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Die besten U20 Linksverteidiger-Talente in 2021

Im modernen Fußball werden Außenverteidiger immer wichtiger. Ihr Anforderungsprofil unterscheidet sich mittlerweile stark von jenem von vor zehn Jahren. Umso beeindruckender ist es, wie Talente mittlerweile schon im jungen Alter mit diesen hohen Anforderungen umgehen.

In unserer Liste der besten Linksverteidiger-Talente 2021 finden sich eine Reihe von offensiv herausragenden Akteuren wieder, die in ihren Vereinen bereits zu Stammspielern avancierten. Wie für die meisten Außenverteidiger-Talente üblich, werden auch sie es lernen müssen, die richtige Balance zwischen Durchschlagskraft und defensiver Absicherung zu finden.

 

Die 10 besten Linksverteidiger-Talente 2021:

Rayan Aït-NouriWolverhampton Wanderers (SCO Angers)
Aaron HickeyFC Bologna
Michał KarbownikBrighton & Hove Albion
Noah Katterbach1. FC Köln
Nuno MendesSporting Club de Portugal
Luca NetzHertha BSC
Luke ThomasLeicester City
Adrien TruffertStade Rennes
Destiny UdogieHellas Verona
Arthur ZagreDijon FCO (AS Monaco)

>>> Lest auch die anderen Teile unserer Talente-Serie <<<

Rayan Ait Nouri Wallpaper

Rayan Aït-Nouri: Frankreichs nächster Linksverteidiger

Rayan Aït-Nouri im Kurzprofil
Verein: Wolverhampton Wanderers
Stärken: Dribbling, Offensivdrang
Schwächen: Physis, Defensivverhalten

Der SCO Angers ist ein kleiner Verein aus der westfranzösischen Stadt Angers, der mittlerweile zu den besten Ausbildungsvereinen Frankreichs gehört. Spieler wie Karl Toko Ekambi, Nicolas Pépé, Jeff Reine-Adélaïde oder zuletzt Baptiste Santamaria wurden billig eingekauft und mit großem Gewinn weiterverkauft.

Zu den vielversprechendsten Talenten der Jugendabteilung zählt Rayan Aït-Nouri, der 2016 mit 15 Jahren in die Hauptstadt der Region Maine-et-Loire wechselte.

Aït-Nouri wurde am im Juni 2001 als Sohn algerischer Eltern in Montreuil im Ballungsraum von Paris geboren und verbrachte seine fußballerische Jugend bei mehreren kleinen Vereinen in der Umgebung der Hauptstadt. Der offensivstarke Linksverteidiger durchlief dabei sämtliche U-Nationalmannschaften Frankreichs.

Nur zwei Jahre nach seinem Wechsel zu Angers konnte Ait-Nouri mit nur 17 Jahren, als jüngster Spieler der Vereinsgeschichte, sein Debüt in der ersten Mannschaft feiern, als er gegen Paris Saint-Germain eingewechselt wurde.

Die Saison 2019/2020 startete er als Stammspieler auf der linken Abwehrseite, bis er durch einen Kieferbruch außer Gefecht gesetzt und die Spielzeit in Frankreich durch den Ausbruch der Coronapandemie vorzeitig abgebrochen wurde.

Nachdem er mehreren Top-Vereinen mithilfe des Beraters Jorge Mendes angeboten wurde, landete er zur aktuellen Saison bei einem der Lieblingsklubs des Portugiesen, den Wolverhampton Wanderers.

Aït-Nouri wurde als Ersatz für Rúben Vinagre verpflichtet, der in seiner Entwicklung stagnierte und mittlerweile bei Famalicão in Portugal spielt. Der Franzose wurde zunächst nur ausgeliehen; jedoch besitzt Wolverhampton eine Kaufoption, die bei rund 20 Millionen Pfund liegen soll.

Aït-Nouri ist ein linker Außenverteidiger, der seine Stärken eindeutig in der Offensive hat. Er überläuft gerne und häufig und sucht immer wieder das Eins-gegen-Eins. Besonders in Frankreich fiel er durch seine Flanken und atemraubenden Dribblings auf.

Durch seine Schnelligkeit und Direktheit kann Aït-Nouri über Konter sehr gefährlich werden. Gleich in seinem ersten Einsatz für die Wolves fiel er durch seine Torgefährlichkeit auf, als er eine Flanke von Daniel Podence sehenswert abschloss.

Defensiv lassen seine Leistungen jedoch zu wünschen übrig. In der körperlich anspruchsvollen Premier League wirkt Aït-Nouri, der eher schmächtig gebaut ist, noch teilweise überfordert.

Laut Trainer Nuno Espírito Santo hat Aït-Nouri zudem noch Probleme bei der Kommunikation, da er noch kein Englisch spricht und auf die Übersetzung von Teamkollege Romain Saïss angewiesen ist. In einer Abwehr, die in der aktuellen Saison alles andere als sicher steht, leistete sich das französische Talent einige Fehler, die eiskalt bestraft wurden.

Gegen Leicester etwa verschuldete er mit einer unnötigen Grätsche einen Foulelfmeter und gegen Brighton ließ er sich viel zu leicht von Leandro Trossard abschütteln und hatte am Ende Glück, dass die Szene abgepfiffen wurde.

