In unseren Cavanis Friseur 110 porträtieren wir 110 Spieler, die unserer Meinung nach derzeit zu den besten U20-Talenten der Welt zählen.

Dazu haben wir aus über 500 Spielern mit Stichtag 1.1.1999 pro Position 10 Spieler ausgewählt und diese analysiert. In diesem Text wollen wir euch die besten Talente im zentralen Mittelfeld vorstellen.

Die 10 besten Talente im zentralen Mittelfeld:

Fran BeltránCelta Vigo
Antoine BernedeRed Bull Salzburg
Mickaël CuisanceBorussia Mönchengladbach
Gedson FernandesBenfica
Phil FodenManchester City
Matteo GuendouziArsenal FC
Enzo LoiodiceFCO Dijon
Riqui PuigFC Barcelona
Dominik SzoboszlaiRed Bull Salzburg
Aurélien TchouaméniFC Girondins Bordeaux

Lest auch die anderen Teile unserer Talente-Serie


 

Fran Beltrán

Fran Beltrans Rückkehr nach Vallecas war sicher nicht der angenehmste Tag in seiner Karriere.

Als er mit Celta gegen Rayo spielen musste, wurde der 20-jährige bei jedem Ballkontakt ausgepfiffen – und das obwohl er seit seinem 14. Lebensjahr in der Jugend des Madrider Vorortvereins spielte.

Noch weniger als seinen Wechsel nach Vigo, verziehen ihm die Fans seine vorher geleisteten Treuebekundungen.

Rein sportlich betrachtet war Beltran als Stammspieler einer der Hauptgründe für Rayos Rückkehr in die Primera Division und auch bei seinem neuen Club ist er unangefochtener Stammspieler.

Beltrans größte Stärke ist sein Passspiel. Nach seinen 23 Spielen für Vigo beträgt seine Passgenauigkeit überragende 91,2%, bei Vorwärtspässen erreicht er mit 85,1% gar den viertbesten Wert aller zentralen Mittelfeldspieler in LaLiga.

Umso beeindruckendere Zahlen, bedenkt man, dass sich Celta im Tabellenkeller befindet und gegen den Abstieg kämpft.

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Dass er als junger Spieler in dieser Situation überhaupt so viel Vertrauen bekommt, verdankt Beltran besonders seiner starken Konzentration.

Er ist sehr diszipliniert, macht wenig Fehler und streut fast keine schlampigen Aktionen in sein Spiel.

Beltran ist technisch beschlagen und kann sich auf engem Raum behaupten. Trotzdem hält er selten den Ball, sondern spielt häufig mit dem ersten oder zweiten Kontakt Mitspieler.

Er schießt gerne aus der Distanz, bislang war das in der Liga erst einmal erfolgreich. Generell ist seine fehlende Torgefahr das größte Manko in seinem Spiel, in 23 Partien gelang ihm keine einzige direkte Vorlage. Um wirklich ein Star zu werden, muss er daran noch arbeiten.

Eine weitere Schwäche beeinträchtigt ihn defensiv: Beltran misst nur 1,70m und wiegt 66 Kilo. Gegen robuste Gegenspieler und in Kopfballduellen, fällt es ihm deshalb schwer sich zu behaupten.

Diese Probleme macht er mit seiner Aufmerksamkeit wett: der Spanier verschiebt gut und zwingt den Gegner so eher den Sicherheitspass zu spiele.

In Tacklings am Boden geht er nicht gerne, sondern nutzt viel mehr seinen niedrigen Körperschwerpunkt aus, um zu versuchen den Ball im Stehen zu gewinnen.

Sollte Celta am Ende der Saison absteigen, ist es schwer vorstellbar, dass der Neuzugang den Weg in die zweite Liga mitgeht.

Beltran ist zu höherem berufen. Nicht umsonst wurde er in seiner Premierensaison in der ersten Liga sofort zum Stammspieler.

Nachdem Real und Atletico schon früh ein Auge auf ihn geworfen hatten, ist es durchaus vorstellbar, dass es Versuche geben wird ihn zurück in die Hauptstadt zu locken.

