In unseren Cavanis Friseur 110 porträtieren wir 110 Spieler, die unserer Meinung nach derzeit zu den besten U20-Talenten der Welt zählen.

Dazu haben wir aus über 500 Spielern mit Stichtag 1.1.1999 pro Position 10 Spieler ausgewählt und diese analysiert. In diesem Text wollen wir euch die besten Talente im offensiven Mittelfeld vorstellen.

Die 10 besten Talente im offensiven Mittelfeld:

Yacine AdliGirondins Bordeaux
Ezequiel BarcoAtlanta United FC
Giorgi ChakvetadzeK.A.A. Gent
Brahim DíazReal Madrid
Sofiane DiopAS Monaco
João FélixBenfica
Kai HavertzBayer 04 Leverkusen
Mason MountChelsea FC
Hannes WolfRB Leipzig
Nicolo ZanioloAS Roma

Lest auch die anderen Teile unserer Talente-Serie

Wir danken InStat für die Bereitstellung der Daten und die Hilfe beim Scouting der Spieler.


 

Yacine Adli

Der im Jahr 2000 geborene kam durch die Jugendakademie von PSG und wurde im Sommer heftig mit einem Wechsel zu Arsenal gehandelt. Am Ende unterschrieb er einen Profivertrag bei PSG, wo er jedoch noch kein Spiel bei den Profis diese Saison gemacht hat.

Als Sechser, Achter oder Zehner bestach Adli mit seiner Qualität bereits in den letzten Jahren in den U-Nationalmannschaften Frankreichs, zuletzt bei seinem Debüt für die U20 im Oktober. Spielpraxis im Profibereich blüht ihm wohl zudem baldig über eine Leihe.

Spielerisch überzeugt Adli gleich durch mehrere Qualitäten. Zunächst ist er technisch herausragend, mit einem sehr guten ersten Kontakt.

Seine Passqualität was sowohl Tempo, Druck und Timing betrifft, ist enorm hoch, sowohl bei Flachpässen, wie auch bei Flugbällen bzw. Eckbällen.

Ebenso besticht sein Spielverständnis, er bietet sich stetig im Zwischenraum an, wo er sich sowohl extrem gut orientiert wie auch positioniert und in den richtigen Situationen aufdreht.

Zudem sucht er häufig erfolgreich Pässe in die Vertikale bzw. Diagonale um Gegner aktiv und mutig zu überspielen.

Hier findet das PSG-Talent den richtigen Moment mit einer enormen Ruhe, oft zeigt er auch unter Gegnerdruck eine gute Pressingresistenz.

Im 1-gegen-1 hat offensiv er eine überaus gute Dynamik, speziell für seine Größe, und sucht oft aktiv und erfolgreich Situationen, wo er den Gegner binden und überspielen kann.


Manchmal verstrickt er sich jedoch in Aktionen und nimmt relativ viel Tempo aus dem Spiel.

Körperlich hat er eine stattliche Größe von 1.86m, die er, trotz seiner noch etwas schmächtigen Statur, auch effektiv zu Nutzen weiß, jedoch hat er klare Defizite in seiner Schnelligkeit, besonders im Antritt.

Defensiv trifft Adli jedoch sowohl individuell wie gruppentaktisch oft gute Entscheidungen und liest das Spiel vorausschauend, gerade beim Schließen von Passlinien.

Sein Torabschluss ist verbesserungswürdig. Hier sucht er oft nicht zielstrebig genug den Abschluss und verfehlt in aussichtsreichen Situationen oft das Tor aufgrund einer zu harten Dosierung eines Spannschusses.

Sein Anlaufverhalten ist von der Intensität her OK, jedoch wird er hier sehr oft überspielt und läuft durch anstatt den Gegner zu stellen.

Alles in allem ist Adli ein Spieler mit enormen Potential, besonders offensiv hat er eine unglaublich hohe Qualität.

