Des weiteren neigt er teilweise dazu, nach eigenen Fehlern zu sehr mit sich zu hadern. Dies führt dann ab und an zu weiteren Unkonzentriertheiten.

Seine beiden Bundesligaeinsätze in der vergangenen Saison gegen Eintracht Frankfurt und bei Hannover 96 zeigten, dass Lukas Mai bereits auf Bundesliganiveau durchaus mithalten kann und auch keine Scheu hat, mutige Bälle im Spielaufbau zu spielen.

Die Unterforderung merkte man ihm zuletzt in der Regionalliga häufig an. Eine Leihe zu einem Verein, der kommende Saison mindestens Zweitklassig spielt, dürfte im Sommer sehr wahrscheinlich sein.

Ein Text von Martin von Mia San Rot


 

Svetozar Markovic

Svetozar Markovic ist eines der größten Talente des partizanischen und serbischen Fußballs. Der erst 18-jährige Innenverteidiger verfügt über eine bemerkenswerte Abgeklärtheit, ist körperlich kräftig und zeigt keine Angst in Zweikämpfen.

Zudem ist er insbesondere bei Standardsituationen sehr torgefärlich und erzielte bereits vier Treffer.

Er wurde im Jahr 2000 in Bjeljina geboren, wo er mit sechseinhalb Jahren beim örtlichen Club Radnik begann.

Als er neun Jahre alt war, brachten ihn seine Eltern in ein Trainingscamp, das Partizan in Jahorina organisierte, und wurde dort von Milan Ristić gescoutet, der ihn zwei Jahre später zu Partizan brachte und für die nächsten fünf Jahre trainieren sollte.

Neben Ristić waren auch seine späteren Trainer Dražen Bolić und Žarko Lazetić für seine rasante Entwicklung verantwortlich.

In Radnik spielte er im defensiven Mittelfeldspieler oder auf beiden Flügeln, während er bei Partizan als Innenverteidiger aufblühte.

In der hochveranlagten 2000er-Generation – allen voran Svetozar Markovic und Dusan Vlahovic (mittlerweile bei der Fiorentina unter Vertrag) – war das Partizan-Talent eine prägende Figur und hatte großen Anteil an den bemerkenswerten Ergebnissen bei Juniorenturnieren.

Markovic gelang als Kapitän der Reserve im Jahr 2017 der Durchbruch und wurde daraufhin von Trainer Miroslav Djukic in die erste Mannschaft berufen.

Im serbischen Pokal durfte das Defensivtalent erstmals Profierfahrung sammeln. In der darauffolgenden Saison spielte er auch in der UEFA Europa League und in der serbischen Meisterschaft.

Am Ende der Saison wurde er als bester Newcomer der serbischen SuperLiga ausgezeichnet. Nach mehreren hervorragenden Leistungen verglichen ihn die Medien bereits mit Real Madrid Sergio Ramos.

Der junge Serbe gab sich jedoch zurückhalten und meinte daraufhin nur, dass eigentlich Thiago Silva sein Vorbild sei.

Seit Beginn der Saison 2018/19 war der Innenverteidiger mehrfach wegen wiederholter Fehler kritisiert worden, aber Trainer Zoran Mirković nahm den serbischen Jungspund in Schutz und meinte, dass dies zur Entwicklung eines jungen Spielers nun mal dazu gehöre.

Im September 2018 verlängerte Svetozar Markovic seinen Vertrag bei Partizan bis 2021, obwohl sogar Manchester United und die Roma Interesse am Defensivtalent gezeigt hatten.

Bei einer gleichbleibenden Entwicklung scheint es jedoch nur sehr unwahrscheinlich, dass Markovic bis 2021 für Partizan spielen wird.

Ein Text von Dragan Čiča


 

Evan N’Dicka

Als Eintracht Frankfurt im letzten Juli den 18-jährigen Innenverteidiger Evan N’Dicka als Neuzugang vorstellte, rieben sich viele Anhänger der Adler verwundert die Augen.