Vielleicht findet er bei einem Spitzenklub dann auch seine Torgefahr. Bei den Fans von Rayo würde ihn ein Wechsel zu den verhassten Lokalrivalen wohl endgültig zur Persona non Grata machen.


 

Antoine Bernede

Die Jugendmannschaften von Frankreich sind gespickt mit Talenten, eines der unbekannteren ist Antoine Bernede von Paris St. Germain, was wohl daran liegt, dass Bernede seit der Saison 17/18 Bernede in einem Star-besetzten Profikader mit Neymar, Cavani und Mbappé trainiert.

In Paris geboren und aufgewachsen, wechselt er schon mit 13 Jahren zu Paris St. Germain. Dort ist er Teil einer aufstrebenden Generation um Spieler wie Zagadou und Ikone.

Während seine Kollegen aufgrund der hochkarätigen Konkurrenz zu Dortmund bzw. zu Lille gewechselt sind, ist Bernede neben Adli und Diaby einer der wenigen Spieler aus der Jugendakademie von Paris, die es in der jüngeren Vergangenheit in den Profikader geschafft haben.

Bernede übernimmt im zentralen Mittelfeld die Rolle des klassischen Box-to-Box Spielers, der Chancen einleitet und viele Pässe spielt. Das beweist auch seine hohe Passquote von über 90% bei seinen einzigen Einsätzen in der Ligue 1 gegen Guingamp und Caen zu Beginn der Saison.

Demnach ist der Linksfuß Bernede extrem ball- und passsicher, sowie für einen zentralen Mittelfeldspieler außergewöhnlich schnell.

Er erkennt Chancen, das Spiel zu beschleunigen und bietet sich immer wieder für Doppelpässe an, wählt zudem auch in richtigen Momenten den langen Ball als Mittel, um seine Mitspieler in Szene zu setzen.


Diese mannschaftsdienliche Spielart kann Bernede jedoch noch verbessern, indem er risikofreudiger agiert und selbst Zug zum Tor entwickelt.

Im defensiven Bereich besitzt Bernede ebenfalls noch Potenzial, wenngleich er schon in manchen Spielsituationen als giftiger und laufstarker Abräumer vor der Abwehr in Erscheinung trat.

Bisher stellte Bernede sein Können nur in der UEFA Youth League und in der Nationalmannschaft unter Beweis.

Für die U19 kam er in 12 Einsätzen auf 2 Tore und eine Vorlage, bei der Équipe Tricolore durchläuft er nach seinem Debüt in der U16 alle Jugendmannschaften und kommt in 27 Einsätzen auf 3 Tore.

Doch wer tagtäglich mit großen Stars trainiert, der wächst auch selbst.

Da Bernede jedoch aufgrund der hohen Konkurrenz noch zu keinem Einsatz kam, sich daraufhin weigerte seinen auslaufenden Vertrag bei PSG zu verlängern und in die Reserve verbannt wurde, wechselte das französische Talent unerwartet den Verein.

Noch unerwarteter: Antoine Bernede wechselte zum österreichischen Serienmeister Red Bull Salzburg.

Für den Franzosen gilt es jetzt an Spielzeit im Profibereich zu gelangen, um in der Entwicklung nicht zu stagnieren. Bei den Bullen hat ein ideals Sprungbrett, um sich für bessere Ligen zu profilieren.


 

Mickaël Cuisance

Den 19-Jährigen analysierten wir im Sommer bereits genauer als Teil unserer „Players to watch 2018/19“-Serie. Seitdem kam Cuisance nie wirklich über die Rolle des Rotationsspielers hinaus. Profitierte er in der vergangenen Saison noch von der Verletztenmisere der Borussia, muss er sich derzeit mit Kurzeinsätzen begnügen.

Die Gründe dafür sind vielfältig. Einerseits stieß er aufgrund der U19-EM später zur Mannschaft hinzu und konnte die Vorbereitung entsprechend nur bedingt mitmachen.

Hier ließ Trainer Hecking nämlich ein System mit einer Sechs und zwei Achtern eintrainieren. Bis dato brillierte der Franzose stets als Teil einer Doppelsechs. Als alleiniger Sechser ist er in seiner Spielweise zu riskant, findet Hecking. Als Achter scheinen sich Neuhaus, Zakaria und Hofmann besser zu eignen.