Dieses wird in der Zukunft hoffentlich durch ein zielstrebigeres Verhalten, besonders in Tornähe und disziplinierteres und bissigeres Defensivverhalten untermauert – jedoch nicht wie erwartet in Paris, sondern viel mehr an der Garonne im Südwesten Frankreichs.

Denn Yacine Adli wechselte am Deadline Day für 5,5 Millionen Euro von Paris Saint-Germain zu Girondins Bordeaux.

Ein Text von Samuel Cárdenas von The False Fullback


 

Ezequiel Barco

Mit 18 Jahren sich den Elfmeter im Rückspiel des Copa Sudamericana Finales nehmen, wenn das eigene Team 1:0 hinten liegt? Klingt mutig. Der inzwischen 19-jährige Argentinier Ezequiel Barco hat genau das gemacht – und getroffen.

Damals noch in Diensten von CA Independiente trat der hochtalentierte Flügelspieler im Januar letzten Jahres den ungewöhnlichen Weg in die MLS an. Atlanta United, trainiert von Ex-Barca Coach Tata Martino, nahm ihn für 12,28 Millionen Euro unter Vertrag.

Obwohl Barcos Leistungsdaten dort bisher enttäuschen, ist sein Talent unbestritten. Die Stärken des Argentiniers sind sehr vielfältig und lassen ihn für verschiedene Rollen in Frage kommen. Wer ein paar Spiele von Barco gesehen hat, wird schnell sehen, was ich meine: Der 1,67m kleine Argentinier reißt das Spiel bereits im zweiten Drittel an sich und stellt saubere Strukturen für sein Team her.

Dann taucht er wieder im letzten Drittel am Flügel auf und entfacht aus isolierten Situationen unheimliche Durchschlagskraft. Und auch nicht zu selten taucht er in den Halbräumen auf und spielt von dort technisch hochwertige Pässe hinter die Abwehrkette. Spieler, die in so jungem Alter bereits derartig facettenreich und ausgereift sind, sind äußerst rar.

Barco ist in seinen Aktionen mit Ball nämlich ebenfalls sehr erfolgsstabil: Trotz vieler gewagter Dribblings und schwierigen Pässen verliert er selten den Ball. Seine Ballführung ist überragend, zusätzlich liest er die Bewegungen seiner Gegenspieler sehr intelligent und kann zur Not auch mit seiner Dynamik und Beweglichkeit glänzen.


Außerdem ist Barco kombinationsstark und löst Pressingsituationen oft mit intelligenten Positionierungen und One-Touch-Pässen auf den freien Mann auf. Dort zeigt sich besonders seine Intelligenz in der Positionsfindung, die ihn für nahezu jede Position im Mittelfeld interessant erscheinen lässt.

In der Defensivarbeit zeigt er sich diszipiniert. Jedoch stürmt er oft zu aggressiv auf den ballführenden Spieler drauf: So verzeichnet er zwar einige gute Ballgewinne, läuft aber noch häufiger ins Leere und öffnet dem Gegner so viel Raum.

Mit dem Ball agiert er manchmal noch zu vertikal und sucht zu oft den Pass in die Tiefe, wenn die horizontale Zirkulation sinnvoller gewesen wäre. Doch das sind kleine Defizite eines großen Talents, wessen weiterer Karriereweg spannend zu verfolgen sein wird: Geht er nach Europa und wenn ja, wann und wohin?

Und vor allem: Auf welcher Position wird er dann vorrangig zum Einsatz kommen? Die Antworten auf diese Fragen werden hoffentlich nicht lange auf sich warten lassen.


 

Giorgi Chakvetadze

Giorgi Chakvetadze zählt zu den Senkrechtstartern der belgischen Jupiler League. Dabei hat sein Verein KAA Gent ein wahres Schnäppchen gemacht, als sie ihn im Sommer 2017 für 1,5 Millionen Euro verpflichtet haben.