Dass Fredi Bobic satte 6 Mio. € für einen Spieler nach Auxerre überwies, der in der französischen zweiten Liga erst 12 Partien absolviert hatte, war ein für die Hessen ungewöhnliches finanzielles Risiko.

Gleichwohl steht mittlerweile fest, dass die Scouting-Abteilung des amtierenden Pokalsiegers (erneut) ein hervorragendes Auge bewiesen hat.

N’Dicka bestritt für die Eintracht in der Hinrunde alle 17 Bundesligaspiele (16 Mal Startelf) sowie 4 Partien in der Europa League und war einer der Erfolgsfaktoren für das fantastische Abschneiden der Frankfurter.

Der Linksfuß agiert auf dem Platz erstaunlich abgeklärt und macht keinen Fehler zweimal. In der Mainmetropole lobt man die schnelle Auffassungsgabe und Zielstrebigkeit des gebürtigen Parisers, welche seine ungewöhnliche Konstanz zu erklären vermag.

Im Laufe dieser erfolgreichen Hinrunde wuchs sichtlich auch das Selbstvertrauen des Franzosen, der sich immer mehr in den Spielaufbau einschaltet und den Ball nach vorne treibt.

Neben Dortmunds Zagadou sowie dem Leipzig-Duo Konaté und Upamecano hat sich N’Dicka zum vierten französischen Innenverteidiger-Talent in der Bundesliga entwickelt, das einen Stammplatz bei einem Top-6-Team innehat.

Im Vergleich zu den anderen hat N’Dicka dabei die geringste Fehlerquote und auch deshalb die Verletzung von Carlos Salcedo vergessen gemacht.

Es wird interessant sein, ob er dieses Niveau auch konstant in der Rückrunde beibehalten kann.

Jedoch sollte es nicht überraschen, wenn er diese Verantwortung ebenso schultern und seine rasend schnelle Entwicklung fortsetzen würde.

Der Kaderplatz bei einem Topklub und in der Equipe Tricolore sind bei gleichbleibendem Tempo dann nicht unrealistisch.


 

Kik Pierie

Mit 18 Jahren geht der hochtalentierte Kik Pierie in seine zweite Saison als Stammspieler des niederländischen Vereins SC Heerenven.

In seinem Klub, indem er bereits seit seinem 11. Lebensjahr spielt, kommt der Linksfuß als Innen- und Linksverteidiger zum Einsatz.

Der in der USA geborene Pierie ist ebenfalls schon seit 2015 in den U-Nationalmannschaften der Niederlande vertreten und ist derzeit sogar Kapitän der U19.

Und was sind wohl die Stärken eines jungen, 1,83m großen Verteidigers? Genau: Der Spielaufbau.

Pieries strategisches Verständnis gepaart mit seiner Übersicht machen ihn zu DEM Prototyp des modernen Verteidigers.

Seine Ballan- und mitnahmen sind technisch auf hohem Niveau. Wenn Pierie andribbelt und den Kopf oben hat, kann sich der Gegner bereits darauf einstellen, dass jede kleine Lücke im Mittelfeldpressing bestraft wird.

Seine Pässe spielt Pierie fast absurd oft durch die Linien des Gegners. Hierbei ist sich der Linienbrecher aus Boston der Umgebung des ballempfangenden Spielers aber immer bewusst.

Wenn der Spieler frei steht, aber die Staffelung für Anschlussaktionen suboptimal ist, wartet Pierie; oder spielt einen Diagonalball.

Defensiv sticht bei Pierie besonders seine starke Antizipation ins Auge. Er findet gute Positionen, aus denen er schnell herausrücken und den Ball abfangen kann.

Extrem stark positioniert sich der U19-Kapitän bei gegnerischen Hereingaben vom Flügel.

Pierie bewegt sich in (fast) perfekter Relation zum Ball, seinen Mitspielern und den Gegenspielern. So kann er im Strafraum viele Hereingaben abfangen und klären.

Wenn wir zu den Schwächen kommen, bedient der Prototyp des modernen Verteidigers leider den Stereotyp des modernen Verteidigers.