Für Cuisance bleibt nur zu hoffen, dass er im Laufe der Rückrunde wieder zu alter Stärke zurückfindet. Schafft er es, seine Spielweise ein Stück weit risikoarmer zu gestalten, dürfte er in der Rückrunde erneut zu einem wichtigen Spieler für die Borussia werden.

Ein ausführliches Portrait zu Mickaël Cuisance gibt es hier


 

Gedson Fernandes

Dass Benfica sich im Sommer in der Champions League Qualifikation durchsetzen konnte, hatte es zu einem sehr großen Teil Gedson Fernandes zu verdanken.

Dabei hatte der auf Sao Tome geborene Portugiese vorher kein einziges Pflichtspiel für die erste Mannschaft der Aguias absolviert.

Ein paar Wochen später, war Fernandes Stammspieler in der Liga und durfte sogar für die Nationalmannschaft auflaufen.

Nach seinen beeindruckenden Leistungen verwunderte das wenig: Man merkte Fernandes zu keiner Sekunde an, dass er ein 19-jähriger Debütant war.

Er verteilte mit großer Übersicht und Ruhe den Ball, gewann fast jeden Zweikampf, glänzte mit seinen Dribblings und seiner feinen Technik.

Seine bescheidene Einordnung des Spiels klang danach so:

„Ich habe mich gut gefühlt, das Team hat mich begrüßt und die Unterstützung erhalten, die ich brauche. Ich habe alles für das Trikot und meine Kollegen gegeben. Wenn es dem Team gut geht, geht es mir auch gut.“

Sätze, die wie eine Fußballerfloskel klingen und doch viel über den bescheidenen Charakter des sympathischen Youngsters aussagen: Er hebt nicht ab, weiß was er an Benfica hat.


In der derzeitigen goldenen Generation der Portugiesen ist er wohl eine der interessantesten Figuren. Gedson verbindet eine beeindruckende Athletik mit überragender Technik.

Defensiv geht er gerne ins Tackling, kann sich aber auch mit seinem Körper behaupten und Bälle gewinnen.

Wirklich interessant, wird er aber vor allem im eigenen Ballbesitz: Ein sauberes Passspiel, gutes Freilaufverhalten und Ruhe am Ball machen den mittlerweile 20-jährigen zu einem sehr zuverlässigen Spieler.

Was ihn wirklich von der Masse abhebt, ist aber etwas anderes: Seine Aktionen haben Flair.

Kreative Dribblings, starke Ballannahmen hinein in den freien Raum, kurze Drehungen um den Gegner gehören zu seinem Repertoire und machen es oft unmöglich ihn fair vom Ball zu trennen.

Im Schnitt zieht er die fünftmeisten Fouls in der Primeira Liga. Nach dem überragenden Start im Sommer haben sich seine Leistungen in letzter Zeit etwas normalisiert.

Vielleicht tut es ihm gut, dass mit Joao Felix derzeit überwiegend ein anderes Talent die Schlagzeilen beherrscht.

Zuletzt wusste er gegen Galatasaray wieder mehr zu überzeugen und war einer der Besten beim Sieg in der Türkei.

Gedson wird Benfica definitiv eine große Summe in die Kassen spülen und für einen Topverein auflaufen.

Juventus und PSG haben ihr Interesse schon hinterlegt. Wird er in seinen Leistungen noch ein wenig konstanter steht einer Weltkarriere nichts im Weg.

Fernandes wäre definitiv eine Bereicherung auf der ganz großen Bühne.


 

Phil Foden

Phil Foden, einer der beiden großen Namen, der in den letzten Jahren aus der Jugendakademie von Manchester City ausbrach – der andere Jadon Sancho, der in Dortmund für Aufsehen sorgt – ist immer noch dabei, seinen Anspruch im ersten Elf für Pep Guardiolas Manchester City gerecht zu werden.

Foden passt in gewisser Weise perfekt zu den Plänen von Guardiola. Foden ist ein Mittelfeldspieler mit einem Auge für Dribblings und den finalen Pass und könnte seinen Stil an einem oder zwei der aktuellen Stars im City-Team ausrichten, wenn er es nicht schon ist.