Der Georgier wusste bei der Heim-U19-EM zu überzeugen und das Interesse auf sich zu ziehen. Die von den Belgiern gebotene Ablösesumme von 1,5 Millionen Euro wurde daraufhin von Dinamo Tiflis akzeptiert, aber als würde es nicht reichen, dass ihnen ihr Top-Talent abhandenkommt, entging dem georgischen Rekordmeister eine Menge Geld.

Denn gerade als Giorgi Chakvetadze bei Gent unterschrieben hatte soll der FC Bayern München eine Offerte in Höhe von 6 Millionen Euro abgegeben haben – doch es war zu spät, der Georgier hatte bereits in Belgien unterschrieben. Während den Münchnern damit ein riesiges Talent durch die Lappen ging, erfreut sich die Gent-Fans über den Spielwitz des Offensiv-Allrounders.

Denn nach leichten Startproblemen zählt Giorgi Chakvetadze diese Saison zu den Top-Spielern der Jupiler League und zog mittlerweile das Interesse der Bayern, von Tottenham, Dortmund und sogar das des FC Barcelona auf sich.

Beim KAA Gent wechselt der Georgier zwischen der Position des Spielmachers und des linken Flügelstürmers. In beiden Positionen kommen seine Stärken sehr zur Geltung. Giorgi Chakvetadze ist unheimlich schnell, hat einen unglaublichen Antritt und verfügt über eine fantastische Technik.

Die Ballführung des 19-Jährigen ist beeindruckend, der Ball scheint förmlich an scheinen Schuhen zu kleben. Damit gelingt es ihm selbst unter hohem Druck die Kontrolle zu behalten und sich mit seinen starken Dribblingfähigkeiten aus Pressingfallen zu befreien.


Trotz des hohen Tempos behält Giorgi Chakvetadze jedoch die Übersicht, kann das Spiel perfekt lesen und weiß seine Spieler immer wieder mit sensationellen Pässen in die Schnittstellen der Abwehr in Szene zu setzen.

Dabei besticht er insbesondere mit starken Laufwegen und einem noch besseren Timing. Das georgische Talent weiß es die Verteidiger zu binden und selbst bei hohem Tempo auf den richtigen Moment zu warten ehe sich eine Lücke öffnet. Im Gegensatz zu früher tritt der Georgier nun jedoch mit deutlich mehr Selbstvertrauen auf und versucht auch selbst öfter für Torgefahr zu sorgen – und das mit Erfolg.

Giorgi Chakvetadze zieht gerne von der linken Seite in Robben-Manier mit viel Tempo am Strafraum entlang, zieht mit seinem starken rechten Fuß ab und befördert den Ball mit viel Wucht und zugleich vermeintlicher Leichtigkeit ins Kreuzeck.

Ähnlich leicht scheinen dem georgischen Talent auch jegliche Ballannahmen zu fallen. Chakvetadze gelingt es mit einem hervorragenden First Touch sich immer wieder Vorteile und damit zugleich Räume zu schaffen, aber auch Zeit zu sparen, um freistehende Kollegen anzuspielen.

Der laufstärke Georgier fasziniert aber nicht nur in der Offensive. Der 19-Jährige schaltet sich immer wieder in die Defensive des KAA Gent ein und schreckt auch nicht vor Grätschen zurück, mit welchen er immer wieder erfolgreich für Ballgewinne sorgt. Mit seiner Schnelligkeit, seiner Übersicht und seinem Zug zum Tor ist er damit auch eine gefährliche Waffe im Umschaltspiel.

Giorgi Chakvetadze verfügt über fantastische Anlagen und zudem eine hohe Spielintelligenz. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis der Georgier zu einem Top-Verein wechselt und auch dort die Fans zu begeistern weiß.