Durch den langen Ausfall von Stammspieler Jonny Otto und den Verletzungsproblemen von Neuzugang Fernando Marçal kam Aït-Nouri häufiger und schneller zum Einsatz, als zunächst angenommen. Auf der Suche nach defensiver Stabilität vertraute Coach Nuno auf der linken Seite zuletzt jedoch eher den Rechtsfüßen Semedo und Hoever.

Dass die Kaufoption gezogen wird, scheint trotzdem möglich. Durch sein junges Alter und sein enormes Potential, passt der Linksverteidiger aus Frankreich perfekt in die Transferpolitik der Wolves. In Nuno hat Aït-Nouri zudem einen Trainer, der bewiesen hat, dass er jungen Spielern vertraut und diesen helfen kann, ihr Potenzial auszuschöpfen.

Rayan Aït-Nouri wurde analysiert von Johannes Robertz

 

Aaron Hickey Wallpaper

Aaron Hickey: Stärken, Schwächen und Potenzial

Aaron Hickey im Kurzprofil
Verein: FC Bologna
Stärken: Tempo, Spielverständnis
Schwächen: Physis, Defensivverhalten

Als am 25. Mai 2019 die Spieler von Heart of Midlothian und Celtic den Rasen des Hampden Park in Glasgow betraten, um das Finale des schottischen Pokals zu bestreiten, lief für die Hearts auch der damals 16-jährige Aaron Hickey auf.

In der 148-jährigen Geschichte des zweitältesten Fußballwettbewerbs der Welt war er der jüngste Spieler, der jemals in der Startelf eines Finalisten gestanden hatte.

Und Hickey machte diesem Rekord alle Ehre: Über 90 Minuten deckte der Linksverteidiger Celtics James Forrest so gut, dass er dessen Auszeichnung als Schottlands Spieler des Jahres 2019 vergessen machte.

Die Hearts unterlagen am Ende dennoch, und das war nur ein Vorbote auf das, was noch kommen sollte: In der Saison 2019/2020 stürzten die Jambos in den Abstiegskampf und auch der deutsche Trainer Daniel Stendel konnte den Fall in die Zweite Liga nicht verhindern.

Aaron Hickey war dabei eine der wenigen Positiverscheinungen: Mit seiner Schnelligkeit und Dynamik ist er ein moderner Außenverteidiger, der sich stets in das Offensivspiel seiner Mannschaft einschaltet – selbst wenn er damit das Risiko eingeht, hinten Lücken aufzureißen.

Bei den Hearts wurde ihm das verziehen: Als er am 22. September 2019 mit einem abgefälschten Torschuss zum Sieg im Edinburgh Derby gegen die Hibs traf, wurde er endgültig zum Liebling der Fans. Nach dem Abstieg musste das Kapitel in Schottland dann aber aufgrund von Hickeys Potenzial fast zwangsläufig enden.

Trotz Interesse der Bayern entschied er sich für einen Wechsel nach Bologna, da Trainer Siniša Mihajlović (52) – auch er einst Linksverteidiger – ihm baldige Einsätze in der ersten Mannschaft versprach. Hickey wurde damit zum erst fünften schottischen Spieler in der Geschichte der Serie A. In der Emilia Romagna wurde Hickey zunächst mit einem bizarren Nessie-Video vorgestellt:

Davon unbeirrt feierte er tatsächlich kurz darauf, als Stammspieler Mitchell Dijks eine Gelb-Rot-Sperre absitzen musste, sein Debüt in der Serie A. Beim 4:1 gegen Parma im September ließ Hickey auf seiner linken Seite wenig durchkommen und setzte gleich zu einigen mutigen Offensivvorstößen an – die Fans von Bologna waren begeistert.

Für die Anhänger der Hearts galt das sowieso: Bolognas englischsprachige Twitterseite explodierte in diesen Tagen förmlich vor Anfragen, die Trikotverkäufe der Rossoblu in Großbritannien erreichten einen neuen Rekordstand. Hickey trug einiges dazu bei, den Hype am Leben zu erhalten: Acht von neun Spielen in Folge stand er in der Startelf, bis er sich im mit dem Corona-Virus infizierte.

Seitdem musste der Junge aus Glasgow einige Rückschläge hinnehmen: In seiner Abwesenheit eroberte Dijks seinen Stammplatz zurück und als Hickey am 20. Februar endlich wieder ran durfte, sah er nach dreißig Minuten Rot – seit 1957 war kein so junger Spieler mehr in der Serie A vom Platz geflogen. Wenige Tage darauf verletzte er sich zu allem Überfluss an der Schulter und fiel bis Ende März aus.

Dennoch hat er mit gerade Mal 18 Jahren bereits unter Beweis gestellt, dass er im italienischen Oberhaus mehr als mithalten kann. Dementsprechend listete ihn L’Équipe im Februar auf Platz 45 der besten Talente unter 20. Ein Schotte in Italien – die Geschichte von Aaron Hickey könnte eine ganz besondere werden.