Defizite besitzt Linienbrecher Pierie im direkten 1-gegen-1. Dabei fällt dann auf, dass er mit 1,83 eher klein und recht schmächtig ist. So bekommt der Niederländer ebenfalls Probleme beim Verteidigen von Zielspielern.

In den Kopfballduellen verhält er sich durchaus gut, doch wenn der Gegenspieler den Ball verarbeiten kann und ihn abschirmt – dann hat Pierie geringe Chancen auf einen Ballgewinn.

Außerdem fallen die Diagonalbälle des Niederländers im Vergleich zu seinem sonstigen Passspiel etwas ab: Von seinen langen Bällen findet nur knapp die Hälfte den Mitspieler (Quelle: whoscored.com, Stand 10.02.19).

Seine Technik ist dabei durchaus passabel, nur bringt er diese oft in unpassenden Situationen und unter Druck stehend an.

Für die „klassischen“ Disziplinen jedoch gilt, dass viele Innenverteidiger sich dort erst mit Erfahrung im Profibereich weiterentwickeln. Pierie deutete hier bereits Potenzial an.

Wenn er dort nur ansatzweise so stark wird wie im Spielaufbau, kann er einer der besten (und modernsten) Innenverteidiger der Welt werden.


 

Declan Rice

Declan Rice, Absolvent der West Ham United Jugendakademie, hatte seinen Durchbruch während David Moyes‘ Aufenthalt bei den Hammers.

In der Saison 2017/18 kam Rice 26 Mal in der Liga zum Einsatz und empfahl sich anschließend für die Nationalmannschaft Irlands.

Seitdem gab es immer wieder Gerüchte, ob Rice sich dafür entscheiden würde, stattdessen für England zu spielen.

Dennoch ist Rice nach wie vor ein wichtiger Bestandteil von Manuel Pellegrinis Mannschaft und das bereits im Alter von 19 Jahren.

Obwohl er von Natur aus ein Innenverteidiger ist und vor allem unter Moyes dort gespielt hat, hat sich Rice seither als bedeutender Mittelfeldspieler einen Namen gemacht.

Vor allem als alleiniger und tiefster Mittelfeldspieler im 4-1-4-1 oder als Teil einer Doppelsechs im 4-2-3-1 passt Rice gut zu Pellegrinis Taktik, was auf seine defensive Positionierung zurückzuführen ist.

Insbesondere in einem 4-1-4-1 positioniert sich Rice zwischen der Verteidigung und dem Mittelfeld.

Er neigt dazu, die Bewegungen der gegnerischen Spieler zwischen den Linien aufzunehmen und ist darüber hinaus ein ausgezeichneter Tackler (*aktuelle Stats einfügen*).

Einfach ausgedrückt, wenn West Ham mit einem Dreiermittelfeld spielt, sind sie viel kompakter und schützen die Verteidigung besser, insbesondere im Übergangsbereich.

Am Ball ist Rice strategisch stark und kann das Spiel entsprechend mit seinem Passspiel beschleunigen.

Beim 3:1-Sieg von West Ham gegen Manchester United wurde Rice manchmal zu viel Platz im Mittelfeld eingeräumt, was es ermöglichte, den Ball schnell in die Hälfte von United zu bringen: „Rice war auch gut darin, lange Bälle aus der Tiefe zu spielen und die verschiedenen Läufe der West Ham-Spieler weiter voranzutreiben.“

Selbst bei der 3:0-Niederlage gegen Wolverhampton im Januar erreichte jeder seiner zehn langen Pässe seinen Empfänger.

Bei West Hams Sieg über Arsenal zeigte Rice, dass er hervorragend darin ist, vorstoßende Gegenspieler aufzunehmen und den Raum vor der Abwehr zu verdichten.

Bei Standards bewies das Talent ebenso seine Stärken, als Rice in eben jenem Spiel mit einem gut platzierten Schuss den goldenen Treffer erzielte.