Das englische Talent hat, wenn er gespielt hat, sich (meistens) als Achter in einem 4-1-4-1 gezeigt. Foden kam in 845 Minuten für City zum Einsatz, und obwohl dies eine kleine Zahl zu sein scheint, wenn man bedenkt, dass Guardiola behauptet, dass Foden im Dezember in dieser Saison viele Minuten bekommen würde, muss Foden noch viel beweisen.

In dieser Saison hat das City-Talent eine Schlüsselrolle auf dem Weg ins Finale des Liga-Pokals gespielt. Foden traf zweimal und bereitete einen weiteren Treffer vor. Ein Beweis dafür, welche Angriffsqualitäten der Engländer aus dem Mittelfeld heraus ausstrahlt.

Aufgrund des Transfers von Riyad Mahrez und der Tatsache, dass Bernardo Silva in dieser Saison des Öfteren im Zentrum spielt, liegt es nahe, dass die Entwicklung des englischen Top-Talents ein wenig beeinträchtigt wurde.

Sancho wechselte auf der Suche Einsatzminuten in die Bundesliga, die heute als Zufluchtsort für britische Talente gilt; Ademola Lookman war zuvor an RB Leipzig ausgeliehen, während Reiss Nelson von Arsenal Minuten in Hoffenheim erhält.

Wird Foden allmählich mehr Minuten für City erhaltenund eine Stammkraft der ersten Mannschaft werden, oder wird Foden vielleicht in Erwägung ziehen, City zu verlassen?

Ein Text von Ryan Quinn

Ein ausführliches Portrait zu Phil Foden gibt es hier


 

Matteo Guendouzi

Im Dezember 2018 tauchten in den Weiten des Internets zwei Videos auf, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Der Protagonist beider Clips: Mattéo Guendouzi.

Der erste Ausschnitt wurde von seinem Verein Arsenal FC nach dem überzeugenden 4:2-Erfolg im North London-Derby gegen die Tottenham Hotspurs auf Twitter geteilt.

Zu sehen ist der 19-jährige zentrale Mittelfeldspieler auf dem Rücksitz eines Autos, wie er bei geöffnetem Fenster den Prestigesieg mit einigen Anhängern seines Klubs ausgelassen feiert.

Es wird gejubelt, sich abgeklatscht, am Ende fährt der PKW davon, der Franzose lehnt sich aus dem Fenster und heizt die Masse nochmals an.

Guendouzi scheint beim FC Arsenal angekommen zu sein. Und das in zweierlei Hinsicht. Im System von Coach Unai Emery spielt der französische U21-Nationalspieler eine elementare Rolle, kam nach seinem Wechsel vom FC Lorient im Spielsystem des Wenger-Nachfolgers wettbewerbsübergreifend in 27 Partien zum Einsatz, in den meisten Fällen über die volle Spielzeit.

Und das, obwohl die Konkurrenz im zentralen Mittelfeld bei den „Gunners“ in Person von Granit Xhaka, Lucas Torreira und Mohamed Elneny mehr als beachtlich ist.

„Seitdem ich hier bin, setzt der Trainer sehr viel Vertrauen in mich. Nicht jeder Coach wirft einen 19-jährigen ins kalte Premier League-Wasser, erst recht nicht bei einem Klub wie Arsenal. Dafür bin ich ihm sehr dankbar“, sagte der in der Jugendakademien von Paris Saint-Germain und Lorient ausgebildete Youngster in einem Gespräch mit Jérémie Aliadière auf dem YouTube-Kanal des britischen Traditionsklubs.

Überzeugt hat Guendouzi seinen Übungsleiter vor allem mit seinem guten Spielaufbau, seinen öffnenden, sowie präzisen Pässen und einer totalen Arsenal-Identifikation:

„Ich habe von Beginn an eine starke Verbindung zum Verein, den Mitspielern und den Fans gespürt. Das hat mir die Eingewöhnung extrem leicht gemacht.