Aaron Hickey wurde analysiert von Julian Gieseke

 

Michal Karbownik Wallpaper

Michal Karbownik: Die polnische Wundertüte

Michal Karbownik im Kurzprofil
Verein: Brighton & Hove Albion
Stärken: Übersicht, Flexibilität
Schwächen: Abgeklärtheit, Physis

Fünfeinhalb Millionen Euro – diese Ablösesumme machte Michał Karbownik im letzten Transfersommer zum teuersten polnischen Teenager aller Zeiten. Der Pole gilt als eines der größten Linksverteidiger-Talente, und so legte Brighton & Hove Albion im letzten Jahr diese Rekordsumme auf den Tisch.

Ausgebildet wurde Karbownik seit 2015 bei Legia Warschau, dem Verein, der in den vergangenen zehn Jahren die Ekstraklasa dominierte. Bereits kurz nach seinem siebzehnten Geburtstag debütierte er in der dritten polnischen Liga für Legias Zweitvertretung, knapp anderthalb Jahre später folgte zu Saisonbeginn 2019/2020 das Debüt für die A-Mannschaft.

Kurz nachdem ihn Brighton im Oktober 2020 verpflichtet und direkt nach Warschau zurückverliehen hatte, kam Karbownik im Freundschaftsspiel gegen Finnland zu seinem Länderspieldebüt, bei dem ihm sogar direkt eine Torvorlage gelang.

Im Profibereich hat der 19-Jährige die meisten seiner Spiele als Linksverteidiger absolviert – das war aber nicht immer so. Bis in die hohen Junioren-Mannschaften spielte Karbownik bei Legia als Sechser oder Achter, auch auf den Flügeln kam er bereits zum Einsatz.

Von den fast 50 Pflichtspielen, die er bis zu seinem Abgang in diesem Januar für Legias Erste bestritt, kam er aber meistens als Linksverteidiger in einer Viererkette zum Einsatz.

Was Karbownik nicht nur als Linksverteidiger so wertvoll macht, ist sein Skillset am Ball. Als zentraler Mittelfeldspieler ausgebildet, bringt er im modernen Fußball unabdingliche Stärken wie Übersicht und ein grundsätzliches Spielverständnis mit.

Er vermag es, seine Teamkollegen geschickt in Szene zu setzen. In 28 Ekstraklasa-Spielen in der Saison 2019/2020 gelangen ihm so nennenswerte sieben Assists. Man sieht dem jungen Polen auch an, dass er sich im Gegensatz zu vielen anderen Außenverteidigern auch im Zentrum des Spiels pudelwohl fühlt.

Mit seinem starken rechten Fuß zeigt er als Linksverteidiger manchmal Robben-esque Ansätze, zieht in die Mitte und kurbelt von dort das Spiel weiter an. Auch im Eins-gegen-Eins ist Karbownik stark und vermag seine Gegenspieler regelmäßig ins Wanken zu bringen.

Als Verteidiger wirkt der 19-Jährige dagegen hier und da noch etwas unbedarft. Mit seiner eher schmalen Statur vermag er es nicht immer, sich gegen seine Gegenspieler zu behaupten.

Auch ein Kopfballungeheuer ist er wahrhaftig nicht. Insbesondere im Defensivbereich, eigentlich das Kerngeschäft eines Linksverteidigers, hat er Defizite, die bereits bei Legia deutlich zu Tage traten.

Wo der Weg in den kommenden Jahren für Karbownik hingeht, ist schwer vorauszusagen. Bei Brighton hat er bisher nur ein Pflichtspiel bestritten – als rechter Mittelfeldspieler in einem FA-Cup-Spiel. Womöglich ist das bei den Seagulls aktuell seine beste Perspektive, auch für einen offensiven Flügelspieler bringt Karbownik schließlich alle Fähigkeiten mit.

Sollte er sich in den kommenden Jahren bei Brighton auf Top-Niveau akklimatisieren können, stünde einem zukünftigen Wechsel in höhere Gefilde nur wenig entgegen. Und als Wingback in einer Dreierkette oder auch als klassischer Linksverteidiger, könnte Karbownik in Zukunft gerade bei spielstarken Teams durchaus überzeugen.

Dabei könnte er ähnlich wie Raphaël Guerreiro aktuell bei Borussia Dortmund mit seinen, für einen Linksverteidiger etwas untypischen, Stärken hinten links zu einer echten Waffe werden.

Michał Karbownik wurde analysiert von Simon Bosse

 

Kölns Linksverteidiger-Talent: Noah Katterbach

Noah Katterbach im Kurzprofil
Verein: 1. FC Köln
Stärken: Ruhe am Ball, Dribbling
Schwächen: Durchschlagskraft, Abgeklärtheit

Geduld: Eine Tugend, die rund um den traditionell unruhig daherkommenden 1. FC Köln wahrlich nicht die höchste Priorität besitzt. Der stets getrieben wirkende Traditionsverein gilt als heißes Pflaster, als einer der emotionalsten Standorte in Fußball-Deutschland.

Immer viel los beim FC – nicht das perfekte Umfeld, nicht die perfekte Arbeitsatmosphäre, um Talente in der notwendigen Ruhe weiterzubringen und ihnen in ihrer Entwicklung den nächsten Schritt zu ermöglichen. Denn: Gerade im Umgang mit jungen Hoffnungsträgern ist Geduld eine wichtige Tugend.