Eine diskutierbare Schwäche ist, dass Rice ein Ziel für eine gegnerische Pressingattacke ist und möglicherweise nicht die Passreichweite anderer defensiver Mittelfeldspieler hat.

Obwohl West ham in dieser Saison wenig Konstanz ausstrahlt, ist Rice einer der wenigen Konstanten der Hammers.

Ein Text von Ryan Quinn


 

Malang Sarr

Es gibt Spieler, die bereits so lange dabei sind, dass man komplett vergisst, wie jung sie noch sind: Malang Sarr ist einer dieser Spieler.

Der vor kurzem 20 Jahre alt gewordene Innenverteidiger geht in seine dritte Saison als Stammspieler bei OGC Nizza. Dort spielt der Franzose bereits seit seinem 6. Lebensjahr.

Inzwischen hat das Eigengewächs sieben Spiele in der Europa League und fast 70 in der Ligue 1 absolviert. Sarr ist – wie es sich für einen modernen Innenverteidiger gehört – technisch gut ausgebildet.

Aufgrund seiner Schnelligkeit kann er ebenfalls als Linksverteidiger eingesetzt werden.

Dort zeigt er wie auch als Innenverteidiger ein gutes Gespür für die Räume.

Als Außenverteidiger besitzt er ein starkes Timing im Hinterlaufen; als Innenverteidiger bietet er seinen Mitspielern mit seinen Bewegungen Lösungen unter Druck an.

Der Linksfuß dribbelt im Spielaufbau konsequent an und profitiert hierbei von seinem sauberen ersten Kontakt. Diesen nutzt Sarr, um bei der Ballannahme direkt Dynamik aufzunehmen.

Wenn es nicht notwendig ist, spielt der Franzose gerne mit einem Kontakt, um das Spiel nicht unnötig zu verlangsamen.

Seine Flugbälle sind technisch hochwertig und geben ihm die Möglichkeit, das Spiel immer wieder sauber zu verlagern.

Defensiv beweist der 1,82m große Verteidiger eine teilweise überragende Antizipation. Viele Bälle kann er auch noch kurz vor dem Strafraum abfangen.

Seine Zweikampfführung ist ebenso auf gutem Niveau und macht ihn in Strafraumsituationen zu einem mehr als ordentlichen Verteidiger.

Trotz seiner eher geringen Größe ist Sarr nicht kopfballschwach, da er über ein sauberes Timing und eine hohe Sprungkraft verfügt.

In einigen Disziplinen besitzt er jedoch noch Verbesserungsbedarf: Denn trotz seiner für einen 20-Jährigen beachtlichen Erfahrung unterlaufen ihm zu viele Fehler. Wenn Sarr gepresst wird, agiert er oft hektisch und kann sich nicht aus dem Druck lösen.

Und falls der Franzose die Partie unsicher begonnen hat, spielt er sie meistens auch unsicher zu Ende.

Während des Spiels scheint er psychisch noch nicht stark genug zu sein, um sich aus einem kleinen Leistungsloch herauszuarbeiten.

Seine Zweikampfführung ist noch inkonstant. Er foult für einen Innenverteidiger selten, dafür sind die seltenen Fouls dann oftmals in Strafraumnähe. All die aufgezählten Defizite sind jedoch nur kleine Schwächen.

In allen Disziplinen beweist er hohes Potenzial, kann dieses jedoch noch nicht konstant in jedem Spiel abrufen.

Sarr hat sich in seiner Konstanz aber bereits bedeutend gesteigert und wenn er sich weiterhin so verbessert, wird die Frage aufkommen, wie lange er seinem Heimatverein noch erhalten bleibt.


 

Perr Schuurs

Der Vater Profihandballer, die Schwester Tennisspielerin auf höchstem Niveau – In der Familie Schuurs liegt Sport im Blut, so auch bei Fußballer Perr Schuurs.

Mit 19 Jahren wird Schuurs nach de Ligt als nächstes holländisches Innenverteidiger-Juwel gehandelt.