 

Brahim Díaz

Eigentlich sollte das hier ein Text über den hochveranlagten offensiven Mittelfeldspieler Brahim Díaz vom englischen Meister Manchester City werden. Eigentlich. Jetzt ist es ein Text über den hochveranlagten offensiven Mittelfeldspieler Brahim Díaz vom spanischen Rekordmeister Real Madrid.

Der 19 Jahre alte Spanier kehrte nämlich zu Beginn des Jahres in sein Heimatland zurück und verließ das Team von Manager Pep Guardiola für eine Ablösesumme von 17,3 Millionen Euro.

Bemerkenswert dabei ist, dass der Vertrag des U19-Nationalspielers im kommenden Sommer ausgelaufen wäre – der Betrag, der durch mögliche Bonuszahlungen bis auf 24,6 Millionen Euro ansteigen kann, ist demnach durchaus beachtlich.

Jetzt also Real. Zur Begrüßung gab es von Klubpräsident Florentino Pérez einen Rucksack mit auf den Weg, den der Linksfuß in den kommenden Jahren erstmal mit sich mitschleppen muss: „Ich verspüre eine große Zufriedenheit über die Ankunft eines Spielers mit einem besonderen Talent, der für die Mannschaft sehr wichtig werden kann. Ein Spieler mit Qualität, mit Magie, mit einer großen Persönlichkeit, der davon träumt, in diesem Trikot im Fußball erfolgreich zu sein.“


Zurückhaltend waren sie in der spanischen Hauptstadt ohnehin noch nie und Zeit genug seine Fähigkeiten unter Beweis zu stellen, hat Díaz ebenfalls – sein Arbeitspapier läuft immerhin bis ins Jahr 2025.

Die Anlagen des madrilenischen Neuzugangs sind indes klar erkennbar. Díaz ist extrem dribbelstark und kann sich aufgrund seiner Ballsicherheit problemlos gegen mehrere Gegenspieler durchsetzen.

Dazu ist er sehr wendig und agil – seine geringe Körpergröße von 1.70 Metern kommt ihm dabei in diesem Punkt sichtlich entgegen. Dazu ist der Teenager offensiv auf mehreren Positionen einsetzbar.

So agierte er in seinen 15 Profieinsätzen auf der Insel nicht nur in der Zentrale, sondern wich aufgrund der hohen Konkurrenz im Schaltzentrum auch vermehrt auf die Außen aus.

Die ihm von Pérez attestierte magische Komponente bringt er so immer häufiger in sein Spiel mit ein, muss in Zukunft jedoch sein Auge für den teilweise besser positionierten Mitspieler schulen.

Außerdem wirkt Reals neue Nummer 21 etwas schmächtig – vielleicht ist das aber auch ein Vorteil in der nicht ganz so körperbetonten La Liga. Wichtig wird es für Díaz sein, möglichst hohe Spielanteile im Team von Trainer Santiago Solari zu bekommen. Spielanteile, die er bei den Citizens nicht mehr gesehen hat.

Der Vorteil des gebürtigen Andalusiers könnte sein, dass es bei Real in dieser Saison zugebenermaßen nur semi-gut läuft – die Möglichkeit von seinem neuen Coach ins kalte Wasser geworfen zu werden, ist demnach deutlich höher, als bei einem englischen Topteam, das um die Krone im britischen und europäischen Fußball kämpft.

Drei Kurzeinsätze seit seiner Ankunft unterstützen diese These bereits früh.

Díaz‘ Ausstiegsklausel beläuft sich laut der spanischen Tageszeitung „AS“ übrigens auf 750 Millionen Euro.

Die Wahrscheinlichkeit, dass zukünftige Texte über den hochveranlagten offensiven Mittelfeldspieler ebenfalls über einen Akteur im königlich weißen Dress handeln, ist also sehr hoch.


 

Sofiane Diop

Der momentane Talente-Pool der AS Monaco macht es schwer, sich zwischen all den schönen Rohdiamanten zu entscheiden. Einer dieser Rohdiamanten ist der 18-jährige Offensivmann Sofiane Diop, seit dem letzten Sommer im Fürstentum aktiv.