Wenn du auf dem Platz stehst und einen Ball eroberst oder einen erfolgreichen Pass spielst, rasten die Leute auf den Rängen förmlich aus, was das Adrenalin schlagartig in deinen Körper schießen lässt.“

Besagtes Adrenalin schoss dem Rechtsfuß mit Sicherheit auch im August 2018 durch den Körper und lässt uns automatisch zum zweiten Video kommen.

Auch im Mannschaftsverbund des dreizehnmaligen englischen Meisters scheint Guendouzi angekommen zu sein – jedoch auf die falsche Art und Weise.

Kurz nach dem Sieg gegen die Spurs tauchte nämlich ein Mitschnitt einer Überwachungskamera auf, der zeigt, wie der Neuzugang und einige andere Teamkollegen im August in einem Londoner Nachtklub Lachgas aus Luftballons einatmen.

Unter anderem ist zu sehen, wie Guendouzi nach einem kräftigen Zug auf die Seite kippt und augenscheinlich stark benommen ist.

Zwar ist die Einnahme besagter Droge in Großbritannien nicht illegal, dennoch warfen die Aufnahmen ein schlechtes Licht auf den Spieler und den gesamten Verein.

Auf dem Feld hat der Youngster die Erwartungen der meisten Experten bereits nach einem halben Jahr übertroffen.

Wenn Guendouzi es in Zukunft schafft, seine komplette Energie auf den Rasen des Emirates Stadiums, statt ins Londoner Nachtleben zu investieren, sind die kolportierten acht Millionen Euro Ablöse am Ende mit hoher Wahrscheinlichkeit das Schnäppchen der Saison.


 

Enzo Loiodice

Wer im Alter von 17 Jahren bereits regelmäßig in der Ligue 1 aufläuft, bringt zweifellos Potenzial und eine gewisse Reife mit.

Wenn Fachleute aufgrund der Leistungen auch noch Vergleiche mit Sergio Busquets anstellen, muss es sich um ein besonderes Talent handeln. Enzo Loiodice vom FCO Dijon hat all dies in den letzten Monaten erreicht.

Als erstem Jugendspieler der Nachwuchsakademie gelang es ihm Ende der letzten Saison, zu den Profis aufzurücken.

Seitdem hat Loiodice sich in der Mittelfeldzentrale festgespielt, bis ihn zuletzt eine Verletzung am Oberschenkel außer Gefecht setzte.

Seine herausragende Spielintelligenz und seine technischen Qualitäten sind der Grund, weshalb er einem „Barca-Spieler“, allen voran Busquets, ähnelt.

Der wenig spektakuläre, aber immer kontrollierte und voraussehende Spielstil ist für französische Talente ungewöhnlich und macht Loiodice umso interessanter.


Auch abseits des Platzes spiegeln sich diese Fähigkeiten im Charakter des Spielers wider, der bereits als Teenager mit Disziplin und Professionalität seine Profikarriere anstrebte.

Während seine Mitspieler zu McDonalds gingen, ernährte sich Loiodice von Salat und Pasta. Diese Reife trägt dazu bei, dass der 18-Jährige so früh ein so stabiles Niveau erreicht hat.

Er selbst hat dabei ambitionierte Ziele und nannte die Champions League und die WM als Turniere, bei denen er eine tragende Rolle spielen will.

Sein Vertrag in Dijon läuft noch bis 2021, doch vermutlich dürfte er schon früher den Sprung zu einem großen Klub wagen. Zunächst wird es interessant sein zu beobachten, wie sich Loiodice nach dem Auskurieren seiner im Dezember zugezogenen Oberschenkel-Verletzung präsentieren wird.

Konserviert er seine Form, liegt ein Wechsel – unabhängig von einem Ligaverbleib Dijons – sogar schon im Sommer im Bereich des Möglichen.


 

Riqui Puig

Ein junger zentraler Mittelfeldspieler, frisch aus La Masia, der als großes Talent gilt? Kaum vorstellbar, aber auch dieses Jahr gibt es einen neuen Kandidaten: Den 19-jährigen “Riqui” Puig.

In einer katalanischen Stadt in der Provinz Barcelona geboren und seit dem 14. Lebensjahr für den FC Barcelona spielend klingt zumindest nach einer gesunden Portion Barca-Gen.