Das musste in der jüngeren Vergangenheit auch Noah Katterbach am eigenen Leib erfahren. Der Linksverteidiger, wohl eines der größten Talente auf dieser Position in Deutschland und vielleicht sogar in Europa, musste zuletzt den ersten Knick in seiner bis dato bilderbuchhaft verlaufenen Karriere verkraften.

Der Youngster aus der Eifel, der mit sieben Jahren zum FC stieß und am Geißbockheim alle Nachwuchsteams durchlief, steckte nach seinem Durchbruch bei den Kölner Profis in einem veritablen Formloch.

Nach Fritz-Walter-Medaillen in Gold 2018 (U17) und 2020 (U19) sowie den ersten vielversprechenden Auftritten in der Bundesliga folgte für Katterbach beim Abstiegskandidaten aus der Domstadt erst einmal ein Platz auf der Bank – eine normale Leistungsdelle bei einem jungen Spieler (gerade in einer instabilen Mannschaft wie der Kölner), die allerdings rund um den FC für gehobene Augenbrauen sorgte.

Doch gerade in einer schwierigen Phase für die „Geißböcke“ hat sich der Linksfuß zurückgekämpft – aus seinem Formloch und zurück in die Startelf, wo er mit seinen bekannten Qualitäten zu überzeugen weiß. Als Anspielstation wird Katterbach als Linksverteidiger in der Kölner Viererkette immer wieder gesucht, der U20-Nationalspieler soll mit seinen fußballerischen Fähigkeiten Pressingsituationen des Gegners auflösen.

Durch seine Möglichkeiten, dem gegnerischen Druck durch ein dynamisches Dribbling á la Philipp Lahm auszuweichen, ist das Linksverteidiger-Talent stets eine gute Option als Startpunkt für kölsche Offensivaktionen. Gerade dort traut sich Katterbach mittlerweile mit zunehmender Routine auf diesem Niveau mehr zu, ist aber immer noch etwas zu unentschlossen auf dem Weg nach vorn.

Auch in der Abwehrarbeit muss der äußerst talentierte, aber im Zweikampf mitunter noch recht unbedarft agierende Außenverteidiger zulegen, um zu einer festen Größe in der Bundesliga zu werden.

Doch: The trend is your friend, was Katterbachs Entwicklung anbetrifft. Verstetigt sich diese, dann hat der 1. FC Köln auf einer Problemposition im modernen Fußball eine hervorragend ausgebildete Identifikationsfigur in petto, die schon früh langfristig bis 2024 an den Verein gebunden werden konnte.

Rechtfertigt das FC-Eigengewächs die Vorschusslorbeeren aus dem Nachwuchsbereich auch dauerhaft in der Bundesliga, dann stehen Katterbach alle Türen offen. Wie schnell sich eine solche Bilderbuchkarriere entwickeln kann, dürfte ihm mit einem Blick auf seinen Kapitän Jonas Hector klar sein.

Wie schnell sich der Wind allerdings auch drehen kann, konnte der Linksfuß in der jüngeren Vergangenheit spüren. Es ist also noch viel Geduld gefragt rund um Noah Katterbach und den 1. FC Köln.

Noah Katterbach wurde analysiert von Thomas Reinscheid vom Blog effzeh.com

 

Nuno Mendes Wallpaper

Nuno Mendes Analyse: Portugals nächster Linksverteidiger

Nuno Mendes im Kurzprofil
Verein: Sporting Club de Portugal
Stärken: Diagonalität im Pass- und Bewegungsspiel
Schwächen: Antizipation, Risikoabschätzung

Das letzte Jahr lässt sich aus Sicht von Nuno Mendes nur als kometenhafter Aufstieg beschreiben. Genau eine Woche vor seinem 18. Geburtstag debütierte er für seinen Jugendverein Sporting. Anschließend verpasste er – wenn er denn fit war – kein einziges Spiel mehr und steht nun schon bei über 20 Einsätzen in der Liga NOS.

Bereits nach wenigen Profi-Einsätzen war angeblich schon Manchester United an ihm interessiert. Zu Beginn diesen Jahres folgte daher die Vertragsverlängerung in Lissabon, inklusive Verdopplung der Ausstiegsklausel auf 70 Millionen Euro. Dass er den bis 2025 laufenden Kontrakt bis zum Ende erfüllt, darf aber als unwahrscheinlich gelten.

Der Aufstieg von Nuno Mendes ist eng verbunden mit dem seines Trainers. Rúben Amorim beendete seine Karriere erst 2017 und übernahm 2019 die Trainerstelle beim SC Braga. Nach nur 13 Partien im Norden Portugals lockte mit Sporting einer der Giganten des portugiesischen Fußballs. Trotz der Formkrise der Leões nahm Amorim das Angebot an.

Der 36-Jährige gab Sporting wieder eine klare Identität. Amorim vertraut stets auf ein 3-4-3 und bindet dabei viele Talente ein, die zuvor nur wenig Spielzeit erhielten. Das zahlt sich aus. Sporting hat noch kein Ligaspiel in dieser Saison verloren und gute Chancen auf den ersten Meistertitel seit 2002.