Der Franzose mit senegalesischen Wurzeln entschied sich damals, seinen ersten Profivertrag bei den Monegassen zu unterschreiben, anstatt bei Stade Rennes zu bleiben.

Neben dem wohl größten Sprungbrett für Talente der letzten 5 Jahre und der Champions League lockte die ASM offenbar auch mit mehr Einsätzen. Eine Aussicht, die sich bisher absolut realisierte. Trotz sportlicher Talfahrt und namhafter Konkurrenz kann Diop bisher 21 Einsätze (1.232 Minuten) bilanzieren, wobei sowohl Leonardo Jardim als auch Thierry Henry auf ihn setzten.

Grund dafür sind zweifelsohne seine Fähigkeiten: wendig, schnell, trickreich, ein für sein Alter hoher Fußball-IQ und Lösungen auf engstem Raum auch unter Bedrängnis. Diop agiert am besten als Freigeist zwischen den Zonen und offensives „Taschenmesser“, das in jeder Situation dribbeln, den öffnenden Pass spielen oder abschließen kann.


Ein wenig erinnert der Youngster an den jungen Mario Götze und ähnelt ihm vor allem im fußballerischen Flair der Kategorie „zum-Zunge-schnalzen“. Ein schöner Beleg seiner selbstbewussten Unbekümmertheit war sein Auftreten im Elfmeterschießen im Coupe de la Ligue, bei dem Diop als siebter Schütze seines Teams treffen musste und den Ball lässig im Stile Panenkas ins Tor chippte – ausgerechnet noch gegen seinen Ex-Verein Rennes.

Diese Art und Weise macht Sofiane Diop zu einem Talent, welches man in den nächsten Jahren unbedingt im Auge behalten sollte. Bleibt er verletzungsfrei, wird er sicherlich einer der nächsten großen Kassenschlager im Trikot der Monegassen.


 

João Félix

Im November 2018 verlängerte das portugiesische Talent kurz vor seinem 19. Geburtstag seinen Vertrag bis 2023 und lies sich mal eben eine Ausstiegsklausel von 120 Mio. Euro reinschreiben. João Félix kann aber einer der Spieler werden, für den es sich lohnen würde, diese Summe irgendwann einmal auszugeben.

Auf keinen anderen trifft die Bezeichnung „Straßenfußballer“ so zu wie auf den bei Porto ausgebildeten Offensivkünstler.

Er ist flexibel auf allen Offensivpositionen hinter den Stürmern einsetzbar, hat aber seine stärksten Momente als Zehner. Hier kann er frei durch die Räume driften und dank seines guten Spielverständnisses clevere Überladungen kreieren.

Eine seiner größten Stärken ist seine Kunst zu improvisieren und dabei strategisch klug zu agieren. João Félix ist ein überaus starker Dribbler, das betrifft nicht nur seine enge Ballführung und seine Übersicht in engen Situationen, sondern auch seinen Mut ständig solche Situationen zu suchen. Ein Stück weit ist es auch Arroganz, die seine Dribblings auszeichnen.

Er narrt Gegenspieler mit Beinschüssen, Drehungen um die eigene Körperachse und anderen sehenswerten Finten. Am beeindruckendsten war eine Szene, in der der Ball am Strafraumeck langsam auf ihn zurollte, er einen Schuss antäuschte, aber stattdessen dem Ball mit Backspin über zwei Verteidiger lupfte und ihn weit im Sechszehner wieder annahm.

Sieht man den Portugiesen spielen, fühlt man sich an Kaka erinnert. Wie der Brasilianer zieht João Félix gerne mit Tempo ins letzte Drittel und taucht urplötzlich frei vor dem Tor auf. Seine Läufe ohne Ball sind herausragend, weil er ein sehr gutes Verständnis für offene Räume besitzt und stets gut getimt in die Box startet.