Mit seiner Körpergröße von 1,93 Meter bringt Schuurs die benötigte Physis für den Job als Innenverteidiger mit und kommt in der Defensive nur mit wenig Fouls aus.

Doch seine Stärken liegen eher im Offensivspiel: Schuurs brilliert mit sicherer Ballkontrolle, hoher Passgenauigkeit auch bei langen Bällen und einem guten Auge für die Mitspieler im Aufbauspiel.

Zudem strahlt er sowohl mit dem Kopf, als auch mit strammen, platzierten und beidfüßigen Schüssen jederzeit Gefahr bei Standards vor dem gegnerischen Tor aus.

Schuurs Stärke ist sicherlich die Vielseitigkeit, jedoch geht an manchen Stellen seines Spiels die Balance zwischen Angriff und Verteidigung verloren.

Bevor Schuurs zur Saison 18/19 zu Ajax Amsterdam wechselt, um den gleichen Weg wie de Ligt gehen zu können, stellt er bei seinem Ausbildungsclub Fortuna Sittard eindrucksvoll sein Potenzial unter Beweis. Bereits mit 16 debütiert er für die erste Mannschaft in der Jupiler League.

Ein Jahr später führt er die Mannschaft als Kapitän auf das Feld und erhält die Auszeichnung als bester Spieler der Saison.

Insgesamt schießt Schuurs für Sittard in 60 Spielen 10 Tore und bereitet 8 weitere vor, darunter ein Tor und eine Vorlage gegen die Zweitauswahl seines späteren Arbeitgebers Ajax Amsterdam – eine beachtliche Quote, zu mal Schuurs in der Verteidigung und im defensiven Mittelfeld eingesetzt wird.

Mittlerweile spielt Schuurs selbst bei Ajax, jedoch vornehmlich in der zweiten Mannschaft, um Spielpraxis zu sammeln.

Hinter de Ligt und Blind soll er sich in Ruhe weiterentwickeln können und nach und nach an den Profikader herangeführt werden.

Eines ist sicher: Sowohl Ajax, als auch Schuurs könnten in der nächsten Zeit von dem Wechsel profitieren. Denn Ajax hat mit Schuurs eine schlaue Investition für die Zeit nach de Ligt getroffen.

Schuurs selbst muss sich vorerst nicht in ein völlig neues Umfeld einfinden und kann in gewohnter Umgebung weiter als offensiv-veranlagter Verteidiger reifen.

Sollte er sich bei Ajax langfristig durchsetzen können, kann aus ihm ein Innenverteidiger eines Formats Gerard Pique werden.


 

Jean-Clair Todibo

Jean-Claire Todibo ist einer der Senkrechtstarter dieser Saison. Dem französischen Abwehrtalent gelang in einer schwierigen Situation der Durchbruch und avancierte trotz seines jungen Alters zum Stammspieler.

Damit trat Todibo in die Fußstapfen seiner Vorgänger Alban Lafont und Issa Diop – letzteren sollte er nach dessen Wechsel zu West Ham schnell vergessen machen.

Ein Grund dafür ist die Zielstrebigkeit von Jean-Claire Todibo. Mit 9 Jahren war der Toulouse-Verteidiger in einen Autounfall verwickelt und erlitt mehrfache Brüche an beiden Beinen. Von diesen Verletzungen ließ sich der Franzose jedoch nicht zurückwerfen und kämpfte sich zurück.

Nach seinem Comeback bestach Todibo bei seinem Jugendverein im zentralen Mittelfeld mit einer unglaublichen Ruhe und beachtlichen Reife und überzeugte im Sommer 2016 die Scouts von Toulouse.

Beim TFC wurde das Talent mit der Zeit immer defensiver eingesetzt, bis er schließlich als defensiver Mittelfeldspieler und als Innenverteidiger für den Verein aus Südfrankreich auflief.

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Seit seinem Profi-Debüt im Herbst kam Jean-Claire Todibo jedoch ausschließlich in der Innenverteidiger zum Einsatz. In dieser bestach der junge Franzose mit einer beachtlichen Reife, Konsequenz im Zweikampfverhalten und unglaublichen Schnelligkeit.