Nuno Mendes ist ein elementarer Teil dieses Erfolgskonzepts. Im 3-4-3 besetzt er die Position des linken Wing-Backs.

In der Jugend spielte er oft auch als Linksaußen oder vereinzelt in zentraleren Positionen. Aus dieser Zeit nahm er einige Verhaltensweisen in sein Spiel auf, welches somit bei weitem nicht dem eines klassischen Außenverteidigers entspricht.

Mendes erster Blick geht zumeist ins Zentrum. Seine Aktionen zeichnet dann auch eine hohe Diagonalität aus, sowohl im Dribbling als auch im Passspiel. Im modernen Fußball ist diese Diagonalität eine immer bedeutendere Fähigkeit.

Diagonale Pässe ins Zentrum bieten gute Orientierungen für den Passempfänger, der sich oft schon in halboffener Stellung befindet oder einfacher aufdrehen kann, als bei einem Vertikalpass.

Er probiert jedoch nicht zwanghaft vorwärts zu passen, weiß in den erforderlichen Situationen auch sichere und risikoarme Pässe anzubringen.

Im Dribbling sucht er konstant Risiken. Nur selten geht er nur die Linie herunter. Stattdessen zieht er oft in Richtung Zentrum. Der 18-Jährige legt sich den Ball oft zunächst weit vor und setzt sich so Gegnerdruck aus.

Gerne erregt er das Aufsehen mehrerer Gegenspieler, die er so bindet und es entstehen Räume für Mitspieler. Diese Drucksituationen löst er mit ungewöhnlichen Bewegungsabläufen, das sieht koordinativ vielleicht nicht immer elegant aus, hat aber eine hohe Erfolgsquote.

Sein Antritt hilft ihm, auch an Bälle zu gelangen, die eigentlich außer Reichweite scheinen. Diese Fähigkeit macht sich auch ohne das Spielgerät bezahlt. Mendes verfügt über eine gute, jedoch nicht herausragende Antizipation.

Durch seine Antrittsschnelligkeit ist er aber früher am Ball als andere Verteidiger und fängt so überdurchschnittlich viele Bälle ab.

Anschließende Gegenpressing-Situationen löst der Portugiese wie auch andere Drucksituationen: unorthodox kreativ. Neben der Diagonalität ist dies das entscheidende Element in Spiel von Mendes.

Er sucht Risiken, bringt sich dadurch öfters in schwierige Ausgangspositionen, löst diese aber so gut und mit solch einer Sicherheit, dass es sich schließlich auszahlt.

Nuno Mendes wurde analysiert von Alexander Rudies

 

Luca Netz Wallpaper

Luca Netz: Stärken und Schwächen des Linksverteidiger-Talents

Luca Netz im Kurzprofil
Verein: Hertha BSC
Stärken: Offensivdrang, Beidfüßigkeit
Schwächen: Defensives Stellungsspiel

Eine große Zahl an talentierten Linksverteidigern gibt es in Deutschland sicherlich nicht. Der 17-jährige Luca Netz gehört aber wohl zu den begabtesten Spielern auf seiner Position. Schon früh wurde ihm eine große Karriere vorausgesagt. Der gebürtige Berliner, der schon seit seinem siebten Lebensjahr bei Hertha BSC spielt, machte in dieser Saison seine ersten Schritte bei den Profis.

In seinen Bundesligaeinsätzen konnte man seine spielerischen Fähigkeiten immer wieder erahnen, vollumfänglich hat er sie aber noch nicht auf den Platz bringen können. Der 1,80 Meter große Linksverteidiger sticht besonders durch seinen stark ausgeprägten Offensivdrang hervor. Das macht sich in seinem Spiel auf verschieden Arten bemerkbar.

Netz bringt eine gute Technik mit und lässt sich nicht so leicht unter Druck setzen. Das Linksverteidiger-Talent hat ein gutes Passspiel, geht aber nicht allzu viel Risiko ein. Besonders wohl fühlt er sich in der gegnerischen Hälfte und schaltet sich dort regelmäßig mit ins Offensivspiel ein.

Er sucht gerne mit einem zielstrebigen Dribbling den Weg in den Strafraum und ist dabei häufig nur mit einem Foul zu stoppen. In seinen Aktionen zeigt er zudem meist eine hohe Dynamik und er kann eine gute Geschwindigkeit ins Angriffsspiel der Herthaner bringen.

Neben seiner Dynamik bringt Netz auch eine gute Schusstechnik und Torgefahr mit. Sowohl mit dem linken als auch mit dem rechten Fuß hat er einen guten Abschluss. Immer wieder lauert er außerdem am zweiten Pfosten oder rückt hoch mit in den Strafraum auf. So auch bei seinem ersten Bundesligatreffer am 21. Spieltag gegen Stuttgart.

Hervorzuheben sind auch seine guten Flanken, die er meist sehr überlegt, aus guten Positionen und mit viel Zug in den Strafraum bringt. Gerne wählt der Hertha-Youngster dazu den Weg zur Grundlinie. Aufgrund seiner offensiven Stärken wird er auch immer wieder auf dem linken Flügel eingesetzt.