Angeblich war Chelsea an ihm interessiert, bevor er seinen Vertrag in Lissabon verlängerte. Liverpool und Bayern wird ebenso Interesse nachgesagt. Félix betonte jedoch, wie wohl er sich in Lissabon fühle.

Seit Anfang des Jahres ist der Portugiese bei Benfica unumstritten. Vor allem beim 4:2 über Rio Ave zeigte er sich enorm spielfreudig, nicht zuletzt aufgrund seiner beiden Treffer. Folgerichtig wurde er zum Spieler des Monats Januar in der portugiesischen Liga gewählt.

Bis zum Sommer sollte João Félix weiter Spielminuten in der Startelf sammeln. Zusammen mit den anderen hochveranlagten Benfica-Talenten kann er eine Ära im portugiesischen Fußball prägen.


 

Kai Havertz

Bereits im Sommer stellten wir das deutsche Talent als Teil unserer „Players to watch 2018/19“ vor. Was soll man noch groß zu Kai Havertz sagen? In einer gänzlich verkorksten Leverkusener Saison ist der 19-jährige einer der Leistungsträger und ein Garant für Offensivspektakel.

In 23 Partien gelangen ihm 15 Scorerpunkte und ist somit der wichtigste Baustein in der Bayer-Offensive. Mittlerweile stehen Havertz sämtliche Türen offen, sollte der Verein im nächsten Jahr nicht international vertreten sein.

Neben dem großen Interesse der Bayern sollen auch Top-Clubs von der Insel am Jungnationalspieler dran sein. Auf kurz oder lang wird es für ihn jedoch nur zum FC Bayern gehen. Angeblich seien die Münchener bereit eine hohe zweistellige Millionensumme für den eleganten Zehner auszugeben.

Insofern hat Havertz nun noch ein, maximal zwei Jahre Zeit, in Leverkusen weiter für Furore zu sorgen. Mit seinen Fähigkeiten steht er schon jetzt jedem Spitzenclub gut zu Gesicht. Das scheint auch Joachim Löw erkannt zu haben, als er ihn im Herbst erstmals in die Nationalmannschaft berief.

Ein ausführliches Portrait zu Kai Havertz gibt es hier


 

Mason Mount

Für einen englischen offensiven Mittelfeldspieler gibt es kaum etwas Besseres, als von einem der besten Spieler seiner Generation trainiert zu werden. Für Mason Mount trat im Sommer genau das ein, als er von Chelsea an Derby County verliehen wurde, wo ein gewisser Frank Lampard den Posten des Cheftrainers innehat.

Die Chemie zwischen beiden stimmte vom ersten Moment an und Lampard scheint es sich zur Herzensaufgabe gemacht zu haben dem 20-Jährigen den nächsten Schritt Richtung Stamford Bridge zu ebnen.

Mounts früher Werdegang liest sich wie jenes eines typischen Chelsea-Talents: gute Leistungen in der Jugend mit einem Youth-League-Gewinn 2016 und der fast schon obligatorischen Leihe zu Vitesse Arnheim in der letzten Saison. Dort sammelte er erste Erfahrungen im Seniorenbereich und war ab Herbst unumstrittener Stammspieler.

Überraschend schnell gelang ihm der Übergang in die körperlich stärkere Championship, Englands zweiter Liga. Bisher stand er in all seinen Einsätzen mindestens 62 Minuten auf dem Platz. Generell ist er ein Dauerbrenner, der so gut wie immer über die vollen 90 Minuten geht. Das ist für einen 20-jährigen Offensivspieler durchaus beachtlich und zeigt, wie weit er in seinem Alter bereits ist.


Mount ist ein überaus aufmerksamer Spieler, der nie abschaltet und sich in allen Spielphasen aktiv am Geschehen beteiligt. Das wird vor allem dann deutlich, wenn sein Team in höheren Zonen den Ball verliert bzw. sich ein Ballverlust andeutet.