Todibo ist dank seines Tempos ein unangenehmer Gegner bei Laufduellen und weiß seine langen Beine bei Zweikämpfen geschickt einzusetzen und so, ohne dabei sein Foul oder gar eine Verwarnung zu riskieren, dem Gegner den Ball abzunehmen.

Seine Erfolgsquote bei Zweikämpfen von über 85 Prozent spricht für sich.

Ein Grund für seine erfolgreichen Zweikämpfe ist jedoch seine Übersicht und seine Antizipation.

Der junge Franzose wird sich den Bewegungen seines Gegners früh bewusst und kann sich dementsprechend durch geschickte Positionierungen einen Vorteil verschaffen.

Auch hier kommt ihm seine Schnelligkeit und Reaktionsfähigkeit entgegen, dank welcher er bei Erkennung von Gefahren umgehend reagieren und sich schnell richtig positionieren kann.

Beachtlich sind neben seiner Schnelligkeit zudem sein beeindruckendes Timing und seine Standfestigkeit.

Jean-Claire Todibo weiß es auch nach Zweikämpfen auf den Beinen zu bleiben und kann so nach Ballgewinn umgehend einen Gegenangriff einleiten.

Ähnlich wie im Defensivverhalten geht der junge Franzose auch im Aufbauspiel gerne Risiken ein – und wird dafür oftmals belohnt.

Mit einer erfolgreichen Passquote von rund 90 Prozent und einer Erfolgsrate von rund 65 Prozent bei Pässen ins letzte Drittel übernahm Todibo auch im Toulouser Aufbauspiel viel Verantwortung.

In diesem bestach er bisher mit einer überragenden Übersicht. Der Verteidiger schreckt dabei nicht vor Risiko zurück und versucht seine Mitspieler stets in Szene zu setzen – ein Stil, der ihm bei Barca sehr entgegenkommen könnte.

Vor wenigen Wochen unterschrieb Todibo beim FC Barcelona einen Vertrag ab Sommer 2019.

Die Katalanen sicherten sich das junge Talent aufgrund seines Amateurvertrags eigentlich sogar ablösefrei, doch zogen für eine noch unbekannte Ablösesumme den Transfer vor und holten ihn damit bereits im Winter.

Sollte es dem Franzosen gelingen sich schnell anzupassen, dann könnte er bereits in ein paar Jahren zu den besten Verteidigern der Welt gehören – die Anlagen dazu hätte er alle mal.


 

Sepp van den Berg

Mit gerade einmal 17 Jahren schickt sich Sepp van den Berg an, einer der interessantesten Spieler der Eredivisie zu werden. Dabei stach er nicht nur mir auch in Live-Streams, deren Legalität durchaus zweifelhaft erscheint, direkt ins Auge.

Dies bedingt einerseits seine auffällige Haarfarbe, andererseits die mutige Spielweise des Rechtsfußes. Der Niederländer ist seit dieser Saison als Innenverteidiger beim niederländischen Erstligisten PEC Zwolle gesetzt.

Für ein Team, wessen Ziel der Klassenerhalt ist, ein durchaus mutiger Schritt. Van den Berg dankt es mit starken Leistungen.

Der 1,89m große Schlaks ist für sein Alter und seine Größe ungemein schnell. Seine Höchstgeschwindigkeit ist beachtlich.

Mit dem Ball bringt er einiges an Qualität mit, weswegen er schon in einem Hybrid aus Innen- und Rechtsverteidiger zum Einsatz kam.

Der Niederländer hat einen sehr sauberen ersten Kontakt. Diesen nutzt er, um selbst in statischen Situationen direkt Tempo aufzunehmen.

Van den Berg überbrückt mit seinem Andribbeln viel Raum und schafft so neue (und bessere) Staffelungen für sein Team.

Während er beim Andribbeln besonders seine Dynamik nutzt, zeigt er in statischen Szenen auch schöne Auftaktbewegungen.