Defensiv ist Netz ebenfalls gut aufgestellt, aber weniger herausragend. Er bringt für sein junges Alter eine hohe Robustheit mit und kommt auch mit Zweikämpfen auf Bundesliganiveau bereits gut zurecht.

Sein Stellungsspiel ist solide, aber nicht herausragend und besonders beim Verteidigen von Flanken sowie beim Timing in seinen Zweikämpfen muss er noch etwas zulegen. Außerdem fehlt ihm häufiger noch der Mut sein Potenzial voll auszuschöpfen.

Bei Hertha schätzt man sein wohl aktuell größtes Nachwuchstalent sehr und möchte Netz, der im vergangenen Dezember mit der Fritz-Walter-Medaille in Bronze ausgezeichnet wurde, mit einem langfristigen Vertrag ausstatten.

Und obwohl er mit Maximilian Mittelstädt und Marvin Plattenhardt zwei gestandene Bundesligaspieler vor sich hat, stehen die Chancen, dass er seine Einsatzzeiten weiter erhöhen kann, grundsätzlich nicht schlecht.

Luca Netz wurde analysiert von Martin Thurn

 

Luke Thomas Wallpaper

Leicester Citys Top-Talent: Luke Thomas

Luke Thomas im Kurzprofil
Verein: Leicester City
Stärken: Spielintelligenz, Übersicht
Schwächen: Physis, Durchsetzungsvermögen

36. Spieltag 2019/20, Leicester empfängt Sheffield, es läuft die 29. Minute: Ayoze Pérez trägt den Ball von rechts ins Zentrum, spielt nach außen auf den vorrückenden Linksverteidiger, der nach einem weiteren Kontakt überlegt den Doppelpass auf Pérez zurückbringt und zusieht, wie der Spanier frei an der Strafraumgrenze das 1:0 erzielt. In diesem Moment hat Luke Thomas in seinem Premier League-Debüt seinen ersten Assist verzeichnet.

Auch in den letzten beiden Saisonspielen kommt der 19-Jährige zum Einsatz, in denen er sich einen festen Kaderplatz für die Spielzeit 2020/21 verdient. Zwar muss Thomas, der in der Gruppenphase der Europa League regelmäßig zur Startelf zählte, meist geduldig auf seine Chance warten, jedoch ist Brendan Rodgers von ihm überzeugt.

Nach einer überzeugenden Leistung gegen Aston Villa (2:1) Ende Februar lobte sein Coach dessen Entwicklung und bescheinigte ihm „a great football brain“, welches ihm trotz seiner schmächtigen Statur zu defensiver Stabilität verhelfe.

Eine weitere Woche später steht der englische U20-Nationalspieler gegen Arsenal erneut in der Startelf – und offenbart bis zu seiner Auswechslung zur Halbzeit, dass er noch Zeit benötigt, um konstant auf höchstem Niveau zu performen.

Schwankende Leistungen gehören bei einem jungen Spieler dazu. Dabei ist Thomas freilich kein „gewöhnliches“ Talent: Auf den ersten Blick gibt es nichts, was ihn besonders hervorstechen lässt, außer, dass er bisweilen noch wie ein Junge unter Männern wirkt.


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Gleichwohl ist seinem Trainer beizupflichten: Fehlende Physis und Athletik gleicht das, in einem Vorort von Leicester geborene, Eigengewächs durch Spielintelligenz, Übersicht und einen Mix aus Ehrgeiz und Reife aus, der auf und neben dem Platz zu beobachten ist. Wenngleich Thomas mitnichten der talentierteste Spieler seines Jahrgangs ist, ist er doch lernfähig. Entsprechend faszinieren sein Werdegang und sein Standing im Verein.

Langfristig erhofft man sich in den West Midlands, dass Thomas etatmäßiger Linksverteidiger der Foxes wird. Ob dieser Plan aufgeht, hängt zum einen davon ab, inwieweit der bis 2024 an den Club gebundene Engländer seine körperlichen Defizite wettmachen kann. Zum anderen benötigt er bald mehr Spielzeit.

Dabei hat Thomas clubintern sogar vermeintlich wenig Konkurrenz, da einzig Christian Fuchs (ja, den gibt es noch) als weiterer Linksverteidiger unter Vertrag steht. Nichtsdestotrotz muss sich Thomas zumeist hintenanstellen.

Denn entweder rücken James Justin bzw. Timothy Castagne auf seine Seite oder Brendan Rodgers entscheidet sich für eine Dreierkette und nominiert Harvey Barnes als offensivere Option für die linke Außenbahn. So bleibt Thomas bis auf Weiteres nur die Backup-Rolle.

Womöglich würde ihm daher eine Leihe zur neuen Saison weiterhelfen, insbesondere wenn Leicester einen Linksverteidiger auf dem Transfermarkt verpflichten sollte. Andererseits erscheint es möglich, dass ihm der Durchbruch direkt bei Leicester gelingen könnte.

Immerhin genießt er das Vertrauen von Trainer und Verein. Zudem hat er den Arbeitseifer, um sich in einem solchen Umfeld durchzusetzen. Kommt nun noch etwas Glück hinzu, dürfte Thomas schnell den nächsten Schritt machen.