Hier positioniert sich das englische Talent stets so, dass er im Zweifel Zugriff auf den Ball hat und er zeitgleich im Falle einer Spielfortsetzung offen zum Spielfeld steht. Diese Handlungsschnelligkeit kaschiert seinen Mangel an Durchsetzungsvermögen im defensiven Zweikampf.

Offensiv profitiert er am meisten von seinem raffinierten Passspiel. Er spielt die Pässe meist mit einem Spin, indem er den Ball mit dem vorderen Teil des Fußes spielt und das Bein bei der Ballabgabe nie komplett durchschwinkt. So ähnlich wie Bayerns Thiago eben. Dadurch kann Mason Mount auch ungünstige Kanäle bespielen und kann seine Kreativität noch besser ausleben.

Hin und wieder wirkt seine Spielweise noch stark improvisiert und noch nicht so durchdacht, wie es sich Chelsea-Coach Sarri wünscht. Das sieht man vor allem dann, wenn er in dem von ihm präferierten linken Halbraum auf die Abwehrkette zudribbelt und dann etwas hektisch wirkt, wenn sich nicht sofort Passoptionen bieten.

Im Grunde bringt Mason Mount aber alles mit, um ab der Saison 2019/20 in Sarris System zu brillieren und eine ähnliche Rolle auszuführen, wie einst Marek Hamšik.


 

Hannes Wolf

„Völlig unerwartet“ unterschrieb Hannes Wolf im Januar 2019 von Red Bull Salzburg zu Red Bull RB Leipzig.

Der Österreicher ist damit bereits der 16. Spieler, der von Salzburg aus zum Schwesterklub nach Leipzig wechseln wird. Dem Offensivspieler wird eine ähnlich rosige Zukunft vorausgesagt wie Upamecano, Keita, Sabitzer & Co. und bringt viel Talent mit.

Der Mittelfeldspieler wagte im Jahr 2014 den Schritt in die Salzburger Akademie und arbeitete sich nach hervorragenden Leistungen in der Youth League und für Liefering 2017 in die erste Mannschaft.

Seitdem gelangen Wolf 17 Tore und 18 Assists in 72 wettbewerbsübergreifenden Spielen für die Roten Bullen.

Der trickreiche Offensivspieler, der sowohl die vorderen dreien Positionen sowie hinter dem Mittelstürmer spielen kann, hat sich unter der Leitung von Marco Rose prächtig entwickelt.

Dieser war bereits in seiner Jugend ein Förderer seines Talents – immerhin kannten sich die beiden bereits aus der Jugendabteilung von Red Bull Salzburg.

Wohl auch Rose ist es zu verdanken, dass Hannes Wolf trotz seines jungen Alters nicht nur in der Jugend, sondern auch bei den Profis viel Verantwortung übernimmt und auf dem Platz bereits sehr viel Reife beweist.


Eine weitere Stärke sind jedoch seine herausragenden Dribblingfähigkeiten in Kombination mit seiner Geschwindigkeit, mit denen er nicht nur Verteidiger auszuspielen weiß, sondern auch mit einem schnellen Zug zum Tor immer wieder für Gefahr sorgt.

In diesen Situationen sorgt der Österreicher mit seinen unerwarteten Geniestreichen immer wieder für Begeisterung.

So setzt Hannes Wolf entweder mit einem hervorragenden Pass in die Schnittstellen in Szene oder zaubert den Ball auch gerne Mal aus größerer Distanz ins Kreuzeck.

Der Neo-RB Leipzig-Spieler verfügt über eine fantastische Schusstechnik und einen tollen Abschluss.

Zusammen mit seinem Überblick und seiner starken Technik ist er damit ein unheimlich variabler Spieler, der ähnlich wie bereits Marcel Sabitzer gleich mehrere Positionen besetzen kann.