So kann er den Gegner mit kleinen Körpertäuschungen ins Leere laufen. Außerdem verzögert der Innenverteidiger immer wieder gut, um technisch saubere Pässe ins Mittelfeld zu spielen.

Gegen den Ball agiert van den Berg (meistens) sehr aufmerksam: Selbst in Strafraumszenen behält er eine starke Übersicht. So kann er dort viele gefährliche Angriffe mit seiner Antizipation und gutem Stellungsspiel unterbinden.

Der junge Innenverteidiger hat aber, besonders defensiv, noch etwas Nachholbedarf: Sein Kopfballspiel lässt noch stark zu wünschen übrig.

Mal verschätzt er sich beim Absprung, dann findet er vorher nicht die richtige Position zum Ball (besonders bei Flugbällen, auf die er gerade zulaufen muss).

Im direkten 1-gegen-1 besitzt er ebenfalls einige Probleme. Körperlich ist er noch recht schwach und verpasst oft den Moment, seinen Körper zwischen Ball und Mann zu schieben.

Dadurch hat er bereits einige fast sicher gewonnene Zweikämpfe noch verloren. Nach ähnlichem Muster kamen Ballverluste in der Offensive zustande, da van den Berg den Ball nicht optimal abschirmte.

Außerdem bewegt er sich vorher nicht immer optimal: Seine Position erschwert den Passwinkel für seinen Mitspieler, dadurch kommt der Pass nicht perfekt und van den Berg befindet sich direkt unter Druck.

Für sein Alter ist der Niederländer dennoch ungemein weit. Und wenn er weiter an sich arbeitet, darf ich ihm bald vielleicht ja auch in legalen Live-Streams beim Fußball spielen zuschauen.


 

Dan-Axel Zagadou

Diego da Silva Costa ist 1,86 Meter groß. Durch seinen Ruf wirkt der Spanier allerdings gerne mal ein paar Zentimeter größer. Wenn sich diese Masse vor einem anderen Spieler aufbaut, legt dieser gerne den Rückwärtsgang ein.

Nur wenige Spieler scheuen sich nicht vor dem Duell mit dem spanischen Heißsporn. Und dann gibt es da noch Dan-Axel Zagadou.

Es ist die zweite Profisaison des Franzosen. Dortmund trifft in der Gruppenphase auf Atletico Madrid, wo es zum Duell gegen den eben genannten Diego Costa kommt.

Dieser baut sich vor Zagadou auf – und merkt dann, dass es wohl noch größere Kanten auf diesem Planeten gibt.

Es ist bezeichnend für das Gesamtpaket, das Zagadou im Sommer 2017 aus Paris mitbrachte.

Seine 1,96 Meter Körperlänge geben ihm ein physisches Gesamtpaket mit, dass den Franzosen zu einem unangenehmen Gegenspieler macht.

Dennoch sucht Zagadou gerne die spielerische Lösung, der im Spielaufbau häufig den Raum in der Tiefe sucht. Für sein Alter ist der Franzose zudem mental stark und scheut sich nicht, Verantwortung zu übernehmen.

Trotzdem musste auch Zagadou in seiner ersten Saison eine Menge Lehrgeld bezahlen. Wurde er hier zunächst noch als Linksverteidiger eingesetzt, wirkte er ab und zu mit dem Pressing des Gegners überfordert.

Nach der Verpflichtung von Akanji bieten sich für Lucien Favre mehr Möglichkeiten der Rotation, was auch den Druck von Zagadou nimmt. Hier profitiert Zagadou natürlich von seinem unglaublichen Körper.

Auf dieser Position scheint sich der Franzose deutlich wohler zu fühlen und scheint in der zweiten Saison endgültig in Dortmund angekommen zu sein.

Natürlich zeigt seine Leistungskurve weiterhin große Schwankungen, was allerdings in seinem Alter verziehen werden sollte.

Dass Zagadou jedoch keine Aufgabe scheut, hat auch Diego Costa inzwischen eindrucksvoll erfahren müssen.

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