Die Saisonvorbereitung 18/19 konnte Puig mit guten Leistungen in den Freundschaftsspielen bereits für sich nutzen. Nach der Vorbereitung ging es – trotz öffentlichem Lobs von Xavi(!) – in die zweite Mannschaft der Katalanen.

Puig sticht mit seiner Spielweise direkt ins Auge: Er sieht sehr jung aus – und er spielt seinem Aussehen entsprechend unbekümmert.

Der 1,69 große Mittelfeldspieler fordert den Ball auch in schwierigen Situationen und löst diese mit großer Souveränität auf. Er positioniert sich klug in den Zwischenräumen und kann dort sauber aufdrehen.

Seine Aktionen mit Ball gelingen ihm – trotz durchaus risikoreicher Spielweise – sehr erfolgsstabil.

Mit Ball scheint ihn nichts zu überraschen, was mit seiner starken Raumorientierung und ansprechenden Technik mit beiden Füßen zusammenhängt.

Ganz Barca-typisch sind seine Kurzpässe und seine Diagonalbälle technisch besonders sauber. Außerdem ist er äußerst laufstark und variabel.


So kann er sich am tiefen Spielaufbau beteiligen, im Mittelfeld den Ball zirkulieren lassen und in Strafraumnähe ebenfalls seine Kreativität mitbringen.

Alle Drittel des Spielfeldes kann der Katalane ohne Qualitätsverlust bespielen – das gibt es gar nicht so häufig.

Probleme besitzt der Katalane besonders im defensiven Moment: Puig ist entgegen dessen, was seine zierliche Statur vermuten lassen würde, sehr ungestüm im Zweikampf.

Häufig rückt er übermäßig forsch auf den ballführenden Spieler heraus und versucht, direkt den Ball zu erobern.

Dann gibt es drei Optionen: Entweder er gewinnt den Ball (selten), er foult (zu oft) oder er läuft ganz ins Leere (viel zu oft).

Seine defensiven Probleme beschränken sich aber nicht nur auf das Zweikampfverhalten: Die Orientierung im Pressing und seine Zugriffsfindung ist sehr ausbaufähig.

Meistens sucht er den Zugriff zu früh oder zu spät und geht so bereits benachteiligt in den Zweikampf – und sein schwaches Timing kann er leider nicht mit seiner Physis ausgleichen.

Es wird spannend zu sehen sein, inwieweit er und seine Trainer diese Defizite beheben werden können.

Zumindest mit dem Ball ist er bereits der prädestinierte Barca-Spieler: Und wenn Xavi das sagt, dann stimmt das auch.


 

Dominik Szoboszlai

Dominik Szoboszlai – ein Name, den viele von euch sicherlich schon einmal in Artikeln oder Texten gelesen haben, in denen über „eines der größten Talente Europas“ berichtet wurde.

Nachdem der Ungar 2017 von Vidi FC zu Red Bull Salzburg wechselte, verbrachte das junge Mittelfeldtalent nicht lange in der U18 des Vereins.

Der mittlerweile 18-Jährige wurde früh in die Reservemannschaft der Bullen, dem FC Liefering, hochgezogen und sammelte trotz seines jungen Alters bereits Erfahrung in der österreichischen zweiten Liga.

Mit 18 Jahren kann der Ungar nach 42 Zweitliga-Spielen schon 16 Tore und 11 Assists vorweisen – 0,64 Scorerpunkte pro Spiel. Dank dieser beachtlichen Leistungen hat Szoboszlai seinen Platz in der U21 Ungarns mittlerweile zementiert.

Der Durchbruch in die A-Nationalmannschaft ist nur noch eine Frage der Zeit, immerhin stand der Red Bull Salzburg-Spieler bereits im zarten Alter von nur 17 Jahren im Profi-Kader.

Trotz dieses jungen Alters verfügt Dominik Szoboszlai über ein äußerst beeindruckendes Skillset und eine beachtliche Professionalität.

Der Mittelfeldspieler ist seinen Kollegen in vielen Bereichen schon jetzt um Längen voraus und in seinem Auftreten auf dem Platz auf einem völlig anderen Level.