Aufgrund seiner schmächtigen Statur mangelt es dem Offensivtalent jedoch an Physis und ist damit leicht vom Ball zu trennen. Seine wohl jedoch größte Schwäche ist seine nicht vorhandene Konstanz.

Wolf ist beeindruckender Spieler, aber schon zu oft war der Österreicher ein Schatten seiner selbst – sollte es ihm gelingen in der Bundesliga mit der Aufgabe zu wachsen und physisch nachzulegen, dann erwartet Wolf tatsächlich die von vielen vorausgesagte rosige Zukunft.


 

Nicolo Zaniolo

Als Nicolo Zaniolo im September mit der AS Roma sein Startelfdebüt auf der Position des Zehners in der Champions League gegen Real Madrid gab, hatte wohl niemand mehr damit gerechnet, dass der in Massa geborene Italiener sich durch Umwege noch ganz nach oben spielen würde.

Zaniolo wurde von der Jugendakademie in Genua entdeckt und wechselte 2010 in eine der Jugendmannschaften des AC Florenz.

Als ihm dort jedoch keine Chancen mehr geboten wurden, entschied er sich mit 17 Jahren für einen Wechsel zum Zweitligisten Virtus Entella. Seine Ablöse von 400.000 machten sich für beide Seiten bezahlt.

Unter Trainer Castorina gelangen ihm in der U19 in 22 Spielen 10 Scorerpunkte, sodass er anschließend für 1,8 Millionen Euro in die Jugend von Inter Milan wechselt.

Dort schießt er in 35 Spielen für die U19 Auswahl 14 Tore und bereitet 11 weitere vor.

Bevor er jemals ein Serie A Spiel bestreitet, nominiert ihn Nationaltrainer Roberto Mancini für den Kader in der Nations League für die Spiele gegen Polen und Portugal.

Spätestens jetzt ist nicht nur sein Förderer Stefano Vecchi überzeugt: “Er wird seinen Weg machen. Er hat die Eigenschaften ein moderner Halbflügelspieler zu werden – wie Steven Gerrard oder Frank Lampard.”

Zaniolo kann zwar auch als box-to-box Spieler im zentralen Mittelfeld oder als falsche Neun im Sturm agieren, seine Stärken kommen jedoch am besten auf der Position des Spielmachers zur Geltung.

Obwohl es dem 1.90 Meter großen Linksfuß an Schnelligkeit fehlt, ist er physisch und technisch enorm stark.

Aufgrund seines exzellenten Spielverständnis trifft er häufig die richtigen Entscheidungen auf dem Feld, sodass er gleichermaßen als Torschütze und als Vorlagengeber hervorsticht.

Dennoch gibt es immer wieder Situationen, in denen Zaniolo zu leichtfertig den Ball verliert und dem Gegner Kontersituationen ermöglicht.

Nachdem ihn Inter im Sommer für 4,5 Millionen und im Tausch mit Nainggolan zur Roma ziehen ließ, hat es Zaniolo durch Umwege nun also doch in den Profikader eines internationalen Topteams geschafft.

Vor der Saison gab er sich zuversichtlich: “Trainer Di Francesco ist dafür bekannt, Vertrauen in junge Spieler zu setzen. Im letzten Jahr hat er Mirko Antonucci zum Debüt verholfen und ich hoffe, dass ich diese Chance auch bekommen werde.”

Bis dato verläuft Zaniolos Leistungskurve steil nach oben. Als nächstes muss er sich nun bei der AS Roma auf höchstem Niveau beweisen.

Bei seinen Debüts in der Königsklasse gegen Real Madrid und in der Serie A gegen Inter Milan wurde er schon einmal von der Gazetto dello Sport zum besten Spieler gekürt. Sein Tor gegen Sassuolo am 18. Spieltag zeigte ebenso seine technische Klasse.

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