Luke Thomas wurde analysiert von Max Dettmer

 

Adrien Truffert Wallpaper

Belgien oder Frankreich? Adrien Truffert im Porträt

Adrien Truffert im Kurzprofil
Verein: Stade Rennes
Stärken: Übersicht, Flexibilität
Schwächen: Abgeklärtheit, Physis

Roberto Martínez steht als Trainer der belgischen Nationalmannschaft einer der ergiebigsten Talentpools Europas zur Verfügung. Trotzdem traf sich der Spanier Anfang März mit dem 19-jährigen Adrien Truffert.

Der linke Verteidiger von Stade Rennes absolvierte zwar bereits über 20 Spiele für französische Jugendnationalteams, ist aber in Lüttich geboren. Martínez sieht in ihm die Lösung für das Nachwuchsproblem in der Abwehr der Belgier, die bald die alternden Jan Vertonghen und Toby Alderweireld verlieren wird.

Noch ist allerdings nichts entschieden. Bei der U21-Europameisterschaft spielt Truffert für Frankreich. Aber Martínez gibt zu: „Ja, ich habe Truffert beobachtet und mit ihm gesprochen.“ Nicht schlecht für einen Spieler, der erst während der laufenden Saison im Profibereich debütierte.

Seine erste Einwechslung am 19. September 2020 gab für Trufferts weiteren Saisonverlauf die Richtung vor: Nach dem der dynamische Linksfuß in der 81. Minute erst mit einer Flanke den Ausgleich gegen die AS Monaco vorbereitet hatte, erzielte er in der Nachspielzeit den Siegtreffer für sein Team.

Seit diesem lauen Spätsommerabend ist Truffert aus der Startelf der Bretonen nicht mehr wegzudenken. Mittlerweile absolvierte er über 30 Pflichtspiele, die meisten davon von Beginn an. Truffert ist auf der linken Seite variabel einsetzbar. Er spielte bisher sowohl als linker Außenverteidiger in der Viererkette, als auch im linken Mittelfeld.

Auch eine Rolle als Wingback wäre für den agilen Blondschopf denkbar. In der französischen U21-Nationalmannschaft trägt er die Rückennummer 7. Das passt, wenn man bedenkt, dass Truffert seine größten Stärken in der Vorwärtsbewegung hat.

Er ist ein guter Dribbler und verliert selten den Ball. Seine Passgenauigkeit ist besser als die von 77% der Linksverteidiger in den Top 5-Ligen Europas. Häufig nutzt Truffert seine gute Grundgeschwindigkeit, um sich in Angriffe einzuschalten.

Dabei bleibt er keineswegs an der Außenlinie kleben, sondern bewegt sich gerne intelligent in freie Räume in der Mitte des Feldes. Er gibt mehr Schüsse ab 83% seiner Positionskollegen in Europa. Truffert erzielte sein Debüt-Tor gegen Monaco nicht umsonst zentral von der Strafraumgrenze.

In der Defensivarbeit überzeugt Adrien Truffert besonders durch viel Gegnerdruck und erfolgreiche Blocks. Mit seinem Tempo kann er die meisten Flügelstürmer zudem problemlos im Laufduell stellen.

Trufferts größte Schwäche ist sein Kopfballspiel. Durch seine Größe von 1,73 Meter und seines jugendlichen Körpers fehlt im derzeit noch die nötige Robustheit, um ein kompletter Außenverteidiger zu sein.

Doch eines ist sicher: Entwickelt sich Truffert weiter so rasant wie in seiner ersten Profisaison wird er Stammgast bei Welt- und Europameisterschaften. Da bleibt eigentlich nur noch zu klären, was ihm besser steht: das blaue Trikot der Équipe Tricolore oder das Dress der roten Teufel.

Adrien Truffert wurde analysiert von Till Oppermann

 

Destiny Udogie Wallpaper

Destiny Udogie: Das Linksverteidiger-Talent der Serie A

Destiny Udogie im Kurzprofil
Verein: Hellas Verona
Stärken: Explosivität, Passspiel
Schwächen: Defensivspiel

Schon im zarten Alter von gerade einmal 17 Jahren konnte der junge Linksverteidiger Destiny Udogie in dieser Saison sein Serie A-Debüt feiern. Und das nicht etwa irgendwo, sondern im altehrwürdigen San Siro gegen die große AC Milan – im Lager seines Clubs Hellas Verona überraschte das allerdings nur Wenige.

In Verona geboren und aufgewachsen, durchlief der italienische Juniorennationalspieler mit nigerianischen Wurzeln sämtliche Jugendabteilungen der Scaligeri und konnte bereits in jungen Jahren das Interesse europäischer Topadressen aus England und Frankreich wecken. Die Unterschrift seines ersten Profivertrags Anfang 2020 hatte bei den Norditalienern folgerichtig höchste Priorität.

Seit diesem Zeitpunkt ist Udogie ein fester Bestandteil des Veroneser Profikaders und ihm wurde durch Erfolgscoach Ivan Jurić immer mal wieder Spielzeit gegeben, wobei er sich in seinem ersten Jahr als Profifußballer noch in der Lernphase befindet.