Dies fällt dank seiner beachtlichen Schusstechnik bereits bei seinen unheimlich gefährlichen Standards auf, die stark an jene von Olympique Lyons Freistoßlegende Juninho erinnern.

Doch nicht nur bei ruhenden Bällen beweist der Mittelfeld-Allrounder eine beachtliche Übersicht und Kreativität, sondern auch im laufenden Spiel.

Dank diesen weiß er seine Kollegen immer wieder in Szene zu setzen und mit fantastischen Pässen zu assistieren. Ob Kurz-, Flach, Lang-, Quer- oder Laufpass – jegliche Variation befindet sich in Perfektion im Repertoire des Ungarn.

Trotz der Euphorie und der Furore um das aus Budapest stammende Talent gelang Dominik Szoboszlai bislang noch nicht der Durchbruch.

Nach den Abgängen von Amadou Haidara und Reinhold Yabo ergibt sich nun jedoch die große Chance für „eines der größten Talente Europas“.

Es steht wohl außer Frage, dass Szoboszlai diese ebenso ergreifen und nutzen wird wie Hannes Wolf, Xaver Schlager, Amadou Haidara und Naby Keita vor ihm. Die nächsten Monate dürften damit wohl der Startschuss für eine unglaubliche Karriere werden.

Ein Text von Tim Armitage von FootballRadar


 

Aurélien Tchouaméni

Neben Chelseas Callum Hudson-Odoi soll der FC Bayern München auch ein anderes hochgehandeltes Talent ins Blickfeld genommen haben.

Die Rede ist von Aurélien Tchouaméni, der genau wie Hudson-Odoi im Jahr 2000 geboren wurde und dem ebenso Interesse von Juventus, Inter und dem FC Watford nachgesagt wird.

Derzeit steht Tchouaméni noch in der Ligue 1 bei Girondins Bordeaux unter Vertrag.

Die Aquitanier wissen um die Begehrtheit ihres Rohdiamanten und sollen Medienberichten zufolge, 15 Millionen Euro als Ablösesumme abrufen.

Der zentrale Mittelfeldspieler, der vereinzelt schon mit Paul Pogba verglichen wird, kam insbesondere in den ersten Saisonmonaten regelmäßig zu Startelfeinsätzen.

Seit Ende November hat er jedoch aus unbekannten Gründen kein Spiel mehr für die Profis absolviert.

Die Stärken des schlaksigen Achters liegen vor allem in der Defensive. So ist der Franzose kamerunischer Abstammung ein starker Zweikämpfer, der es gut versteht seine langen Beinen gewinnbringend einzusetzen.

Darüber hinaus versteht er es gut Schüsse zu antizipieren und anschließend abzublocken.

Seine größte Stärke aber liegt im Abfangen gegnerischer Bälle. Hier kommt ihm sein gutes Spielverständnis und das damit einhergehende Stellungsspiel sowie seine Physis zugute.

Aufgrund dieser Qualitäten kann Tchouaméni ebenso als Sechser vor der Innenverteidigung zum Einsatz kommen.

Dem 19-Jährigen mangelt es jedoch noch an Disziplin. So beging er in seinen Ligue 1-Einsätzen im Schnitt zwei Fouls pro Spiel und musste oft frühzeitig ausgewechselt werden.

Und auch offensiv kommt Tchouaméni noch relativ ungeschliffen daher.

Er besitzt zwar eine ordentliche Technik und traut sich durchaus längere Pässe zu, seine Passquoten sind aber bisher unterdurchschnittlich und es scheint so als würden ihm insgesamt die Mittel fehlen, um sich weiter vorne einzuschalten.

Langfristig wäre es deshalb vorstellbar, den Youngster vermehrt im defensiven Mittelfeld anzutreffen. Denn die Anlagen des Youngsters erinnern eher an Danilo Pereira als an Paul Pogba.

Der U19-Nationalspieler ist sicherlich eines der größten Enigmas dieser Liste.

Seine Stärken, gerade in der Defensive, und das vorhandene Potenzial scheinen für viele Top-Klubs die ausgemachten Defizite und Unfertigkeiten aufzuwiegen. Der weitere Werdegang des Talents dürfte also recht interessant werden.

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