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Die Grundvoraussetzungen für eine erfolgreiche Karriere im professionellen Fußball bringt der junge Veroneser allerdings allemal mit: Die Kombination aus Schnelligkeit und explosivem Antritt, seine bereits in der Serie A angedeutete Passstärke sowie Udogies vorhandene, ausgeprägte Spielintelligenz machen ihn bereits in diesen jungen Jahren zu einer ernsthaften Option auf der linken Seite der Veneter.

Allerdings hat Udogie noch erheblichen Nachholbedarf in puncto Defensive, was nicht zuletzt seinem ausgeprägten Offensivdrang zuzuschreiben ist. Dieser ermöglicht dem Linksverteidiger-Talent jedoch ein gewisses Maß an Flexibilität, kann er so doch sämtliche Positionen auf der linken Seite des Spielfeldes bekleiden.

Auf Destiny Udogies weitere Entwicklung darf man auf jeden Fall sehr gespannt sein. Insbesondere im System der Veroneser mit drei Innenverteidigern sowie einem Trainer, der ihm weiterhin viel Spielzeit ermöglichen wird, sind seiner Entwicklung scheinbar keine Grenzen gesetzt – das „Schicksal“ von Destiny scheint daher vorbestimmt zu sein.

Schließlich ist der 18-Jährige Teil einer neuen Generation italienischer Spieler, die in jungen Jahren ihre Profidebuts feierten und für eine glorreiche Zukunft der Squadra Azzurra sorgen könnten.

Destiny Udogie wurde analysiert von Steffen Rank

 

Arthur Zagre Wallpaper

Analyse und Portrait: Frankreichs Top-Talent Arthur Zagre

Arthur Zagre im Kurzprofil
Verein: Dijon FCO (AS Monaco)
Stärken: Dribbling, Antritt
Schwächen: Übersicht, Umschaltspiel

Christopher Nkunku, Moussa Diaby, Tanguy Nianzou und jüngst Soumaïla Coulibaly: Zahlreiche spannende Talente aus dem Nachwuchsbereich haben Paris Saint-Germain in den letzten Jahren verlassen und sorgen in der Bundesliga zum Teil bereits für mächtig Furore.

Anstatt ins Nachbarland wechselte der rechte Außenverteidiger Arthur Zagre im Sommer 2019 aus Paris zum Ligakonkurrenten AS Monaco. Dort stand er – bis zu seiner aktuellen einjährigen Leihe zu Dijon – mit 19 Jahren zumeist im Kader der Profimannschaft.

Auf einen ähnlich fulminanten Durchbruch wie Nkunku oder Diaby wartet der Neu-Monegasse allerdings bislang. In dieser Ligue-1-Saison reicht es bis jetzt nur zu einem Kurzeinsatz für Dijon. In Zukunft aber könnte der Mann aus Neuilly-sur-Seine dem Team von Niko Kovač durchaus weiterhelfen. Der wuselige Zagre besitzt zahlreiche Anlagen, die einen modernen Außenverteidiger auszeichnen.

Der 1,68 Meter große Franzose burkinischer Abstammung ist antrittsstark, wendig und kommt auf eine hohe Endgeschwindigkeit – allesamt unerlässliche Fähigkeiten für seine Position. Ganz besonders sticht aber Zagres Fertigkeit im Dribbling hervor.

Seine eher geringe Größe und sein niedriger Körperschwerpunkt kommen ihm hier bei schnellen Richtungsänderungen zugute. Er verfügt zudem über ein großes Repertoire an Finten, mit dem er Gegner aus der Balance bringen kann.

Im Spielaufbau kann der Linksverteidiger gut Pressingsituationen auflösen, indem er den anlaufenden Spieler aussteigen lässt und diagonal ins Zentrum dribbelt. Allerdings übertreibt er es mit diesen – stets auch etwas riskanten – Aktionen nicht und wählt den sicheren Pass, wo er angemessen ist.

Im letzten Drittel kann Arthur Zagre sowohl hinterlaufend Breite geben, als auch selbst das gegnerische Tor attackieren. Dem Linksfuß hilft dabei, dass sich auch sein schwächerer rechter Fuß durchaus sehen lassen kann.

Defensiv unterlaufen ihm noch ab und an Fehler im Stellungsspiel. Insbesondere nach eigenen Ballverlusten, steht er mitunter noch zu lange zu hoch und zu breit positioniert. Oft kann der schnelle Zagre jedoch selbst dann noch den Pass in die Tiefe ablaufen. Zudem antizipiert der Verteidiger gekonnt Bälle auf seine Gegenspieler, kann hier rechtzeitig dazwischenfunken und für den Ballgewinn sorgen.

Trotz seiner geringen Körpergröße ist Zagre physisch robust genug, um das defensive 1-gegen-1 nicht scheuen zu müssen. In Bredouille kommt er freilich, wenn er sich – etwa nach Flanken vom anderen Flügel – in Kopfballduellen mit dem gegnerischen Mittelstürmer wiederfindet.

Auch wenn er bislang wenige Einsatzzeiten bekommt: Das Gesamtpaket stimmt beim 19-Jährigen und Paris Saint-Germain könnte in Zukunft über die kolportierte Rückkaufoption und Weiterverkaufsbeteiligung noch heilfroh sein.

Arthur Zagre wurde analysiert von Christian Stein

 


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(Titelbild: © IMAGO Images)

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